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Die 10. Neuwieder Boxnacht

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Die 10. Neuwieder Boxnacht wurde am 29.05.2016 in der Eissporthalle Icehouse in Neuwied ausgetragen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, es war für mich die erste Boxveranstaltung in Neuwied. Die Halle war sehr gut gefüllt. Was auffiel, war der extrem hohe Frauenanteil im Publikum. Offensichtlich gehen vorwiegend Ehepaare zu den Neuwieder Böxnächten, was definitiv für die Veranstaltungen spricht. Ca. 800 Zuschauer füllten die Eissporthalle. Der Promoter Turhan Altunkaya von PunchUp Promotion stellte eine Show mit vier Profiboxkämpfen auf die Beine. Drei davon wurden von Verwandten von ihm bestritten. Bevor die Profiboxkämpfe begannen, sorgte noch ein Duo auf einer Bühne für musikalische und vier Amateurkämpfe für sportliche Unterhaltung.
Den ersten Kampf des Abend bestritten dann im Halbschwergewicht Yasin Altunkaya (6 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO) und Cemal Gülsen (8 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 7 Niederlagen, 7 durch KO). Yasin Altunkaya verteilte seine Schläge gut. Gülsen verschanzte sich hinter seiner Doppeldeckung und versuchte mit Kopfhaken zu punkten. In der zweiten Runde versuchte Gülsen mehr Druck zu machen. Er schlug vermehrt zum Körper. Er wurde jedoch von Yasin Altunkaya immer wieder abgekontert und musste nun seinerseits einige Körpertreffer nehmen. In der Ringpause sah es kurzzeitig so aus, als wollte Gülsen nicht mehr antreten. Aber, er stellte sich erneut zum Kampf. Kurze Zeit später wurde er aber von Yasin Altunkaya gefällt. Ich kann nicht sagen, was für ein Schlag es war, weil Gülsen unmittelbar mit dem Rücken zu mir stand, als er ihn nehmen musste. Er wäre mir auch beinahe durch die Seile auf meinen Arbeitsplatz gefallen. Zwar kam er rechtzeitig wieder hoch, gab aber auf. Sieger durch TKO in Runde 3, nach 1:03 Minuten: Yasin Altunkaya.
Anschließend trafen im Mittelgewicht Adnan Altunkaya (3 Kämpfe, 3 Siege) und Burak Cakir (10 Kämpfe, 10 Niederlagen, 8 durch KO), der von Cemal Gülsen betreut wurde, in einem Vierrunder aufeinander. Es war ein irgendwie seltsamer Kampf. Cakir wechselte immer wieder die Auslage, eine Unart, die sich immer weiter ausbreitete. Er versuchte, mit seiner wechselnden Führhand zu punkten und mit Haken und Schwingern harte Treffer zu setzen. Adnan Altunkaya, aud der anderen Seite, arbeitete ruhig und systematisch. Er schlug schöne Eins-Zwei-Kombinationen zum Kopf, hatte seinen Gegner vollkommen im Griff und punktete. Das schien ihm zu genügen. Sieger nach Punkten: Adnan Altunkaya.
Der Halbschwergewichtler Lukasz Golebiewsk (6 Kämpfe, 6 Siege, 3 durch KO) war dann der einzige nicht Altunkaya, der aus der blauen Ecke kam. Dabei muss man aber erwähnen, dass zwei Kämpfe kurzfristig ausgefallen waren. Golebiewsk boxte gegen Kevin Laubach (7 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO, 4 Niederlagen, 4 durch KO). Es begann spektakulär: Bereits Mitte der ersten Runde musste Laubach nach einem rechten Kopfhaken zu Boden. Der GBA Ringrichter Kornelius Bernds zählte ihn an. Golebiewsk schlug viele schöne Linke, um den entscheidenden Schlag zu landen. Der Blieb aber aus. Dafür kam Laubach besser rein. Er versuchte Haken und Schwinger ins Ziel zu bringen und er versuchte, Golebiewsk den Schlagabtausch aufzuzwingen. Der nahm ihn auch an und kam mit mehreren harten rechten Körperhaken durch. Dennoch schaffte er es nicht, Laubach noch mal auf die Bretter zu schicken. In der folgenden Runde arbeitete Golebiewsk wieder mehr aus der Distanz und mehr mit der Führhand. Immer und immer wieder traf sein Jab den Kopf von Laubach. Immer wieder fand auch Golebiewsks Linke ihr Ziel. In der dritten Runde schließlich zog Golebiewsk eine perfekte rechte Grade zum Kopf nach, die Laubach fällte. Auf dem Boden sitzend wurde es ausgezählt. Sieger durch KO in Runde 3, nach 1:11 Minuten: Lukasz Golebiewsk.
Im Hauptkampf des Abends ging es um den vakanten Global Boxing Council Intercontinental Titel im Cruisergewicht. Es standen sich Hizni Altunkaya (27 Kämpfe, 27 Siege, 16 durch KO) und Gogita Gorgiladze (43 Kämpfe, 31 Siege, 26 durch KO, 12 Niederlagen, 5 durch KO) gegenüber. Der Kampf veränderte sich in den ersten zwei Runden von Minute zu Minute. In der ersten Minute war es ein Duell der Führhände, danach eins der Schläge zum Körper. In der dritten Minute gingen beide dann vermehrt zum Kopf. In der vierten Minute machte Gorgiladze Druck. In der fünften kam Hizni Altunkaya schön und hart zum Körper durch und Gorgiladze tat so, als würde ihn dies nicht beeindrucken. In der sechsten Runde schlug Hizni Altunkaya vermehrt zum Kopf. Beide Runden gingen an ihn. In den folgenden zwei Runden machte er weniger und ließ Gorgiladze mehr Raum, wodurch dieser dann stärker wurde. Hiernach war der Rhythmus des Kampfes etabliert. Immer wenn Hizni Altunkaya lang boxte und schnell auf den Beinen war, punktete er. Immer wenn er sich auf Schlagabtäusche einließ, war es ungewiss, ob er sie für sich würde entscheiden können. Hizni Altunkaya gewann aber die meisten. Der gute und unterhaltsame Kampf wogte bis zur letzten Sekunde hin und her und das Ergebnis war, in meinen Augen, knapper, als es die Punktwertung widerspiegelt. Sieger nach Punkten (97:94, 100:93 und 98:92): Hizni Altunkaya.
Der Promoter Turhan Altunkaya (23 Kämpfe, 18 Siege, 6 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO, 3 Unentschieden) war von 1995 bis 2008 selber aktiver Profiboxer gewesen. Er boxte im Cruiser- und im Schwergewicht. Heute veranstaltete er in seiner Heimatstadt Neuwied eine schöne Boxshow und arbeitete an der Karriere von zwei Neffen und einem Bruder. – Es wird für mich nicht die letzte Neuwieder Boxnacht gewesen sein.
© Uwe Betker

„Kingsvillage Beatdown“ – ein Anwärter auf den Titel „beste Veranstaltung 2015“

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Das Foyer des Abtei Gymnasiums in Pulheim war am 12.12.2015 Austragungsort einer sehr bemerkenswerten Veranstaltung, die Bihes Barakat auf die Beine gestellt hatte. Der Ring stand, wie gesagt, im Foyer der Schule. Darum herum standen Stühle. Es gab auch noch eine Empore, von der aus man auf den Ring gucken konnte. Der Ort war fürs Boxen gut gewählt. Das ganze nannte sich „Kingsvillage Beatdown“ Es begann mit einer Darbietung der Cheerleader des 1. FC Köln. Überhaupt war die Veranstaltung etwas FC-lastig. Chistoph Daum war Ehrengast und Michael Tripple, der Stadionsprecher des FC, war Kommentator fürs Fernsehen. Im Vorprogramm gab es erst mal vier Kämpfe nach K1 Regeln.
Den ersten richtigen Boxkampf des Abend bestritten dann im Superleichtgewicht Khavazhy Khatsyhau (24 Kämpfe, 12 Siege, 8 durch KO, 12 Niederlagen, 8 durch KO) und Agali Alishov (29 Kämpfe, 21 Siege, 15 durch KO, 6 Niederlagen, 2 durch KO, 2 Unentschieden). Khatsyhau, der kompaktere und kleinere Boxer, hatte von Anfang an Schwierigkeiten. Alishov, der Rechtsausleger, versuchte es mit Schwingern, war aber dabei zu hektisch, um für sein Gegenüber gefährlich zu werden. Die zweite Runde war härter. Beide Kontrahenten suchten den Schlagabtausch, wobei aber viele Schläge die Deckung trafen. Am Ende der Runde verletzte sich Khatsyhau den rechten Ellbogen. Er schaffte es noch, die Rundenpause zu erreichen, aber zur dritten Runde trat er nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 3 nach 0:00 Minuten: Agali Alishov.
Im folgenden Kampf gab Branimir Stankovic sein Profidebüt im Weltergewicht. Stankovic, der für die German Eagles in der World Series of Boxing geboxt hatte, traf auf Samir Boukrara (34 Kämpfe, 12 Siege, 2 durch KO, 21 Niederlagen, 8 durch KO, 1 Unentschieden). Um es gleich vorweg zu sagen, Stankovic sah richtig gut aus. Von Nervosität bei seinem Debüt war kaum etwas zu sehen. Er beherrschte auf beeindruckende Art und Weise das Geschehen im Ring. Er boxte variabel auf schnellen Beinen. Immer wieder ging er schön zum Körper. In der zweiten Runde kam er wiederholt mit Kopfhaken durch. In der dritten Runde erhöhte er das Tempo. Er verteilte seine Schläge gut und klug und Boukrara musste viele harte Treffer nehmen. Irgendwann hatte die Ecke von ihm genug gesehen und schütze ihn vor weiteren Schlägen mit dem Wurf des Handtuchs. Sieger durch TKO in Runde 3 nach 1:02 Minuten: Branimir Stankovic. Der Boxer von CSC-Boxpromotion hat da ein wirklich sehr beeindruckendes Profidebüt gegeben.
Danach trafen Badien Hasso (10 Kämpfe, 10 Siege, 4 durch KO) und Dzianis Makar (38, Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO, 31 Niederlagen, 8 durch KO, 2 Unentschieden) im Halbschwergewicht aufeinander. Hasso ist ein Boxer, der sich von Kampf zu Kampf steigert; er lernt und wird besser. Er begann ruhig und verhalten und studierte erst mal seinen Gegner. In der zweiten Runde erhöhte er dann den Druck und boxte systematischer. Zum Ende hin, deckte er ihn mit mehreren harten Kombinationen ein. Makar versuchte zwar gegenzuhalten, bekam aber von Hasso keine Chance. Bei einer der letzten Aktionen verletzte sich Makar am linken Auge. Auf Anraten des Ringarztes trat er zur folgenden Runde dann nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 3 nach 0:00 Minuten: Badien Hasso.
Es folgte ein kleine Pause und ein Showact: Die Pop-Sängerin Almok. Die stimmgewaltige Sängerin ist in Togo ein Superstar. Sie trug zwei Lieder vor.
Im Weltergewicht maßen dann Ilhami Aydemir (8 Kämpfe, 8 Siege, 5 durch KO) und Anton Bekish (22 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO, 16 Niederlagen, 4 durch KO, 1 Unentschieden) ihre Kräfte. Aydemir, auch von CSC-Boxpromotion, besetzte die Ringmitte und beherrschte das Geschehen mit seinem beeindruckenden Jab. Überhaupt war seine ganze Vorstellung beeindruckend. Angriffe von Bekish pendelte er locker aus, um dann selber effektiv und hart zu kontern. Ende der ersten Runde wurde Bekish durch eine Linke, gefolgt von und zwei Rechten zum Kopf, gefällt. Während der Ringrichter Tengis Sade von der GBA noch zählte, ertönte der Gong. Bekish trat aber zur nächsten Runde nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 0:00 Minuten: Ilhami Aydemir.
Die Einmarschmusik für Kouami Folly Kuegah (16 Kämpfe, 13 Siege, 9 durch KO, 3 Niederlagen), genannt Prinz Lorenzo, sang Almok live. Kuegah traf auf Bakhtiyar Isgandarzada (17 Kämpfe, 10 Siege, 3 durch KO, 7 Niederlagen, 4 durch KO). Dabei ging es um die Weltmeisterschaft der GBC im Halbweltergewicht. Der Prinz machte von Anfang an Druck. Isgandarzada hielt gegen und versuchte mit Haken zu kontern. Lorenzo traf aber besser. Ende der zweiten Runde verletzte sich Isgandarzada die Schlaghand. Daher erhöhte Kuegah auch den Druck. Isgandarzada trat aber trotz seiner Verletzung zur dritten Runde an. Er arbeitete viel mit der Linken und nur im Ausnahmefall mit der Rechten. Er versuchte dem Druck von Lorenzo durch schnelle Beine, Auslagenwechsel und hohe Schlagfrequenz mit der Linken etwas entgegenzusetzen. Das Vorhaben war aber zum Scheitern verurteilt. Dennoch stellte er sich auch zur vierten Runde, in der er viel nehmen musste, denn Lorenzo erhöhte immer weiter den Druck und suchte den KO-Erfolg. Zur fünften Runde trat Isgandarzada dann nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 5 nach 0:00 Minuten: Kouami Folly Kuegah – Prinz Lorenzo.
Für mich stellt der erste „Kingsvillage Beatdown“ einen ganz heißen Anwärter auf den Titel „beste Veranstaltung 2015“ dar. Es war einfach ein richtig gute Veranstaltung. Auch der Veranstaltungsort war gut gewählt. Besonders bemerkenswert aber fand ich die Qualität des Vorprogramms. Von vier Vorkämpfen waren drei wirklich gut. Wäre da noch zu erwähnen, dass es beim Hauptkampf ein Nummerngirl gab, eine Sambatänzerin.
© Uwe Betker

Ringschlachten in Velbert

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Der Wuppertaler Kultboxer und Veranstalter Werner Kreiskott zog für einen Tag in die Nachbarstadt Velbert. Dort fand am 19.09.2015 in der EMKA Sportarena eine bemerkenswerte Veranstaltung statt. Zwölf Kämpfe standen auf dem Programm, von denen sechs Profiboxkämpfe waren. Der Hauptkampf war sogar eine Weltmeisterschaft, wenn auch nur nach Version WBU, aber immerhin – und wenn die Veranstaltung was hermachen will, dann muss das Kind ja schließlich auch einen Namen haben.
Der einzige Frauenboxkampf des Abends war auch gleich der erste Profiboxkampf des Abends. Dabei trafen im Leichtgewicht Ikram Kerwat (3 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO) und Bojana Libiszewska (9 Kämpfe, 1 Sieg, 8 Niederlagen) aufeinander. Kerwat, die vom ehemaligen Weltmeister im Super Mittelegewicht Sven Ottke sekundiert wurde, bestimmte den Kampf, wenn auch ohne viele Aktionen. Sie war die klar bessere Boxerin und dominierte den Vierrunder nach Belieben. Ihre Beinarbeit und ihre Deckung waren, soweit ich das nach dem,was ich gesehen habe, jetzt sagen kann, gut. Aber sie macht eben extrem wenig. Pro Runde gab es nur eine Handvoll Aktionen. Meist standen sich die beiden Boxerinnen fintierend gegenüber. Manchmal ließ Kerwat auch lässig ihre Führhand fallen, um ihre Überlegenheit zu demonstrieren. Sie zeigte auch zwischendurch Andeutungen eines Bolo Punches. Dem folgten dann aber keine Aktionen. Die unterhaltsamste Runde war die dritte. In der kam Kerwat am Ende mit einem rechten Schwinger zum Kopf durch, der Libiszewska einknicken ließ. Kerwat setze nach und konnte noch einen rechten Schwinger ins Ziel bringen. Libiszewska erreichte klammernd die Ringpause. Der Punktsieg von Ikram Kerwat war eindeutig.
Es folgte ein Gefecht im Cruisergewicht, das auf 10 Runden angesetzt war, aber nur 46 Sekunden dauerte. Sanel Papic (16 Kämpfe, 16 Siege, 13 durch KO) traf auf Slobodan Jankovic (7 Kämpfe, 1 Sieg, 5 Niederlagen, 5 durch KO). Papic war von Anfang an auf der Jagd und Jankovic auf der Flucht. Praktisch in der ersten Aktion fällte Papic dann auch schon seinen Gegner. Zwei Leberhaken in der Ecke von Papic brachten Jankovic zu Boden. Dann flog ein Handtuch. TKO in Runde 1.
Es folgte der Kampf Emin Atra (3 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO) gegen Radovan Petrovic (10 Kämpfe, 10 Niederlagen, 9 durch KO) im Super Mittelgewicht. Von einem Kampf mag ich eigentlich gar nicht sprechen. Mir stellte sich das Ganze eher als eine Demonstration von Arbeitsverweigerung durch Herrn Petrovic dar. Er ließ die sich dann auch schon bald nach einem Wischer zu Boden fallen. Kurze Zeit später ging er erneut schmierentheatermäßig zu Boden – je nach Perspektive: aufgrund eines Schlags auf die Schulter oder nach einem Kopfstreichler. Der Ringrichter Arno Pockrand fing an zu zählen. Dann kam ein Handtuch geflogen, aber Pockrand ließ sich nicht beirren und zählte bis 10. Immerhin bekommt Petrovic nun eine Zwangspause, in der er nicht Veranstalter, Gegner und Publikum auf die Nerven gehen kann durch seine Arbeitsverweigerung. Sieger durch KO in Runde 1 nach 1 Minute 19 Sekunden: Emin Atra.
Die folgenden drei Kämpfe entschädigten mich dann aber vollends für das Vorangegange. Um es vorab zu sagen: Das Hauptprogramm war einfach klasse. Marco „Krawallo“ Martini (6 Kämpfe, 6 Siege, 2 durch KO) und Jovica Jovanovic (4 Kämpfe, 1 Sieg, 3 Niederlagen, 1 durch KO) stiegen für einen Sechsrunder in den Ring. Von der ersten bis zur letzten Minute standen die beiden Kontrahenten Fuß an Fuß und deckten sich mit Schlägen ein. Die ersten zwei Runden waren einfach nur intensiv. Beide gingen ein extrem hohes Tempo. Sie hielten sich nur sehr selten mit Anboxen auf, sondern suchten und fanden gleich den Schlagabtausch. Mit Körper- und Kopfhaken deckten sie sich ein, wobei Martini meist die Oberhand behielt. Jovanovic steckte aber zu keinem Zeitpunkt auf. Ende der dritten Runde bekam Martini sein Leistungstief, das anhielt bis zum Ende der nächsten Runde, die auch deutlich langsamer geführt wurde. In dieser Zeit nahm er mehr als sein Gegner. In der folgenden Runde erhöhte Martini dann wieder das Tempo und hatte auch wieder mehr vom Kampf. Beide Boxer nahmen im Laufe des Kampfes viele Schläge. Am Ende der Materialschlacht stand ein Punktsieg für Marco Martini.
In der GBA Juniorenmeisterschaft im Halbschwergewicht trafen David Saric (7 Kämpfe, 7 Siege, 7 durch KO) und Kevin Laubach (5 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO) aufeinander. Saric kam am Anfang der ersten Runde mit einem schönen präzisen rechten Cross zur Schläfe durch und war damit auf der Siegerstraße, die er nicht mehr verließ. Im Laufe der Runde kam er auch noch mehrfach schön mir rechten Kopfhaken und Körperhaken durch. Die Linke von Laubach war schlicht zu langsam für die Rechte von Saric. Auch in der zweiten Runde nahm Laubach viele Treffer. Wobei Saric ruhig und überlegen boxte. Es war nur noch die Frage, wann und wie der Kampf zu Ende gehen würde. In der dritten Runde erhöhte Saric den Druck und ließ nicht mehr von seinem Gegner ab. Laubach stand an den Seilen und kam nicht mehr weg. Irgendwann sackte er einfach in sich zusammen und wurde ausgezählt. Sieger durch KO in Runde 3 nach 1 Minute 45 Sekunden: David Saric.
Hauptkampf des Abends war dann die vakante Interimsweltmeisterschaft im Schwergewicht nach Version World Boxing Union zwischen Werner Kreiskott (43 Kämpfe, 22 Siege, 16 durch KO, 19 Niederlagen, 8 durch KO) und Zoltan Csala (13 Kämpfe, 9 Siege, 7 durch KO, 4 Niederlagen, 3 durch KO). Um es gleich vorweg zu sagen: Es war eine Ringschlacht. Beide hielten sich nicht lange mit Abtasten und Studieren des Gegners auf. Sie gingen vielmehr direkt aufeinander los und versuchten sich gegenseitig KO zu schlagen. Die ersten drei Minuten waren ein nahezu ununterbrochener Schlagabtausch, der hin und her wogte. Keiner konnte für sich einen klaren Vorteil herausarbeiten. In der zweiten Runde verlegte sich Kreiskott dann darauf, mehr zum Körper zu gehen, was Csala auch offensichtlich nicht gut vertrug. Der KO Sieg für Kreiskott war schon zum Greifen nah. Dann plötzlich, am Ende der Runde, lief Kreiskott in eine Rechte hinein, die ihn fast durch die Seile schlug. Er wurde von Ringrichter Mustafa Erenay angezählt. Die verbleibende Zeit bis zur Rundenpause versuchte Kreiskott nur noch irgendwie zu überstehen, während Csala auf ihn eindrosch.
Die dritte Runde setzte dort an, wo die zweite aufgehört hatte. Kreiskott, der wohl immer noch nicht ganz da war, nahm und Csala deckte ihn mit harten Schlägen ein. Aber dann bekam Kreiskott den „zweiten Wind“ und drehte den Kampf doch noch mal. Erst gab es einen offenen Schlagabtausch nach dem anderen. Dann deckte er seinen Gegner mit Schlägen ein. Am Ende der Runde war Csala kurz vor dem KO. Er spuckte den Mundschutz aus, um sich ein paar Sekunden Luft zu verschaffen. In der folgenden vierten Runde trieb Kreiskott Csala vor sich her. Immer wieder stellte er ihn und immer wieder kam er mit schweren, harten Treffern zu Kopf und Körper durch. Kreiskott stellte Csala an den Seilen und ließ ihn nicht mehr weg. Irgendwann drehte Csala sich dann ab und gab auf. Zeitgleich ging der Ringrichter dazwischen und brach den Kampf ab. Sieger durch TKO in Runde 4 nach 43 Sekunden: Werner Kreiskott.
Die Veranstaltung Werner Kreiskott in Velbert war ein voller Erfolg. Es gab sechs Kickboxkämpfe, drei Aufbaukämpfe und drei Hauptkämpfe zu sehen. Bei den drei letzten handelte es sich um regelrechte Ringschlachten, über die die Zuschauer noch lange reden werden.
© Uwe Betker

Ein Perfekter Sonntagnachmittag: 27 Kämpfe, eine Band und zwei Go-Go-Tänzerinnen

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An einem Sonntag Nachmittag und Abend gibt es doch kaum etwas Besseres, was man tun könnte, als Boxen zu gucken. Am 1. März war Hoensbroek, bei Heerlen, der Ort, wo man gewesen sein sollte. Die Halle dort ist relativ klein; sie fasst einen Hochring, links und rechts davon ein paar Stuhlreihen, dahinter eine Bühne mit Stühlen und Tischen, eine Theke und jede Menge Stehplätze – ein guter Ort also fürs Boxen. Es gab 22 Amateurkämpfe, und es fand das Finale der Südniederländischen Meisterschaft statt. Dann gab es noch einen Semi-Profikampf und 4 Profikämpfe zu sehen. Insgesamt waren es also 27 Kämpfe. In den Pausen spielte eine kleine Band und, was immer noch viel zu selten dargeboten wird, zwei Go-Go-Tänzerinnen zeigten ihr Können.
Den ersten Profikampf des Abends bestritten Melvin Wassing (7 Kämpfe, 4 Siege, 2 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO) und Azad Dogru (5 Kämpfe, 5 Niederlagen, 5 durch KO) im Weltergewicht. Wassing zeigte eine schöne steife Linke, die immer wieder ihr Ziel fand. Nach ungefähr einer Minute stellte er seinen Gegner in einer neutralen Ecke und deckte ihn mit einer kleinen Kombination ein, die Dogru zu Boden schickte. Hierauf suchte dieser sein Heil in Schwingern, die aber nicht ihr Ziel fanden. Kurze Zeit später fand sich Dogru erneut auf dem Ringboden wieder. Diesmal wurde er jedoch nicht angezählt, weil er nach einer Rangelei und einem Dreher gestoßen worden war. Kurze Zeit später stellte Wassing ihn aber wieder in der neutralen Ecke. Er kam mit einer schönen linken Graden zum Kopf und einem rechten Körperhaken durch und Dogru musste zu Boden, wo er angezählt wurde.
Wassing kam offensichtlich in die zweite Runde mit dem Vorsatz, seinem Gegner den Rest zu geben. Der musste dann auch schon bei der ersten ernst zu nehmenden Aktion wieder runter. Hiernach versuchte sich Dogru durch tiefes Auspendeln zu schützen, aber Wassing kam mit einem linken und rechten Körpertreffer durch, die sein Gegenüber erneut zu Boden zwangen. Hier nun hatte der Ringrichter genug gesehen und brach das ungleich gewordene Duell ab. TKO Runde 2 nach 0:40 Sekunden.
Im folgenden Kampf trafen René Oeffner (2 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO) und und Selim Sarialioglu (7 Kämpfe, 7 Niederlagen, 7 durch KO) im Supermittelgewicht aufeinander. Zwar besetzte Sarialioglu die Ringmitte, aber Oeffner punktete schön mit seiner steifen Führhand. Immer wieder konnte Oeffner seinen Gegner mit seiner steifen rechten Graden zum Kopf abkontern. Die erste Runde war ausgesprochen schön. Leider gab es keine weitere, weil Sarialioglu, aufgrund einer Verletzung der linken Schulter, nicht mehr zur zweiten Runde antrat. TKO 2 nach 0 Sekunden.
Der folgende Kampf war noch kürzer, aber dafür spektakulärer. Andranik Mirzoyan, der sein Profidebüt gab, traf auf Chauki Harnasi (17 Kämpfe, 17 Niederlagen, 8 durch KO) im Halbschwergewicht. Mirzoyan wirkte sehr stabil und fokussiert. Man hatte den Eindruck, dass jeder seiner Schläge, die er gut verteilte, entscheidend für den Kampf hätte sein können. Er trieb seinen Gegner vor sich her und suchte den KO. Bald schon hatte er Harnasi an den Seilen gestellt und kam mit einer Linken zum Kopf, gefolgt von einem Leberhaken durch. Harnasi wurde ausgezählt. KO in Runde 1 nach 2:17 min.
Der Hauptkampf war auf sechs Runden angesetzt. In ihm trafen Somay Bilal (5 Kämpfe, 5 Siege, 3 durch KO) und Arnaud Dimidschtein (16 Kämpfe, 7 Siege, 2 durch KO, 7 Niederlagen, 3 durch KO) im Halbweltergewicht aufeinander. Bilal, ein Rechtsausleger, boxte lässig mit hängender Deckung, sich auf seine schnellen und gute Reflexe verlassend. Er dominierte den Kampf. Er schlug meist ein- oder zweimal eine Führhand, um dann mit seiner Schlaghand nachzuziehen. Leider kam es zu einigen unschönen Zusammenstößen mit den Köpfen, weil beide Boxer immer wieder nach Aktionen in den Mann reingingen. In den zweiten Durchgang ging Bilal mit dem offensichtlichen Vorsatz, eine vorzeitige Entscheidung zu suchen. Immer wieder kam er mit seiner rechten Führhand, gefolgt von seiner linken Schlaghand, häufig als Haken geschlagen, durch. Mitte der dritten Runde, die noch intensiver als die vorangegangene geführt worden war, zog sich Dimidschtein einen Cut rechtsseitig im Haaransatz zu. Der Ringarzt brach den Kampf ab. TKO Runde 3 nach 1:35 min.
Für mich war nicht erkennbar, wie es zu der Cutverletzung gekommen war. Auch hätte ich, den Kampf wohl noch eine Weile weiter laufen lassen. Aber ich bin kein Arzt und habe die Wunde auch nicht von Nahem gesehen.
Hoensbroek bei Heerlen war der Ort, an dem man am 1. März gewesen sein musste. Der Veranstalter Patrick Driessen hat wieder einmal eine großartige Veranstaltung auf die Beine gestellt. Die Amateurkämpfe waren gut, die Life Band, die in den Pausen spielte, war hörenswert, die Go-Go-Tänzerinnen waren ein Augenschmaus – habe ich schon erwähnt, dass Go-Go-Tänzerinnen, wie ich finde, durchaus eine Bereicherung für den Boxsport darstellen? – und die Profikämpfe waren so, wie sie sein sollten, nämlich hart und gut. Mindestens dreien der vier Boxer, die dort gewonnen haben, traue ich noch einiges zu. Es war eine rundum gelungene Veranstaltung. – Herr Driessen, hiermit möchte ich mich schon jetzt für ihre nächste Veranstaltung akkreditieren.
(C) Uwe Betker

Die zweite First Punch Night in Frankfurt/Main

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219 Km durch Schneegestöber hin und dann wieder 219 Km durch wechselhaftes Wetter, inklusive Nebel, zurück – und das für 7 Profikämpfe und 2 Amateurkämpfe. Aber ich wurde entschädigt. First Punch Box Promotion stellte am 24. Januar im Sports-Performance Studio in Frankfurt/Main eine durchaus sehenswerte Boxveranstaltung auf die Beine. Der Ort: Das tolle Boxgym in Frankfurt Griesheim von Sinisa Ivanisevic mit seiner besonders beeindruckenden Empore, von der aus man auf den Ring schauen kann.
Den ersten Kampf des Abend bestritten im Super Federgewicht Pierre David Wagner (4 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO) und Sebastian Tlatlik (7 Kämpfe, 7 Siege, 6 durch KO). Tlatlik begann verhalten. Er beschränkte sich in der ersten Minute darauf, die Ringmitte zu besetzen und seinen Gegner zu studieren. Dabei wurde er kaum getroffen, zu gut waren seine Meidbewegungen und seine linke Führhand, mit der er sich seinen Gegner vom Hals hielt. Als Tlatlik dann aktiver wurde, konterte er Wagner vor allem ab. Immer wieder, wenn dieser seine Führhand zu langsam und zu tief zurückzog, schlug er einen linken Haken zum Kopf. Der fand auch immer wieder sein Ziel. Im weiteren Verlauf der Runde ging Tlatlik dann vermehrt zum Körper.
Am Anfang des zweiten Durchgangs stellte Tlatlik Wagner in der neutralen Ecke, eine Linke zum Kopf gefolgt von einem linken und einem rechten Körperhaken zwangen Wagner zu Boden. Hiernach ging Tlatlik auf die Jagd und Wagner war auf der Flucht. Die sporadischen Angriffe von Wagner waren nur noch dazu da, ihm kurzfristig Luft zu verschaffen. Tlatlik stellte seinen Gegner schließlich in seiner Ecke. Ein rechter Kopfhaken, gefolgt von zwei Körperhaken zwang Wagner erneut zu Boden. Das Ende kam dann in der gegenüberliegenden Ringecke. Mehrere Körperhaken, häufig rechte, ließen Wagner erneut runter gehen. Er kam zwar wieder hoch, wurde aber ausgezählt. KO in Runde 2 nach 2 Minuten und 42 Sekunden.
Nach einem Amateurkampf stiegen Emre-Han Semiz (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 3 durch KO) und Granit Shala (4 Kämpfe, 4 Siege, 4 durch KO) für einen Weltergewichtskampf in den Ring. Der Kampf war kurz, kurzweilig und brachte viele Niederschläge. Schon direkt am Anfang der ersten Runde brachte Shala Semiz zu Boden, wobei es sich aber um einen Stolperer handelte. Er wurde auch nicht als Niederschlag gewertet. Im Weiteren konnte sich der schlaksige und größere Semiz aber kaum der Angriffe von Shala erwehren. Eine Linke, gefolgt von einer Rechten und einem rechten Aufwärtshaken zum Kopf brachten ihn zu Boden. Er wurde angezählt. Später wurde er noch einmal angezählt, wobei dies wohl eher einer Kombination aus Schrittfehler und Schlagwirkung zu verdanken war. Immerhin erreichte er Semiz dadurch die Ringpause.
Zu Beginn der nächsten Runde musste er gleich wieder zu Boden. Kurze Zeit später ging er erst nach einer Linken und Rechten zum Kopf und später nach einem rechten Körperhaken runter. Es folgte ein weiterer Niederschlag, der noch mal eine Mischung aus Schlagwirkung und Stolpern war. Diesmal aber retteten ihn die 10 Sekunden Erholungszeit nicht. Ein rechter Körperhaken zwang ihn kurze Zeit später erneut zu Boden. Sitzend gab er auf. TKO Runde 2 nach 2 Minuten, 23 Sekunden.
Shala ist Profiboxer, Gastronom und Boxpromoter. Er hat angekündigt noch in der ersten Hälfte dieses Jahres wieder eine Profiboxveranstaltung auf die Beine stellen.
Die nächsten zwei Kämpfe dauerten nicht länger als eine Runde. Im ersten gab Marek Jedzejewski im Leichtgewicht sein Profidebüt. Er bekam es mit Azad Dogru (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 4 durch KO) zu tun. Jedzejewski, mehrfacher polnischer Meister der Amateure, ist offensichtlich ein Talent. Alles, was er in der kurzen Zeit im Ring zeigte, war beeindruckend. Er deckte seinen Gegner von Anfang an mit Schlägen, insbesondere mit Körperhaken, ein. Schon bald stellte er seinen Gegner in einer neutralen Ecke, ließ ihn nicht mehr heraus und deckte ihn mit Körperhaken ein. Nur mit Mühe konnte Dogru sich durch Klammen aus der Situation befreien und dadurch retten. Dieses Glück hatte er wenig später nicht noch mal. Jedzejewski nagelte Dogru in dessen Ecke fest. Körperhaken und viele Rechte zwangen ihn zu Boden, wo er sitzend seine Ecke anwies, das Handtuch zu werfen. TKO in Runde 1 nach 1 Minute, 28 Sekunden.
Im Federgewicht boxten dann noch Sergej Vib (6 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 4 Niederlagen, 2 durch KO) und Jason Eagen (2 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) gegeneinander. Eagen versuchte sein Glück durch Flucht nach vorn. Er griff ungestüm und unorthodox boxend an. Aber Vib konterte ihn ein ums andere Mal ab. Er stellte Eagen in dessen Ecke und zwang ihn durch Körperhaken zu Boden, wo er sitzend ausgezählt wurde. KO in Runde 1 nach 1 Minute und 51 Sekunden.
Nach einem weiteren Amateurkampf boxten Christian Pawlak (29 Kämpfe, 21 Siege, 12 durch KO, 7 Niederlagen) und Kevin Laubach (1 Kampf, 1 Niederlage, 1 durch KO) im Super Mittelgewicht gegeneinander. Pawlak war der bessere Boxer und in allen Belangen überlegen. Er zeigte gutes sauberes Boxen. Laubach zeigte Tapferkeit. Nach 2 Minuten und 46 Sekunden in der zweiten Runde machte der gute GBA-Ringrichter Thomas Hackenberg Schluss. Nach einem harten Leberhaken und mehreren anderen Treffern nahm er Laubach aus dem Kampf. Wenn man sich vor Augen führt, dass er seinen ersten Profikampf bestritt, so muss man die Leistung von Laubach noch mal höher bewerten.
Es gab dann auch noch eine Pause mit einer Tanzeinlage von jungen Damen.
Der vorletzte Kampf des Abends fand danach im Mittelgewicht statt. In ihm maßen Robert Szalach (3 Kämpfe, 3 Niederlagen, 3 durch KO) und John Rene (4 Kämpfe, 1 Sieg, 2 Niederlagen, 2 durch KO, 1 Unentschieden) ihre Kräfte. Man muss allerdings sagen, dass diese Kräfte doch ziemlich ungleich verteilt waren. „Captain Caveman“ Rene ging mit brachialer Kraft zu Werke. Er knüppelte seinen Gegner geradezu viermal zu Boden. Zuletzt war es eine Kombination aus einem rechten Körperhaken, einem linken Kopfhaken, einem linken Aufwärtshaken zum Kinn, gefolgt noch von einem rechten Kopfhaken, der Szalach schließlich zu Boden schickte. Dann hatte der Ringrichter Kornelius Bernds genug und brach die einseitige Begegnung ab.
Hauptkampf des Abends war die Internationale Deutsche Meisterschaft im Halbschwergewicht der German Boxing Association. In ihr trafen Samy Raid Musa (6 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO) und Rustem Trott (5 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) aufeinander. Musa bestimmte von der ersten Sekunde an das Kampfgeschehen, wobei er sich aber Zeit ließ. Er beeindruckte mit seiner Führhand, die immer wieder ihr Ziel fand. Er nutze konsequent seinen Reichweitenvorteil. Immer wieder konterte er geschickt Trott ab. In der zweiten Runde wurde Musa aktiver und erhöhte den Druck. Dann kam er plötzlich mit einer schönen rechten Grade zum Körper durch und traf genau den Solarplexus. Trott klappte zusammen wie ein Taschenmesser. KO in Runde 2 nach 1 Minute und 34 Sekunden.
Trotz Schneegestöber haben sich die 219 Km hin und die 219 Km zurück gelohnt. Die zweite First Punch Night in Frankfurt war eine gute Boxveranstaltung, die Spaß gemacht hat. Man kann nur hoffen, dass der Promoter Christoph Jaszczuk noch viele weiteren folgen lässt.
© Uwe Betker

PS: Im Eifer des Gefechtes habe ich in der ursprünglichen Fassung dieses Berichtes Sergej Vib mit Jason Eagen verwechselt. Dafür möchte ich mich bei allen, vor allem bei den beiden Kämpfern entschuldigen.