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(C) Uwe Betker

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21. Dezember 2018 at 23:59

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Drei Boxer – drei Perspektiven

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Es ist die MGM Grand Garden Arena in Las Vegas, wo am 09. April 2016 gleich drei deutsche Boxer, im Vorprogramm von dem Pacquiao-Bradley-Kampf, auftreten und dem amerikanischen Publikum ihr Können zeigen wollen. Für die drei deutschen Boxer und ihre zukünftige Karriere hat der Kampf dabei jeweils eine andere Bedeutung.
Hauptkampf des Abends aber soll das Aufeinandertreffen von Manny Pacquiao (65 Kämpfe, 57 Siege, 38 durch, 6 Niederlagen, 3 durch KO, 2 Unentschieden) und Timothy Bradley Jr. (36 Kämpfe, 33 Siege, 13 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) werden. Es geht um den vakanten WBO International Titel im Weltergewicht. Emmanuel Dapidran Pacquiao, der wohl zurzeit beste Weltergewichtler der Welt, trifft auf den vermutlich Zweitbesten dieser Gewichtsklasse. Der Kampf verspricht auf den ersten Blick ein Knaller zu werden – aber leider nur auf den ersten Blick. Beide standen bereits zweimal miteinander im Ring. Am 09.06.2012 gewann Bradley durch eine sehr umstrittene Mehrheitsentscheidung und am 21.04.2014 unterlag er klar nach Punkten. Es ist wohl kaum davon auszugehen, dass Bradley inzwischen ein Rezept gegen Pacquiao gefunden hat. Auch der letzte Kampf von Pacquiao, gegen Floyd Mayweather Jr., im Mai 2015, hielt nicht das, was man sich von ihm erhofft hatte. Es war ein Langeweilerkampf. Pacquiao scheint sich am Ende seiner Karriere als Profiboxer doch eher auf seine Politikerkarriere und auf seine Homophobie zu konzentrieren. Gleichwohl ist die dritte Auflage des Kampfes Pacquiao – Bradley Hauptkampf der Veranstaltung von Bob Arum (Top Rank). Ein WM-Kampf ist es aber nicht.
Außerdem verteidigt Arthur Abraham (48 Kämpfe, 44 Siege, 29 durch KO, 4 Niederlagen, 1 durch KO) seinen Weltermeistertitel der WBO im Super Mittelgewicht gegen Gilberto Ramirez (33 Kämpfe, 24 durch KO). Abraham ist, laut Boxrec, der Beste seiner Gewichtsklasse. Ramirez rangiert auf Position 10. Diese Ansetzung kann man als Aufeinandertreffen von Alter und Jugend betrachten. Abraham ist bereits 36 Jahre alt und Ramirez ist erst 24. Der Mexikaner ist bis jetzt ungeschlagen und mit einer KO Quote von 73% nicht zu unterschätzen. Der Titelverteidiger hat angekündigt, dass in diesem Kampf der beste Abraham aller Zeiten zu sehen sein wird. Ramirez ist Rechtsausleger und 14 Zentimeter größer; dementsprechend hat er einen Reichweitenvorteil von 8 Zentimeter. – Nun, wir dürfen gespannt sein. Abraham wird es sich kaum leisten können, die ersten Runden zu verschlafen, wie er es schon so häufig gemacht hat. Auch wird er sein Arbeitspensum schon deutlich erhöhen müssen, auch wenn er als Heimboxer und Titelverteidiger in den Ring steigt.
Wenn Abraham gewinnt, hat er seinen Führungsanspruch für seine Gewichtsklasse unter Beweis gestellt. Wenn er dann noch eindrucksvoll gewinnt, wird er für den sehr lukrativen us-amerikanischen Fersehmarkt wieder interessant. Verliert er aber, hat er ein Problem. Er hat dann keinen Titel mehr und ob der übertragende deutsche TV Sender dann noch weiter auf ihn setzen will, ist fraglich.
Der zweite Deutsche, der in Las Vegas boxen will, ist Deniz Ilbay (15 Kämpfe, 15 Siege, 8 durch KO). Er trifft auf Egidijus Kavaliauskas (12 Kämpfe, 12 Siege, 11 durch KO). Der in Litauen geborene und in Kalifornien lebende Kavaliauskas ist in diesem Kampf sowohl der Favorit als auch der Heimboxer. Er ist bereits die Nummer 42 in der Welt. Der 21-jährige Kölner ist nur die Nummer 137. Auch die KO-Rate von 92% spricht für Kavaliauskas. Gleichwohl stellt der Kampf für Ilbay eine große Chance dar. Gewinnt er, wird es kaum noch möglich sein, ihn zu übersehen bzw. zu ignorieren. Verliert er, ist das zwar schon ein Rückschlag, aber bedeutet noch nicht das Ende der Karriere.
Schließlich boxt noch Leon Bauer (7 Kämpfe, 7 Siege, 6 durch KO), der zweitjüngste deutsche Profiboxer. Für ihn ist es das erste Mal, dass er im Ausland kämpft. Der Super Mittelgewichtler wurde bis jetzt solide aufgebaut von seinem Management. Er trifft auf Ilshat Khusnulgatin (13 Kämpfe, 12 Siege, 6 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO). Bauer geht als Favorit in die Begegnung. Dennoch ist die Ansetzung des Kampfes der 165 gegen die 323 in der Welt eine gute. Auch wenn Bauer verlieren sollte, wovon ich aber nicht ausgehe, hätte dies keine gravierenden Folgen. Im jetzigen Stadium seiner Karriere wäre eine Niederlage nichts weiter als ein verkraftbarer Rückschlag. Sollte er aber gewinnen, dann hat er im Ausland einen guten Auftritt gezeigt und sich bewiesen.
(C) Uwe Betker

Foto: Ring (Magdeburg)

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(C) Uwe Betker

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18. November 2012 at 23:59

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Foto: Ecke

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(C) Uwe Betker

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12. Juli 2012 at 23:59

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Ein Blick runter (1)

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Es gibt Gewichtsklassen, die werden in Deutschland schlicht nicht wahrgenommen. Das geht sogar so weit, dass die ARD offensichtlich keine Kämpfe unterhalb des Mittelgewichts zeigen will. Das heißt konkret, dass man als Amateur schon Weltmeister oder Olympiasieger werden muss, um in einer der unteren Gewichtsklassen eine Chance als Profi zu bekommen und im Fernsehen boxen zu dürfen. Meiner Meinung nach ist eine solche Einschränkung des Blicks ähnlich sinnvoll wie sich nur Bundesligaspiele von süddeutschen Vereinen anzusehen.
Zum einen gibt es eine Fixierung auf das Schwergewicht. Zum anderen sind Kämpfe in den leichteren Gewichtsklassen wohl zu schnell. Die Zuschauer in den Hallen können sie von den höheren Rängen aus nur schwer verfolgen. Es wäre also denkbar, dass die Verantwortlichen der TV-Stationen Angst davor haben, ihre Zuschauer bei einer Sportsendung zu überfordern. Hinzu kommt, dass aufgrund der Schnelligkeit der Kämpfe und ihres höheren technischen Niveaus von den Fernsehkommentatoren sehr viel mehr Sachverstand verlangt werden müsste, was auch ein Problem sein könnte. Außerdem gibt es weniger spektakuläre KOs. Es spricht also vieles gegen die niedrigeren Gewichtsklassen. Dafür aber spricht eigentlich nur Eins, nämlich die Qualität des Boxens.
Was ich sagen möchte, ist, dass sich auch ein Blick runter ins Bantamgewicht lohnt. Das dürfte nämlich zurzeit wohl die aufregendste Gewichtsklasse sein. Eine sehr interessante Boxveranstaltung in diesem Bereich hat, aus den besagten Gründen, in Deutschland praktisch keine Resonanz bekommen. Der amerikanische TV-Sender Showtime veranstaltet aktuell ein Turnier im Bantamgewicht. Das ist die fünftleichteste Gewichtsklasse, deren oberes Limit bei 53,525 kg liegt. Hier waren die vier Besten in ihrer Gewichtsklasse zu sehen. – Offensichtlich hat man aus den Problemen beim Super-Six-Turnier gelernt und daher das Teilnehmerfeld kleiner gehalten.
In der ersten Runde trafen am 11.12.2010 Yonnhy Perez (21 Kämpfe, 20 Siege, 4 durch KO, 1 Unentschieden), der amtierende Weltmeister der IBF auf Joseph Agbeko (29 Kämpfe, 27 Siege, 22 durch KO, 2 Niederlagen), den ehemaligen Weltmeister der IBF. Der Kolumbianer Perez war die Nummer 4 der unabhängigen Weltrangliste. Agbeko, der seinen Titel gegen Perez verloren hatte (31.10.2009), kommt aus Ghana und ist in der unabhängigen Weltrangliste nicht mehr vertreten, weil er seit seinem Titelverlust nicht mehr in den Ring gestiegen war.
Agbeko holte sich seinen Titel trotz der langen Kampfpause durch einen Punktsieg (113-115, 112-116 und 111-117) wieder zurück. Es wird bereits spekuliert, dass die Runde 6 dieses Kampfes zur Runde des Jahres gewählt werden wird. In ihr gab es einen drei Minuten dauernden ununterbrochenen Schlagabtausch.
Den zweiten Kampf der ersten Runde bestritten Abner Mares (21 Kämpfe, 20 Siege, 13 durch KO, 1 Unentschieden) und Vic Darchinyan (38 Kämpfe, 35 Siege, 27 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO, 1 Unentschieden). Der Mexikaner Mares war die Nummer 6 der unabhängigen Weltrangliste. In seinem letzten Kampf (22.05.2010) erreichte er gegen Perez ein Unterschied. Sein Gegner war die Nummer 2 der Rangliste. Der Australier Darchinyan war von 2004 bis 2007 Weltmeister im Fliegengewicht nach Version IBF, dann von 2008 bis 2009 Weltmeister im Superfliegengewicht der Verbände IBF, WBA und WBC und bis 2010 der WBC und WBA.
Mares konnte sich auch durch einen äußerst knappen Punktsieg (115-111, 112-115 und 111-115) gegen Darchinyan durchsetzen. Mares musste in der zweiten Runde das erste Mal in seiner Karriere zu Boden und lag nach Punkten hinten, als er seine Aufholjagd begann.
Im Finale des Turniers treffen nun Joseph Agbeko und Abner Mares aufeinander.
In keinem der beiden großartigen Kämpfe gab es ein KO. Dafür schlug jeder einzelne der beteiligten Boxer gefühlt häufiger als Wladimir und Vitali Klitschko in allen ihren Profikämpfen zusammen. Im Bantamgewicht gibt es auch ganz seltsame Dinge zu sehen bzw. es gibt Dinge nicht zu sehen. Es gibt keinen, der seinen Arm wie eine Lanze ausstreckt, um den Gegner nicht an sich ranzulassen. Auch gibt es keinen, der sich auf seinen Gegner legt, um den Kampf zu unterbinden. Es wird einfach geboxt. Daher lohnt es sich schon mal einen Blick runter in die niedrigeren Gewichtsklassen zu werfen. Es wäre zu wünschen, dass auch deutsche Veranstalter und deutsche TV-Anstalten ihre Vorbehalte gegen die leichteren Boxer überdenken würden. Dann bekäme vielleicht das Publikum besseres Boxen zu sehen und wer weiß, vielleicht gefällt es ja auch den Zuschauern.
© Uwe Betker