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Hepatitis oder was?

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Am 30. Mai 2009 sollte der WBA Weltmeister im Schwergewicht Ruslan Chagaev in Helsinki, Finnland, gegen Nikolai Valuev boxen. Chagaev hatte zwei Jahre vorher, am 14.04.2007, Valuev besiegt und ihm den Titel abgenommen. Zum Rückkampf kam es aber nicht, weil im Blut von Chagaev Hepatis B Antikörper nachgewiesen wurden. Das hieß nicht, dass der Weltmeister akut krank und ansteckend war, sondern nur, dass er einmal krank gewesen war. Die finnische Boxkommission untersagte den Kampf und der Geschäftsführer von Veranstalter Sauerland Event Christian Meyer verkündete: „Unsere Priorität gilt Nikolais Gesundheit. Und die konnte nicht garantiert werden.“
Die ganze Affäre hinterließ einen unguten Nachgeschmack. Chagaev war seinen Titel los und Valuev durfte gegen den vermeintlich schwächeren David Haye um diesen Titel boxen. Hartnäckig hielten sich die Gerüchte, es wäre schon lange bekannt gewesen, dass im Blut von Chagaev Hepatis B Antikörper sein sollten. Was mich persönlich überrascht, ist nun eine erneute Kampfansetzung von Sauerland Event mit Chagaev. Der Sauerland Boxer Alexander Povetkin (21 Kämpfe, 21 Siege, 15 durch KO), der „zaghafte Zar“, soll am 27.08.2011 in Erfurt gegen ihn boxen. Die Blutwerte von Chagaev (29 Kämpfe, 27 Siege, 17 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO, 1 Unentschieden) werden sich nicht geändert haben. Wieso lässt Sauerland Povetkin aber dann gegen ihn boxen? Haben sich nun die Prioritäten beim berliner Veranstalter verschoben?
© Uwe Betker

Der schleichende Niedergang von Sauerland Event (2)

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Sauerland Event nahm wohl den Ausstieg des ZDFs aus dem Vertrag mit Universum Box-Promotion nicht zum Anlass über die eigenen Veranstaltungen und den generellen Umgang mit dem Boxen und dem Publikum nachzudenken. Das Verharren im Status Quo war zwar verständlich, schließlich hatte der berliner Veranstalter als einziger noch einen lukrativen Vertrag mit einem öffentlich-rechtlichen Sender, aber man kann es dennoch als einen gravierenden Fehler ansehen.
Sauerland war nun nahezu der unumschränkte Herrscher über das Boxen in Deutschland. Es gab keine direkte Konkurrenz mehr. Es gibt zwar noch Felix Sturm auf SAT 1 und Wladimir und Vitali Klitschko auf RTL, aber die sind keine Veranstalter im eigentlichen Sinne, sondern eher nur Selbstvermarkter. Sie haben keinen eigenen Boxstall und sie bauen auch keine anderen Boxer systematisch auf. Aber wie so häufig wenn es keinen Wettbewerb mehr gibt, wird der Übriggebliebene träge und behäbig. Sauerland machte einfach so weiter, wie zuvor.
Wenn man sozusagen der größte und alles beherrschende deutsche Promoter ist, schauen alle einem ganz genau auf die Finger. Was die Zuschauer von der ARD im Groben zu sehen bekamen, war folgendes: Der einst als nahezu unschlagbar geltende Arthur Abraham musste sich ein ums andere Mal gegen bessere Boxer geschlagen geben. Dabei musste er diese Niederlagen alle in einem Turnier hinnehmen, das Sauerland sogar selbst ins Leben gerufen hatte. Sie sahen weiter, wie der russische Riese Nikolai Valuev, der auch vorher schon nicht immer sehr überzeugt hatte, erst gegen David Haye verlor und seither verletzungsbedingt nicht wieder boxte. Ob und wann Valuev wieder in den Ring steigt, steht wohl in den Sternen.
Weil Abraham verlor und Valuev nicht mehr boxte, wurden die Weltmeister der – wenn man so will – zweiten Reihe umso wichtiger für Sauerland als Hauptkämpfer. So bekam Muamer Hukic alias Marco Huck, der Weltmeister im Cruisergewicht nach Version WBO, mehr Aufmerksamkeit. Dieses Mehr, auch an medialer Aufmerksamkeit nutzte er vor seinem Kampf gegen Denis Lebedev dazu, seinen Herausforderer übel zu beleidigen. Wohl noch angestachelt vom Echo in den Medien, legte er verbal dann später sogar noch einmal nach. Diese verbalen Kraftakte, blieben dann auch seine stärkste Leistung 2010. Im Kampf mit den Fäusten konnte Huck jedenfalls nur sehr knapp durch Mehrheitsentscheidung seinen Titel behalten, weil zwei Punktrichter den Kampfverlauf wohl nicht durch ihr Punkten wiedergeben konnten oder wollten. Die Folge: Ein, wie ich finde skandalöses Fehlurteil.
Das Selbstbewusstsein des Herrn Hukic war nach seinem Sieg nicht gerade angekratzt. Er sah sich nach dem Kampf als klaren Sieger, beglückwünschte sich zu seiner Leistung und dankte vor allem Gott – und nicht den Punktrichtern. Das offensichtliche Nichtanbieten eines Rückkampfes und das sehr zögerliche in Aussichtstellen einer Teilnahme an einem möglichen Super-Six-Turniers im Cruisergewicht durch Sauerland Event danach machte die ganze Sache auch nicht gerade erfreulicher. Dann setzte man Huck einen Gegner (Denis Lebedev) vor, von dem man absolut sicher sein konnte, dass er dem amtierenden Weltmeister niemals irgendwelche Schwierigkeiten machen würde.
Sebastian Sylvester konnte nur Mittelgewichtsweltmeister der IBF werden, weil Arthur Abraham diesen Titel aufgegeben hatte. Er gewann seinen Titel durch einen knappen Punktsieg mit Mehrheitsentscheidung gegen den nicht sehr starken Giovanni Lorenzo (19.09.2009). Danach verteidigte er seinen Titel durch einen TKO-Sieg gegen einen eher mittelmäßigen Boxer namens Billy Lyell (30.01.2010), der exakt ein Viertel seiner Profikämpfe verloren hatte. Dann folgte eine Pflichtverteidigung gegen Roman Karmazin (05.06.2010). Gegen ihn erreichte er nur mit Müh und Not ein nicht unumstrittenes Unentschieden. Natürlich, wir kennen das Muster schon: Es gab keinen Rückkampf, dafür aber einen leichteren Gegner (Mahir Oral). In der nächsten Pflichtverteidigung bekam er es dann mit Daniel Geale zu tun. Diesmal verlor er knapp nach Punkten
© Uwe Betker

Andreas Sidon gegen Nikolai Valuev

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Es gibt Fernsehbilder, die man nicht vergessen kann. Einige werden zu einem Teil des Bilderkanons der Gesellschaft (Muhammad Ali steht über dem am Boxen liegenden Sonny Liston). Ein anderer Teil wird zu einer persönlichen Erinnerung. Ein Fernsehbild, das sich mir persönlich besonders eingeprägt hat, stammt aus dem Kampf zwischen Andreas Sidon und Nikolai Valuev. Der Kampf war, soweit ich weiß, noch nie in voller Länge im deutschen Fernsehen zu sehen. Ich sah ihn bei Andreas Sidon zu Hause, der die Masterbände von dem Kampf besitzt.
Für Sidon war der Kampf am 07. Mai 1999 in einem Theater in Prag erst der zweite Auftritt als Profi. Valuev war amtierender russischer Meister im Schwergewicht. Er sah Furcht einflößend aus. Mit seinen 2,17 Metern war er ganze 20 Zentimeter größer als Sidon und in 19 Profikämpfen ungeschlagen geblieben. Nur drei seiner Gegner hatten den Schlussgong stehend erreicht. „Ich wusste durch mein Sparring mit Timo Hoffmann, der auch eine Riesenkante ist, dass große Boxer auch Nachteile haben, z. B. bei der Sauerstoffversorgung“, erzählte Sidon. Sidon schlug sich bravourös. Allein die Tatsache, dass der kleinere und unerfahrene Boxer den Kampf aufnahm und den Sieg suchte, brachte Sidon die Unterstützung der Zuschauer ein. In der dritten Runde passierte dann etwas Unerwartetes: Der Ringrichter brach den Kampf unnötigerweise ab, nachdem Sidon einige Treffer hatte nehmen müssen. Die Situation eskalierte, als das Publikum, das Schiebung vermutete, Gegenstände in den Ring warf. Sidon einigte sich mit Valuev darauf, den Kampf weiterzuführen. Der Referee verließ den Ring. Irgendjemand machte den Zeitnehmer und sogar die Nummerngirls zeigten weiter die Runden an. Die beiden Boxer brachten die angesetzten sechs Runden vor einem begeisterten Publikum zu Ende. Allerdings war die letzte Runde wohl etwas kürzer. Der Fight steht als „no contest“ in den Kampfrekorden von Sidon und Valuev.
Der Kampf der Beiden war einfach spektakulär: Zwei Boxer tragen ihren Kampf inmitten von Chaos aus. Einmal ist ein Mann mit Besen noch zu sehen, der die Flaschen zusammenkehrt, ein anderes Mal ist noch ein Nummerngirl im Ring, während Sidon und Valuev miteinander kämpfen. Aber das Bild, das ich mich am meisten beeindruckte, war, wie Sidon immer wieder den Kopf des wohl völlig erschöpften Valuevs mit der Linken nach unten zog um einen rechten Aufwärtshaken zu landen.
Als dann Valuev als neue Schwergewichtshoffnung und in Richtung WM-Herausforderer aufgebaut wurde, gab es Überlegungen einen Rückkampf zu organisieren. Angeblich ist der dann aber am Veto der ARD gescheitert. Es wurde kolportiert, die ARD hätte Angst gehabt um die Gesundheit von Sidon. Ich persönlich halte diese Entscheidung der ARD für eine ganz schlechte. Sidon hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht seine Niederlagen gegen Alexander Dimitrenko (02.07.2006), Taras Bydenko (28.10.2006) und Odlanier Solis (27.04.2007) hinnehmen müssen. Mir, der ich gesehen habe, mit welcher Leichtigkeit Sidon den Kopf von Valuev herunterzieht um ihn zu schlagen, kann kaum an die Menschliebe der ARD glauben. Ich vermute eher, dass die ARD damals eher Angst um den Kampfrekord „ihres“ Schwergewichtlers hatte. Außerdem hätten sie ja dann auch Sidon Geld für die Aufnahmen des ersten Kampfes geben müssen, um ihn den Zuschauern zu zeigen.
© Uwe Betker

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17. April 2011 at 23:59

Foto: Nikolai Valuev und Ulli Wegner

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2. April 2011 at 23:59

Foto: Paolo Vidoz und Nikolai Valuev

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11. März 2011 at 23:59

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Foto: Nikolai Valuev

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3. Februar 2011 at 23:59

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Foto: Nikolai Valuev

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18. Januar 2011 at 23:59

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