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Posts Tagged ‘Nikolai Valuev

Foto: Alexander Abraham & Nikolai Valuev

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Written by betker

11. Januar 2011 at 23:59

Ein Blick in die Glaskugel

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Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass, seit sie ihren TV-Vertrag mit dem ZDF verloren hat, das einstige „German Powerhouse“ Universum Box-Promotion in den letzten Zügen liegt. Dafür hat Universum, so scheint mir, lange Jahre hart und verbissen gearbeitet. Die Erosion des Veranstalters ist nicht zu übersehen. Viele bekannte Namen sind verschwunden. Von der Frauenabteilung sind nur noch zwei Boxerinnen übrig geblieben. Boxer werden ins Ausland geschickt.
Offensichtlich ist es Klaus-Peter Kohl, dem Besitzer und Gründer von Universum, nicht gelungen, einen potenten TV-Partner für sein Produkt zu interessieren. Es sind Gerüchte zu hören, dass Boxer dazu genötigt werden, auf die Hälfte ihrer vertraglich garantierten Börse verzichten, nur um überhaupt noch boxen zu können. Weitere Gerüchte besagen, dass Sauerland Event sich nicht retten kann vor Anfragen von Universum-Boxern, die den Stall wechseln wollen. Angeblich sind alle bereit, für einen Vertrag radikale finanzielle Einbussen in Kauf zu nehmen. Das hört sich nicht gut an.
Wie lang es Klaus-Peter Kohl noch versuchen wird, seinen Boxstall zu alter Größe zurück zu führen, ist ungewiss. Wenn man den Gerüchten Glauben schenken will, hat Kohl genug Geld, noch eine ganze Weile durchzuhalten. Ein Problem, mit dem er sich konfrontiert sieht, ist natürlich, dass der Ruf seiner Veranstaltungen nicht der beste ist. Denn wären seine Veranstaltungen gut gewesen, hätte auch die Einschaltquote gestimmt. Hätte die Einschaltquote gestimmt, wäre das Zweite Deutsche Fernsehen nicht ausgestiegen.
Also schauen wir in die Glaskugel, die die Zukunft uns zeigt. Was sehen wir, sagen wir in einem dreiviertel Jahr?
Klaus-Peter Kohl hat seinen Laden dicht gemacht. SES, der Boxstall von Ulf Steinforth hat keinen Anschlussvertrag mit SAT 1 bekommen und veranstaltet nur noch im Verbund mit Arena Boxpromotion und Felix Sturm. Sauerland Event ist der größte Veranstalter von Europa. Sie haben nur Denis Boytsov, Sebastian Zbik und Jack Culcay, von Universum übernommen. Dafür hat Nikolai Valuev aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt erklärt. Andere Boxer wurden schlicht aussortiert.
Die Brüder Wladimir und Vitali Klitschko vermarkten sich weiter alleine. Und sie vermarkten weiterhin einzig und alleine sich selber. Sie sind immer noch auf RTL zu sehen und das Vorprogramm ist weiterhin zum großen Teil zum Wegsehen.
Das Frauenboxen hat, soweit es das Fernsehen in Deutschland betrifft, aufgehört zu existieren. Manchmal sieht man noch im Publikum Regina Halmich, und manchmal zeigt die ARD ein paar Minuten von den Kämpfen der Norwegerin Cecilia Braekhus.
Felix Sturm setzt seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit SAT1 fort. Einen Teil des Vorprogramms bestückt er selber. Der andere Teil kommt von Arena Boxpromotion. Arena wird zum zweitgrößten Veranstalter in Deutschland. Odlanier Solis bekommt seinen Kampf gegen Wladimir Klitschko und … Yuriorkis Gamboa und Selcuk Aydin sind immer noch Weltmeister im Federgewicht bzw. im Weltergewicht. Ihre Kämpfe sind aber immer noch nur selten im deutschen Fernsehen zu sehen. Bei den wenigen SAT1-Veranstaltungen sind Benjamin Simon und wechselnde andere die Hauptkämpfer von Arena.
© Uwe Betker

Hauptkämpfer Alexander Frenkel

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Im September (18.09.2010) hat sich Alexander Frenkel in Birmingham durch einen spektakulären Sieg ins Zentrum der Wahrnehmung gerückt. Nach Punkten zurückliegend drehte er mit einem spektakulären KO den Kampf um. Der in Kivograd in der Ukraine geborene Frenkel entthronte Enzo Maccarinelli als Europameister im Cruisergewicht. Mit einem linken Haken stellte er den Verlauf des Kampfes auf den Kopf. Der Puncher besiegte den Boxer.
Nach den schweren Niederlagen von Arthur Abraham (27.11.2010), Karo Murat (18.09.2010), der schon einjährigen Inaktivität von Nikolai Valuev und dem noch nicht gewonnenen Kampf von Marco Huck gegen Denis Lebedev (18.12.2010) wird Frenkel nun zum Hauptkämpfer von Sauerland Event. Am 26. Februar 2011 soll er seinen Europameistertitel in Bamberg gegen einen noch nicht gefundenen Gegner verteidigen. Als zweiter Hauptkämpfer soll Robert Helenius seinen WBO-Intercontinental Titel im Schwergewicht verteidigen.
Dass Frenkel nun zum Hauptkämpfer aufsteigt, obwohl er durch diverse Verletzungen seiner Schlaghand in den letzten Jahren immer wieder pausieren musste, zeigt, dass auch bei Sauerland Event die Personaldecke dünn wird, zumindest was die Hauptkämpfer angeht. M.E. ist es ein weiterer, interessanter Aspekt, dass der Hauptkampf eine Europameisterschaft ist. Offensichtlich kann auch der berliner Veranstalter nicht zu jeder Show eine Weltmeisterschaft aufbieten.
© Uwe Betker

Schülertheater (1.)

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Es erinnert schon ein wenig an eine Schülertheateraufführung in der Mittelstufe, und keine besonders gute, was uns im Vorfeld zum nächsten Kampf von Wladimir Klitschko am 11. Dezember in Mannheim so geboten wird. Erst gab es keinen Gegner für die Verteidigung der beiden WM-Titel. Dann gab es einen. Dann gab es wieder keinen. Dann wurde ein neuer präsentiert. Der will auch, aber ob er darf, steht noch nicht fest.
Am Anfang stand die Suche nach einem Gegner für Wladimir Klitschko. Logische Namen wie Alexander Povetkin und Nikolai Valuev fallen Verletzungs- oder Trainerbedingt aus. David Haye ist offensichtlich zu teuer und wohl zu gefährlich. Tomasz Adamek ist zu – keine Ahnung was. Verwirrt?
Lehnen wir uns doch einfach zurück und schauen uns die Aufführung an.
Der Vorhang geht auf:
Das Management des besten Schwergewichtlers der Welt kommt auf die Idee, wenn man schon keinen starken Gegner für einen Kampf zu ihren Bedingungen finden kann oder will, so könnte man vielleicht doch wenigstens einen klangvollen Namen als Kontrahenten engagieren. Ihre Wahl fiel auf David Tua.
Die Nummer 39 der unabhängigen Weltrangliste hat nun tatsächlich schon einen beeindruckenden Kampfrekord (55 Kämpfe, 51 Siege, 43 durch KO 43, 3 Niederlagen und 2 Unentschieden). Allerdings hätte man sich einen Klitschko-Tua-Kampf doch ein paar Jahre früher gewünscht. Aber damals waren die Klitschkos noch nicht so dominant wie heute und Tua viel gefährlicher. Aber wie es im Boxen so geht, man bekommt eben nicht immer das, was man sich wünscht. Klitschko-Kämpfe, die man sich wünscht, bekommt man noch viel seltener.
Aus dem Tua-Kampf wurde dann nichts. Angeblich wurden Tua 400.000 Dollar für den Kampf geboten. Für 400.000 Dollar muss zwar eine alte Frau lange stricken, aber als Angebot für einen WM-Kampf gegen einen Klitschko scheint die Summe doch ein wenig arg klein zu sein. So sah es jedenfalls auch Tuas Manager Cedric Kushner, denn der brach sofort die Verhandlungen ab.
Es ist schon ein seltsamer Zufall, dass so viele Verhandlungen mit potentiellen Gegnern der Klitschkos immer wieder platzen. Hier sei nur der Name David Haye nochmals erwähnt. Sollte etwa etwas an dem Gerücht dran sein, das den Gebrüdern Klitschko extreme Geldgier nachsagt?
Ende erster Akt.
© Uwe Betker

Foto: Nikolai Valuev

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Written by betker

10. Oktober 2010 at 23:59