Box-Blog

Posts Tagged ‘Patrick Korte

Foto: Patrick Korte vs. Hasan Kurnaz

leave a comment »

Written by betker

13. November 2017 at 23:59

Foto: Patrick Korte

leave a comment »

Written by betker

29. Oktober 2017 at 23:59

Das ganz große Finale von Werner Kreiskott

leave a comment »

Kurz nach Mitternacht war der Kultboxer endgültig Geschichte geworden. Er stand nach seinem letzten Kampf als Sieger im Ring umgeben von Familie, Weggefährten, Freunden und vielen, die ihm geholfen hatten. Es war ein bewegender Moment. Über elf Jahre war Kreiskott Teil des Boxens in Deutschland gewesen und nun gehört dieser Teil der Geschichte und den Erinnerungen an.
Die Veranstaltung von Kreiskott war genauso wie seine Veranstaltungen immer sind, nur besser. Auch sein Kampf war so wie seine Kämpfe immer sind, nur schwerer. Die Veranstaltung war wie immer voll gepackt mit Kämpfen – und es waren dieses Mal richtige Knallerkämpfe dazwischen. Sein eigener Kampf war eine an die Substanz gehende Schlacht, in der der Mann, der den stärkeren Willen hatte, gewann.
Insgesamt waren 14 Kämpfe zu sehen, fünf nach K1 Regeln und neun Profikämpfe. Den Anfang beim Profiboxen machten im Super Mittelgewicht Phillip Kolodziej (16 Kämpfe, 10 Siege, 7 durch KO, 6 Niederlagen, 6 durch KO) und Ahmed Akit Beide (5 Kämpfe, 5 Niederlagen, 5 durch KO). Akit Beide boxte sehr defensiv, verschanzte sich hinter seiner Doppeldeckung und wirkte nachgerade pazifistisch. Kolodziej punkte mit seiner Führhand. In der zweiten Runde erhöhte er den Druck und versuchte, durch Körpertreffer die Deckung von Akit Beide runterzuziehen; das funktionierte auch. Eine schöne Linke zum Kopf brachte Akit Beide zu Boden. Der stellte sich wieder und erreichte die Rundenpause. Am Anfang der dritten Runde musste er erneut nach einer Kombination zu Boden. Danach wurde Akit Beide dann buchstäblich durch den Ring geprügelt. Er kassierte viel. Immer wieder drehte er ab. Irgendwann hatte der GBA Ringrichter Roman Morawiec genug gesehen und brach den sehr ungleichen Kampf ab. Eine sehr gute Entscheidung.
Als nächstes stiegen für einen Sechsrunder im Schwergewicht Timur Stark (11 Kämpfe, 9 Siege, 8 durch KO, 2 Niederlagen) und Emre Altintas (25 Kämpfe, 10 Siege, 6 durch KO, 14 Niederlagen, 13 durch KO, 1 Unentschieden) in den Ring. Der von Artur Grigorian trainierte Stahl boxte souverän und schön grade. Altintas hielt dagegen, zog aber bei den Schlagabtäuschen regelmäßig den Kürzeren. Am Ende der Runde brachte eine schöne Links-Rechts-Kombination zum Kopf Altintas zu Boden. In der zweiten Runde machte Stahl da weiter, wo er in der vorangegangen aufgehört hatte. Altintas ging direkt zu Anfang der Runde erneut nach einer Kombination zum Kopf zu Boden. Zwar stellte sich Altintas noch mal zum Kampf, aber kurze Zeit später fällte ihn ein brutaler rechter Kopfhaken zur Schläfe erneut. Der Ringrichter Jens-Uwe Baum winkte den Kampf direkt ab. Sieger durch KO in Runde 2, nach 40 Sekunden: Timur Stark.
Marco Martini (16 Kämpfe, 13 Siege, 6 durch KO, 3 Niederlagen) und David Tlashadze (37 Kämpfe, 17 Siege, 5 durch KO, 18 Niederlagen, 7 durch KO, 2 Unentschieden) bestritten einen Sechsrunder im Super Weltergewicht. Tlashadze versuchte sich seinen Gegner mit seiner langen Führhand vom Hals zu halten. Wie Klitschko ließ er sie ausgestreckt stehen. Martini versuchte seinerseits an den Mann heran zu kommen. Ende der Runde konnte Tlashadze die Führhand nicht mehr ausgestreckt halten, wodurch Martini besser an ihn herankam und die ersten Treffer setzen konnte. In der zweiten Runde wurde die Begegnung munter. Martini erhöhte den Druck, versuchte Tlashadze zu stellen und mit Kombinationen einzudecken. Tlashadze verlegte sich aufs Kontern. Wobei er vor allem rechte Graden und linke Körperhaken schlug Die dritte Runde verlief nach dem gleichen Muster, nur mit dem Unterschied, dass Martini immer dominanter wurde. In der vierten, fünften und sechsten Runde nahm Tlashadze viel. Mehrfach sah es so aus, als ob Kopfhaken, die er nehmen musste, ihn einknicken ließen.
Einstimmiger Punktsieger (60:54): Marco Martini.
Es folgte der Kampf um die vakante Deutsche Meisterschaft im Schwergewicht nach Version GBA, um die Patrick Korte (12 Kämpfe, 12 Siege, 10 durch KO) und Hasan Kurnaz (8 Kämpfe, 4 Siege, 4 durch KO, 4 Niederlagen, 4 durch KO) stritten. Korte machte von der erste Sekunde an Druck. Dabei agierte er aber ruhig und überlegt. Er boxte gut oben an und versuchte dann, die Doppeldeckung von Kurnaz durch Körpertreffer nach unten zu ziehen. Der wiederum versuchte, von seinem Gegner wegzukommen und gelegentlich zu kontern. Offensichtlich wollte Kurnaz Korte ermüden. Damit war das Kampfmuster etabliert. In der dritten Runde wurde Kurnaz zum ersten Mal angezählt. Korte hatte ihn an den Seilen gestellt und ließ ihn nicht mehr weg. Ein Schlaghagel ließ Kurnaz dann auch zusammensacken. Der Kampf wurde nun hektisch, wobei der sehr souveräne Ringrichter Jens-Uwe Baum zu jeder Zeit angemessen und ruhig agierte. Korte suchte ungestüm den KO und schlug dabei auch auf den Hinterkopf. Baum unterband das sofort und verwarnte ihn dafür. Nach einem weiteren Schlaghagel musste Kurnaz erneut zu Boden. Da Korte nicht die neutrale Ecke fand unterbrach Baum das Zählen und schickte Korte in die entsprechende Ecke. Damit hatte Korte seinem Gegner zusätzliche Erholungszeit gegönnt. Die konnte Kurnaz aber nicht mehr wirklich nutzen. Kurze Zeit später wurde er in einer neutralen Ecke gestellt. Nach einem brutalen rechten Haken auf die Schläfe ging er wieder zu Boden. Baum brach an dieser Stelle den Kampf ab.
Sieger durch KO in Runde 3, nach 2:28. Patrick Korte.
Im Super Mittelgewicht trafen Slim Ben Khalifa (10 Kämpfe, 7 Siege, 2 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) und René Oeffner (11 Kämpfe, 10 Siege, 7 durch KO, 1 Niederlage) für einen Achtrunder aufeinander. Es war das typische Aufeinandertreffen von einem Fighter auf einen Boxer. Ben suchte den Schlagabtausch und machte Druck. Oeffner wollte boxen und beschränkte sich weitestgehend darauf, seine Führhand rauszustechen und die Schläge zu blocken. Es gab nur wenige Treffer. In der zweiten Runde machte Oeffner mehr. In der dann folgenden Runde versuchte Ben immer wieder mit Gewalt den Schlagabtausch, wurde aber ein ums andere Mal abgekontert. In der vierten Runde schien Khalifa leichte Konditionsprobleme zu bekommen. Er versuchte weiter mit Gewalt ans Ziel zu kommen, aber viele Schläge trafen nur die Deckung. Oeffner konterte und punktete, aber er machte zu wenig. In der siebten Runde zog sich Oeffner einen Cut auf der Nasenwurzel zu. Kurz sah es so aus, als müsste der Kampf abgebrochen werden. Der Kampf wurde aber fortgesetzt und wurde dann härter. Khalifa versuchte, den Cut weiter zu öffnen und Oeffner versuchte, den Kampf noch zu drehen.
Einstimmiger Punktsieger (Thomas Hackenberg 77:76, Jens-Uwe Baum 77:74 und Goran 78:74): Slim Ben Khalifa.

Ebenfalls im Super Mittelgewicht gab Timo Rost sein Profidebüt in einem Sechsrunder gegen Dominik Tietz (14 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO, 8 Niederlagen, 6 durch KO). Rost dominierte den Kampf von Beginn an. Er übernahm die Ringmitte und trieb mit seiner steifen Führhand seinen Gegner vor sich her; seine Rechte zog als Haken zum Kopf oder Körper hinterher. Zu Beginn der dritten Runde forderte er seine zahlreich mitgereisten Fans auf, ihn zu unterstützen, was die dann auch taten. Als Gegenleistung deckte er Tietz sofort mit einem Schlaghagel ein. Rost, ein Schützling von Rüdiger May, stellte seinen Gegner immer wieder und deckte ihn mit Kombinationen ein. Am Ende der vierten Runde schickte Rost seinen Gegner dann auch mit einer Rechten zum Körper auf die Bretter. Bevor der Kampf weitergehen konnte, ertönte der Pausengong. Schon nach einer Minute in der folgenden Runde musste Tietz erneut nach einem rechten Körpertreffer zu Boden und nahm danach noch viele weitere harte Treffer. Zu Beginn der sechsten Runde schickte Rost Tietz wieder zu Boden, wieder durch einen rechten Körpertreffer. Der Ringrichter winkte dann schließlich den Kampf ab, weil ein Handtuch im Ring lag.
Sieger durch TKO in Runde 6, nach 23 Sekunden: Timo Rost.

Es folgten drei Titelkämpfe in Folge. Nawid Haksamdieh (9 Kämpfe, 9 Siege, 8 durch KO) und Sandro Luetke Bordewick (14 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO, 8 Niederlagen, 7 durch KO) machten mit ihrer Internationalen Deutschen Meisterschaft im Halbweltergewicht den Anfang. Haksamdieh, zeigte schnelle Beine und schnelle Hände. Er kreiste um seinen Gegner und verteilte seine Schläge. Anfang der zweiten Runde brachte eine grade Führhand zum Kopf Luetke Bordewick zu Boden. Es folgte ein weiterer Niederschlag durch eine Rechte zur Schläfe. Der endgültige KO kam durch einen knallharten Kinnhaken durch die Mitte. Ringrichter Baum winkte den Kampf zu Recht sofort ab und nahm dem schwer Getroffen den Mundschutz raus.
Sieger durch KO in Runde 2, nach 1:29 Minuten: Nawid Haksamdieh.
Sherif Morina und Said Mundi kämpften im Weltergewicht um die Internationale Meisterschaft der WBF. Beide Boxer zeigten ein technisch sehr gutes Boxen. Der größere Mundi versuchte, seinen Reichweitenvorteil zu nutzen und mit seiner Linken zu punkten. Morina überbrückte immer wieder schnell die Distanz und kam ein ums andere Mal mit einer Links-Rechts-Kombination zum Kopf durch. Beide boten Boxen aus dem Lehrbuch. Es war der technisch beste Kampf des Abends. In der fünften Runde erhöhte Morina den Druck. Es sah alles danach aus, als ob er auf einen KO-Sieg ausgehen wollte. Mundi schien auch einmal erschüttert gewesen zu sein. Ende der siebten Runde holte Morina seinen Gegner dann auch mit einer Linken zum Körper von den Beinen. Er hatte jedoch keine Möglichkeit, ihn zu finischen, da der Gong ertönte. Gleich am Anfang der nächsten Runde fand sich Mundi wieder auf dem Boden. Eine lange Kombination ließ ihn einknicken. Kurze Zeit später stellte Morina Mundi in seiner Ecke und ließ ihn nicht mehr raus. Schlag um Schlag fand sein Ziel. Mundi sank schließlich unter diesem Schlaghagel zu Boden. Der WBF Ringrichter Christophe Hembert zählte bis acht und brach den Kampf ab.
Sieger durch TKO in Runde 8, nach 2:27 Minuten; Sherif Morina.

Den Schlusspunkt bildete dann der Abschiedskampf von Werner Kreiskott (46 Kämpfe, 25 Siege, 17 durch KO, 19 Niederlagen, 8 durch KO). Es ging um den Weltmeistertitel der UBO und die Internationale Meisterschaft der WBF im Schwergewicht. Sein Gegner war Gogita Gorgiladze (56 Kämpfe, 36 Siege, 30 durch KO, 20 Niederlagen, 9 durch KO). Beide begannen verhalten. Sie tasteten einander ab und studierten einander. Aktionen gab es nur wenige. Die zweite Runde war dann schon etwas munterer, in der beide Boxer versuchten, einander zu provozieren. Kreiskott zeigte dabei die besseren Aktionen. So ging es dann auch in der dritten Runde weiter. Am Ende der vierten Runde stellte Kreiskott seinen Gegner in einer neutralen Ecke und deckte ihn mit Schlägen ein. Gorgiladze schien nur mit Mühe das Rundenende zu erreichen. Es folgte eine kreiskottypische Materialschlacht mit vielen harten Aktionen, bei denen beide Boxer viel austeilten, aber auch viel nahmen. In der fünften und sechsten Runde ging es so weiter. In der folgenden Runde erhöhte Kreiskott, der von Garip Ilbay betreut wurde, den Druck. Immer wieder kam er durch, aber Gorgiladze schien durch Treffer nicht beeindruckt werden zu können. In der achten Runde hatte er dann sogar seine Momente; zweimal kam er hart durch. Am Ende der neunten Runde sah es dann wieder danach aus, als könnte Kreiskott vorzeitig gewinnen. Aber Gorgiladze blieb stehen. Der Kampf wogte hin und her. Für Freunde des technischen Boxens das allerdings nichts. In der zwölften und letzten Runde versuchte jeder der beiden Kotrahenten, den anderen KO zu schlagen, wobei Kreiskott dies vielleicht noch etwas mehr wollte. Am Ende hob Ringrichter Thomas Hackenberg den Arm von Werner Kreiskott.
Sieger nach Punkten: Werner Kreiskott.

Kreiskott hat seinen letzten Kampf als Profiboxer wieder aufgrund einer unglaublichen Konditions- und Willensleistung gewonnen. In der vierten Runde hatte er sich den Kiefer gebrochen. Darüber sprach er in der Halle aber nicht. Es ist ein großer Fighter, der hier seine lange Karriere beendete. Wir werden ihn als Boxer vermissen. Als Veranstalter wird er aber weitermachen. Bei aller Wehmut über das Ende der Profikarriere muss man aber auch froh darüber sein, dass hier ein Mann den richtigen Zeitpunkt für seinen Schlusspunkt gewählt hat. Werner Kreiskott – Respekt!
© Uwe Betker

Written by betker

15. Oktober 2017 at 23:59

Veröffentlicht in Boxen, Fotos, Uncategorized

Tagged with , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Foto: Patrick Korte (mit Trainer Sebastian Tlatlik)

leave a comment »

(C) Uwe Betker

(C) Uwe Betker

Written by betker

17. September 2017 at 23:59

Boxen auf dem Fußballplatz

leave a comment »

Boxveranstaltungen auf Fußballplätzen kennt man eigentlich aus den zwanziger und fünfziger Jahren. Aber Björn Sothmann wählte für seine erste Veranstaltung einen Aschenplatz in Essen. Die Veranstaltung stand unter keinem guten Stern oder besser gesagt unter keinen guten Wolken. Denn bis kurz vor dem Beginn regnete es. Da aber im Vorverkauf bereits fast alle Eintrittskarten verkauft worden waren, stand dem Beginn der Show nichts im Wege. Das Problem war nur der Weg an den Ring und zu den Stühlen. Es war matschig.
Den Anfang machten zwei weibliche Debütantinnen im Super Leichtgewicht, Susan Kolukisa und Maike Sieberger. Kolukisa begann gut, verlor aber nach 30 Sekunden die Linie und Sieberger punkte mit der Führhand. In der zweiten Runde war Kolukisa wieder stärker, sie schob sich an ihre Gegnerin ran und brachte einige gute und harte Hände ins Ziel. Die dritte Runde war fast ausgeglichen und es gab viele Schlagabtausche. In der vierten Runde begann Kolukisa stark und stellte Sieberger in einer neutralen Ecke und deckte sie ein. Hiernach wogte der Kampf hin und her. Am Ende stand ein Unentschieden.

Es folgte ein Kampf im Schwergewicht zwischen Hasan Kurnaz (7 Kämpfe, 4 Siege, 4 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO) und Rojhat Bilgetekin (17 Kämpfe, 8 Siege, 8 durch KO, 9 Niederlagen, 8 durch KO). Kurnaz bestimmte weitest gehend den Kampf. Er hatte seine besten Momente, wenn er mit seiner Linken zum Körper ging. Bilgetekin beherrschte im zweiten Durchgang die Ringmitte und hatte seine Momente, wenn er eine Links-rechts-Kombination schlug. In der dritten Runde drehte Kurnaz auf. Er stellte Bilgetekin in dessen eigener Ecke und deckte ihn mit Kombinationen ein. Kaum war dieser aus der Ecke heraus, wurde er erneut an den Seilen gestellt und ging nach vielen Schlägen und vor allem einen einem Linken Kopfhaken zu Boden. Er wurde von GBA Ringrichter Roman Morawiec angezählt. Er stellte sich wieder, aber er wurde direkt wieder gestellt und musste nach einem rechten Kopfhaken wieder zu Boden. Während er angezählt wurde signalisierte er, dass er nicht mehr wolle. Sein Trainier reagierte und warf das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 3 nach 50 Sekunden: Hasan Kurnaz.


Hiernach gab es den ersten Titelkampf des Abends. Sandro Lütke Bordewick (13 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO, 7 Niederlagen, 6 durch KO) und Sergej Vib (16 Kämpfe, 8 Siege, 5 durch KO, 8 Niederlagen, 6 durch KO) boxten die vakante Deutsche Meisterschaft im Leichtgewicht der German Boxing Association aus. Von der ersten Sekunde an, wurde der Kampf verbissen und hart geführt. Bordewick versuchte seinen Reichweitenvorteil zu nutzen, was ihm aber nicht gelang. Vib brachte die härteren Treffer ins Ziel. Immer wieder kam er mit dem Rechten Cross durch. Schon nach der ersten Runde sah es so aus, als ob Bordewick Konditionsproblem hätte. Ab der zweiten Runde versuchte Bordewick nur noch ganz selten lang zu boxen. Oft machte er sich klein, boxte nicht an und versuchte Haken zu schlagen, weshalb er immer mehr Schläge kassierte. In der Ringpause nach der zweiten runde wollte sein Trainer ihn schon aus dem Kampf nehmen, wenn er nicht mehr und besser boxen würde. Die dritte und vierte Runde war etwas verhaltener, aber Bordewick bekam dennoch weiter Prügel. Anfang der fünften Runde hatte er seine beste Szene, als er Vib in dessen eigener Ecke stellte. Aber nahezu alle Schläge trafen nur die Deckung. Im siebten Durchgang war nicht mehr zu übersehen, dass Bordewick tapferer ist, als für seine Gesundheit zuträglich. Irgendwann signalisierte er dann endlich seiner Ecke, dass er genug hat. Ein Handtuch flog. Sieger durch TKO in Runde 7 nach 2:35: Sergej Vib.


Den sportlichen Hauptkampf des Abends bestritten zwei Frauen, Özlem Sahin (25 Kämpfe, 23 Siege, 7 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) und Sandy Coget (16 Kämpfe, 9 Siege, 6 Niederlagen, 1 Unentschieden). Dabei ging es um den WM Titel der UBO, Universal Boxing Organization, und dem Intercontinentaltitel der WBF von Sahin. In der ersten runde beherrschte Sahin, wie weitestgehend im ganzen Kampf, die Ringmitte und trieb Coget vor sich her und sammelte ihre Punkte. Coget wich zurück und versuchte gar nicht ihren erheblichen Reichweitenvorteil zu nutzen. In der zweiten Runde machte sie dann mehr, wodurch die Runde ausgeglichener war. In der dritten Runde erwischte Sahin Coget mit einer Rechten, als sie außer Balance war, wodurch diese dann sich auf dem Ringboden wieder fand. Der Ringrichter Thomas Hackenberg zählte bis acht. Die folgende Runde war hart umkämpft, wobei Sahin am Ende die klareren Treffer in Ziel brachte. Die sechste Runde ging an Coget. Sie boxte lang, nutzte ihren Reichweitenvorteil, wodurch Sahin nicht an sie heran kam. Die folgende Runde war wieder ausgeglichener. Beide Boxerinnen hatten ihre Momente. In der achten Runde konnte Coget, obwohl sie mehrfach gut durch kam sich Sahin nicht mehr vom Hals halten. In der folgende Runde bestimmet Sahin weitest gehend das Ringgeschehen. In der zehnten Runde gaben beide Boxerinnen noch einmal Gas. Es gab viel Schlagabtausche, aber wenig Treffer. Die Punktrichter werteten 95:94, 95:93 und 98:91. Einstimmige Punktsiegerin: Özlem Sahin.

Nach einer Pause, in der Cheerleader tanzten, trafen die beiden Schwergewichtler Ali Kiydin (3 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO) und Muhammed Ali Durmaz (34 Kämpfe, 10 Siege, 9 durch KO, 24 Niederlagen, 21 durch KO) aufeinander. Kiydin deckte seinen Gegner von der ersten Sekunde an mit Schlägen ein und ließ ihm keine Chance. Nach drei Niederschlägen nahm Ringrichter Thomas Hackenberg Durmaz aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:15: Ali Kiydin.

Shokran Parwani (8 Kämpfe, 8 Siege, 7 durch KO) und Frank Blümle (19 Kämpfe, 14 Siege, 9 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO, 2 Unentschieden) boxten um den International Titel der World Boxing Federation im Cruisergewicht. Die Vorteile in dem schönen Kampf wechselten von Runde zu Runde. Parwani begann verhalten. Er zeigte eine schöne lange Führhand. Blümle ersuchte mit überraschenden Angriffen ans Ziel zu kommen. Wobei die Runde ab Blümle ging. In der zweiten Runde erhöhte Parwani den Druck. Es sah so aus, als ob Blümle nach einem rechten Kopftreffer kurz wackelte. In den folgenden Runden zeigten beide Boxer gutes Boxen, wobei Blümle mehr Hände ins Ziel brachte. Die vierte Runde ging wiederum an Parwani. In der fünften Runde kam wie aus dem Nichts ein perfekt getimter Leberhaken, der Blümle zu Boden schickte. Blümle kam nicht mehr rechtzeitig hoch. Sieger durch KO in Runde 5 nach 2:05 Minuten: Shokran Parwani.

Den Hauptkampf des Abend bestritt der Essener Lokalmatador Patrick Korte (11 Kämpfe, 11 Siege, 9 durch KO). Er traf auf Davit Gorgiladze (19 Kämpfe, 13 Siege, 11 durch KO, 6 Niederlagen, 6 durch KO). Korte wollte dem Publikum, welches vor allem wegen ihm gekommen war etwas bieten und er bot ihnen viel. Er stieg in den Ring um zu zerstören. Bereist mit der ersten Aktion ließ er Gorgiladze in die Seile taumeln. Dann fing Korte an seinen Gegner systematisch zu demontieren. Mehrfach kam er mit der Rechten zum Körper durch. Eine von diesen Schlägen zwangen dann Gorgiladze auch zu Boden. Dieser ging dann kurz vor Rundenende mit dem Knie zu Boden, um sich noch einmal anzählen zu lassen, den Kampffluss von Korte zu unterbrechen um die Runde zu überstehen. In der zweiten Runde arbeitet Korte systematischer. Er verteilte die Schläge. Ende der Runde „verlor“ Gorgiladze seinen Mundschutz um eine kleine Pause zu gewinnen. In der dritten Runde war Gorgiladze nur noch auf der Flucht und Korte auf der Jagd. Eine Rechte zum Körper zwang Gorgiladze erneut zu Boden. Ein Rechte zur Schläfe beendete dann den Kampf: Sieger durch KO in Runde 3 nach 25 Sekunden: Patrick Korte.

Obwohl es am Abend doch recht kühl wurde, war die Boxveranstaltungen auf dem Fußballplatz von Björn Sothmann ein voller Erfolg.
© Uwe Betker

Written by betker

6. August 2017 at 23:59

Boxen im Stahlwerk

leave a comment »

Freudenreich Professional Boxing stellte zum vierten Mal an einem Freitag im Stahlwerk in Düsseldorf eine Boxveranstaltung auf die Beine. Damit dürften sich sowohl der Veranstalter als auch der Veranstaltungsort etabliert haben. Die Halle war denn auch sehr gut gefüllt. Die Stimmung war gut und es gab gute Kämpfe zu sehen. Zehn Kämpfe waren es insgesamt, vier Amateurkämpfe, mit einem Jugendkampf und sechs Profikämpfe. Um es vorab zu sagen, es war die beste Veranstaltung, die ich im Stahlwerk bislang gesehen habe.
Den Anfang bei den Profis machten Moukhliss El Gars (2 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO) und Dominik Tietz (14 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO, 8 Niederlagen, 5 durch KO) im Super Mittelgewicht. Beide Boxer begannen verhalten. Beide arbeiteten konsequent mit der Führhand, wobei El Gars mehr Hände ins Ziel brachte. Der zweite Durchgang wurde dann schon munterer. El Gars erhöhte das Tempo und zog auch die Rechte nach. Zum Ende der Runde hatte dann auch Tietz seine Momente. Die erste Hälfte der nächsten Runde gehörte wieder Tietz. Immer wieder brachte er mit Führhand und Rechter El Gars in Schwierigkeiten. Zum Ende der Runde kam dieser dann aber wieder in den Kampf und beeindruckte Tietz mehrfach mit seiner rechten Graden. Die vierte Runde war noch härter umkämpft. Immer wenn El Gars seine rechte Grade einsetzte, sah er gut aus und punktete. Immer wenn er sich auf Schlagabtäusche einließ, was aber nur selten vorkam, hatte Tietz eine Hand mehr im Ziel. Es war ein Kampf ohne Unterbrechungen. Der GBA Ringrichter Kornelius Bernds hatte praktisch nichts zu tun. Am Ende der vier Runden stand als einstimmiger Punktsieger: Moukhliss El Gars. Anschließend stiegen Vittorio Buonanno, ein Debütant, und Bilal Messoudi (7 Kämpfe, 4 Siege, 1 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO, 1 Unentschieden) für einen Vierrunder im Weltergewicht in den Ring. Die erste Runde wurde von beiden Boxern hektisch geführt. Es gab viele Schlagabtäusche, aber wenig boxerische Linie. In den folgenden Runden entwickelte sich eine Ringschlacht, bei der zwei Männer mehr oder weniger ohne Pause aufeinander einschlugen. Kein Kampf für Boxästheten oder Freunde des Fechtens mit der Faust. Es war ein extrem hart und intensiv geführtes Gefecht, bei dem sich Erfahrung und Kondition durchsetzten. Sieger durch Mehrheitsentscheidung: Bilal Messoudi.

Nach einer kurzen Pause folgten drei Kämpfe im Schwergewicht, Es begann mit einem Sechsrunder, bei dem Patrick Korte (10 Kämpfe, 10 Siege, 8 durch KO)
auf Emre Altintas (23 Kämpfe, 10 Siege, 6 durch KO, 12 Niederlagen, 11 durch KO, 1 Unentschieden) traf. Korte begann verhalten. Er trieb sein Gegenüber durch den Ring. Aktionen gab es aber nur wenige. In der Ringpause wurde der Ringarzt in die Ecke von Altintas gerufen, um sich dessen rechte Hand anzusehen. Das dürfte allerdings eine Unmöglichkeit sein, ohne den Handschuh auszuziehen. Offensichtlich hatte er sich verletzt. Dennoch boxte er weiter. In der zweiten Runde erhöhte Korte den Druck und trieb Altintas vor sich her. Als er ihn das erste Mal an den Seilen stellte und mit einer Rechten durchkam, die Altintas in die Seile schlug, gab das oberste Seil nach und hing dann durch. Nach einer kurzen Pause, in der der Schaden repariert wurde, ging es dann weiter. Korte nahm die Jagd erneut auf. Kurze Zeit später hatte er Altintas in einer neutralen Ecke gestellt und ließ ihn nicht mehr raus. Erst deckte er ihn mit Schwingern ein, dann ging er einen Schritt zurück und feuerte nunmehr Graden auf ihn ab, die Altintas zu Boden sinken ließen. Der Ringrichter Thomas Hackenberg zählte ihn an, wobei Altintas anzeigte, seine rechte Hand sei verletzt. Dennoch wollte sich Altintas wieder zum Kampf stellen. Seine Ecke warf aber das Handtuch in den Ring: Sieger durch TKO in Runde 2, nach 1:55 Minuten: Patrick Korte.

Danach traf Dominic Vial in seinem Profidebüt auf Ismael Altintas (34 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO, 27 Niederlagen, 12 durch KO, 4 Unentschieden). Ich muss sagen, das war schon eine sehr mutige Ansetzung, denn Altintas ist ein mit allen Wassern gewaschener Veteran des Boxrings. Er boxte wie er immer. Er verschanzte sich hinter seiner Doppeldeckung, schob sich an seinen Gegner heran und versuchte mit Schwingern zum Ziel zu kommen. Vial zeigte von der ersten Runde an einen schönen Jab und hielt sich damit Altintas weitestgehend vom Hals. Von Runde zu Runde erhöhte Vial den Druck. Dabei half, dass er immer häufiger und bessere seine Rechte einsetzte. Er zeigte schönes technisches Boxen und wir dürfen gespannt sein, wie es mit ihm weitergeht. Einstimmiger Punktsieger: Dominic Vial.

Als nächste stiegen Robert Filipovic (6 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) und Baran Özdemir in den Ring. Filipovic begann überhastet aber auch erfolgreich. Die erste Kombi, oder besser gesagt der erste Schwingerschlaghagel, zwang Özdemir zu Boden. Er wurde angezählt. Danach boxte Filipovic für den Rest der Runde ziemlich unkontrolliert weiter. Ab der zweiten Runde fand er dann besser in den Kampf, nutzte seinen Reichweitenvorteil und etablierte seinen Jab. Hierdurch wurde der Kampf besser. Özdemir versucht an seinen Gegner heranzukommen, um selber Schwinger zu landen, aber das gelang ihm nur sehr selten. Der Kampf war unterhaltsam und relativ eng. Punktsieger durch Mehrheitsentscheidung: Robert Filipovic.

Den Abschluss bildete ein Sechsrundenkampf im Mittelgewicht zwischen Faton Vukshinaj (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) und Javad Sadeghi (8 Kämpfe, 7 Siege, 6 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO). Der Boxer mit der geringeren Profiboxerfahrung, Vukshinaj, beherrschte die Ringmitte und trieb Sadeghi vor sich her, wobei er ökonomisch boxte. Sadeghi boxte mit und hatte am Ende der ersten Runde auch seinen Moment, als er Vukshinaj eindeckte. In der zweiten Runde dominierte dann wieder Vukshinaj seinen Gegner. Er zeigte schöne Meidbewegungen und schnelle Hände. Er verteilte gute und harte Schläge. In der dritten Runde erhöhte Sadeghi seine Schlagfrequenz und konnte diese Runde für sich entscheiden. In der vierten Runde wurde der Kampf härter, schneller und verbissener. Die erste Minute gehörte Sadeghi. Vukshinaj erhöhte dann aber kontinuierlich den Druck und das Tempo. Er ging rein und raus und verteilte seine harten Schläge gut. Am Ende der fünften Runde nahm Sadeghi mehrere harte Treffer, die ihn einknicken ließen. Nur mit Müh und Not erreichet er die Rundenpause. In der sechsten und letzten Runde stellte Vukshinaj Sadeghi in seiner Ecke und ließ ihn nicht mehr raus. Er deckte ihn mit brutalen Schlägen ein. Nur mit Mühe konnte Kornelius Bernds sein Breakkommando durchsetzten und den zu Boden sinkenden Sadeghi anzählen. Sadeghi stellte sich wieder zum Kampf wurde aber bereits in der nächsten Situation wieder in einer Ecke gestellt, diesmal seiner eigenen, und nicht mehr rausgelassen. Sadeghi nahm viele harte Treffer, vor allem zum Kopf, die ihn schließlich zusammenbrechen ließen. Sieger durch KO in Runde 6, nach 1:20 Minuten: Faton Vukshinaj.

Abschließend bleibt zu sagen: Die vierte Freitagabendveranstaltung von Freudenreich Professional Boxing im Stahlwerk in Düsseldorf war wirklich sehr sehr sehenswert. Wer als Boxfan aus der Region nicht da war, hat etwas verpasst. Man darf gespannt sein, ob die nächste Veranstaltung noch mal besser wird.
© Uwe Betker

Ein Freitagabend in Essen – die Recover Fight Club House Gala am 17.03.2017

leave a comment »

Die Veranstaltungen im Recover Fight Club in Essen haben inzwischen schon Tradition. Sie sind bereits ausverkauft, kaum dass der Termin festgesetzt ist. So war es auch diesmal: Keine Abendkasse, nur Einlasskontrolle. Und es gab fünf Profikämpfe. Um ungefähr 22 Uhr war schon alles vorbei. Früh genug noch für eine Freitagnacht. Das – und natürlich die Kämpfe – ist das Erfolgsrezept.
Den Anfang machten im Mittelgewicht Akmal Gertsen und Dogan Kurnaz (10 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 8 Niederlagen, 7 durch KO). Der Debütant Gertsen trug sehr auffälliges Schuhwerk. Es sah fast so aus, als hätte er schwarze Straßenschuhe an und darüber ein Art Gamaschen aus Stoff. Es waren aber keine Straßenschuhe, sondern originale Boxschuhe aus den 30er Jahren, die er sich aus den USA hatte schicken lassen. Eigentlich wollte er auch mit Leggins boxen, so wie man sie auf Fotos von uralten Boxern sieht – das wurde ihm aber untersagt.
Gertsen boxte so, wie man es von einem Boxer mit solchen Schuhen erwartet. Er machte Druck und er verteilte seine Schläge. Allerdings machte er auch den Eindruck, zu sehr einen schnellen KO zu suchen. Kurnaz, der kleinere Boxer, schlug schnelle Hände und versuchte Gertsen das Leben möglichst schwer zu machen. Er kam sogar das ein oder andere Mal durch. Mitte der zweiten Runde nahm Gertsen seinem Gegner durch einen schönen linken Haken zum Körper, gefolgt von einer schönen Rechten zum Kopf, die Luft. Danach stellte er ihn an den Seilen und holte ihn mit einem brutalen Aufwärtshaken ans Kinn von den Beinen. Das sah schon nach dem Ende des Kampfes aus. GBA Ringrichter Kornelius Bernds zählte und der sichtlich hart getroffene Kurnaz rappelte sich wieder auf und stellte sich zum Kampf. Der wurde denn auch wieder freigegeben. Und irgendwie schaffte es Kurnaz tatsächlich, den Schlussgong zu erreichen. Als der Gong zur dritten Runde ertönte, warf aber seine Ecke das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 3: Akmal Gertsen. Gertsen will nun das Regelwerk prüfen, um herauszufinden, welche Vorgaben es zu den Sporthosen gibt.

Danach stiegen Dejan Pavlovic (5 Kämpfe, 5 Niederlagen, 4 durch KO) und Bader Fattah im Super Weltergewicht in den Ring. Der Kampf war kurz. Fattah, ein Debütant, boxte unorthodox, was aber nicht wirklich zielführend war. Pavlovic konterte seine ungestümen Aktionen souverän ab. Zwei Lebertreffer zwangen Fattah zur Aufgabe. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:50 Minuten: Dejan Pavlovic.

Den einzigen Frauenboxkampf des Abends bestritten Özlem Sahin (24 Kämpfe, 22 Siege, 7 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) und Claudia Ferenczi (79 Kämpfe, 16 Siege, 7 durch KO, 56 Niederlagen, 3 durch KO, 6 Unentschieden) im Halbfliegengewicht. Es war auch der einzige Kampf, der über die angesetzte Distanz ging. Sahin stieg nach einer neunmonatigen Pause zum ersten Mal wieder in den Ring. Es ging bei dem Kampf zum einen darum, Ringrost abzuschütteln und zum anderen darum, den ersten Kampf mit neuem Trainer, Sebastian Tlatlik, zu bestreiten.
Sahin besetzte die Ringmitte, bestimmte den Kampf und setzte boxerische Akzente. Ferenczi, die Muhammad Ali als Tatoo auf dem linken Oberarm trägt, hielt dagegen. Ferenczi wurde in der zweiten Runde sichtbar wütend, weil sie nur sehr selten mit ihren Aktionen durchkam. Gleichwohl wurde die Begegnung härter. In der dritten Runde verlor Sahin die boxerische Linie, wodurch Ferenczi stärker und der Kampf härter wurde. Die letzten drei Runden gehörten wieder Sahin. Sie trug Ferenczi den Kampf an, wobei sie vor allem auf Haken setzte. In der sechsten Runde hatte Sahin ihre Gegnerin zweimal nahe am KO, aber Ferenczi erreichte stehend den Schlussgong. Die Punktrichter werteten: 60:54, 60:54 und 60:55. Einstimmige Punktsiegerin: Özlem Sahin.

Nach einer Pause ging es mit zwei Schwergewichtsbegegnungen weiter.
Hasan Kurnaz (5 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO) boxte gegen Sezer Sahin. Sahin, ein Debütant, verausgabte sich mit wilden Attacken zum Körper, wobei er aber keine Wirkung erzielte. Am Ende der Runde ging er nach einer Linken zum Körper zu Boden, wobei dies aber wohl eher Konditionsproblemen als der Schlagwirkung zu danken war. Ringrichter Michael Erdinc zählte ihn an. Sahin erreichte die Rundenpause und warf mit dem Gong zur zweiten Runde das Handtuch. Sieger durch TKO in Rune 2: Hasan Kurnaz.

Den Hauptkampf des Abends bestritt der Lokalmatador Patrick Korte (9 Kämpfe, 9 Siege, 8 durch KO). Er traf auf Asad Adrovic (2 Kämpfe, 1 Sieg, 1 Niederlage, 1 durch KO). Der Kampf war etwas konfus. Korte besetzte die Mitte des Rings und bestimmt das Kampfgeschehen. Korte, der eindeutig bessere Boxer, brachte Adrovic zweimal zu Boden – beide Male wurde es allerdings nur als Ausrutscher gewertet. Zum Ende der Runde stellte Korte seinen Gegner in einer neutralen Ecke und ließ ihn nicht mehr raus. Dann passierte etwas Bizarres: Adrovic tat das, was er meistens tut, wenn er sich rauskämpfen will. Er trat zweimal in den Bauch seines Gegners. Adrovic ist nämlich sehr viel mehr K1-Kämpfer als Boxer. Der Ringrichter Roman Morawiec entschied sich dafür – vermutlich auch, weil Adrovic ihm gesagt hatte, er wolle zur nächsten Runde nicht mehr antreten -, ihm nur einen Punkt abzuziehen. Wenige Sekunden später ertönte auch schon der Schlussgong, den Korte überhörte. Zur zweiten Runde trat Adrovic dann auch wirklich nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 2: Patrick Korte.

Man kann mal wieder feststellen, die Veranstaltungen des Recover Fight Club von Promoter Hani ElJarie stellen eine schöne Einstimmung fürs Wochenende dar.
© Uwe Betker