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Das Matchmaking der Universum Box-Promotion

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Am Samstag, dem 21. April veranstaltet Universum Box-Promotion in Schwerin. Im Hauptkampf des Abends treten Karoly Balzsay (26 Kämpfe, 24 Siege, 17 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO) und Dimitri Sartison (30 Kämpfe, 29 Siege, 18 Durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) gegeneinander an. Dabei geht es um den WM-Titel der WBA im Mittelgewicht. Das ist eine vielversprechende Kampfansetzung.
Sehr bedenklich finde ich jedoch, dass nur vier Tage vor der Show offensichtlich die Hälfte der Gegner noch nicht feststeht. Absolut unverständlich ist, dass sogar der Gegner von Marcel Meyerdiercks (21 Kämpfe, 21 Siege, 5 durch KO) noch nicht feststeht. Immerhin boxt er um den Intercontinental Titel der WBO. Es ist zu befürchten, dass der alte und neue Matchmaker von Universum, Taouab Mohamed Hedi, das macht, wofür er schon berühmt ist. War dieses Matchmaking nicht mit für den Niedergang von Universum verantwortlich? War nicht der neue Besitzer des Boxstalls, Waldemar Kluch, mit einem anderen sportlichen Anspruch angetreten?
© Uwe Betker

Taouab Mohamed Hedi ist zurück

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Aufstieg und Niedergang von Universum Box-Promotion unter der Leitung von Klaus-Peter Kohl sind unverbrüchlich verbunden mit dem Namen Taouab Mohamed Hedi. Er war und ist jetzt auch wohl wieder der Matchmaker von Universum. Dariusz Michalczewski setzte ihm ein sprachliches Denkmal, als er auf die Frage eines Journalisten, wer denn der nächste Gegner sei, antwortete: „Irgend ein Kater Carlo.“ Gemeint war Paul Carlo, dessen einziger halbwegs bemerkenswerter Kampf seine KO Niederlage am 20.05.1995 gegen Michalczewski war.
Nun meldet sich Taouab Mohamed Hedi eindrucksvoll mit den Kampfpaarungen für die Universum Show am 28.01.2012 in Hamburg zurück. Der Cruisergewichtler Evgeny Tishchenko gibt sein Profidebüt gegen einen Mann, der von seinen letzten elf Kämpfen keinen einzigen gewinnen konnte. Der Herr heißt Ihor Pylypenko (15 Kämpfe, 3 Siege, 11 Niederlagen, 7 durch KO, 1 Unentschieden). Es handelt sich hier um eine Paarung, wie sie für ein Debüt üblich ist und an der man noch nicht den, nennen wir ihn mal „Hedi Touch“ erkennen kann. Was ich unter dem „Hedi Touch“ verstehe, erkennt man deutlicher, wenn man sich die Kampfansetzung etwas genauer ansieht.
Der ungeschlagenen Schwergewichtler Vladimir Tereshkin (14 Kämpfe, 13 Siege, 7 durch KO, 1 Unentschieden) darf gegen einen Landsmann aus Russland antreten, der immerhin von seinen letzten acht Kämpfen, drei nicht verloren hatte. Die Gegner, die er besiegte, hatten insgesamt vor ihm nur einen einzigen Kampf bestritten. Der Herr heißt Evgeny Orlov (24 Kämpfe, 13 Siege, 8 durch KO, 10 Niederlagen, 2 durch KO, 1 Unentschieden).
Im Super Federgewicht bekommt es Vitali Tajbert (23 Kämpfe, 21 Siege, 6 durch KO, 2 Niederlagen) mit einem Gegner zu tun, Jose Luis Graterol (29 Kämpfe, 14 Siege, 5 durch KO, 10 Niederlagen, 4 durch KO), der auf Position 247 der unabhängigen Weltrangliste ist. Dieser Mann verlor seine beiden letzten Kämpfe und von seinen letzten zehn verlor er sechs. Immerhin gewann er drei und er konnte auch ein Unentschieden erreichen.
Die ungeschlagene Schwergewichtshoffnung Denis Boytsov (29 Kämpfe, 29 Siege, 24 durch KO) bekommt es mit dem alten, genauer, mit dem 37 Jahre alten Haudegen Darnell Wilson (40 Kämpfe, 24 Siege, 20 durch KO, 13 Niederlagen, 2 durch KO, 3 Unentschieden)zu tun. Obwohl Wilson von seinen letzten zehn Kämpfen nur zwei für sich entscheiden konnte, ist diese Kampfansetzung noch vertretbar, und wohl für Hedis Verhältnisse extrem mutig.
Der Halbschwergewichtler Jürgen Brähmer (38 Kämpfe, 36 Siege, 29 durch KO, 2 Niederlagen) steigt auch mal wieder in den Ring. Dort wartet auf ihn ein gewisser Herr Jose Maria Guerrero (32 Kämpfe, 29 Siege, 11 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden), der immerhin 2003 gegen Mario Veit nach Punkten verloren hatte.
Ruslan Chagaev (30 Kämpfe, 27 Siege, 17 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO, 1 Unentschieden) wird nach seinem verlorenen WM Kampf gegen Alexander Povetkin (27.08.2011) vorsichtig wieder aufgebaut. Kertson Manswell (25 Kämpfe, 22 Siege, 17 durch KO, 3 Niederlagen, 1 durch KO) hat einen Kampfrekord, der sich nett anhört, aber seine Niederlagen kassierte er immer gegen zweitklassige Schwergewichtler.
Auch Ina Menzer (28 Kämpfe, 27 Siege, 10 durch KO, 1 Niederlage), die ehemalige Weltmeisterin im Federgewicht, wird sehr vorsichtig wieder aufgebaut. Ihr Gegenüber: Milena Koleva (7 Kämpfe, 3 Siege, 3 Niederlagen, 1 Unentschieden), eine Dame aus Bulgarien, die keines ihrer letzten vier Gefechte für sich entscheiden konnte.
Der ungeschlagenen Federgewichtler Marcel Meyerdiercks (20 Kämpfe, 20 Siege, 5 durch KO) darf seine Kräfte mit Roberto Santos de Jesus (17 Kämpfe, 13 Siege, 9 durch KO, 4 Niederlagen, 3 durch KO) messen. Der Herr aus Brasilien gewann sogar seine beiden letzten Kämpfe. Zuletzt besiegte er einen Debütanten und davor wurde er brasilianischer Meister. Santos de Jesus konnte hier seine ganze Klasse zeigen und durch KO in Runde eins siegen. Sein Gegner hatte vorher fünfmal in Folge kurzrundig verloren.
Im Cruisergewicht trifft Firat Arslan (37 Kämpfe, 31 Siege, 20 durch KO, 5 Niederlagen, 2 durch KO, 1 Unentschieden) auf Orlando Antonio Farias (33 Kämpfe, 23 Siege, 12 durch KO, 10 Niederlage, 6 durch KO). In derselben Gewichtsklasse kämpfen Rakhim Chakhkiev (11 Kämpfe, 11 Sieg, 9 durch KO) und Alexander Kotlobay (24 Kämpfe. 21 Siege, 15 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO, 1 Unentschieden) gegeneinander. Das Aufeinandertreffen der Nummer 29 der unabhängigen Weltrangliste und der Nummer 46, bzw. der Nummer 26 und der Nummer 92, lässt ein wenig den „Hedi Touch“ vermissen.
Dafür darf dann Rafael Bejaran (14 Kämpfe, 13 Siege, 6 durch KO, 1 Niederlage) im Mittelgewicht um den Europameistertitel der WBO boxen. Sein Gegner Daniel Urbanski (31 Kämpfe, 21 Siege, 5 durch KO, 7 Niederlagen, 3 durch KO, 3 Unentschieden) kommt aus Europa, was schon einmal nicht immer bei diesem Titel vorkommt. Er hat auch seinen letzten Kampf gewonnen, was auch für seine Qualität spricht.
Taouab Mohamed Hedi meldet sich mit diesen Kampfpaarungen der Universum Box-Promotion Veranstaltung eindrucksvoll wieder zurück.
© Uwe Betker

Die letzten Zwölf (1)

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In dem einst sehr großen und etwas unübersichtlichen Boxstall in Hamburg haben sich die Reihen gelichtet. Heute sind, laut Internetauftritt, nur noch zwölf Boxer und Boxerinnen bei Universum Box-Promotion unter Vertrag. Diese sind: Marcel Meyerdiercks, Ina Menzer, Marcos René Maidan, Sebastian Zbik, Gennady Golovkin, Karoly Balzsay, Jürgen Brähmer, Rachim Tschachkijew, Juan Carlos Gomez, Alexander Dimitrenko, Ruslan Chagaev und Denis Boytsov.
Der ungeschlagen Federgewichtler Marcel Meyerdiercks (19 Kämpfe, 19 Siege, 5 durch KO) hat ein doppeltes Problem. Er boxt in einer zu leichten Gewichtsklasse und er hat zu wenig Punch, um für das aufs Schwergewicht fixierte Fernsehen attraktiv zu sein. Er ist auf der Position 103 in der unabhängigen Rangliste. Dementsprechend braucht der 23-jährige noch Zeit und auch noch Kämpfe, um ganz oben angreifen zu können . Die Frage ist, ob Klaus-Peter Kohl ihm diese Kämpfe noch besorgen kann.
Ebenfalls im Federgewicht startet die letzte noch bei Universum verbliebene Frau, Ina Menzer. Menzer (27 Kämpfe, 26 Siege, 10 durch KO, 1 Niederlage) boxt jetzt schon seit fast einem Jahr nicht mehr. In ihrem letzten Kampf am 03.07.2010 gegen Jeannine Garside unterlag sie klar nach Punkten und verlor ihre WIBF, WBC und WBO Titel. Was aus ihr wird, ist fraglich. Menzer war schon vorher bei einigen Punktentscheidungen mit einem blauen Auge davon gekommen und die Bereitschaft der Zuschauer, solche Punktrichterentscheidungen zu akzeptieren, scheint auch zu sinken.
Der Junior Weltergewichtler Marcos Rene Maidan (32 Kämpfe, 30 Siege, 27 durch KO, 2 Niederlagen) spielt für das Boxen in Deutschland keine Rolle. Der Argentinier boxte zwar 6-mal in Deutschland, aber eigentlich ist er jemand, der überall boxt. Zweimal schon versuchte er Weltmeister zu werden und beide Male unterlag er. Im ersten Kampf musste er sich am 07.02.2009 Andriy Kotelnik und am 11.12.2010 Amir Khan geschlagen geben. Es würde mich nicht wundern, wenn die derzeitige Nummer 4 in der Welt es doch noch mal schaffen könnte, Weltmeister zu werden. Vermutlich wird dieser Kampf aber nicht in Deutschland stattfinden und kein deutscher Fernsehsender wird ihn zeigen.
Sebastian Zbik (31 Kämpfe, 30 Siege, 10 durch KO, 1 Niederlage) wurde in seinem letzten Kampf gegen Julio Cesar Chavez Jr. am 04.06.2011 richtiggehend beschissen. Punktrichter, die nach meiner Meinung nicht an einen Ring gehören, nahmen ihm den Weltmeistergürtel der WBC im Mittelgewicht ab. Es war ein unwürdiges Schauspiel. Wenn Universum so ein mieses Spiel, so jedenfalls meine Wahrnehmung, selbst auch schon oft hier aufgeführt hat, so ist das noch lange kein Grund, so etwas mit irgendjemand zu machen. Das ist sowieso nicht zu entschuldigen. Die Niederlage offenbarte allerdings auch die eklatante Schlagschwäche von Zbik in einer Gewichtsklasse, in der hart geschlagen wird.
© Uwe Betker

Ungewohnte Bescheidenheit

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Die Zeiten der großen Hallen scheinen für Universum Box-Promotion erst einmal vorbei zu sein. Nach dem Verlust des TV-Vertrages mit dem ZDF übt man sich in ungewohnter Bescheidenheit. Die nächste Veranstaltung am 19. November findet im eigenen Gym in Hamburg statt. Dabei wird gleichzeitig ein neues Konzept der Übertragung ausprobiert. Zunächst einmal wird der Kampf von dem eventuell zukunftsträchtigsten Boxer im Stall, Jack Culcay (6 Kämpfe; 6 Siege, 4 durch KO) von Bild.de im Internet übertragen. Dann werden die Kämpfe des früheren WBA Weltmeisters Ruslan Chagaev (28 Kämpfe, 26 Siege, 17 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO, 1 Unentschieden), Denis Boytsov (27 Kämpfe, 27 Siege, 22 durch KO) und Rakhim Tschachkijew (6 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO) auf dem Sportspartensender SPORT 1, dem früheren DSF zu sehen sein. Außerdem werden noch der lang verletzte Machmut Charr genannt Manuel Charr (14 Kämpfe, 14 Siege, 7 durch KO) und Marcel Meyerdiercks (17 Kämpfe, 17 Siege, 5 durch KO) kämpfen.
Wie man an dem TV Programm ablesen kann, setzt Klaus-Peter Kohl vorwiegend auf die Karte „schwere Jungs“. Bis auf Culcay, den Amateurweltmeister, und Meyerdiercks sind nämlich alle Schwergewichtler oder Cruisergewichtler. Die Überlegung, die dahintersteckt, ist wohl die: Habe ich einen Weltmeister im Schwergewicht, bekomme ich auch wieder einen lukrativen TV-Vertrag. Um dieses Ziel zu erreichen, hat Universum ihren Kader erheblich verkleinert. Viele bekannte Namen sind verschwunden. Andere werden ins Ausland geschickt, um dort zu boxen. – Noch vor Jahren wäre es kaum denkbar gewesen, dass Kohl einen Boxer auf einer anderen Veranstaltung boxen lässt.
Mit Chagaev hat Universum den Pflichtherausforderer des WBA-Weltmeisters David Haye (26 Kämpfe, 25 Siege, 23 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) unter Vertrag. Damit haben sie zumnidest eine theoretische Chance, einen Schwergewichtsweltmeister zu bekommen. Dementsprechend dürfte Klaus-Peter Kohl sehr froh darüber sein, dass seine ehemaligen Zugpferde, die Klitschkos, sich nicht dazu überwinden können, gegen Haye zu boxen. Was passiert aber, wenn Chagaev die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllt? Wie lange kann und will Kohl dann noch den Betrieb aufrecht erhalten? Aber was sagt man noch gleich über Totgesagte?
© Uwe Betker