Box-Blog

Posts Tagged ‘Köln

Cologne Beatdown Nummer 4

leave a comment »

Das Cologne Beat Down ging am 05.05.2018 bereits in die vierte Runde. Es war eine der Kampfsportveranstaltungen im Rheinland, auf denen man gewesen sein musste. Diesmal gab es in der schönen E.S.V. Olympiahalle in Köln 19 Kämpfe zu sehen, 10 nach K1, 2 nach Amateurboxregeln und 7 Profiboxkämpfe.
Den Anfang bei den Profis machte Sunday John und Oualid Almajdoub (3 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) im Mittelgewicht mit einem Vierrunder. Almajdoub boxte und John, der Debütant, versuchte zu keilen. Immer wieder versuchte er mit überfallartigen Attacken zum Ziel zu gelangen. Meist aber lief er ins Leer oder wurde abgekontert. Almajdoub kreiste um seinen Gegner herum und setzte unaufgeregt seine Treffer. Ende der ersten Runde versuchte John ihn durch in die Seile zu schubsen. In der zweiten Runde wurde die Dominanz von Almajdoub größer. Bei John öffnete sich, nach einem rechten Cross, ein Cut über dem linken Auge. Am Ende der Runde wackelte er stark und nur der Gong verhinderte, dass er zu Boden ging. Der GBA Ringrichter Mustafa Erenay nahm ihn aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 3: Oualid Almajdoub.
Der Achtrunder im Super Weltergewicht zwischen Ziya Gökalp (18 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 17 Niederlagen, 12 durch KO) und Salahadin Simmou (5 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO) war kurz und heftig. Simmou trieb seinen Gegner vor sich her und stellte ihn immer wieder an den Seilen. Gökalp nahm die Schläge, bis er nicht mehr konnte, und ging auch nach harten Körpertreffern zu Boden. Zwei Mal wurde er angezählt, dann kam ein Handtuch geflogen. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:21 Minuten: Salahadin Simmou.
Im Anschluss stiegen Christian Kraszczynski (5 Kämpfe, 5 Niederlagen, 5 durch KO) und Yasir Malik (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) für eine Kräftemessen im Super Weltergewicht in den Ring. Der auf vier Runden angesetzte Kampf war noch schneller beendet als der vorangegangene. Kraszczynski versteckte sich hinter seiner Doppeldeckung und Malik bearbeite seinen Körper, was dieser nicht mochte. Zweimal ging er zu Boden, dann hatte sein Ecke Erbarmen und nahm ihn aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 1 nach 50 Sekunden: Yasir Malik
Den vierten Profikampf bestritten Dogan Kurnaz (17 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO, 14 Niederlagen, 13 durch KO) und Boris Deidenbach. In der Begegnung im Mittegewicht bestritt Deidenbach sein Profidebüt. Deidenbach boxte sehr abgeklärt. Er boxte schön eng durch die Mitte an und verteilte gut. Er trieb Kurnaz vor sich her. Dieser versteckte sich hinter seiner Doppeldeckung und versuchte wegzukommen. In der zweiten Runde erhöhte Deidenbach immer mehr den Druck und Kurnaz bekam entsprechend immer mehr Schwierigkeiten. Mitte der Runde signalisierte Kurnaz, er habe sich die Schulter verletzt. Zur dritten trat er dann nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 3: Boris Deidenbach.
Danach stiegen Mikheil Mosulishvili (18 Kämpfe, 6 Siege, 2 durch KO, 8 Niederlagen, 6 durch KO, 4 Unentschieden) und Ercan Tuncel (6 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO) für einen Sechsrunder im Mittelgewicht in den Ring. Tuncel besetzte die Ringmitte und trieb seinen Gegner mit seiner schönen Linken vor sich her. Mosulishvili lief weg und versuchte zwei oder drei Mal seinen Reichweitennachteil auszugleichen, indem er in den Gegner hinein sprang. Sonderlich von Erfolg gekrönt war das allerdings nicht. Ende der ersten Runde schien er nach einer harten Rechten zum Kopf einzuknicken. In der zweiten und dritten Runde erhöhte Tuncel der Druck, konnte aber Mosulishvili nicht lange genug stellen. Dabei hatte der gegen Ende der dritten Runde aber schon seine liebe Not, das Rundenende zu erreichen. Ende des vierten Durchgangs stellte Tuncel Mosulishvili in seiner Ecke und brachte ihn mit einer langen Kombination auf den Boden. In der fünften Runde nahm Tuncel das Tempo ein wenig raus. Mosulishvili lief weiter weg und versuchte zu überleben. Dennoch wurde er immer wieder gestellt. Bei einer der Kombinationen, die Mosulishvili nehmen musste, brach er sich die Nase, weshalb Ringrichter Erenay ihn aus dem Kampf nahm. Sieger durch TKO: Ercan Tuncel.

(C) Andreas Bornewaser

Den vorletzten Kampf bestritten Endrit Morina (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 4 durch KO) und René Oeffner (13 Kämpfe, 12 Siege, 8 durch KO, 1 Niederlage) im Super Mittelgewicht. Oeffner begann verhalten. Zwar trieb er Morina vor sich her, aber es gab nur wenige Aktionen. Die zweite Runde begann Morina furios, sein Schlaghagel verpuffte aber an der Deckung von Oeffner. Dann drehte dieser auf und jagte Morina vor sich her. Immer wieder wurde der gestellt und es schien nur noch eine Frage von Sekunden, bis Morina auf den Boden gehen würde. Es kam dann aber ein Handtuch geflogen, das Morina rettete. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 1:39 Minuten: René Oeffner.

(C) Andreas Bornewasser

Den Hauptkampf des Abends bestritt der Veranstalter Bihes Barakat (29 Kämpfe, 25 Siege, 21 durch KO, 2 Niederlagen, 1 Unentschieden) selber im Leichtgewicht. Er traf auf Giorgi Bliadze (13 Kämpfe, 7 Siege, 2 durch KO, 6 Niederlagen, 3 durch KO). Der Achtrunder begann schnell. Beide zeigten technisch gutes Boxen, Barakat machte den Kampf, aber Bliadze hielt dagegen. In der zweiten Runde wurde der Kampf zwar etwas langsamer, aber Barakat wurde dominanter. Anfang der dritten Runde machte Bliadze Faxen, die keinen amüsierten oder irritierten. Später gab es schöne Abtäusche, bei denen Bliadze eine Links-Rechts-Kombination zum Körper schlug und Barakat mit einem Kopftreffer durchkam. In der vierten Runde kam wie aus dem Nichts das plötzliche Ende. Barakat schlug einen harten und präzisen Leberhaken, der durchkam und Bliadze auf die Bretter schickte. Der kam dann auch nicht mehr hoch. Sieger durch KO in Runde 4, nach 34 Sekunden: Bihes Barkat.
(C) Uwe Betker

Über Nummerngirls

leave a comment »

Nummerngirls sind immer wieder ein Thema hier. Manchmal wird betont, dass sie besonders ansehnlich sind, manchmal auch, dass sie fehlen, dass sie wieselflink durch den Ring sprinten, dass sie die Karten so halten, dass die Zahl nicht zu lesen ist oder so, dass man sie gar nicht erst sieht. Nummerngirls sind hier ein Running Gag, über den offensichtlich doch einige schmunzeln können. Schreibe ich über Nummerngirls, werde ich immer kurz danach darauf angesprochen. Ein Promoter stellte mich mal neben seine Nummerngirls und ließ uns photographieren. „Ich will nicht, dass du behautest ich hätte hier keine Nummerngirls gehabt.“ Es ist sogar schon einmal vorgekommen, dass ein Offizieller – den Namen habe ich vergessen – eines Verbandes, der mir jetzt nicht einfallen will, mich glaubte abkanzeln zu können, indem er sich über mein Schreiben über die Damen mit den Schildern ausließ. Tatsächlich gefiel ihm aber vermutlich nicht, was ich über die Aktivitäten seines Verbandes geschrieben hatte. – Nun ist es an der Zeit, sich mal ernsthaft über ein so wichtiges Thema wie Nummerngirls Gedanken zu machen.
Bei Wikipedia gibt es bis auf eine Definition kaum weitere Informationen. „Nummerngirl ist der aus der Umgangssprache stammende Name für diejenige Dame, welche zwischen den Runden von Kampfsportarten, wie z. B. Boxen, Kickboxen oder Mixed Martial Arts, den Ring betritt und dem Publikum ein Schild mit der Nummer der folgenden Runde hochhält. Nummerngirls tragen meistens einen Badeanzug oder einen Bikini und sollen das Publikum während der Kampfpause unterhalten.
Der Begriff stammt ursprünglich vom Revuetheater und vom Zirkus her, bei denen traditionell jede Einzeldarbietung („Nummer“) von einem Nummerngirl angekündigt wurde oder wird.“ Als Quelle wird Sat1 angeben.
Das Magazin „The Ring“ veröffentlichte in ihrer Ausgabe vom Mai/Juni 1965 das Foto eines Nummerngirls. Dieses wurde bei einer Boxveranstaltung im Hacienda Hotel in Las Vegas aufgenommen. Die 1965 abgebildete Dame, in der für heutige Verhältnisse züchtigen Korsage, war wohl eines der ersten Nummerngirls, dessen Foto publiziert wurde. Die Bildunterschrift lautet: „If something like this caught on around the country, gates receipts automatically would fatten.” Auf halbwegs gut Deutsch: „Wenn so etwas wie dies sich im ganzen Land durchsetzt, würden die Einnahmen an der Abendkasse automatisch fetter werden.“ – Nummerngirls setzten sich nicht nur in den USA durch, sondern weltweit. Kaum eine größere Veranstaltung will inzwischen auf sie verzichten.

(C) Ania Pospiech Photography

(C) Ania Pospiech Photography


Die genaue Geburtsstunde der Nummerngirls liegt im Dunkel der Boxgeschichte. Aber vermutlich ist die Dame aus „The Ring“ eine der ersten überhaupt gewesen. Mitte der 60er Jahre wurde Las Vegas mehr und mehr ein Zentrum des Profiboxens. Las Vegas steht in den USA für Unterhaltung, und Nummerngirls werteten die Profiboxveranstaltungen auf; sie unterhielten und unterhalten das Publikum in den Rundenpausen.
Auch was die Vorgänger der Nummerngirls anbelangt, so breitet sich das Dunkel der Boxgeschichte darüber aus. In den 30er Jahren jedenfalls waren Männer im Anzug zu sehen, die zum Teil Zigarre rauchten, die die Karten mit den Nummern in die Höhe hielten. Ich selbst kann mich an eine Filmaufnahme aus den 40er Jahren erinnern, wo ein Mann im Anzug einen flatternden Lappen mit einer Nummer drauf, der an eine Startnummer in der Leichtathletik erinnerte, vor sich hertrug. Es gibt aber insgesamt kaum filmische oder photographische Dokumente von diesen Herren. Sie waren schlicht nicht attraktiv und unterhaltsam genug.
Obwohl doch die Vorgänger der Nummerngirls Nummernmen waren, tat sich das Boxpublikum mit Nummernboys schwer. Auch deren Geburtsstunde liegt im Dunkel. Ich kann mich aber noch daran erinnern, wann und wo ich selbst den ersten in Deutschland gesehen habe. Das war bei der Veranstaltung von Universum Box-Promotion am 13.05.2000 in den Satory Sälen in Köln. Es war auch die erste reine Frauenboxveranstaltung. Es boxten Heidi Hartman, Silke Weikenmeier, Daisy Lang, Marischa Sjauw, Regina Halmich und Michel Aboro. Beim Hauptkampf des Abends, den Michel Aboro bestritt, gab es Nummernboys, also gut gebaute junge Männer mit freiem Oberkörper. Damals kamen die bei einem großen Teil des Publikums, das ja den Anblick von Männern mit nacktem Oberkörper schließlich gewohnt gewesen sollten, nicht gut an. Es gab auch Pfiffe.
Heute gehen boxaffine Zuschauer sehr viel entspannter mit Nummernboys um. Es gibt Promoter, die bei Boxkämpfen von Männern Nummerngirls und Kämpfen von Frauen Nummernboys auftreten lassen. Inzwischen gibt es dafür keine Pfiffe mehr. Offensichtlich fühlen sich die Zuschauerinnen durch Nummernboys unterhalten. Und das ist doch wohl die Hauptaufgabe von Nummerngirls wie Nummernboys, neben ihrem Job, eben die Rundennummern anzuzeigen.
© Uwe Betker

Ein Schwanengesang auf Arthur Abraham

leave a comment »

Arthur Abraham (49 Kämpfe, 44 Siege, 29 durch KO, 5 Niederlagen, 1 durch KO, 1 Unentschieden) verlor am 09.04.2016 in der MGM Garden Arena in Las Vegas gegen Gilberto Ramirez (34 Kämpfe, 34 Siege, 24 durch KO) nach Punkten. Durch diese Niederlage verlor er seinen Weltmeistertitel im Super Mittelgewicht nach Version WBO. So weit, so normal. Bemerkenswert an die Niederlage ist, wie sie zustande kam. Die Punktwertungen der Punktrichter (Adalaide Byrd 120:108, Glenn Trowbridge 120:108 und Glenn Feldman 120:108) geben den Kampfverlauf nämlich sehr genau wieder: Abraham konnte keine einzige Runde gewinnen. Vor dem Kampf hatte er noch angekündigt, dass die Zuschauer den besten Abraham aller Zeiten zu sehen bekommen würden. Aber das Gegenteil war der Fall.
Aufgrund der desaströsen Leistung, die er 36-jährigen Abraham hier zeigte, wurde in den einschlägigen Medien unverholen darüber spekuliert, ob dieser Kampf nicht das Ende seiner langen und sehr erfolgreichen Karriere als Profiboxer sei. Ich möchte mich hier nicht an diesen Spekulationen beteiligen. Vielmehr möchte ich mich daran erinnern, was für ein großer Fighter Abraham einst war.
Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich Abraham zum ersten Mal traf. Ich besuchte das Sauerland Gym in Köln, beim Müngersdorfer Stadion, um dort ein Interview mit Markus Beyer zu führen, der sich auf einen Titelkampf vorbereitete. Wie immer, wenn möglich, schaute ich mir die ganze Trainigseinheit ein. An der Tür des Gyms hing eine Liste, der Plan für das Sparring. Als letzter auf der Liste stand Arthur Abraham, der damals noch Artur geschrieben wurde. Er sollte 8 Runden Sparring machen. Ich hatte bis dahin weder Abraham gesehen und noch von ihm gehört. Er stand ganz am Anfang seiner Karriere.
Der junge Mittelgewichtler Abraham absolvierte die ersten vier Runden mit dem Sparringspartner von Markus Beyer, einem Super Mittelgewichtler. Danach traf er auf einen Sparringspartner von Kai Kurzawa, einem Halbschwergewichtler. Das Sparring war gut und man sah, dass Abraham kein Schlechter war. Man sah auch, dass er sich im Sparring nicht geschont hatte. Er pumpte und war fertig. Als Abraham sich durch die Seile zwängte, ertönte die knarzige Stimme von Ulli Wegner „Artur, du bist noch nicht fertig. Du musst noch vier Runden machen.“ Abraham: „Aber Trainer, ich habe die acht Runden doch gemacht. Auf dem Plan stehen acht Runden.“ Wegner ließ das nicht gelten: „Artur, du kannst nicht richtig lesen. Auf dem Plan stehen zwölf Runden.“
Abraham kletterte zurück in den Ring und bekam es nun mit einem Cruisergewichtler zu tun. Abraham war am Ende seiner Kraft, er atmete schwer, aber immer wenn sein Sparringspartner auch nur eine kleine Pause machte, um Atem zu holen oder sich zu orientieren, explodierte Abraham. Er war offensichtlich wütend und versuchte das Sparring durch einen Niederschlag vorzeitig zu beenden. Das schaffte er nicht. Aber er schaffte es, mich für sich einzunehmen. Ich fuhr nach Hause mit der Aufnahme eines Interviews und der Gewissheit, einen zukünftigen Weltmeister gesehen zu haben.
Arthur Abraham boxt am 16.07.2016 in Berlin gegen Tim Robin Lihaug (16 Kämpfe, 15 Siege, 8 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO). Lihaug ist die Nummer 74 in der Weltrangliste
(C) Uwe Betker

Sonntagsboxen in Köln

leave a comment »

Boxkämpfe in Köln sind so eine Sache. Man muss ein Tagesvisum beantragen und man steht lange an der Grenze. Grenzbeamten gucken böse und wenn man Pech hat muss man den Kofferraum aufmachen. Manchmal wird sogar Rückbank ausgebaut um darunter etwas zu suchen. So ist es eben, wenn man nach Köln einreist. Aber was nimmt man nicht alles auf sich um gutes Boxen zu sehen? Am Sonntag, den 04.10.2015 fand der Cologne beatdown 3 im Güney Event Center statt. Die Veranstaltung begann bereits um 17 Uhr. Es gab insgesamt sechs Profiboxkämpfe zu sehen.
Es begann mit vier guten Amateurkämpfen, von denen einer von Frauen bestritten wurde. Den ersten Profiboxkampf des Nachmittags gab es dann um kurz nach 18 Uhr. Diesen bestritten Aliaksandr Abramenka (70 Kämpfe, 17 Siege, 6 durch KO, 52 Niederlagen, 28 durch KO, 1 Unentschieden) und Sebastian Deda, der sein Profidebüt gab, im Super Weltergewicht. Deda beeindruckende. Er zeigte schlicht gutes Boxen. Er hatte eine gute Deckung und boxte sehr kontrolliert. Er setzte seinem Gegenüber von Anfang an unter Druck, ohne dabei zu überhasten. In der ersten Runde stellte er vier Mal seinen Gegner mit längeren Kombinationen. In der folgenden Runde machte er mehr Druck und ging zum Körper, wodurch er noch mehr Treffer landen konnte. Ein schöner Aufwärtshaken durch die Deckung durch zum Kopf ließ Abramenka am Anfang der Runde leicht einknicken. In der dritten Runde machte Deda noch mehr Druck. Er suchte den KO, aber sehr kontrolliert. Ende der Runde stellte er Abramenka in einer neutralen Ecke und kam mit einer schönen Rechten zum Kinn durch. Abramenka ging runter und wurde angezählt. Er wollte sich zwar wieder zum Kampf stellen, aber sein Trainer warf zu Recht das Handtuch. Er wirkte nicht ganz klar.
Noch ein paar Worte zu Abramenka. Er kam nicht um sich hinzulegen. Vielmehr ist er ein technisch nicht schlechter Mann, der es seinen Gegner schwer macht. Deda hat mich beeindruckt. Er hat, soweit man es jetzt beurteilen kann ein gute Technik und ich wiederhole es gerne eine bemerkenswerte Selbstbeherrschung, Man dar gespannt sein, wie er sich weiter entwickeln wird. Sieger durch TKO in Runde 3 nach 2:55 Minuten: Sebastian Deda.
In dem folgenden Kampf gab es auch einen Debütanten, nämlich Davis Schwierz. Dieser bekam es im Halbschwergewicht mit Eugen Scheinmeyer (2 Kämpfe, 3 Niederlage, 1 durch KO) zu tun. Am Ende des Vierrunders stand ein Arbeitssieg für den Debütanten. Der Kampf der Beiden war rechts ausgeglichen. Schwierz boxte gut an und versuchte dann Haken ins Ziel zu bringen. Scheinmeyer punktete beim Abkontern. In der vierten Runde ging er nach einer linken zum Kopf zu Boden, wobei er auch schlecht stand. Am Ende stand ein Punktsieg für Davis Schwierz.
Es folgten zwei Kämpfe in einem Amateurschwergewichtsturnier. Danach stieg Bihes Barakat (26 Kämpfe, 22 Siege, 19 durch KO, 2 Niederlagen, 1 Unentschieden) selber in den Ring. Dort traf er auf Anton Bekish (20 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO, 14 Niederlagen, 3 durch KO, 1 Unentschieden) für einen Achtrunder im Super Leichtgewicht. Schnell war der Rhythmus des Kampfes etabliert. Barakat schlug wenig. Er boxte grade durch die Mitte an und schlug variabel Haken zu Körper und Kopf. Bekish schlug mehr und fast ausschließlich Haken. Trotz der niedrigeren Schlagfrequenz traf Barakat häufigre. Zumal er sehr viele Schläge von seinem Gegner abblockte. In der ersten Runde punktete Barakat mit seiner linken Graden, die den Kopf von Bekish mehrfach zurückschnappen ließen. Er musste aber auch eine Rechte zum Körper nehmen, die wohl eine Rippe verletzte. In der folgenden Runde erhöhte sich das Tempo, In der dritten Runde hatte Bekish immer größere Probleme sich Barakat vom Hals zu halten. Daher boxte er immer unsauberer. Er schlug Innenhände und schubste seinen Gegner. Barakat ließ sich davon nicht beirren und boxte seinen Kampf. Ende der Runde kam er mit einer harten Rechten zum Körper durch. Bekish ging zu Boden und wurde ausgezählt. Sieger durch KO in Runde 3 nach 2: 55 Bihes Barakat.
Hiernach waren Niko Lohmann (10 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO, 6 Niederlagen, 2 durch KO) und René Oeffner (5 Kämpfe, 5 Siege, 3 durch KO) dran. Der auf vier Runden angesetzte Kampf fand im Halbschwergewicht statt. Lohmann, genannt Karl Stahl, überrollte mit seiner überlegen Physis Oeffner in der ersten Runde. Immer wieder stellte er ihn an den Seilen und deckte ihn mit Schlägen ein, von denen viele Oeffner blockte. Im letzten Drittel der Runde kam dieser dann in den Kampf und punktete selber mit Graden. Die zweite und dritte Runde gehörten Oeffner. Solange er seine steife Führhand schlug konnte er sich Stahl vom Hals halten. Lies er aber nach war Lohmann, kam Lohmann an ihn ran und trug ihn dem Kampf in der Halbdistanz an. Die vierte Runde war heiß umkämpft und es gab viele Schlagabtausche, wobei Oeffner die meister für sich entscheiden konnte. Am Ende stand ein Punktsieg für René Oeffner.
Es folgte ein weiter Kampf im Halbschwergewicht, bei dem die beiden ungeschlagenen Viktor Kessler (3 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 1 Niederlage) und Badiem Hasso (9 Kämpfe, 9 Siege, 3 durch KO) ihre Kräfte maßen. Der Kampf der Beiden war eine Schlacht. Beide wollten den Sieg und beide waren bereit dafür zu kämpfen. Hasso war physisch stärker und hatte die schnelleren Hände. Kessler war schneller auf den Beinen. In der letzten Runde suchten beiden den KO. Am Ende des sehr intensiven und harten Vierrunder stand ein Punktsieg für Badiem Hasso.
Es folgte das Final von dem Tournier und der Kampf im Mittelgewicht zwischen Dzianis Makar (37 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO, 30 Niederlagen, 7 durch KO) und Prinz Lorenzo (15 Kämpfe, 12 Siege, 8 durch KO, 3 Niederlagen) alias Prinz Lorenzo Kouami Folly Kuegah, der auf acht Runden angesetzt war. Im Gegensatz zu den vorangegangen Profiboxkampf war dieser Kampf von Taktik und Technik geprägt. In der ersten Runde tasteten sich die beiden Kontrahenten ab. Im zweiten Durchgang erhöhte Prinz Lorenzo den Druck. Schon bald schickte er Makar mit einer rechten zum Körper zu Boden. Er kam wieder hoch stellte sich zum Kampf. Kurze Zeit später nahm er wieder einen Körperhaken, der ihm sichtlich wehtat. Schließlich schickte ein Leberhaken ihn erneut zu Boden und das Handtuch seines Trainers schützte ihn vor mehr Schläge. Sieger durch KO in Runde 2 nach 2:09 Minuten: Prinz Lorenzo.
Der Cologne Beatdown 3 war ein voller Erfolg und schreit nach einer weiteren Auflage. Auch die ungewöhnliche Zeit, Sonntagnachmittag war gut. Die schöne Veranstaltung war bereits um 21 Uhr zu Ende, damit Alle frühzeitig nach Hause kommen. Denn der Montag ist ein normaler Arbeitstag. Ich wäre auch relativ früh wieder zu Hause gewesen, wenn da nicht die leidigen Grenzkontrollen gewesen wären. Das Warten an der Grenze. Überprüfung ob das Gesicht auf dem Passbild zum Fahrer passt. Abstempeln des Passes usw.
© Uwe Betker

Eine gute Alternative zu Interims- und Irgendwasmeisterschaften

leave a comment »

Am Samstag, dem 09. Mai 2015 gab es in Deutschland eine große Auswahl an Boxveranstaltungen. Man hätte zu Felix Sturm und Jack Culcay nach Frankfurt/Main fahren können, um sich Interims-Weltmeisterschaften, oder quasi doch richtige Weltmeisterschaften, auf jedenfalls irgendetwas mit Meisterschaft und Welt und irgendetwas ansehen zu können. Oder man hätte zu Werner Kreiskott fahren können, um mit dem Kultboxer aus Wuppertal den Gewinn seiner WBU Europameisterschaft zu feiern. Man hätte natürlich auch nach Hildesheim fahren können, um Mark de Mori gegen Raymond Ochieng zu sehen. Ich entschied mich jedenfalls dafür, zum Cologne Beatdown zu fahren. Bihes Barakat stellte diese Show im neu errichteten Güney Event Center in Köln Godorf auf die Beine und stieg auch selber in den Ring. Es gab 8 K1 Kämpfe, 8 Amateurkämpfe und 5 Profikämpfe zu sehen.
Den ersten Profikampf des Abend bestritten Koksal Orduhan (28 Kämpfe, 26 Niederlagen, 12 durch KO, 2 Unentschieden) und Oliver Althof (4 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO, 1 Niederlage) im Halbschwergewicht. Um es vorweg zu sagen: Der Kampf war gut und unterhaltsam. Althof war der aktivere und der bessere Boxer. Orduhan verschanzte sich hinter seiner Doppeldeckung und ließ die Körpertreffer über sich ergehen. Hin und wieder schlug er Schwinger oder unorthodoxe Schläge, die allerdings nicht ungefährlich waren. Meist trafen sie aber nur die gute Deckung von Althof – aber nicht immer. Ein-, zweimal hatte ich den Eindruck, dass schon Althof beeindruckt war. Althof punktete mit der linken Führhand zum Kopf und eben mit Körpertreffer. Die ersten drei Runden verliefen nach diesem Muster und gingen alle an ihn. – Dann waren da aber noch die Showeinlagen von Orduhan. Mal demonstrierte er, dass ihm die Schläge, die er genommen hatte, gar nicht wehgetan hatten. Dann stemmte er mal seine Hände in die Hüfte und ließ sich kurzzeitig ohne Deckung schlagen. Er wechselte demonstrativ die Auslage, oder er ließ sich in die Seile fallen. Zwei bis fünf Einlagen streute er so in jede Runde ein.
In der vierten und letzten Runde versuchte sich Althof dann auch im Showgeschäft. Das zeigte tatsächlich Wirkung: Orduhan trug ihm daraufhin nämlich den Kampf an, und der wurde sogar auf einmal richtig hart und schnell geführt. Althof verlor dabei seine boxerische Linie und ein Schlagabtausch folgte dem nächsten. Am Ende stand aber ein eindeutiger Punktsieg für Althof.

Es folgte das Kräftemessen zwischen Marwan Chehade (17 Kämpfe, 17 Niederlagen, 17 durch KO) und René Oeffner (4 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO) im Super Mittelgewicht. Der Kampf setzte dort ein, wo der vorangegangene aufgehört hatte. Ein Schlagabtausch folgte dem nächsten. Chehade versuchte, Oeffner unter Druck zu setzen. Oeffner jedoch blieb ruhig, ließ die Schläge auf die Deckung kommen und punktete vor allem mit der Führhand zum Kopf. Kurz vor Ende des ersten Durchgangs kam er mit einer Links-Rechts-Kombination zum Kopf durch und schickte Chehade auf die Bretter. Der wurde dann auch angezählt, stellte sich aber wieder zum Kampf und erreichte die Rundenpause. In die zweite Runde startete er wieder schnell und versuchte sein Glück mit einem überfallartigen Angriff. Oeffner konterte ihn ab und stellte ihn in der neutralen Ecke, wo er ihn dann auch nicht mehr raus ließ. Schließlich flog das Handtuch aus der Ecke von Chehade in den Ring. TKO in Runde 2, nach 25 Sekunden.
Dann stieg der Veranstalter Bihes Barakat (25 Kämpfe, 21 Siege, 18 durch KO, 2 Niederlagen, 1 Unentschieden) selber in den Ring. Er boxte im Super Leichtgewicht gegen Bakhtiyar Iskenderzade (14 Kämpfe, 9 Siege, 2 durch KO, 4 Niederlagen, 2 durch KO). Auch wenn Iskenderzade nur der Ersatzgegner des Ersatzgegners war, so war er aber doch nicht zum Verlieren nach Köln gekommen. Es kam zu einem intensiven Gefecht, bei der Iskenderzade auch schon mal die Ellenbogen einsetzte. Barakat verteidigte die Ringmitte und wirkte in den meisten Runden als der druckvollere Boxer, der die besseren Treffer setzte. Von Runde zu Runde wurde der Kampf härter geführt. In der vierten Runde stellte Barakat seinen Gegner immer wieder und deckte ihn mit schönen Schlagkombinationen ein. Die fünfte Runde wurde dann zwar angegongt, aber Iskenderzade trat nicht mehr an. Er hatte sich die rechte Schulter verletzt. TKO 5.
Auch der nächste Kampf im Halbschwergewicht war eine Ringschlacht. In ihr trafen Niko Lohmann (8 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO, 4 Niederlagen, 1 durch KO) und Badien Hasso (7 Kämpfe, 7 Siege, 3 durch KO) aufeinander. Hasso kam schneller und besser in den Kampf. Nach ungefähr 30 Sekunden kam er mit einer Rechten Geraden zum Kopf durch, die Lohmann zu Boden schickte. Zwar war dies auch zum Teil einem Schrittfehler geschuldet, aber es war ein Niederschlag, und Lohmann wurde angezählt. Hiernach versuchte Hasso Lohmann KO zu schlagen. Auch in der zweiten Runde hatte Lohmann noch mit den Folgen des Niederschlags zu kämpfen und Hasso strebte weiterhin einen KO Erfolg an und boxte auch so. Wann immer er die Möglichkeit hatte, drosch er auf seinen Gegner ein. In der dritten und vierten Runde wurde Lohmann stärker und er hielt dagegen, wodurch der Schlagabtausch noch härter wurden. Lohmann machte seinen Kampfnamen Karl Stahl alle Ehre. Am Ende der vier Runden stand ein eindeutiger Punktsieg für Badien Hasso.

Im letzten Kampf des Abends trafen im Bantamgewicht Rauf Aghayev (19 Kämpfe, 17 Siege, 6 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) und Khatsinger Kharaz aufeinander. Aghayev, der einen sehr schönen, geraden Stil boxt, hatte mit seinem Gegner kaum Probleme. Dieser hatte zwar eine solide Deckung, aber seine Schläge waren fast immer weit ausholende Schwinger, die ihr Ziel nicht fanden. Mit zunehmender Dauer des Kampfes wurde er deshalb auch immer einseitiger. In der dritten Runde stellte Aghayev seinen Gegner immer wieder und deckte ihn mit Schlägen ein. Dann hatte die Ecke von Kharaz ein Einsehen und warf das Handtuch. TKO Runde 3, nach 1:10 Minute.
Bihes Barakats „Cologne Beatdown“ war schlicht eine klasse Veranstaltung. Es gab keine Interims-Weltmeisterschaften, es gab keine dubiosen Titel. Es gab einfach nur gutes Boxen.
© Uwe Betker

Das kölner Imperium wackelt

leave a comment »

Felix Sturm hatte es geschafft, nach seinem Weggang von Universum Box-Promotion ein Imperium aufzubauen. In seinem Reich gab es nur ihn und alles drehte sich um ihn. Er baute sich sein eigenes Gym auf dem Bonner Wall in Köln. Er schaffte es irgendwie, dass der Verband WBA (World Boxing Association) ihn zum „Super Champion“ machte, obwohl er die Voraussetzungen hierfür, nach den Regularien des Verbandes, gar nicht erfüllte. – Die Ausführungen von Ahmet Öner, wie Sturm zu diesem Titel gekommen ist, sind hier unerheblich. – Der Titel „Super Champion“ ermöglichte es ihm dann, einen Multimillionenvertrag mit SAT1 abzuschließen. Dem TV-Sender war es offensichtlich egal, dass Sturm kein richtiger Weltmeister war. Man tat einfach so als ob.
Praktisch war auch, dass er als „Super Champion“ der Verpflichtung zur Pflichtverteidigung seines Titels enthoben war. Er musste damit zwar nicht regelmäßig die Nummer Eins der Rangliste boxen, dafür setzte es ihn aber auch einer gewissen Kritik aus. Als Sturm nämlich noch bei Universum geboxt hatte, beschwerte er sich öffentlich, dass man ihm keine besseren Gegner vorsetzte. Er forderte sogar die besten Boxer als Gegner. Dabei kursierte allerdings schon damals das Gerücht, er wolle auf keinen Fall gegen seinen Stallkollegen Gennady Golovkin antreten. Nun da Felix Sturm einen übertragenden Fernsehsender und sogar seine eigene Promotion-Firma gegründet, die Felix Sturm Box-Promotion, gegründet hatte, war er doch sein eigener Herr. Er konnte sich seine Gegner nun selber suchen. Boxte er nun aber gegen die besten Boxer der Welt? – Nein! Er boxte zweitklassige Boxer und tat so, als träte er gegen Weltklasseboxer an.
Erst vor kurzem schränkte Sturm seinen Anspruch ein wenig ein, indem er zugab. „ Wir machen Kämpfe, die sportlich sowie auch wirtschaftlich Sinn machen. Das wollen manche Leute nicht verstehen. Ich scheue keine Gegner. Unser Business ist das Preisboxen. Am Ende des Tages geht es um das liebe Geld. Wir verstellen uns nicht, sind keine Schlipsträger, sind kölsche Jungs und ziehen unser Ding durch, mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“ (Boxen Heute 2/2013, S. 19) Nie war er offener hinsichtlich seines sehr laut artikulierten Willens die Besten boxen zu wollen. Was mich nur an dieser Äußerung wundert ist, warum der am 31. Januar 1979 in Leverkusen geborene Adnan Ćatić sich als „kölsche Jung“ bezeichnet.
Sturm braucht einen Titel. Das Problem ist nur, dass er wohl nicht noch einmal einen Titel wie den des „Super Champion“ verliehen bekommen wird. Also muss er darum kämpfen. Das wird aber nicht so einfach. Denn der beste Mittelgewichtler, Sergio Gabriel Martinez (54 Kämpfe, 50 Siege, 28 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO, 2 Unentschieden), der Weltmeister der WBC, World Boxing Council, steht in absehbarer Zeit als Gegner nicht zur Verfügung. Er boxt am 27.04.2013 gegen Martin Murray (26 Kämpfe, 25 Siege, 11 durch KO, 1 Unentschieden).
Daniel Geale (30 Kämpfe, 29 Siege, 15 durch KO, 1 Niederlage), der Weltmeister der IBF, International Boxing Federation, gewann erst am 30.01.2013 das inneraustralische Duell gegen Anthony Mundine (49 Kämpfe, 44 Siege, 26 durch KO, 5 Niederlagen, 2 durch KO). Wieso sollte Geale Sturm einen Rückkampf in Deutschland geben, wenn er hier nur in einer relativ kleinen Halle antreten würde, wo er in seiner Heimat das Entertainment Centre in Sydney voll bekommt?
Der WBO, World Boxing Organization, Champion Peter Quillin (28 Kämpfe, 28 Siege, 20 durch KO) boxt am 27.04.2013 in Barclays Center, Brooklyn, New York, gegen Fernando Guerrero (26 Kämpfe, 25 Siege, 19 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO).
Der Titelträger der WBA, World Boxing Association, Gennady Golovkin (26 Kämpfe, 26 Siege, 23 durch KO) hatte erst vor kurzem, am 30.03.2013, einen Kampf. Er schlug Nobuhiro Ishida (35 Kämpfe, 24 Siege, 9 durch KO, 9 Niederlagen, 1 durch KO, 2 Unentschieden) in der dritten Runde KO. Ein Kampf von Sturm gegen Golovkin wäre längst überfällig. Angeblich zieht Sturm mittlerweile sogar einen Kampf gegen ihn in Erwägung, wie es heißt, noch in diesem Jahr. – Also weit und breit ist kein Titel für Felix Sturm in Sicht, jedenfalls keiner, den man einfach so bekommt.
Sturms Idee, die ehemalige Weltmeisterin im Fliegengewicht Sjusanna Lewonowna Kentikjan oder auch Syuzanna Kentikyan oder auch Susi Kentikian (33 Kämpfe, 30 Siege, 16 durch KO, 2 Niederlagen), mit reinzunehmen,- war wohl auch nicht so besonders gut. Kentikian gewann zwar ihren letzten Kampf, am 01.02.2013 gegen Sanae Jah, der besten Fliegengewichtlerin in Belgien, aber vorher, am 01.12.2012, hat sie gegen Carina Moreno (28 Kämpfe, 23 Siege, 6 durch KO, 5 Niederlagen) verloren und ist dadurch nicht WBA Champion geworden. Nicht nur, dass Kentikian nicht wieder Weltmeisterin wurde, sie zeigte sich dann nach dem Kampf auch wieder als schlechte Verliererin. Sie, die selbst so oft von den sehr subjektiven Wahrnehmungen von Punktrichtern und Ringärzten profitiert hatte, beschwerte sich. Was aber noch schlimmer war: Die Einschaltquote war nicht gut.
Auch die vollmundige Ankündigung von Mohammed Lassoued, Maurice Weber (19 Kämpfe, 17 Siege, 5 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden), „Ich will Sturms erster Weltmeister werden!“ ist eher eine Projektion in die fernere Zukunft. Weber ist zurzeit nur die Nummer 3 in Deutschland und die Nummer 138 in der Welt.
Felix Sturm steht unter Druck. Er braucht einen Titel, um seinem TV Sender etwas bieten können. Aber woher nehmen? Wackelt etwa sein kölner Imperium?
© Uwe Betker/www.box-blog.de

Foto: Gym

leave a comment »

Written by betker

9. November 2010 at 23:59