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Pfeifen im Walde

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Was ich in der letzten Zeit so aus Berlin gehört habe, kommt mir fast vor ein Pfeifen im Walde. Da konnte man erleben, wie der Weltmeister im Cruisergewicht nach Version WBO Marco Huck (31 Kämpfe, 30 Siege, 23 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) unlängst auf einer Pressekonferenz seinen abwesenden Pflichtherausforderer, Denis Lebedev (21 Kämpfe, 21 Sieg, 16 durch KO) beschimpfte: „Ich wundere mich über mein Team, das sonst alles möglich macht, aber dem hässlichen Russen konnten sie für heute kein Visa besorgen. Lebedev hat nichts zu verlieren, er kann durch meine Schläge nur schöner werden. Auch wenn es Zweifel an meinem Sieg gibt, in der Schmeling Halle werde ich den Russen vor den Augen meiner Fans aus dem Ring prügeln.“
Wie soll man nun eine solche Äußerung interpretieren. Ich kann mir kaum vorstellen, dass gerade Muamer Hukic mit der Beschimpfung seines Gegners als „hässlichen Russen“ eine Diskussion um ästhetisches Empfinden anstoßen wollte. – Ich persönlich finde auch, abfällige Bemerkungen über das Aussehen von Gegnern sind – nennen wir es – schlechter Stil.
Wenn wir schon beim Thema Stil sind, möchte ich nebenbei auch noch anmerken: Ich hoffe, dass beim nächsten Kampf ein Ringrichter im Ring steht, der den Mut hat, auch einen foulenden Heimboxer zu bestrafen, wenn er nach dem Gong noch mal zuschlägt und dann noch auf den Hinterkopf. Es ist für mich nämlich auch ganz schlechter Stil, ständig zu foulen, auch wenn man bis jetzt damit immer durchgekommen ist.
Also, zurück zur Äußerung des blendend aussehenden Käpt’n Huck. Was könnte ihn wohl dazu gebracht haben, verbal so zu holzen? Eventuell macht er sich ja über den Ausgang des Kampfes am 18.12.2010 doch ein wenig Sorgen. Er bekommt es nämlich bei Herrn Lebedev mit einem sehr starken Mann zu tun. Eventuell wird das nach Steve Cunningham sogar sein stärkster Gegner. Und – ich erinnere daran – Cunningham hatte ihn schließlich schwer zerbeult und dann durch TKO in Runde 12 besiegt (29.12.2006). Die technischen Defizite des ehemaligen Kickboxers Huck sind bis heute nicht gänzlich ausgemerzt. Sein Temperament geht auch immer wieder mit ihm durch, so dass er durchaus nicht als Favorit in diesen Kampf geht. Vielleicht ist das ja auch der Grund, weshalb er im Wald so laut pfeift.
© Uwe Betker

Written by betker

13. November 2010 at 23:59