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Posts Tagged ‘Nordin Asrih

Foto: Nordin Asrih (mit Ringrichter Thomas Hackenberg und Kazim Kurnaz)

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(C) Uwe Betker

Written by betker

12. Mai 2016 at 23:59

Ein schöner Freitagabend im Stahlwerk

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Wenn man im Stahlwerk in Düsseldorf die Augen offen hält, dann entdeckt man hier und da noch das bekannte MW als Großbuchstaben in einem Kreis, das Zeichen der Mannesmann Werke. Das Stahlwerk gehörte einmal zu den Produktionsstätten von Mannesmann. Heute ist es ein über Düsseldorf hinaus bekannter Veranstaltungsort für Konzerte und Partys und neuerdings auch für Boxveranstaltungen. Stefan Freudenreich veranstaltete hier nun schon zum zweiten Mal zusammen mit seinem Matchmaker Sebastian Tlatlik, und man kann sagen, seine Veranstaltungen werden von mal zu mal besser. Es ist abzusehen, dass Freudenreichboxen im Stahlwerk zum Kult wird. Um es vorab zu sagen, die Veranstaltung vom 11.03.2016 war richtig gut. Und sie fand an einem Freitag statt, der für mich der perfekte Termin für eine Boxveranstaltung ist. Es gab insgesamt 10 Kämpfe zu sehen, vier Amateur- und sechs Profikämpfe, wobei die Amateurkämpfe durchwegs gut und hart umkämpft waren.
Den ersten Profiboxkampf des Abends bestritten Yaser Yüksel (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) und Gökhan Ucar (23 Kämpfe, 23 Niederlagen, 18 durch KO) im Weltergewicht. Yüksel, der seinen zweiten Kampf als Profi bestritt, begann verhalten. Er brauchte sichtlich Zeit, um sich auf die Rechtsauslage von Ucar einzustellen. Die erste Runde war ausgeglichen und es gab nur wenige Aktionen. Beide hatten aber ihre Momente. Die zweite Runde war komplett anders. Yüksel, der von Rüdiger May trainiert wird, war nun schnell auf den Beinen und machte Druck. Er trieb Ucar vor sich her. Dann stellte er ihn und kam mit drei rechten Kopfhaken durch, die seinen Gegner zu Boden zwangen. Als der Ringrichter mit dem Zählen anfangen wollte, kam auch schon das Handtuch geflogen. Sieger durch TKO in Runde 2 nach 1:20 Minuten: Yaser Yüksel.
Hiernach stieg Marek Jedrzejewski (7 Kämpfe, 7 Siege, 7 durch KO), unbestritten ein großes Talent im Leichtgewicht, in den Ring. Dort traf er auf Ramiz Dzafic. Jedrzejewski wollte den Kampf schnell beenden, weil er durch eine Erkältung gehandicapt war. Er verteilte gut auf Körper und Kopf und sehr schnell war offensichtlich, dass Dzafic Körpertreffer nicht mag. Eine Rechte zum Körper und er knickte ein. Der gute Ringrichter Thomas Hackenberg zählte ihn an. Das gleiche wiederholte sich wenig später, nur dass diesmal der Kampf abgewunken wurde. Sieger durch TKO in Runde 1 nach 2:20 Minuten: Marek Jedrzejewski.
Den dritten Profiboxkampf bestritten im Halbschwergewicht Badien Hasso (11 Kämpfe, 11 Siege, 5 durch KO) und Fadil Pasalic (10 Kämpfe, 1 Sieg, 9 Niederlagen, 5 durch KO). Der Kampf war kurz und schmerzhaft für Pasalic. Hasso machte von der ersten Sekunde an Druck und er suchte den KO. Er schob seine Linke raus um dann mit seiner Rechten ausholend auf seinen Gegner einzuschlagen. Schon bald hatte Hasso Pasalic in einer Ecke gestellt und da ließ er ihn auch nicht mehr raus. Eine Rechte zum Körper schickte ihn zu Boden. Die Schläge, die Hasso seinem zusammensackenden Gegner dann noch mit auf den Weg nach unten gab, waren unnötig. Auch hier flog ein Handtuch in den Ring, um den geschlagenen Boxer vor weiteren Schlägen zu schützen. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:55 Minuten: Badien Hasso.
Hiernach stiegen Nordin Asrih (5 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO, 2 Niederlagen) und Svetislav Peric (3 Kämpfe, 3 Niederlagen) in den Ring, wo sie im Halbschwergewicht ihr Kräfte messen sollten. Beide führten den Kampf sehr munter hektisch und ausgeglichen. Erst ging Asrih zu Boden, wofür er aber nicht angezählt wurde, weil es ein Schupser war. Dann ging Peric zu Boden, wofür er angezählt wurde, weil es eine Rechte war. Hiernach ging Peric erneut zu Boden, wofür er aber nicht angezählt wurde, weil es ein Schupser war. Beide Boxer nahmen viele Schläge. In der zweiten Runde kam Asrih stärker und konzentrierter. Ein Körperhaken ließ Peric wieder zu Boden gehen, wofür er erneut nicht angezählt wurde. Sein Ende kam, als er in der unmittelbar nächsten Aktion einen linken Kopfhaken nehmen musste. Ringrichter Hackenberg stoppte hier den Kampf. Sieger durch TKO in Runde 2 nach 1:05 Minuten: Nordin Asrih.
Es folgte ein auf acht Runden angesetzter Kampf im Mittelgewicht, der beste und härteste Kampf des Abends werden sollte. In ihm trafen Dominik Tietz (6 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) und Javad Sadeghi (4 Kämpfe, 4 Siege, 4 durch KO) aufeinander. Die erste Runde gehörte Tietz. Er machte mehr. Er bestimmte den Kampf. Sadeghi boxte im Rückwärtsgang und beschränkte sich aufs Kontern. In der zweiten Runde dreht Sadeghi den Kampf um. Zwar boxte er weiter vor allem im Rückwärtsgang, aber er etablierte seine Führhand. Immer und immer wieder traf er so den sich heranschiebenden Tietz. Auch wenn Tietz die Distanz zu Sadeghi verkürznen konnte, setzte Sadeghi doch mehr Treffer, wobei er sie außerdem gut verteilte. In der dritten Runde schien Tietz, der immer mehr Treffer nehmen musste, zu realisieren, dass er kein Konzept gegen Sadeghi hatte. In der vierten Runde erhöhte Sadeghi den Druck. Immer wieder stellte er seinen Gegner in den Seilen und deckte ihn mit Schlägen ein. Auch in der fünften Runde wurde er immer häufiger in den Seilen gestellt, wo er eine Kombination nach der anderen Kombination nahm, ohne sich wirklich befreien zu können. Am Ende der Runde wurde er schließlich in einer neutralen Ecke gestellt, wo er unter den Schlägen langsam, wie im Zeitlupentempo, zusammenbrach. Dann ertönte der Pausengong. Der umsichtige Ringrichter Kornelius Bernds ging kurz in die Ecke von Tietz und wechselte ein paar Worte. Als der Gong zur sechsten Rund ertönte, warf Tietz‘ Ecke das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 6 nach 0:01 Minuten: Javad Sadeghi.
Nach diesem Hauptkampf wirkte der folgende letzte Kampf nur mehr wie ein Rausfeger. Aria Najafi (5 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO, 1 Unentschieden) traf im Mittelgewicht auf Izzet Kurnaz (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 4 durch KO). Die erste Runde gestaltete sich ereignislos, weil Najafi seinen überforderten Gegner nicht sofort KO schlagen wollte. In der zweiten Runde machte er dann etwas mehr und Kurnaz ging nach zwei Linken zu Boden. Der Bruder und Trainer von Kurnaz beendete das ungleiche Gefecht. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 2:00 Minuten: Aria Najafi.
Das Stahlwerk in Düsseldorf ist ein toller Ort für Boxen. Die dort stattfindenden Veranstaltungen von Stefan Freudenreich werden immer besser, und die vom letzten Freitag war richtig gut. Man kann nur hoffen, dass noch viele weitere folgen werden.
© Uwe Betker

Zwei Profiboxkämpfe auf einer MMA Veranstaltung

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MMA und Profiboxen zusammen zu bringen, ist ein gute Idee. Wieso sollten auch nicht beide Sportarten auf einer Veranstaltung zu sehen sein. Bei der „Respect“ Veranstaltung am 11.04.2015 in der Bayerhalle in Wuppertal war es denn auch so. Es gab insgesamt 13 Kämpfe. Davon war einer ein MMA Amateurkampf, 9 MMA Profikämpfe, davon einer ein Frauenkampf, und zwei waren Profiboxkämpfe. Ich gebe zu, dass MMA nicht hundertprozentig nach meinem Geschmack ist, aber, soweit ich es beurteilen kann, waren die Kämpfe gut. Ich fand einige sogar sehr spannend. Es gab auch mehrere Titelkämpfe, Weltmeisterschafts- und Europameisterschaftskämpfe, zu sehen.
Besonders der letzte Kampf des großen Nordin Asrih interessierte und fesselte mich. Dieser kämpfte gegen Abner Lloveras um einen Europameisterschaftstitel. Leider konnte Asrih seinen letzten Kampf nicht für sich entscheiden. Aber er zeigte das, wofür er bekannt ist: Herz und Kampfgeist. Trotz einer Verletzung des Knies gab er alles. Herr Asrih, ich ziehe meinen Hut vor Ihnen! Respekt!
Der auf sechs Runden angesetzte Kampf im Leichtgewicht zwischen Marek Jedrzejewski (3 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO) und Sandro Lütke Bordewick (3 Kämpfe, 1 Sieg, 2 Niederlagen, 1 durch KO) war der erste Profiboxkampf des Abends. Leider war er nur 112 Sekunden kurz. Ich hätte wirklich sehr gerne mehr von Jedrzejewski gesehen. Er boxte sehr souverän und beherrscht. Mit seiner tollen linken Führhand bestimmte er das Geschehen im Ring. Gestochen scharf und schnell fand sie ihr Ziel. Immer wieder ging sie durch die Deckung des Gegners durch, als würde sie gar nicht existieren. Schon bald veränderte sich die Form der Nase von Bordewick. Dann verlangsamte ein linker Körperhaken seine Fluchtbewegungen. Kurze Zeit später stellte Jedrzejewski ihn dann an den Seilen und kam mit einem schönen linken Cross zu Schläfe durch. Die folgende Rechte zum Kopf streifte diesen nur. Bordewick drehte sich ab und der Ringrichter brach den Kampf ab. TKO Runde 1 nach 1:52 Minuten.
In einer der drei etwas längeren Pausen trat Chloe Bruce auf, eine Martial Art Künstlerin. Bis jetzt habe ich Derartiges noch nie gesehen. Ich weiß auch gar nicht, wie man das nennt, wenn einer bzw. eine Martial Art wie eine Ballettperformance betreibt – nur wie auf Speed. Aber beeindruckend war das. – Bis jetzt der beste Showact des Jahres.
Im zweiten und letzten Boxkampf trafen Mike Martini (4 Kämpfe, 4 Siege, 2 durch KO) und Mike Kässmann (3 Kämpfe, 3 Niederlagen, 3 durch KO) im Weltergewicht für einen Vierrunder aufeinander. Martini, der kleinere und kompaktere Boxer, ging von Anfang an auf den Körper. Immer wieder schlug er zu. Am Ende brachte ein Leberhaken Kässmann zum Einknicken und der Ringrichter brach den Kampf ab. TKO Runde 1 nach 1:50 Minuten.
Wie schon gesagt, MMA ist nicht 100%-prozentig mein Ding, aber die „Respect“ Veranstaltung war, meiner Einschätzung nach, eine gute Veranstaltung. Jedenfalls haben mich die MMA Kämpfe gut unterhalten. Ich persönlich hätte mir ein paar mehr Profiboxkämpfe gewünscht. Man kann nur hoffen, dass das Mischen von MMA und Profiboxen Schule macht. Gerade Profiboxer, die noch aufgebaut werden müssen, brauchen einfach mehr Möglichkeiten zu kämpfen.
(C) Uwe Betker