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Foto: Ondrej Pala vs. Oleksiy Mazykin II.

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Written by betker

15. Mai 2011 at 23:59

Ein Rückblick: Back To Boxing – männlich

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Arena Sports-Promotion und Prime Time Events & Entertainment hatten den Anspruch, mit ihrer Show „Back to Boxing“ Boxkämpfe mit Paarungen auf Augenhöhe zu zeigen. Das ist ihnen, zumindest was die Männerboxkämpfe angeht, nicht vollständig gelungen.
Im Vorfeld waren sich die meisten Experten am Ring einig, dass der Schwergewichtler Yakup Saglam (28 Kämpfe, 28 Siege, 24 durch KO) gegen Michael Wallisch (7 Kämpfe, 7 Siege, 4 durch KO) gewinnen würde und wenn es Wallisch wider Erwarten doch schaffen sollte, dann nur durch Boxen und nicht durch Fighten. Wallisch, der Schützling von Oktay Urkal, belehrte die Experten jedoch eines Besseren. Er gewann die Internationale Meisterschaft des BDB, indem er den Kampf annahm. Über weite Strecken erinnerte die Begegnung der Beiden an einen „Strong Man Contest“. Jeder wollte dem anderen beweisen, dass er der Härtere ist, dass er härter zuschlagen und besser Schläge wegstecken kann als der andere. Es war ein sehr unterhaltsamer Kampf und ich könnte mir vorstellen, dass eine Neuauflage auch wieder gut werden würde.
Auch die IBF East/West Europe Championship – das soll eine Europameisterschaft sein – im Halbschwergewicht überraschte mich. Ich hatte keinerlei Vorstellung davon, wie sich das Aufeinandertreffen von Mohammed Rasuli (20 Kämpfe, 13 Siege, 4 durch KO, 4 Niederlagen, 2 durch KO, 3 Unentschieden) und Varol Vekiloglu (19 Kämpfe, 16 Siege, 9 durch KO, 2 Niederlagen, 1 Unentschieden) entwickeln würde. Daher war ich angenehm überrascht, einen erbittert geführten Kampf zu sehen, in dem sich die Kontrahenten nichts schenkten und der hin und her wogte. Gerade als ich dachte, Vekiloglu hätte den Kampf im Griff, bekam Rasuli den zweiten Atem. Und wiederum eine Runde später zeigte Vekiloglu seine physische Überlegenheit. Rasulis Trainer ließ seinen Schützling nicht mehr zur 7-ten Runde antreten.
Firat Arslan (36 Kämpfe, 30 Siege, 19 durch KO, 5 Niederlagen, 2 durch KO, 1 Unentschieden) war kurzfristig auf die Fightcard gesetzt worden und man wollte ihm einen schnellen Sieg zukommen lassen. Mit Michal Bilak (35 Kämpfe, 19 Siege, 10 durch KO, 16 Niederlagen, 8 durch KO), der seine letzten 9 Kämpfe in Folge verloren hatte, hatte man den entsprechenden Gegner gefunden. Es schien mir aber fast so, als hätte der Ex-Weltmeister im Cruisergewicht, Arslan, Ringrost angesetzt. Er wirkte auf mich verhalten und nicht wirklich dominant. Gleichwohl nahm Bilak viele harte Treffer. An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich den Ringrichter vom BDB Holger Wiemann aus Berlin loben, der Bilak genau zur richtigen Zeit in Runde 3 aus dem Kampf nahm – das war exzellent!
Wie Arslan war auch Selcuk Aydin (21 Kämpfe, 21 Sieg, 16 durch KO) kurzfristig zu seinem Kampf gekommen. Der amtierende Weltmeister der WBC im Weltergewicht hatte erwartungsgemäß keine Mühe mit Dzmitry Lubachkin (19 Kämpfe, 18 Siege, 17 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO). Dass Lubachkin keine Chance haben würde, war von vornherein klar. Dass aber Aydin so stark sein würde, hat mich dann doch überrascht. Aydin gewann durch KO in Runde eins.
Eine weitere Überraschung erwartete die Schwergewichtshoffnung Erkan Teper (5 Kämpfe, 5 Siege, 3 durch KO). Er tat sich schwer gegen den Haudegen Robert Hawkins (40 Kämpfe, 23 Siege, 7 durch KO, 17 Niederlagen, 3 durch KO). Zwar schlug er ihn in der zweiten und vierten Runde zu Boden, aber er schaffte es nicht, ihm den Rest zu geben. Teper zeigte gutes Boxen, gute Ansätze, aber er zeigte auch, dass er mit seinen 5 Kämpfen noch ein Frischling in der Schwergewichtsszene ist.
Der Schwergewichtler Ondrej Pala (31 Kämpfe, 29 Siege, 21 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) kämpfte gegen Oleksiy Mazykin (24 Kämpfe, 16 Siege, 3 durch KO, 6 Niederlagen, 3 durch KO, 2 Unentschieden). Er gewann durch TKO in Runde 7. Geplant war eine Neuauflage des guten Kampfes von vor eineinhalb Jahren (24.10.2009). Nun bin ich ja auch ein großer Freund von Rückkämpfen – auf diesen jedoch hätte ich gerne verzichtet, denn manchmal funktionieren Rückkämpfe einfach nicht. Die Boxer wissen zuviel voneinander, verfügen aber nicht über Mittel, grundlegend etwas anders zu machen als bei der Erstauflage. Gleichzeitig geben sie sich weniger Blößen. Das Resultat: Ein langweiliger Kampf. Und so war es leider auch hier.
Wie zu erwarten war Veranstaltung „Back to Boxing“ kein Event – und das war auch gut so. Bis auf die kurzfristig für den WM-Ausscheidungskampf ins Programm genommenen Kämpfe vom Firat Arslan und Selcuk Aydin waren die Paarungen durch die Bank weg gut und kamen dem Motto „Paarungen auf Augenhöhe“ sehr nahe. Ich wünsche mir mehr solcher Veranstaltungen und ich wünsche mir, dass auch die Event-Veranstalter sich mehr in diese Richtung bewegen. Dies würde dem Boxen gut tun.
© Uwe Betker

Back to Boxing – männlich

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Arena Sports-Promotion und Prime Time Events & Entertainment präsentieren am 01.04.2011 in Berlin eine Profiboxveranstaltung mit dem Namen „Back to Boxing“. Der Hauptkampf des Abend sollte ursprünglich der WM-Ausscheidungskampf im Mittelgewicht zwischen Benjamin Simon (21 Kämpfe, 20 Siege, 19 durch KO, 1 Niederlage) und Sam Soliman (50 Kämpfe, 39 Siege, 17 durch KO, 11 Niederlagen, 1 durch KO) sein. Durch eine Handverletzung von Simon fällt nun dieser Kampf aus. 7 der 10 nun stattfindenden Kämpfe bestreiten Männer und darunter sind einige interessante.
Der Schwergewichtler Ondrej Pala (30 Kämpfe, 28 Siege, 20 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) ist seit 17 Kämpfen ungeschlagen. Er ist die Nummer 36 der unabhängigen Weltrangliste. Sein Gegner, Oleksiy Mazykin (23 Kämpfe, 16 Siege, 3 durch KO, 5 Niederlagen, 2 durch KO, 2 Unentschieden), den er bereits vor eineinhalb Jahren (24.10.2009) schon einmal nach Punkten geschlagen hat, ist die Nummer 105 in der Welt. Hier stellt sich wohl nur die Frage, ob Pala es diesmal schafft vorzeitig zu gewinnen.
Im Schwergewicht bekommt es Yakup Saglam (27 Kämpfe, 27 Siege, 24 durch KO) mit Michael Wallisch (6 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO) zu tun. Hier trifft die Nummer 88 auf die Nummer 202. Obwohl Saglam Favorit ist, darf man den von Oktay Urkal trainierten Wallisch aber nicht unterschätzen. Es würde mich nicht wundern, wenn Saglam mehr Schwierigkeiten bekommt, als im lieb ist.
Firat Arslan und Selcuk Aydin sind kurzfristig auf die Fightcard gesetzt worden. Sie sollen den Simon-Kampf ersetzen. Der Ex-Weltmeister im Cruisergewicht, Arslan (35 Kämpfe, 29 Siege, 18 durch KO, 5 Niederlagen, 2 durch KO, 1 Unentschieden), bekommt es mit Michal Bilak (34 Kämpfe, 19 Siege, 10 durch KO, 15 Niederlagen, 7 durch KO) zu tun. In diesem Kampf geht es wohl hauptsächlich darum, Arslan, der seine letzten beiden Kämpfe verloren hat, zu neuem Selbstvertrauen zu verhelfen. Mit Bilak dürfte dies sehr sicher möglich sein, denn er verlor seine letzten 9 Kämpfe in Folge.
Der amtierende Weltmeister der WBC im Weltergewicht Aydin bekommt es mit dem ungeschlagenen Dzmitry Lubachkin (18 Kämpfe, 18 Siege, 17 durch KO) zu tun. Trotz dieses beeindruckenden Kampfrekords ist Lubachkin wohl eher als relativ schwach einzuschätzen. Es würde mich wundern, wenn die beiden auf 8 Runden angesetzten Kämpfe über die Distanz gehen sollten.
Die Kämpfe der Veranstaltung „Back to Boxing“ sind sicher keine Kämpfe, mit denen man Arenen füllen kann. Ich erwarte aber zumindest muntere Kämpfe.
© Uwe Betker

Ein stallinternes Duell

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Wenn zwei Boxer aus dem gleichen Boxstall gegeneinander antreten, so bedeutet das meist, die beiden Boxer stehen an einem Scheideweg ihrer Karriere.
Am 12. November treffen die Schwergewichtler Konstantin Airich (20 Kämpfe, 16 Siege, 13 durch KO, 2 Niederlagen und 2 Unentschieden) und Yakup Saglam (26 Kämpfe, 26 Siege, 23 durch KO) in Stralsund aufeinander. Dabei geht es um den vakanten PABA Titel im Schwergewicht. Der Titel selbst hat keinen besonderen Wert, aber der Sieger des Duells soll, laut Arena Boxpromotion, in die Top 15 der WBA-Weltrangliste vorstoßen. Die Karriere des Verlierers wird wohl im Dunkel verschwinden.
Der in Astana, Kasachstan geborene Airich konnte in den letzten drei Jahren nicht wirklich überzeugen. Erst erreichte er gegen Oleksiy Mazykin (14.03.2008) nur ein Unentschieden, und auch den Rückkampf (23.10.2010) konnte er nur sehr knapp und nicht unumstritten nach Punkten für sich entscheiden. Niederlagen gegen den alten Haudegen Danny Williams (30.05.2008) und Ondrej Pala (06.03.2009) vervollständigen das Bild.
Bei dem in Arsin, Türkei geborene Yakup Saglam liegt die Sache etwas anders. Saglam ist zwar ungeschlagen, aber auch weitestgehend ungetestet.
Mit Airich und Saglam treffen die Nummer 134 der unabhängigen Weltrangliste bzw. die Nummer 7 in Deutschland und die Nummer 89 der Weltrangliste bzw. die Nummer 3 in Deutschland aufeinander. Dies ist eine Konstellation, die einen spannenden Kampf verspricht, zumal die Boxstile der beiden vermutlich gut zueinander passen. Airich boxt eher einen an der osteuropäischen Amateur-Boxschule angelehnten Stil und Saglam liebt es, mit weiten Schwingern auf seine Gegner loszugehen.
Man darf gespannt sein, welche Karrierenkurve nach oben führen und welche sich nach unten entwickeln wird.
© Uwe Betker