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Ein Mann wird um den Lohn seiner Arbeit betrogen

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Das Dumme am Profiboxen im Fernsehen ist, dass wenn jemand um den Lohn seiner Arbeit betrogen wird, dann sehen das alle. Und genau dies geschah im Kampf Marco Huck gegen Denis Lebedev, da sah man ganz deutlich, wie jemand, nämlich Lebedev, um seinen Lohn, den WM-Titel, gebracht wurde. Herrn Huck wurde nämlich von ihm ausgeboxt und dominiert. Zwei von drei Punktrichter sahen aber – wenn man da überhaupt noch von Sehen sprechen kann – Muamer Hukic, so heißt Huck in Wirklichkeit, siegen.
Es war schon nahezu prophetisch, als der WBO-Weltmeister im Cruisergewicht Marco Huck in der letzte Pressekonferenz verkündete: „Weihnachten ist die Zeit der Geschenke.“ Nachdem er in seiner ihm eigenen feinsinnigen Art seinem Gegner einen Plastik-Weltmeister-Gürtel geschenkt hatte, wobei er ihn schon vorher aufs Übelste beleidigt hatte, bekam er selbst nun am Kampfabend (19.12.2010) ein Geschenk. Er erhielt von den Punktrichtern Lahcen Oumghar und Manuel Oliver Palomo, die den Kampf beide 115-113 werteten, den Sieg geschenkt.
Wenn es einen Weihnachtsmann gibt, dann wünsche ich mir, den in Marokko geborenen Niederländer Lahcen Oumghar und Manuel Oliver Palomo aus Spanien nie wieder an einem Ring sitzen zu sehen. Mir ist es unverständlich, dass die Weltverbände inkompetente Punktrichter nicht sperren. Wieso gibt es keine Schwarze Liste für Punktrichter, die den Ruf des Boxens beschädigen?
Mir kam es auch so vor, als wäre auch der ARD der Ausgang des Kampfes unangenehm gewesen ist. Der Kommentator z.B. sah Huck nicht als Sieger und nannte das Urteil ein „Weihnachtsgeschenk“. Es wäre zu wünschen, dass die ARD ihren Einfluss auf Sauerland Event nutzt und einen Rückkampf fordert. Was hat ein Fernsehsender von einem Weltmeister, von dem wohl die Mehrheit der Zuschauer der Meinung ist, dass er nur durch das Wohlwollen von zwei Punktrichtern Weltmeister geblieben ist.
Was sich außerdem zeigte, ist, dass Huck (32 Kämpfe, 31 Siege, 23 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) sich nicht nur nicht benehmen kann, sondern dass ihm wohl auch die Fähigkeit zur Selbstkritik komplett abgeht. Nach dem Kampf sah er sich als eindeutiger Sieger, sogar als „wahrer Champion“, weil er mit einer verletzten Rippe weiter gekämpft hat. Ich gestehe, dass ich hier Herrn Huck intellektuell nicht folgen konnte. Soll das etwa heißen, dass jeder, der sich im Kampf verletzt und weiterkämpft, automatisch der Sieger ist? Wenn sich beide Boxer verletzen, gewinnt dann der mit der schlimmeren Verletzung?
Die Pfiffe des heimischen Publikums schienen Huck auch nicht zu irritieren. Aber er zeigte profunde medizinische Kenntnisse, denn nach dem Kampf diagnostizierte er bei sich einen Rippenbruch. Er führt dann weiter aus, dass er „einfach durchhielt und mit Hilfe Gottes gewann“. Die meisten dürften hier widersprechen, denn die Herren Lahcen Oumghar und Manuel Oliver Palomo hatten m. E. den größeren Anteil an diesem Sieg, und ich würde sie wohl doch eher nicht als Götter bezeichnen.
Wenn Huck nun aber mit einem so erheblichen Handicap einen solch schweren Kampf durchstehen konnte und sich als klaren Sieger sieht, dann dürfte es ihm doch auch nichts ausmachen, gleich noch einmal gegen Lebedev anzutreten. Es steht jedoch zu befürchten, dass die ARD, Sauerland Event und Muamer Hukic sich als Nutznießer dieses Ergebnisses lieber ihrer Beute, ihres WM-Titels, erfreuen wollen, als Lebedev eine neue Chance und dem Publikum einen guten Rückkampf zu geben.
© Uwe Betker