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Vorweihnachtliches Boxen in Moers

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Klaus Waschkewitz stellte kurz vor Weihnachten, am 15.12.2018, im Ennis Sportpark Moers eine schöne Kampfsportveranstaltung auf die Beine. Es gab zwölf Kämpfe zu sehen, vier K1- , zwei Amateur- und sechs Profiboxkämpfe zu sehen.

René Oeffner (15 Kämpfe, 14 Siege, 9 durch KO, 1 Niederlage) und Yesilat Berkta (48 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO, 42 Niederlagen, 26 durch KO) machten bei den Profis den Anfang. Der auf sechs Runden angesetzte Kampf im Super Mittelgewicht begann mit technisch schönem Boxen von Oeffner. Mit schön steifer Führhand bestimmte er das Kampfgeschehen. Wenn die Lücke sich zeigte, stieß er mit einer graden Schlaghand hinein. In der zweiten Runde arbeiteten beide viel in der Halb- und Nahdistanz. In der dritten Runde standen sie viel Fuß an Fuß an den Seilen. Mehrfach kam Oeffner mit harten linken Körperhaken durch, die Berkta spürte. In der vierten Runde boxte Oeffner wieder auf Distanz. Immer wieder trafen seine Graden den Kopf von Berkta. Dieser versuchte, mit Schwingern zu punkten, die aber meist ins Leere gingen oder auf die Deckung. In der ersten Hälfte der fünften Runde boxte Oeffner lang und in der zweiten nah. Anfang der sechsten Runde zog GBA Ringrichter Kornelius Bernds Berkta einen Punkt ab für wiederholtes Kniehochziehen. Es wurde ihm dann nochmals ein Punkt abgezogen, wegen mehrfachen Mundschutzausspuckens. Insgesamt wurde diese Runde intensiv geführt; Berkta zeigte vor allem eine unglaubliche Härte sich selbst gegenüber. Einstimmiger Punktsieger (59:53, 60:53 und 59:53): René Oeffner.

Yaser Yüksel (8 Kämpfe, 6 Siege, 3 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) boxte im Super Weltergewicht gegen Armani Aziz (5 Kämpfe, 5 Niederlagen) Den Sechsrunder begann Yüksel mit einer Demonstration seiner überlegenen Reflexe. Er kreiste zum Teil um seinen Gegner mit hängender Deckung und wich den Schlägen von Aziz scheinbar mühelos aus. In der zweiten Runde erhöhte er den Druck und suchte den Schlagabtausch, was sich dann meist sehr munter gestaltete. In der dritten erhöhte Yüksel das Tempo und kam immer wieder, vor allem mit harten Rechten, zum Kopf durch. In der vierten und fünften Runde versuchte Aziz durch schnellere Beine den Abtausch zu vermeiden, was auch zunächst gelang. Dann kam Yüksel aber wieder stärker zurück; es gab viele harte und schnelle Schlagabtäusche. In der sechsten Runde ging Yüksel auf einen KO aus. Mehrfach stellte er sein Gegenüber an den Seilen und deckte ihn ein. Aziz nahm viele harte Treffer, blieb aber stehen: Punktsieger (59:55,60:54 und 57:58): Yaser Yüksel

Sadettin Keser (7 Kämpfe, 4 Siege, 2 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) und Aleksander Jankovic (84 Kämpfe, 19 Siege, 13 durch KO, 65 Niederlagen, 45 durch KO) boxten eine auf sechs Runden angesetzte Begegnung im Super Mittelgewicht aus. Keser machte den Kampf. Er boxte an, überbrückte schnell die Distanz und schlug dann mit der Rechten zum Körper, gefolgt von einem rechten Uppercut. In der zweiten Runde stellte er seinen Gegner in einer neutralen Ecke und holte ihn mit mehreren Körpertreffern von den Beinen. Hiernach ging dann Jankovic noch zweimal nach rechten Körperhaken runter. Die Ecke von Jankovic wedelte mit dem Handtuch und Ringrichter Roman Morawiec beendete den Kampf. Sieger durch TKO in Runde 2:21 Minuten: Sadettin Keser.

Es folgte ein Sechsrunder im Schwergewicht zwischen Vincenco Arangio und Emmrulah Kaya (4 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO). Von der ersten Sekunde an lag ein KO in der Luft. Arangio konnte die allererste Aktion entscheiden. Er boxte etwas kontrollierter als Kaya. Dieser war aber der Aggressivere. Beide suchten den Abtausch. Beide boxten wenig an. In der zweiten Runde wogte der Kampf hin und her. Arangio stand an den Seilen, Kaya holte aus und wollte einen Schwinger landen, Arangio wich zur Seite aus und Kaya kam, getragen vom Schwung seines Schlages, mit seinem Oberkörper über die Seile. Beim Umdrehen erwischte ihn ein perfekter und brutaler Aufwärtshaken von  Arangio, der sein Kinn traf. Kaya schlug hart auf die Bretter auf. Der sehr umsichtig agierende Ringrichter Bernds zählte den auf dem Boden liegenden Kaya aus und holte gleichzeitig seinen Mundschutz heraus. Sieger durch KO in Runde 2, nach 2:22 Minuten: Vincenco Arangio.

Danijel Arandelovic (12 Kämpfe, 6 Siege, 6 durch KO, 6 Niederlagen, 2 durch KO) und Alpay Yaman (6 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO) boxten anschließend die Deutsche Meisterschaft GBA im Halbschwergewicht aus. Auch in diesem Kampf machte keiner der Kontrahenten Anstalten, Gefangene zu machen. Arandelovic hatte eine höhere „work rate“, aber Yaman brachte die härteren Hände ins Ziel. Er boxte auch sauberer. Arandelovic ging Kopf voran in den Mann. In der zweiten Runde ging Yaman mehr zum Körper und erzielte dadurch auch Wirkung. Man hatte den Eindruck, als würde Arandelovic sich überlegen, ob er überhaupt zur dritten Runde antreten wollte. Was folgte waren zwei sehr harte und hektische Schlagabtäusche, an deren Ende Arandelovic mit dem rechten Fuß umknickte und aufgab. Sieger durch TKO in Runde 3, nach 47 Sekunden: Alpay Yaman.

Im Hauptkampf des Abends ging es um den Eurasia Titel der WBF im Halbschwergewicht. Dafür trafen Slavoljub Mitic (18 Kämpfe, 9 Siege, 6 durch KO, 9 Niederlagen, 5 durch KO) und Rami Ali (12 Kämpfe, 11 Siege, 11 durch KO, 1 Niederlage) aufeinander. Ali boxte souverän und kontrolliert. Er trieb seinen Gegner vor sich her, boxte an und verteilte gut. In der zweiten Runde erhöhte Ali den Druck. Immer wieder stellte er Mitic an den Seilen, ohne dabei zu überhasten. In der dritten Runde stellte Ali Mitic in dessen eigener Ecke und deckte ihn ein. Der kam nur mit Mühe noch mal raus. Direkt in der nächsten Situation wurde Mitic in der nächsten Ecke erneut gestellt. Diesmal ging er nach einem linken Körperhaken zu Boden. Nur wenige Sekunden später und nur ein paar Zentimeter weiter ging er an den Seilen, nach einem Körperhaken, wieder zu Boden. Das wiederholte sich direkt darauf nochmal und der Ringrichter Jens-Uwe Baum, der bis dahin nur wenig zu tun hatte, beendete den Kampf. Sieger durch TKO in Runde 1:08 Minuten: Rami Ali.

Weihnachtsgebäck oder Glühwein gab es bei diesem vorweihnachtlichen Boxen in Moers nicht. Aber gute Kämpfe gab es zu sehen. Für einen Boxfan genau das Richtige in der Vorweihnachtszeit.

© Uwe Betker

Zehn Profiboxkämpfe in Gummersbach

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Am 01.12.2018 war die Schwalbe Arena in Gummersbach Austragungsort einer Veranstaltung von Sauerland Event. Es gab zehn Profiboxkämpfe und zwei nationale Boxverbände zu sehen. Die Mehrheit der Kämpfe wurde sanktioniert von dem Faustkämpferverband Austria. Die Deutsche Meisterschaft im Weltergewicht und die zwei Kämpfe des „The Next Rocky“ Turniers wurden aber vom Bund Deutscher Berufsboxer sanktioniert.

Den Anfang machten zwei Damen im Bantamgewicht: Alicia Holzken gab ihr Profidebüt gegen Gabriella Mezei (30 Kämpfe, 9 Siege, 3 durch KO, 17 Niederlagen, 6 durch KO, 4 Unentschieden). Holzken versuchte immer wieder, mit weiten rechten Haken durchzukommen. Der Kampf war hektisch und wurde in der zweiten Runde unsauber. Man drückte einander runter, steckte durch, schlug auch nach dem „Break“ und schubste sich zu Boden. Der FVA Ringrichter Alexander Plumanns hatte alle Hände voll zu tun. In der dritten und vierten Runde wurde etwas sauberer geboxt und dadurch gab es dann auch mehr Schlagabtäusche, bei denen beide Boxerinnen harte Treffer nahmen. Einstimmige Siegerin nach Punkten: Alicia Holzken.

Es folgte ein Vierrundenkampf im Mittelgewicht mit Simon Zachenhuber (5 Kämpfe, 4 Siege, 1 durch KO) und Danail Stoyanov (7 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 5 Niederlagen). Zachenhuber boxte schön gerade und verteilte gut. Immer wieder bearbeitete er den Körper seines Gegenübers, um die Deckung herunterzuziehen. Ab der zweiten Runde blutete Stoyanov aus der Nase. Immer wieder wurde er in einer Ecke gestellt, aber er schaffte es, auch immer wieder rauszukommen. Einstimmiger Sieger nach Punkten (40:36, 40:36 und 40:36): Simon Zachenhuber.

Im Super Mittelgewicht bestritt Yusuf Kanguel (21 Kämpfe, 17 Siege, 11 durch KO, 3 Niederlagen, 1 durch KO, 1 Unentschieden) einen Sechsrunder gegen Slavisa Simeunovic (66 Kämpfe, 31 Siege, 28 durch KO, 35 Niederlagen, 27 durch KO). Kanguel machte von Anfang an sehr beherrscht und souverän Druck. Er verteilte gut und kam mehrfach mit harten Rechten zum Kopf durch. Ende der ersten Runde schien Simeunovic beeindruckt. In der zweiten Runde nahm er viele harte Schläge. Irgendwann ging er dann zu Boden und ließ sich von Ringrichter Bayasgalan Sandag ausgezählt. Sieger durch KO in Runde 2, nach 2:33 Minuten: Yusuf Kanguel.

Im Super Weltergewicht boxten Nick Klappert (29 Kämpfe, 26 Siege, 15 durch KO, 3 Niederlagen, 1 durch KO) und Sergej Wotschel (16 Kämpfe, 11 Siege, 5 durch KO, 4 Niederlagen, 1 Unentschieden) gegeneinander. Wotschel beherrschte die Ringmitte. Klappert kreiste um ihn herum. Wotschel arbeitete mehr, Klappert hatte die saubereren Treffer. Am Anfang der zweiten Runde ging Wotschel zu Boden, aber es war nur ein Ausrutscher. In der dritten Runde wurde er mehrfach mit der Rechten zum Kopf abgekontert. Es bildete sich eine Schwellung unter dem linken Auge, die Runde für Runde größer wurde. Die folgenden Runden dominierte Klappert mit seinem Reichweitenvorteil. Im sechsten Durchgang schaffte es Wotschel mehrfach, sein Gegenüber in einen Schlagabtausch zu verwickeln. In der siebten knickte er dann nach einem harten Konter ein. Die achte Runde war nochmal hart umkämpft. Einstimmiger Sieger nach Punkten (79:73, 79:73 und 79:73): Nick Klappert.

Es folgten zwei Kämpfe aus dem „The Next Rocky“ Turnier. Beides waren Dreirunder – warum die Kämpfe des Turniers unter der Rundenzahl von Debütanten liegen müssen und daher auch nicht bei Boxrec eingetragen werden, erschließt sich mir nicht.

In dem ersten Dreirunder im Halbschwergewicht trafen Arton Berisha (8 Kämpfe, 8 Siege, 7 durch KO) und Serdar Kuran, der sein Profidebüt gab, aufeinander. Kuran trug seinem Gegenüber den Kampf an. Dieser versuchte, seinen Reichweitenvorteil zu nutzen und zu kontern. Beide standen mit zunehmender Kampfdauer häufiger Fuß und Fuß und schlugen aufeinander ein. Die dritte Runde wurde sehr verbissen geführt. Kuran zog sich dabei einen Cut über dem linken Auge zu. Die Ringrichterin Jana Melanie machte einen guten Job. Sieger nach Punkten durch Mehrheitsentscheidung: 29:28, 28:29 und 29:28): Serdar Kuran.

Den zweite Dreirunder bestritten Ronny Lopez (5 Kämpfe, 5 Siege, 3 durch KO) und Enis Agushi (6 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO) im Super Mittelgewicht. Agushi begann stark. Er konnte seine physische Überlegenheit zunächst gut nutzen und machte den Kampf. Dann aber wurde er von Lopez an den Seilen gestellt und nahm. In der zweiten Runde stellte nun Agushi Lopez in einer neutralen Ecke und deckte ihn ein. Lopez machte kaum Anstalten, daran etwas zu ändern. Er kam zwar wieder heraus, wurde aber direkt anschließend an den Seilen gestellt und weiter eingedeckt. Als er wieder keine Anstalten machte, sich zu wehren, nahm Ringrichterin Melanie ihn zu Recht aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 1:42 Minuten: Enis Agushi.

Serdar Kuran und Enis Agushi sind offenbar ins Finale „The Next Rocky“ in ihrer jeweiligen Gewichtsklasse eingezogen. Sie werden im Januar wieder Dreirundenkämpfe bestreiten.

Es folgte ein Achtrunder im Halbschwergewicht mit Leon Bunn (12 Kämpfe, 12 Siege, 7 durch KO) und Yannick N’Galeu (10 Kämpfe, 5 Siege, 3 durch KO, 5 Niederlagen, 1 durch KO). Bunn war dominant. Er trieb seinen Gegner vor sich her, zeigte schnelle Hände und eine gute Technik. Ende der zweiten Runde kam er mit einer schönen Rechten, gefolgt von einem linken Kopfhaken durch. Die nächste Runde gestaltete sich munter. Beide wollten den Schlagabtausch und nahmen die Angebote ihres Gegenübers an. Am Ende der Runde kam Bunn mehrfach mit einer harten Rechten zum Kopf durch. Die folgenden Runden erarbeitete sich Bunn immer wieder Vorteile. In der siebten Runde zog er sich dann einen kleinen Cut über dem rechten Auge zu. In der letzten Runde kam N’Galeu auf, konnte Bunn aber nicht gefährden. Der Ringrichter Jörg Milke hatte praktisch nichts zu tun. Einstimmiger Punktsieger (79:73, 79:73 und 79:73): Leon Bunn.

Im Mittelgewicht maßen sodann Denis Radovan (12 Kämpfe, 11 Siege, 5 durch KO, 1 Unentschieden) und Ronny Mittag (36 Kämpfe, 30 Siege, 15 durch KO, 3 Niederlagen, 3 Unentschieden) in einem Zehnrunder ihre Kräfte. Es war der erwartet gute Kampf. Beide Boxer zeigten technisch gutes Boxen. Radovan war allerdings der Bessere. Mittag kompensierte das durch seine Physis. Beide beherrschten abwechselnd die Ringmitte und damit das Kampfgeschehen. Die dritte Runde begann und verlief spektakulär. Es begann mit einem harten Abtausch, den Mittag für sich entscheiden konnte. Dann kam Radovan und deckte Mittag mit mehreren langen und harten Kombinationen ein, bei denen vielen Hände ihr Ziel fanden. Es schien als wäre Mittag beeindruckt. Er ging auch zu Boden, aber dies war eher die Folge eines Stoßes. Intensiv ging es dann weiter. In der fünften Runde schien der Kampf zu kippen. Mittag kam auf. Gleichzeitig schwoll sein Gesicht immer mehr an. Unter seinem rechten Auge wurde die Schwellung immer größer und behinderte damit  auch immer stärker seine Sicht. Radovan kam dann wieder zurück und erarbeitete sich Vorteile in den nächsten zwei Durchgängen. In der achten Runde kam Mittag nochmal auf. In der neunten Runde konnte dann Radovan erhöhen und punkte mit langen Links-Rechts-Kombinationen zum Kopf durch die Mitte. Der verbissen und hart geführte Kampf wurde souverän von Ringrichter Alexander Plumanns geleitet. Die Punktrichter werten 96:94, 94:96 und 95:95 – Unentschieden. Ich sah den Ausgang des Kampfes anders.

Deniz Ilbay (22 Kämpfe, 21 Siege, 9 durch KO, 1 Niederlage) und  Denis Krieger (23 Kämpfe, 14 Siege, 9 durch KO, 7 Niederlagen, 2 Unentschieden) boxten danach im Weltergewicht die vakante Deutsche Meisterschaft nach Version BDB aus. Beide zeigten Boxen auf hohem technischem Niveau. In der ersten Runde tastete man einander ab und es gab nur wenige Aktionen. Beide konnten zu gut antizipieren, was der jeweils andere vorhatte. Von Runde zu Runde wurde es dann aber munterer. In der vierten Runde setzte Ilbay Akzente durch die Geschwindigkeit seiner Hände. Ende der fünften Runde stellte er Krieger in den Seilen und deckte ihn ein. Krieger ging langsam runter und setzte sich auf das zweite Seil von unten. Ringrichter Mustafa Erenay zählte ihn an, worüber Krieger sich beschwerte. Aber bereits in der nächsten Situation wurde Krieger erneut gestellt und musste nehmen. Kurz vor dem Rundenende kam er nochmal zurück und es gab einen harten Schlagabtausch. Die sechste Runde war hart umkämpft. In der siebten Runde wurde Ilbay seinerseits mehrfach gestellt. Es sah sogar so aus, als sei er durchgeschüttelt worden. Auch die achte Runde war wieder hart umkämpft, ebenso die neunte. Hier blockte Krieger einige Schläge mit seinem Gesicht. Offensichtlich wollte er zeigen, dass die Schläge ihm nichts anhaben könnten. Aber auch Ilbay ließ sich ohne Not an Seilen und Ecken stellen. Er deckte sich aber. In der zehnten Runde versuchten beide noch einmal alles. Es war aber keiner dazu fähig, seinen Gegener zu fällen. Einstimmiger Punktsieger (96:91, 98:91 und 99:90): Deniz Ilbay.

Hauptkampf des Abends war ein Zehnrunder im Super Weltergewicht mit Abass Baraou (4 Kämpfe, 4 Siege, 2 durch KO) und Sasha Yengoyan (48 Kämpfe, 41 Siege, 25 durch KO, 6 Niederlagen, 1 Unentschieden). Bemerkenswert war, dass Baraou schon in seinem vierten Kampf einen Zehnrunder bestritt und dass er den Hauptkampf machte. Baraou boxte überlegen und systematisch. Er bereitete seine Aktionen schön mit seiner steifen linken Führhand vor. Besonders schön waren sein rechten Cross oder seine rechten Graden. Yengoyan hielt dagegen und hatte seine Momente, wenn er zum Körper durchkam. Ab der fünften Runde wirkte er jedoch hilflos. Er schob sich an Baraou heran, um Treffer zu setzten und nahm dabei Schlag um Schlag gegen den Kopf. In der sechsten machte Baraou weniger, wodurch sein Gegner wieder stärker wurde. Er ließ sich sogar an den Seilen stellen. Die Schläge von Yengoyan gingen jedoch auf die Deckung. Dann explodierte Baraou, drehte sich raus und schlug mehrere harte Haken zum Kopf. Einer öffnete einen Cut über dem linken Auge von Yengoyan. Die siebte und achte Runde waren hart umkämpft, die neunte sogar noch härter. Yengoyan nahm viele harte Treffer, aber er steckte niemals auf. In der zehnten und letzten Runde versuchte Yengoyan noch einmal den Kampf zu drehen, aber er schaffte es nicht. Einstimmiger Punktsieger (100:90, 100:90 und 100:90): Abass Baraou.

Wenn alle Punkrichter Baraou auch alle Runden gegeben haben, so heißt das noch nicht, dass es eine einseitige Sache gewesen wäre. Es war tatsächlich ein hart erarbeiteter Sieg über einen starken Gegner.

© Uwe Betker

Written by betker

2. Dezember 2018 at 23:59

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Die Nacht der Löwen in Velbert

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Der Veranstalter Werner Kreiskott stellte im EMKA Sportzentrum einen Kampfsportabend mit insgesamt 17 Kämpfen auf die Beine. Es gab neun K1- Kämpfe, zwei von Kindern, sieben von Erwachsenen, darunter eine IKBO Pro Am Deutsche Meisterschaft, sowie acht Profiboxkämpfe.

Bei den Profiboxern machten Antonio Hoffmann (21 Kämpfe, 20 Siege, 15 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) und Orlen Padilla (34 Kämpfe, 24 Siege, 21 durch KO, 9 Niederlagen, 8 durch KO, 1 Unentschieden) im Super Weltergewicht den Anfang. Der Kampf wurde intensiv geführt. Beide standen viel Fuß an Fuß und deckten sich ein, wobei Hoffmann meist mehr Hände ins Ziel brachte. Besonders seine Haken waren schön. Am Ende der ersten Runde wurde Hoffmann in einer Ecke gestellt und Padilla deckte ihn ein. Doch gingen die meisten Schläge auf die Deckung. In der zweiten Runde wurde Hoffmann stärker und dominanter. Er kam immer häufiger mit harten Kombinationen durch. Padilla nahm immer mehr, bis seine Ecke genug hatte und das Handtuch warf. Der GBA Ringrichter Jens-Uwe Baum hatte nichts weiter zu tun, als den Kampf abzuwinken. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 2:51 Minuten: Antonio Hoffmann.

(C) Andreas Bornewasser

Es folgte die 6-Runden-Begegnung zwischen Emin Atra (15 Kämpfe, 15 Siege, 12 durch KO) und Yesilat Berkta (47 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO; 41 Niederlagen, 26 durch KO) im Super Mittelgewicht. Atra ließ das Publikum erst einmal warten. „Hells Bells“ lief einmal komplett durch, bevor er an der Hallentür auftauchte – und das Lied ist ziemlich lang. Dann boxte er schön und lang. Beide schenkten sich nichts. Es gab viele Aktionen, die meist von Atra ausgingen. Berkta hatte allerdings auch seine Momente. Ende der Runde kam Atra mit einer Rechten zur Schläfe durch, die Berkta in einer neutralen Ecke zu Boden brachte. Ringrichter Roman Morawiec zählte ihn an. Bevor der Kampf wieder losgehen konnte, ertönte der Gong. Die zweite Runde wurde intensiv geführt. Es gab viele Schlagabtäusche. Bei einem ging ein Treffer unabsichtlich tief. Berkta boxte jedoch kurze Zeit später weiter, ging aber dann nach Körpertreffern runter. Schon kam dann auch ein Handtuch geflogen, Sieger durch TKO Runde 2, nach 1:36 Minuten: Emin Atra.

(C) Andreas Bornewasser

Im Mittelgewicht trafen sodann Adnan Ukella (2 Kämpfe, 2 Siege) und Rene Molik (3 Kämpfe, 1 Sieg, 2 Niederlagen) in einem Vierrunder aufeinander. Ukella boxte schön lang und versuchte, mit Haken ans Ziel zu kommen. Molik hatte dem wenig entgegenzusetzen, kam aber auch manchmal durch. Die erste Hälfte der zweiten Runde dominierte Ukella. Dann nahm er eine schwere Rechte zum Kopf, die ihn sichtlich beeindruckte. Hieraufhin suchte Molik den KO. In den letzten Sekunden sahen wir einen offenen Schlagabtausch, bei dem beide nahmen. Der dritte Durchgang war außerordentlich munter, wobei Molik, der konditionell abbaute, in den letzten Sekunden mit harten Händen durchkam. In der letzten Runde hatten beide Boxer keine Luft mehr. Daher machten sie beide weniger und nahmen viel. Sieger nach Punkten: Adnan Ukella.

(C) Andreas Bornewasser

Im Halbschwergewicht maßen Shokran Parwani (11 Kämpfe, 11 Siege, 9 durch KO) und Zura Mekerishvil (28 Kämpfe, 7 Siege, 4 durch KO, 21 Niederlagen, 4 durch KO) ihre Kräfte. Der Rechtsausleger Parwani konnte in der auf acht Runden angesetzten Begegnung seinen Reichweitenvorteil oft nutzen. Mit seinen langen Armen hielt er sich sein Gegenüber die meiste Zeit vom Hals. Er verteilte gut und kam mehrfach gut durch. In der zweiten Runde verkürzte  Mekerishvil ein paar Mal die Distanz, konnte dann aber bei seinen Treffern nicht beeindrucken. Er schlug Schwinger. In der fünften Runde bekam er dann Nasenbluten. In der letzten Runde hatte man das Gefühl, der Kampf könnte eventuell doch vorzeitig enden. Dazu kam es dann aber doch nicht. Sieger nach Punkten: Shokran Parwani.

(C) Andreas Bornewasser

Ebenfalls auf acht Runden war die Begegnung von Sahan Aybay (9 Kämpfe, 9 Siege, 7 durch KO) und Gutram Ngoya (13 Kämpfe, 11 Siege, 7 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO) im Super Mittelgewicht angesetzt. Ngoya ließ das Publikum warten, auch seine Einmarschmusik lief einmal durch, bevor er sich der Hallentüre näherte. Aybay machte Druck und trieb sein Gegenüber vor sich her. Am Ende der ersten Runde stellte er ihn in einer neutralen Ecke, ließ ihn nicht mehr raus und deckte ihn mit harten Treffern ein, die Ngoya zu Boden zwangen. Der Gong ersparte Ngoya weitere Treffer. Anfang der zweiten Runde wurde Ngoya wieder von Ringrichter Baum angezählt, nachdem er an den Seilen gestellt und nach einem Körpertreffer zu Boden gegangen war. Diese Szene wiederholte sich noch zweimal. Das letzte Mal zählte Baum bis zehn. Sieger durch KO in Runde 2, nach 1:41 Minuten: Sahan Aybay.

(C) Andreas Bornewasser

Ebenfalls im Super Mittelgewicht boxten Jalal El Zein (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) und Cankan Guenyuezlue (17 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 15 Niederlagen, 14 durch KO). Der Vierrunder begann verhalten. El Zein boxte ruhig und bestimmte den Kampf. Anfang der zweiten Runde brachte eine Aktion  Guenyuezlue zu Boden, wo er angezählt wurde.  Guenyuezlue stellte sich nochmal zum Kampf, aber kaum wurde er erneut gestellt flog ein Handtuch in den Ring. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 28 Sekunden: Jalal El Zein.

Den ersten Titelkampf des Abends bestritten Patrick Korte (15 Kämpfe, 14 Siege, 12 durch KO) und Ramazi Gogichashvili (40 Kämpfe, 11 Siege, 7 durch KO, 27 Niederlagen, 14 durch KO, 2 Unentschieden). Es ging um die WBF Eurasia Meisterschaft im Schwergewicht. Korte bestimmte die ersten beiden Runden mit seiner Führhand. Gogichashvili suchte sein Heil in überfallartigen Angriffen, wobei sein linker Haken am gefährlichsten war. Insgesamt gab es aber nur wenige Aktionen, wobei Korte in der zweiten Runde stärker wurde. Gogichashvili begann die dritte Runde druckvoll und versuchte, Korte mit seinen Überfällen aus dem Konzept zu bringen. Korte hielt ruhig dagegen und ließ sich nicht durcheinander bringen. Mit einem harten Körpertreffer holte er dann Gogichashvili von den Beinen. Korte setzte ruhig und kontrolliert nach und schickte kurze Zeit später seinen Gegner erneut mit einem rechten Körperhaken auf die Bretter. Der Ringrichter Thomas Hackenberg zählte Gogichashvili aus. Sieger durch KO in Runde 3, nach 1:33 Minuten: Patrick Korte.

(C) Andreas Bornewasser

Den Hauptkampf des Abends bildete die UBO International Meisterschaft im Weltergewicht zwischen Sherif Morina (9 Kämpfe, 8 Siege, 4 durch KO, 1 Unentschieden) und Benson Nyilawila (11 Kämpfe, 10 Siege, 6 durch KO). Um es gleich vorweg zu sagen, der Kampf war etwas für Boxfeinschmecker. Beide Kontrahenten zeigten sehr gutes technisches Boxen. Über weite Strecken sahen wir ein  Fechten mit der Faust. Morina besetzte die Ringmitte und trieb seinen Gegner vor sich her. Ende der ersten Runde sah es so aus, als würde Nyilawila nach einer Rechten zum Kopf wackeln. In der dritten Runde kam Nyilawila aber auf und trug Morina mehr den Kampf an. Der hielt dagegen. In der vierten und fünften Runde kontrollierte Morina wieder den Kampf, während in der sechsten Nyilawila dann wieder mehr machte. Beide boxten insgesamt sehr kontrolliert. Die siebte und achte Runde gingen an Morina, wobei die achte härter umkämpft war. In der neunten machte  Nyilawila wieder mehr. In der letzten und zehnten Runde wollten es beide Boxer noch einmal wissen. Beide erhöhten das Tempo und suchten den KO, der aber nicht kam. Sieger nach Punkten (97:03, 97:93 und 96:94): Sherif Morina.#

(C) Andreas Bornewasser

Morina zeigte an diesem Abend eine bemerkenswerte Leistung. Er boxte sowohl technisch als auch taktisch sehr gut. Nyilawila war bis zur letzten Sekunde gefährlich. Immer wieder versuchte er Morina durch eine hängende Deckung zu einem Fehler zu verleiten, den der aber nicht machte. Ein großer Kampf!

Es war ein richtig guter und unterhaltsamer Abend. Habe ich übringens schon erwähnt, dass es auch eine Hip-Hop Tanzgruppe, Chearleader und ein Nummerngirl gab?

© Uwe Betker

Ein großer Kampfabend in Heerlen

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Heerlen ist – ich werde es nicht müde zu wiederholen – ein sehr guter Ort fürs Profiboxen. Regelmäßig gibt es hier die Veranstaltungen von Patrick Driessen – und dessen Name steht für Qualität. So ist es nicht verwunderlich, dass die Show am 15.09.2018 im Cultureel Centrum Corneliushuis wieder einmal richtig gut war. Neun Amateurkämpfe und sechs Profikämpfe waren zu sehen.

Den Anfang bei den Profis machten Julaidan Abdul Fatah und Daniel Botlik (60 Kämpfe, 7 Siege, 2 durch KO, 50 Niederlagen, 18 durch KO, 3 Unentschieden) im Super Mittelgewicht. Der Debütant aus Saudi Arabien, der seinen ersten Boxkampf überhaupt bestritt, war physisch sehr stark und dominierte die erste Hälfte der ersten Runde. In der zweiten Hälfte machte er weniger Druck; so wurde Botlik stärker und hielt dagegen. Anfang der zweiten machte Fatah wieder mehr Druck. Er trieb seinen Gegner vor sich her. Eine schöne Rechte zur Schläfe schickte Botlik zum ersten Mal auf die Bretter. Danach suchte  er den vorzeitigen Sieg. Er stellte sein Gegenüber in seiner eigenen Ecke, ließ ihn nicht mehr raus und deckte ihn mit Schlägen ein. Nach mehreren Treffern ging Botlik wieder runter. Er stellte sich zwar noch einmal zum Kampf, aber er lief in einen Konter rein, ein linker Kopfhaken, der ihn erneut zu Boden zwang. Der Ringrichter hatte genug gesehen und winkte den Kampf ab. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 2 Minuten und 3 Sekunden: Julaidan Abdul Fatah.

Dann stiegen im Weltergewicht Xavier Kohlen und Dijby Diagne (7 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO, 4 Niederlagen, 2 durch KO) in der Ring. Für einen Vierrunder war dieser Kampf außerordentlich gut. Zwar machte der Debütant Kohlen den Kampf, aber Diagne hielt dagegen. Kohlen boxte mehr, Diagne fightete mehr. In der zweiten Runde errang Kohlen die Oberhand. Er bestimmte mit seiner steifen Führhand das Geschehen und punktete immer wieder schön mir seiner Rechten als Graden oder Cross. In der dritten Runde kam Diagne auf. Kohlen machte zu wenig. Gegen Ende der Runde kam Kohlen dann mit einer Rechten zum Kopf durch, die sein Gegenüber erschütterte. Kohlen versuchte nun, ihn zu finishen, wobei er aber etwas überhastet ans Werk ging. Dennoch kam er mehrfach mit schweren Händen durch. Was nun folgte, war kurios. Diagne hatte bei einem der Treffer, die er nehmen musste, seinen Zahnschutz verloren: Der war irgendwo ins Publikum geflogen. Diagnes Ecke hatte keinen Ersatzschutz dabei. Nach langem Suchen brach der Ringrichter den Kampf ab. Sieger durch Disqualifikation in Runde 4: Xavier Kohlen. – Noch im Ring wurde ein Rückkampf angekündigt.

Den dritten Kampf des Abends, einen Sechsrunder, bestritten Timo Rost (5 Kämpfe, 5 Siege, 2 durch KO) und Jann Kulik (2 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 1 Niederlage) im Super Mittelgewicht. Beide gingen ein extrem hohes Tempo. Sie zeigten technisch gutes Boxen. Es gab viele harte Schlagabtäusche. Der Kampf wurde extrem intensiv geführt, wobei die erste Runde etwas hektisch war. Die folgenden Runden wurden ruhiger, aber nicht langsamer, geführt. In den ersten beiden Runden hatte Rost immer eine Hand mehr im Ziel. Die folgenden Runden gingen hin und her. Kulik trug Rost den Kampf immer und immer wieder an und Rost nahm an. Der Kampf blieb bis zur letzten Sekunde spannend und begeisterte das Publikum. Die Punkrichter des niederländischen Boxverbandes werteten: 58:56, 58:56 und 59:55. Einstimmiger Punktsieger: Timo Rost.

Der folgende Schwergewichtskampf zwischen Ricardo Snijders (14 Kämpfe, 14 Siege, 5 durch KO) und Paul Zummach (5 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) war auf acht Runden angesetzt. Beide Boxer zeigten gutes technisches Boxen. Snijders boxte systematisch und abgeklärt. Er dominierte aufgrund seiner Technik. Ende der vierten Runde kam Snijders mehrfach mit schönen harten Schlägen durch. Zur Runde fünf trat Zummach nicht mehr an. Sieger durch TKO: Ricardo Snijders.

Der vorletzte Kampf des Abends, ein Sechsrunder mit Andranik Mirzoyan (6 Kämpfe, 4 Siege, 4 durch KO, 1 Niederlagen, 1 durch KO, 1 Unentschieden) und Nassar Bukenya, hielt eine faustdicke Überraschung für die Zuschauer bereit. Der ungeschlagene Mirzoyan war von Anfang an auf einen KO aus. Jede seiner Aktionen wollte nur ein KO-Schlag sein. In der ersten Runde gab es nur wenige Aktionen, was sich aber mit zunehmender Kampfdauer änderte. Am Ende der zweiten sah es auch tatsächlkich danach aus, dass  Mirzoyan vorzeitig gewinnen könnte. In der folgenden Runde hatte aber Bukenya, der Debütant aus Uganda, seine Momente. In der vierten Runde boxte Mirzoyan überhaupt nicht mehr an, wodurch er immer mehr Schläge nahm. Am Ende der Runde wurde er dann an den Seilen gestellt  und nahm viele Volltreffer zum Kopf. Torkelnd und mit wackeligen Knien ging er in seine Ecke zurück. In die fünfte Runde versuchte er mit einem verzweifelten Schlaghagel seine Schwäche zu kaschieren. Aber er erzielte keine Wirkung. Ihm wurde noch etwas Zeit geschenkt, weil sich das Tape von seinem Handschuh gelöst hatte. Aber nach dieser Pause nahm er Treffer um Treffer zum Kopf. Erst wurde Mirzoyan im Stehen angezählt und dann vom Ringrichter aus dem Kampf genommen. Sieger durch TKO in Runde 5, nach 2 Minuten 13 Sekunden: Nassar Bukenya.

Im Hauptkampf des Abend boxten Gevorg Khatchikian (30 Kämpfe, 28 Siege, 14 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) und Volodymyr Romanenko (16 Kämpfe, 8 Siege, 7 durch KO, 8 Niederlagen, 5 durch KO) um den BeNeLux Titel im Mittelgewicht. Auch Khatchikian ging auf den KO aus, aber er boxte an. Er trieb sein Gegenüber unaufgeregt vor sich her und verteilte gut. Ende der Runde hatte er Romanenko in einer neutralen Ecke, wo er ihn mit einer brutalen Rechten zum Körper von den Beinen holte. Es sah so aus, als hätte er ihm eine oder mehrere Rippen gebrochen. In der zweiten Runde stellte Khatchikian Romanenko an den Seilen und schickte ihn wieder mit einer brutalen Rechten zum Körper zu Boden. Der Ringrichter brach den Kampf an dieser Stelle ab. Es war eine beeindruckende Demonstration der boxerischen und physischen Qualität von Khatchikian. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 1 Minute und 6 Sekunden: Gevorg Khatchikian.

Mal wieder habe ich eine richtig gute Veranstaltung in Heerlen gesehen und ich freue mich schon auf die nächste.

© Uwe Betker

Besser als die Fußball WM in Russland – die Essener Fight Night 3

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Veranstalter Bjoern Sothmann wird allmählich zu einer festen Größe beim Profiboxen im Ruhrgebiet. Am Samstag, dem 16. Juni 2016, stellte er eine kleine aber feine Veranstaltung in der Wohnbau Hockey Arena an der Raumerstrasse in Essen auf die Beine. Es gab fünf Profiboxkämpfe zu sehen, vier Vierrunder und einen Sechsrunder.

Den Anfang machten im Federgewicht zwei Damen, Susan Kolukisa (3 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 1 Unentschieden) und Nana Chakhvashvili (12 Kämpfe, 5 Siege, 3 durch KO, 7 Niederlagen, 5 durch KO). Der Kampf war munter. Chakhvashvili bestimmte den Rhythmus in der ersten Runde. In der zweiten Runde bestimmte dann Kolukisa das Geschehen im Ring. Sie trieb ihre Gegnerin vor sich her. Immer wieder kam sie mit ihrer Rechten zum Kopf durch. Auch in der dritten Runde trug Kolukisa Chakhvashvili den Kampf an. Immer wieder verwickelte sie sie in Schlagabtäusche, die sie dominierte. Die vierte Runde wurde verbissen geführt und Chakhvashvili erwehrte sich nach Kräften ihrer Haut. Der umsichtig agierende GBA Ringrichter Roman Morawiec hatte nicht aber nicht viel zu tun. Einstimmige Siegerin nach Punkten: Susan Kolukisa.

Armin Ajrulai gab im Mittelgewicht sein Profidebüt. Er traf auf Dominik Tietz (15 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO, 9 Niederlagen, 6 durch KO). Tietz beherrschte die Ringmitte aber Ajrulai machte den Kampf. Er boxte variabel an und verteilte gut. In der zweiten Runde machten beide mehr. Ajrulai schlug mehr und traf mehr, aber Tietz hielt dagegen. Die dritte Runde war verfahren. Es wurde viel geklammert, durchgesteckt, mit der Schulter gestoßen, nachgeschlagen und noch alles Mögliche, was man sonst so machen kann, getan. Ringrichter Kornelius Bernds hatte viel zu tun. In der vierten Runde boxten beide wieder; sie wollten beide den KO. Tietz hatte offensichtlich die bessere Kondition und brachte Ajrulai immer wieder in Bedrängnis. Dieser wusste sich oft nur durch Klammern zu helfen. Er hatte dann in den letzten Sekunden noch eine gute Aktion, wo er Tietz in einer neutralen Ecke stellte. Aber diesmal klammerte Tietz und deutet ein Küsschen auf die Glatze von Ajrulai an. Einstimmiger Punktsieger: Armin Ajrulai.

Im Schwergewicht boxten Paul Zummach (4 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO, 1 Niederlage) und Vincenzo Anzalone (6 Kämpfe, 6 Niederlagen, 2 durch KO) gegeneinander. Zummach machte den Kampf. Er nutzte seinen Reichweitenvorteil und seine Schnelligkeit und deckte Anzalone ein. Mitte der Runde stellte Zummach seinen Gegner an den Seilen und kam mit einer harten Rechten zur Schläfe durch, die Anzalone erschütterte. Gegen Ende der Runde wiederholte sich die Szene noch mal. Nur mit Mühe erreichte Anzalone das Rundenende. In den nächsten Runde nahm Anzalone wie immer viel, aber er hielt, auch wie immer, durch. Anfang der dritten Runde erlitt er einen bösen Cut über dem linken Auge, der immer schlimmer wurde. Aber er boxte weiter. Ringrichter Morawiec zog zweimal den Ringarzt hinzu, der allerdings nicht empfahl, den Kampf zu stoppen. Anzalone, ein wahrer Krieger, wollte weiter kämpfen und stellte sich zur vierten Runde; sein Trainer Christoph Gresförder warf jedoch das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 4, nach 5 Sekunden: Paul Zummach.
Der Trainer von Anzalone erklärte nach dem Kampf, sein Schützling mache nun eine längere Pause, um dann im Herbst wieder anzugreifen.
Im Super Mittelgewicht boxten Tiran Metz (21 Kämpfe, 14 Siege, 6 durch KO, 3 Niederlagen, 4 Unentschieden) Jaroslaw Januskiewicz (2 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 1 Niederlage) gegeneinander. Metz ging von der ersten Sekunde an auf einen KO aus, der aber nicht kam. Er bereitete gut mit der Linken vor und verteilte gut. Besonders die Körpertreffer schienen Wirkung zu erzielen. Januskiewicz hatte in der zweiten Runde Metz noch weniger entgegenzusetzen als in der vorangegangenen. Immer wieder wurde er an den Seilen gestellt. Er verschanzte sich hinter seiner Doppeldeckung und konnte nur selten kontern. Anfang der dritten Runde machte Januskiewicz mehr, konnte Metz aber dadurch nicht verlangsamen. Der dominierte die letzten zwei Drittel der Runde. Im vierten Durchgang boxte Metz für die Galerie. Er zeigte seine technische Überlegenheit und seine überlegenen Reflexe. Einstimmiger Punktsieger: Tiran Metz.

Hauptkampf des Abends war der erste Kampf von Patrick Korte (14 Kämpfe, 13 Siege, 11 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) nach seiner überraschenden Niederlage im März. Der Essener Schwergewichtler traf auf Giorgi Kopadze (14 Kämpfe, 6 Siege, 6 durch KO, 8 Niederlagen, 7 durch KO) aus Georgien. Korte begann ruhig. Er boxte an und verteilte gut. Alles sah so aus, als würde Korte dort anschließen, wo er vor seiner einzigen Niederlage aufgehört hatte. Dann ließ er sich unnötigerweise auf einen wilden Schlagabtausch ein, lief dabei in eine Rechte zum Kopf und ging zu Boden. Ringrichter Morawiec zähle ihn an. Der Kampf wurde nun hektisch. Beide Boxer keilten aufeinander ein; dabei wirkte Korte anfänglich noch leicht benommen. Gegen Ende der Runde ging Kopadze in seine Ecke und erbrach sich in einen Eimer. Danach nahm er den Kampf wieder auf – etwas, was ich noch nie bei einem Profikampf gesehen habe. Die verbleibenden ca. 15 Sekunden waren wieder eine Keilerei.

Auch in der zweiten Runde boxte Korte nicht wirklich ruhig. Immer wieder kam es zum Schlagabtausch, der jeweils nicht wirklich vorbereitet war. Dann ging Kopadze erneut in seine Ecke, kniete sich hin und erbrach sich noch einmal in einen Eimer. Seine Ecke hatte nun genug gesehen und warf das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 2 nach 1:15 Minuten: Patrick Korte.

Die Essener Fight Night 3 war eine gute Veranstaltung. Sie war bereits um 20 Uhr beendet. Vermutlich wollte der Veranstalter Sothmann es den Zuschauern ermöglichen, noch Fußball im Fernsehen zu gucken. Es ist zu hoffen, dass es bald eine Fight Night 4 gibt. Wir werden sehen, wohin sich Patrick Korte entwickeln wird. Der Kampf gegen Giorgi Kopadze sollte hierüber vermutlich Klarheit verschaffen, was er allerdings nicht tat. Aufgrund von Verlauf und Ende des Kampfes sind nun alle so klug als wie zuvor. Es bleibt spannend.
© Uwe Betker

Boxen in Herne – fünf Vierrunder

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Die Ruhrstadt Arena in Herne war am 02.06.2018 Austragungsort einer Kampfsportveranstaltung. Veranstalter war WiTo Sport-Events, von Isa Topal. Insgesamt gab es dreizehn Kämpfe zusehen, sechs nach K1 Regeln, zwei nach Amateurboxregeln und fünf Profiboxkämpfe, wobei die Profikämpfe alle auf vier Runden angesetzt waren.
Leider habe ich den ersten Kampf verpasst. Es war eine Begegnung im Super Mittelgewicht zwischen Mihalis Davis (2 Kämpfe, 1 Sieg, 1 Niederlage, 1 durch KO) und Emir Recepaga (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 1 durch KO). Laut dem Punktrichter waren die ersten beiden Runden ausgeglichen. In der ersten Runde gab es nur wenige Aktionen, weil beide sich abtasteten. Die zweite war munterer. Die dritte und vierte Runde dominierte dann Davis. Punktsieger: Mihalis Davis.

Im Schwergewicht trafen die beiden Debütanten Rinus Douma und Piotr Wilczek aufeinander. Beide zeigten gutes Boxen. Sie überhasteten nicht und verteilten gut. Wilczek war der etwas aktivere. Die zweite Runde war munter. Beide standen lange Fuß an Fuß und deckten sich gegenseitig ein. Wilczek stellte sich in der dritten Runde mehrfach in eine Ecke, um Douma dort zum Schlagabtausch aufzufordern. Am Ende der Runde stand Douma in einer neutralen Ecke und es gab einen harten und verbissenen Schlagabtausch. In der vierten Runde wurde der Kampf nochmals härter. Douma, in der gleichen Ecke gestellt, wurde fast eine Minute lang nicht raus gelassen. Punktsieger: Piotr Wilczek.

Ebenfalls im Schwergewicht boxten Frederik Kretschmar (3 Kämpfe, 3 Siege) und Paul Zummach. Beide tasteten sich zunächst zwei Minuten lang gegenseitig ab. Dann machten sie mehr. Am Ende der Runde gab es einen munteren Schlagabtausch. In der zweiten Runde erhöhte Kretschmar den Druck. Immer wieder kam es zum Kräftemessen, wobei Kretschmar gut zum Körper durch kam. Die dritte Runde war intensiv. Beide schenkten sich nichts. Kretschmar behielt dabei wieder die Oberhand. In der vierten Runde verwaltete er nur noch seinen Punktevorsprung. Punktsieger: Frederik Kretschmar.

Im Super Weltergewicht trafen Armin Malekzadeh (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) und Nicolae Dragos (12 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 10 Niederlagen, 5 durch KO, 1 Unentschieden) aufeinander. Malekzadeh sprang durch die Seile in den Ring, vollführte eine Rolle und kam auf den Füßen zu stehen – ein sehenswerter Auftritt. Ähnlich spektakulär agierte Malekzadeh auch im Kampf. Er wollte von der ersten Sekunde an den KO. Er verteilte gut und es war nur eine Frage der Zeit, wann Dragos KO gehen würde. In der ersten Runde habe ich keinen Schlag von Dragos gesehen. Er war zu sehr damit beschäftigt sich zu decken. Ende der Runde fing er an, aus der Nase zu bluten. Es sah so aus, als hätte Dragos am Anfang der zweiten Runde dreimal versucht zurück zu schlagen. Dafür wurde er allerdings jeweils böse bestraft. Am Ende der Runde sah Dragos Gesicht aus wie ein blutiges Stück Fleisch. Zur dritten Runde trat er nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 3: Armin Malekzadeh.

Ivan Freidenberg (4 Kämpfe, 1 Sieg, 2 Niederlagen, 1 durch KO, 1 Unentschieden) und Batscho Broian (1 Kampf, 1 Sieg, 1 durch KO) bestritten im Weltergewicht den letzten Kampf des Abends. Broian, ein Debütant, boxte systematisch und druckvoll. Er trieb Freidenberg vor sich her. In der zweiten Runde hielt der verstärkt dagegen. Er versuchte an Broian, einen Rechtsausleger, heranzukommen und ihm durch Körperhaken die Luft zu nehmen, was aber nicht leicht war. Broian konterte ihn meist ab. In der dritten Runde verlor Broian ein wenig seine boxerische Linie und versuchte das durch Faxenmachen zu kaschieren, dennoch blieb er der Herr im Ring. Zur vierten Runde trat Freidenberg nicht mehr an.
Sieger durch TKO in Runde 4: Batscho Broian.
Der GBA Ringrichter Kazim Kurnaz hatte einen ruhigen Abend. Er hatte praktisch nichts zu tun.
Die Vierrunder waren unterhaltsam. Zwei der Boxer sollte man im Auge behalten.Wenn WiTo Sport-Events wieder eine Veranstaltung auf die Beine stellen könnte, würde mich das freuen. Ich würde auch gerne wieder hinfahren.
© Uwe Betker

Ein Sonntagabend in Krefeld

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Die Baslar Eventlocation war wieder einmal Austragungsort einer Sonntagabendveranstaltung von Klaus Waschkewitz. Insgesamt gab es elf Kämpfe zu sehen: ein Sparringskampf, drei Kickboxkämpfe, zwei Amateurboxkämpfe und fünf Profiboxkämpfe.

Den Anfang bei den Profiboxern machten Nazme Kurteshi (3 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO) und Azad Dogru (18 Kämpfe, 18 Niederlagen, 18 durch KO). Es war ein Vierrunder im Halbschwergewicht. Kurteshi trieb Dogru vor sich her. Schon nach kurzer Zeit stellte er ihn in einer neutralen Ecke und Dogru ging nach einer Linken zum Kopf runter. Kurze Zeit später wurde er erneut angezählt, nachdem er ein weiteres Mal zu Boden gegangen war – wobei ich allerdings glaube gesehen zu haben, dass er sich freiwillig hingekniet hat. Kurze Zeit später wurde Dogru dann vom GBA Ringrichter Kornelius Bernds aus dem Kampf genommen, weil er wieder am Boden war. Diesmal war es Schlagwirkung. Drei Besuche am Boden waren wirklich genug. Sieger durch KO in der ersten Runde, nach 1:44 Minuten: Nazme Kurteshi.

Alpay Yaman (5 Kämpfe, 5 Siege, 3 durch KO) und Yesilat Berkta (45 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO, 39 Niederlagen, 24 durch KO) machten einen Sechsrunder im Mittelgewicht. Mit Doppeldeckung standen beide Boxer Fuß an Fuß und suchten die Lücke beim Anderen. Yaman kam mit den härteren Treffern durch. Insbesondere die Körpertreffer mochte Berkta nicht. Einer von ihnen brachte Berkta zu Boden. Gegen Ende der Runde zählte Ringrichter Jens-Uwe Baum ihn erneut an, nachdem Berkta in einen harten linken Kopfhaken rein gelaufen war. Zur zweiten Runde trat Berkta aufgrund eines Ohrtreffers, den er sich zu gezogen hatte, nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 2: Alpay Yaman.

Danach stiegen Emrullah Kaya (3 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO) und Vincenzo Anzalone (3 Kämpfe, 3 Niederlagen) für einen Vierrunder im Schwergicht in den Ring. Anzalone versuchte, die Ringmitte einzunehmen und mit Kontern und Schwingern zu punkten. Kaya versuchte, mit Schwingern eine Lücke zu finden. Kaya, ein Freund des Auslagenwechsels, drosch auf Anzalone zum Teil regelrecht ein, wodurch der aber kaum erschüttert war. In der vierten Runde sah es dann danach aus, als hätten einige der harten Kopftreffer Anzalone doch beeindruckt. Mehrfach wurde er gestellt, fiel aber nicht. Anzalone ist offensichtlich ein Schwergewichtler, der einfach nicht fällt. Sieger nach Punkten: Emrullah Kaya.

Badien Hasso (15 Kämpfe, 15 Siege, 8 durch KO) traf anschließend für einen Sechsrunder im Halbschwergewicht auf Aleksandar Jankovic (77 Kämpfe, 17 Siege, 11 durch KO, 60 Niederlagen, 40 durch KO). Hasso sah beeindruckend aus. Von Anfang an schien es nur eine nur eine Frage der Zeit zu sein, wann Jankovic KO gehen würde. Hasso verteilte gut, schlug schön zum Körper und zog mit Schlag- oder Führhand zum Kopf nach. Jankovic verschanzte sich hinter seiner Doppeldeckung und lief weg. In der zweiten Runde bot Hasso seinen Fans eine kleine Showeinlage, was die auch goutierten. Eine Rechte zur Schläfe zwang Jankovic in einer neutralen Ecke zu Boden. Kurze Zeit später zählte Ringrichter Bernds Jankovic erneut an. Auch dieses Mal hatte eine Rechte ihn zu Boden gezwungen. Dann kam auch schon ein Handtuch in den Ring geflogen und die ungleiche Begegnung fand ihr Ende. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 1:34 Minuten: Badien Hasso.

Den Hauptkampf des Abends bestritten Rami Ali (11 Kämpfe, 11 Siege, 10 durch KO) und Sinisa Kondic (9 Kämpfe, 5 Siege, 5 durch KO, 4 Niederlagen, 3 durch KO). Es war die Interimsweltmeisterschaft im Halbschwergewicht nach Version WBU. Es ging munter los. Beide Kontrahenten hatten ihre Momente. Ali brachte aber ein paar Hände mehr ins Ziel. In der zweiten Runde besetzte Kondic die Ringmitte. Er machte mehr und kam auch ein paar Mal durch. Ali versuchte mit Körperhaken die Deckung von Kondic runter zu ziehen, was ihm aber nicht gelang, In der dritten Runde kam Kondic mit Schlägen zum Kopf und Ali mit Schlägen zum Körper durch. Zu Beginn der vierten Runde ging Kondic dann überraschend nach Körperhaken in seiner eigenen Ecke runter. Bereits in der nächsten Situation ging er wieder auf die Bretter. Zwar kam ein Handtuch in den Ring geflogen, doch zu Recht zählte Ringrichter Goran Morawiec durch. Sieger durch KO in Runde 4 nach 54 Sekunden: Rami Ali.
Zu erwähnen ist noch, dass Rinsprecher Thomas Bielefeld einen gewohnt souveränen Job gemacht hat.
© Uwe Betker