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Marco Huck gegen Hugo Hernan Garay – eine Herzensangelegenheit?

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Der Veranstalter Sauerland Event lässt seinen amtierenden Weltmeister im Cruisergewicht nach Version WBO Muamer Hukic alias Marco Huck (33 Kämpfe, 32 Siege, 23 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) am 16.07.2011 in München gegen Hugo Hernan Garay (39 Kämpfe, 34 Sieg, 18 durch KO, 5 Niederlagen, 1 durch KO) antreten. Diese Ansetzung ist, nach meiner Meinung, so grotesk, dass sich dahinter etwas anderes verbergen muss.
Huck bekam es in seinem letzten Kampf mit dem damals 32-jährigen Ran Nakash (26 Kämpfe, 25 Siege, 18 durch KO, 1 Niederlage) aus Israel zu tun. Dieser war damals in der unabhängigen Weltrangliste auf Position 25, bei der WBC sogar auf 15 und bei der WBA auf 14 geführt. Nakash, der niemals auch nur den Hauch einer Chance hatte, war eine sehr gute Wahl als Gegner, weil der ursprünglich vorgesehene Giacobbe Fragomeni (33 Kämpfe, 29 Siege, 11 durch KO, 3 Niederlagen, 2 durch KO, 1 Unentschieden) kurzfristig ersetzt werden musste.
Nakash rutschte durch seine Niederlage auf Platz 30 der unabhängigen Weltrangliste. Einen Platz dahinter ist nun der nächste Gegner von Huck, Hugo Hernan Garay, zu finden. Der Argentinier Garay ist also als noch etwas schwächer einzustufen als der letzte, nämlich der Ersatzgegner für Huck. Garay verlor von seinen letzten vier Kämpfen zwei. Die letzten beiden Gegner, die er besiegen konnte, heißen Marcelo Leandro Da Silva, der in der unabhängigen Weltrangliste noch nicht einmal geführt wird und Martin David Islas, der mehr als doppelt soviele Kämpfe verloren hat wie er gewinnen konnte.
Huck gegen Garay boxen zu lassen, macht, wie ich finde, sportlich überhaupt keinen Sinn. Es ist auch nicht anzunehmen, dass die Verantwortlichen der ARD, die angeblich die Hauptkämpfe immer erst genehmigen, bei der Ansetzung Freudensprünge machen und in Jubel ausbrechen. Entweder traut Sauerland Huck nicht zu, gegen einen nur halbwegs würdigen Herausforderer zu bestehen, oder es soll das Niveau der Veranstaltungen gesenkt werden oder es gibt einen persönlichen Grund. Ich vermute, dass es das letztere ist.
Ich könnte mir da z.B. vorstellen, dass es Hucks ausdrücklicher Wunsch ist, gegen Garay zu boxen. Garay hat schließlich am 22.11.2008 Jürgen Brähmer klar und deutlich nach Punkten geschlagen, so dass der einstmals als Jahrhunderttalent gehandelte Brähmer den WBA-Titel im Halbschwergewicht nicht erhielt. Vermutlich sind der Mann aus Ugao, Serbien und der aus Stralsund, Mecklenburg-Vorpommern enge Freunde. Dementsprechend ist es Huck eine Herzensangelegenheit gegen Garay zu boxen, um seinen Freund zu rächen. Es ist großartig, dass Huck so etwas macht. Es nötigt mir geradezu Bewunderung ab, dass Huck weiter mit dem Makel leben will, sich nur durch ein, nicht nur meiner Einschätzung nach, skandalöses Fehlurteil Weltmeister nennen zu dürfen. Anstatt nun zu versuchen, die Scharte gegen Denis Lebedev auszuwetzen oder seinen Ruf anders wieder aufzubauen, kämpft er für seinen Freund gegen einen ziemlich schwachen und komplett chancenlosen Boxer.
© Uwe Betker