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Posts Tagged ‘Sebastian Tlatlik

Foto: Patrick Korte mit Sebastian Tlatlik

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Written by betker

26. November 2017 at 23:59

Ein langer und unterhaltsamer Nachmittag/Abend in Wuppertal

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Bereits um 16 Uhr ging es in Fight Club Wuppertal los. Insgesamt gab es sage und schreibe 35 Kämpfe zu sehen. Es gab K1, IKBO-Boxen und Profiboxen. Mit fünf Kämpfen, waren die Profiboxer allerdings in der Minderheit.
Zwei Kämpfe, die am frühen Nachmittag stattfanden, habe ich schon verpasst. Deshalb hier nur kurz die Fakten: Sebastian Tlatlik (14 Kämpfe, 13 Siege, 12 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) boxte im Super Federgewicht gegen Marc Schulz (9 Kämpfe, 9 Niederlagen, 9 durch KO). Der auf acht Runden angesetzte Kampf erreichte nicht das Ende der ersten Runde. Ein Leberhaken fällte Schulz, woraufhin ihn Ringrichter Patryk nicht wieder antreten ließ. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:47 Minuten; Sebastian Tlatlik.
Im Super Mittelgewicht boxten Adam Peszko (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) gegen Hani El Jarie (11 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 9 Niederlagen, 9 durch KO). Zur dritten Runde trat Hani nicht mehr an. Sieger durch RTD in der zweiten Runde: Adam Peszko.

Nun zu dem, was ich gesehen habe:
Den dritten Profi-Kampf bestritten Nawid Hakimsahde (7 Kämpfe, 7 Siege, 6 durch KO) und Loran Elyas (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 3 durch KO) im Super Leichtgewicht. Der Fight war kurz und knackig. Bereits bei der ersten Aktion fällte eine harte Links-Rechts-Kombination zum Kopf Elyas in der eigenen Ecke. Der GBA Ringrichter Jens-Uwe Baum zählte bis acht. Hakimsahde wollte nun nicht mehr locker lassen. In der nächsten Aktion rutschte Elyas, durch Schläge getrieben, durch die Lücke zwischen erstem und zweitem Seil aus dem Ring. Erneut wurde er angezählt. Kurze Zeit später sank er unter einem Schlaghagel zu Boden und Ringrichter Baum winkte den Kampf ab. Sieger durch KO in Runde 1 nach 1:21 Minuten: Nawid Hakimsahde.

Danach stiegen Philipp Kolodziej (13 Kämpfe, 8 Siege, 6 durch KO, 5 Niederlagen, 5 durch KO) und Konstantin Jawtschenko (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 1 durch KO) für einen Vierrunder im Super Mittelgewicht in den Ring. Der Rechtsausleger Kolodziej machte Druck. Er trieb seinen Gegner vor sich her. Er zeigte eine gute Führhand und versuchte, mit der Rechten zum Köper Jawtschenko langsamer zu machen. In der zweiten Runde erhöhte Kolodziej, der physisch sehr stark wirkte, den Druck. In der dritten Runde wurde der Kampf dann härter. Kolodziej dominierte weiter, musste aber selber auch eine Rechte nehmen, die zu Nasenbluten führte. Nach einer Minute in der vierten Runde stellte Kolodziej Jawtschenko in einer neutralen Ecke. Der konnte sich aber wieder daraus befreien. Nach einer weiteren Minute gab es eine harten Schlagabtausch, mit anschließendem Klammern und abschließendem Zu-Boden-Sinken beider Boxer. Irgendwie zog sich Jawtschenko dabei einen Cut über einem Auge zu. Noch die letzte Minute war heiß umkämpft. Am Ende stand aber ein einstimmiger Punktsieg für Philipp Kolodziej.

Den Hauptkampf des Abends bestritt der Lokalmatador Marco Martini (15 Kämpfe, 12 Siege, 6 durch KO, 3 Niederlagen). Er traf für einen Sechsrunder im Super Weltergewicht auf Artyom Babayan (7 Kämpfe, 2 Siege, 4 Niederlagen). Babayan versuchte sich mit langen Händen Martini vom Hals zu halten, wobei er seinen kleinen Reichweitenvorteil nutzte. Nur selten kam er mit seinen Schlägen durch. Die meisten trafen nur die kompakte Deckung von Martini. Der versuchte sich an Babayan heranzuschieben und ihn mit Haken einzudecken. Am Ende der ersten Runde kam er dann mit einem schönen rechten Kopfhaken durch. Ab der zweiten Runde beherrschte Martini die Ringmitte und gab sie nicht mehr her. Ansonsten verlief das weitere Kampfgeschehen nach dem gleichen, oben beschriebenen Muster. Babayan konnte dabei die zweite Runde aufgrund von Körpertreffern, die er landen konnte, ausgeglichen gestalten. Mitte der nächsten Runde öffnete sich ein Cut unter Babayans rechter Braue. Der Kampf wurde dann härter, was vor allem Martini zugute kam. In der vierten Runde versuchte Babayan, das Kommando zu übernehmen. Der Erfolg blieb aber aus. Vielmehr wurde er immer wieder schön abgekontert. In der vorletzten Runde trieb Martini Babayan geradezu vor sich her und setzte die härteren und präziseren Treffer. Zum Ende der letzten Runde wurde Martini zwar in den Ringseilen gestellt, aber die Schläge trafen nur die Deckung. Sieger durch einstimmigen Punktentscheidung: Marco Martini.

Die Veranstaltungen von Werner Kreiskott im Fight Club Wuppertal sind Kult. Schon zwei Wochen vorher sind sie ausverkauft. Aber mit acht Stunden war die letzte dann einfach doch zu lang. Alle Beteiligten, vom Veranstalter über die Delegierten bis hin zum Ringsprecher Thomas Bielefeld, waren am Ende nur erschöpft. Andererseits kann man natürlich auch sagen: Wo bekommt man schon für sein Geld so viel geboten? – Also ich gehe auf jeden Fall wieder hin.
© Uwe Betker

Ein Freitagabend in Essen – die Recover Fight Club House Gala am 17.03.2017

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Die Veranstaltungen im Recover Fight Club in Essen haben inzwischen schon Tradition. Sie sind bereits ausverkauft, kaum dass der Termin festgesetzt ist. So war es auch diesmal: Keine Abendkasse, nur Einlasskontrolle. Und es gab fünf Profikämpfe. Um ungefähr 22 Uhr war schon alles vorbei. Früh genug noch für eine Freitagnacht. Das – und natürlich die Kämpfe – ist das Erfolgsrezept.
Den Anfang machten im Mittelgewicht Akmal Gertsen und Dogan Kurnaz (10 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 8 Niederlagen, 7 durch KO). Der Debütant Gertsen trug sehr auffälliges Schuhwerk. Es sah fast so aus, als hätte er schwarze Straßenschuhe an und darüber ein Art Gamaschen aus Stoff. Es waren aber keine Straßenschuhe, sondern originale Boxschuhe aus den 30er Jahren, die er sich aus den USA hatte schicken lassen. Eigentlich wollte er auch mit Leggins boxen, so wie man sie auf Fotos von uralten Boxern sieht – das wurde ihm aber untersagt.
Gertsen boxte so, wie man es von einem Boxer mit solchen Schuhen erwartet. Er machte Druck und er verteilte seine Schläge. Allerdings machte er auch den Eindruck, zu sehr einen schnellen KO zu suchen. Kurnaz, der kleinere Boxer, schlug schnelle Hände und versuchte Gertsen das Leben möglichst schwer zu machen. Er kam sogar das ein oder andere Mal durch. Mitte der zweiten Runde nahm Gertsen seinem Gegner durch einen schönen linken Haken zum Körper, gefolgt von einer schönen Rechten zum Kopf, die Luft. Danach stellte er ihn an den Seilen und holte ihn mit einem brutalen Aufwärtshaken ans Kinn von den Beinen. Das sah schon nach dem Ende des Kampfes aus. GBA Ringrichter Kornelius Bernds zählte und der sichtlich hart getroffene Kurnaz rappelte sich wieder auf und stellte sich zum Kampf. Der wurde denn auch wieder freigegeben. Und irgendwie schaffte es Kurnaz tatsächlich, den Schlussgong zu erreichen. Als der Gong zur dritten Runde ertönte, warf aber seine Ecke das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 3: Akmal Gertsen. Gertsen will nun das Regelwerk prüfen, um herauszufinden, welche Vorgaben es zu den Sporthosen gibt.

Danach stiegen Dejan Pavlovic (5 Kämpfe, 5 Niederlagen, 4 durch KO) und Bader Fattah im Super Weltergewicht in den Ring. Der Kampf war kurz. Fattah, ein Debütant, boxte unorthodox, was aber nicht wirklich zielführend war. Pavlovic konterte seine ungestümen Aktionen souverän ab. Zwei Lebertreffer zwangen Fattah zur Aufgabe. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:50 Minuten: Dejan Pavlovic.

Den einzigen Frauenboxkampf des Abends bestritten Özlem Sahin (24 Kämpfe, 22 Siege, 7 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) und Claudia Ferenczi (79 Kämpfe, 16 Siege, 7 durch KO, 56 Niederlagen, 3 durch KO, 6 Unentschieden) im Halbfliegengewicht. Es war auch der einzige Kampf, der über die angesetzte Distanz ging. Sahin stieg nach einer neunmonatigen Pause zum ersten Mal wieder in den Ring. Es ging bei dem Kampf zum einen darum, Ringrost abzuschütteln und zum anderen darum, den ersten Kampf mit neuem Trainer, Sebastian Tlatlik, zu bestreiten.
Sahin besetzte die Ringmitte, bestimmte den Kampf und setzte boxerische Akzente. Ferenczi, die Muhammad Ali als Tatoo auf dem linken Oberarm trägt, hielt dagegen. Ferenczi wurde in der zweiten Runde sichtbar wütend, weil sie nur sehr selten mit ihren Aktionen durchkam. Gleichwohl wurde die Begegnung härter. In der dritten Runde verlor Sahin die boxerische Linie, wodurch Ferenczi stärker und der Kampf härter wurde. Die letzten drei Runden gehörten wieder Sahin. Sie trug Ferenczi den Kampf an, wobei sie vor allem auf Haken setzte. In der sechsten Runde hatte Sahin ihre Gegnerin zweimal nahe am KO, aber Ferenczi erreichte stehend den Schlussgong. Die Punktrichter werteten: 60:54, 60:54 und 60:55. Einstimmige Punktsiegerin: Özlem Sahin.

Nach einer Pause ging es mit zwei Schwergewichtsbegegnungen weiter.
Hasan Kurnaz (5 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO) boxte gegen Sezer Sahin. Sahin, ein Debütant, verausgabte sich mit wilden Attacken zum Körper, wobei er aber keine Wirkung erzielte. Am Ende der Runde ging er nach einer Linken zum Körper zu Boden, wobei dies aber wohl eher Konditionsproblemen als der Schlagwirkung zu danken war. Ringrichter Michael Erdinc zählte ihn an. Sahin erreichte die Rundenpause und warf mit dem Gong zur zweiten Runde das Handtuch. Sieger durch TKO in Rune 2: Hasan Kurnaz.

Den Hauptkampf des Abends bestritt der Lokalmatador Patrick Korte (9 Kämpfe, 9 Siege, 8 durch KO). Er traf auf Asad Adrovic (2 Kämpfe, 1 Sieg, 1 Niederlage, 1 durch KO). Der Kampf war etwas konfus. Korte besetzte die Mitte des Rings und bestimmt das Kampfgeschehen. Korte, der eindeutig bessere Boxer, brachte Adrovic zweimal zu Boden – beide Male wurde es allerdings nur als Ausrutscher gewertet. Zum Ende der Runde stellte Korte seinen Gegner in einer neutralen Ecke und ließ ihn nicht mehr raus. Dann passierte etwas Bizarres: Adrovic tat das, was er meistens tut, wenn er sich rauskämpfen will. Er trat zweimal in den Bauch seines Gegners. Adrovic ist nämlich sehr viel mehr K1-Kämpfer als Boxer. Der Ringrichter Roman Morawiec entschied sich dafür – vermutlich auch, weil Adrovic ihm gesagt hatte, er wolle zur nächsten Runde nicht mehr antreten -, ihm nur einen Punkt abzuziehen. Wenige Sekunden später ertönte auch schon der Schlussgong, den Korte überhörte. Zur zweiten Runde trat Adrovic dann auch wirklich nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 2: Patrick Korte.

Man kann mal wieder feststellen, die Veranstaltungen des Recover Fight Club von Promoter Hani ElJarie stellen eine schöne Einstimmung fürs Wochenende dar.
© Uwe Betker

Ein Sonntagmorgen mit Profiboxen in Essen

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Das „Boxing Industry“, das schöne nagelneue Boxgym von Sebastian Tlatlik in Essen, war am Sonntagmorgen, dem 12.02.2017, Austragungsort für eine kleine Veranstaltung mit vier Profiboxkämpfen.
Zuerst stiegen Hani El Jarie (10 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 8 Niederlagen, 8 durch KO) und Adam Peszko, der sein Profidebüt gab, in den Ring. Der Kampf fand im Super Mittelgewicht statt. Peszko boxte für einen Debütanten relativ unhektisch. Er ging viel mit der Rechten zum Körper. In der zweiten Runde trieb Peszko seinen Gegner vor sich her und machte weiter Druck. Dabei schlug er gerne erst eine Linke zum Kopf und dann eine Rechte zum Körper. Wenige Sekunden vor dem Ende der Runde verletzte sich El Jarie. Zwar beendet er noch die Runde, aber zur dritten trat er nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 3.
Im Weltergewicht trafen Dejan Pavlovic (5 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 4 Niederlagen, 3 durch KO) und Alexander Garbusov (2 Kämpfe, 2 Niederlagen, 2 durch KO) aufeinander. Der Kampf war ruck zuck beendet. Pavlovic war der Herr im Ring. Er ging nach vorne und kam mit einem linken Körperhaken durch, der Garbusov stoppte. Dann deckte ihn Pavlovic mit Schlägen ein, Garbusov ging zu Boden und wurde von Ringrichter Thomas Hackenberg ausgezählt. Sieger durch KO in Runde 1, nach 2:02 Minuten: Dejan Pavlovic.
Ebenfalls im Weltergewicht boxten Yaser Yüksel (3 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO) und Lorans Elyas (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 4 durch KO) gegeneinander. Elyas startete stark. Er deckte Yüksel mit Schlägen ein. Dieser ließ sie einfach an seiner Deckung abtropfen. Am Ende zog Yüksel einen schönen rechten Cross zum Kopf durch, der Elyas erschütterte. In die zweiten Runde ging Yüksel zur Sache. Er boxte an, stellte Elyas durch eine linke Grade zum Kopf in einer neutralen Ecke und fällte ihn mit Körperhaken. Sieger durch KO in Runde 2 nach 1:09 Minuten: Yaser Yüksel.
Zum Schluss boxte der Hausherr selber. Sebastian Tlatlik (13 Kämpfe, 12 Siege, 11 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) boxte im Super Federgewicht gegen Marc Schulz (8 Kämpfe, 8 Niederlagen, 8 durch KO). Dies war des kürzeste Kampf des Morgens. Tlatlik machte mit Schulz, war er wollte. Er spielte mit ihm. Dann zog er einen schönen rechten Haken auf die kurze Rippe durch, die Schulz fällte. Sieger durch KO in Runde 1, nach 2:14 Minuten: Sebastian Tlatlik.
© Uwe Betker

Boxen statt Brunchen

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Samstags, am späten Vormittag oder am Mittag, ist die Zeit, zu sich junge, hübsche und schicke Hipster in einem chic gestylten Café treffen, um dort zusammen mit Freunden einen ausgiebigen Brunch zu sich zu nehmen. Am 22.10.2016 trafen sich andere zur gleichen Zeit in einem alten Industriegebäude in Essen, um Boxen zu sehen. Zu sehen gab es in der Boxing Industry sechs Profiboxkämpfe.
Als erstes stieg der Gastgeber Sebastian Tlatlik (12 Kämpfe, 11 Siege, 10 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) zu einer Super Federgewichtsbegegnung mit Evgenij Melzer (2 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) in den Ring. Der Kampf war technisch gut. Melzer boxte durch die Mitte und versuchte von Anfang an, Druck zu machen. Tlatlik boxte zunächst defensiv und punktete mit Kopf- und Körperhaken als Konter. Im zweiten Durchgang wurde Tlatlik aktiver. Er beherrschte die Ringmitte und trieb seinen Gegner vor sich her. Immer wieder brachte er Kombinationen zum Körper ins Ziel. Ende der Runde ging Melzer nach einer solchen zu Boden. In den folgenden Runden behinderte ihn starkes Nasenbluten. In dem folgenden Durchgang fing Tlatlik mit Melzer an zu spielen. Er pendelte dessen Schläge lässig aus. Einmal zwang er sein Gegenüber mit einer Rechten zum Körper und Ende der Runde mit einem Schlaghagel zu Boden. In der vierten der sechs angesetzten Runden kam das Ende für den tapferen Melzer. Erst brachte ihn ein linker und rechter Körperhaken, gefolgt von einem rechten Kopfhaken, zu Boden. Später streckte ihn ein Körper- und ein Kopfhaken erneut auf die Bretter und wurde vom GBA Ringrichter ausgezählt. Sieger durch KO in Runde 4 nach 2:54 Minuten: Sebastian Tlatlik.
Die folgenden Kämpfe waren alle kürzer, wobei der zweite der kürzeste war. Nach 35 Sekunden war bereits Schluss: Im Cruisergewicht trafen Rojhat Bilgetekin (11 Kämpfe, 7 Siege, 7 durch KO, 4 Niederlagen, 4 durch KO) und Pierre Kerstan (11 Kämpfe, 11 Niederlagen, 10 durch KO) aufeinander. Bereits die erste linke Grade zum Kopf von Kerstan kam durch und brachte ihn ins Stolpern. Bilgetekin setzte nach und kam mit einer Rechten zum Kopf durch, die Kerstan fällte. Der Ringrichter Thomas Hackenberg zählte bis zehn. Sieger durch KO in Runde 1, nach 35 Sekunden: Rojhat Bilgetekin.
Im Super Federgewicht boxten Sandro Lütke Bordewick (12 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO, 6 Niederlagen, 5 durch KO) und Lorans Elyas (3 Kämpfe, 3 Niederlagen, 2 durch KO) gegeneinander. Elyas schlug viel, traf aber nur die kompakte Deckung von Lütke Bordewick. Dieser beschränkte sich auf Eins-Zwei-Kombinationen. Ende der Runde stellte Lütke Bordewick ihn dann an den Seilen und deckte ihn ein. Der Trainer von Elyas warf das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:46 Minuten: Sandro Lütke Bordewick.
Der vierte Kampf war noch kürzer als der zweite. Es kämpften im Leichtgewicht Tom Tran (2 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO) und Marc Schulz (5 Kämpfe, 5 Niederlagen, 5 durch KO) gegeneinander. Bereits die erste Aktion, viele harte Schläge, schickte Schulz in die Seile, durch die er fast durchgefallen wäre. Ringrichter Hackenberg brach den Kampf ab. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 23 Sekunden: Tom Tran.
Im fünften Kampf boxten im Super Leichtgewicht Andreas Maier (4 Kämpfe, 4 Siege, 4 durch KO) und der Veranstalter Hani El-Jarie (9 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 7 Niederlagen, 7 durch KO). Maier beherrschte den Kampf von der ersten Sekunde an. Er boxte beherrscht und abgeklärt. Er zeigte eine gute Führhand. Schon bei der ersten schnellen Kombination zum Kopf hatte El-Jarie genug. Er gab auf. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 1:39 Minuten: Andreas Maier.
Den Hauptkampf des Abend bestritten dann Samy Raid Musa (10 Kämpfe, 10 Siege, 7 durch KO) und Alexander Garbusov im Super Mittelgewicht. Musa nutzte seinen Reichweitenvorteil. Er boxte schön lang und gerade. Bald schon hatte er seinen Gegner mit einer Linken zum Kopf und einer Rechten zum Körper erschüttert. Dann flog auch schon das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 40 Sekunden: Samy Raid Musa.
Die Anzahl der Hipster unter den Zuschauern bei der Veranstaltung in der Boxing Industry in Essen, war überschaubar. Es gab keinen Brunch, dafür nur Boxen, was aber ungefähr so lange dauerte wie ein längeres verspätetes Frühstück. Kaffee gab es aber auch. Ich persönlich finde Boxen besser als Brunchen.
(C) Uwe Betker

Ein neuer deutscher Schwergewichtler: Patrick Korte

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Gut, ein 32-jähriger Boxer ist vielleicht nicht gerade ein wirklich „neuer“ Schwergewichtler. Aber auch als Spätberufener, mit bisher nur 6 Kämpfen, hat er doch schon für ein Aufhorchen gesorgt. Patrick Korte (6 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO) ist Essener. Er wurde in Essen geboren. Er lebt und trainiert in Essen. Er gehört also einer wirklich raren Spezies an, er ist nämlich ein deutscher Schwergewichtler.

(C) Matthias Olbrich

(C) Matthias Olbrich

Korte hat als Amateur nur 11 Kämpfe bestritten, von denen er 9 für sich entscheiden konnte. Er wurde bei den Deutschen Meisterschaften Vizemeister bei den Junioren. Dann hörte er mit dem Amateurboxen auf und fing mit Bodybuilding an. Auch hier wurde er Vizemeister bei Deutschen Meisterschaften. Irgendwann machte er dann noch mal zwei Amateurkämpfe, bevor er sich dann Anfang 2015 entschloss, Profiboxer zu werden.

(C) Matthias Olbrich

(C) Matthias Olbrich

Kortes Stärken sind seine Dynamik und seine Schlagkraft. Wenn er trifft, fallen seine Gegner um. Nur ein Gegner, Ismael Altintas, erreichte bislang den Schlussgong. Alle anderen kamen noch nicht einmal bis zur zweiten Runde. Dabei muss man natürlich sagen, dass es auch Aufbaugegner waren. Wer Korte jedoch boxen gesehen hat, ist schon beeindruckt. Sein Trainer Sebastian Tlatlik ist sich darüber im Klaren, dass Korte technische Defizite hat. Aber sein Schützling, den er zusammen mit Frank Rose betreut, ist extrem fleißig im Training.

(C) Matthias Olbrich

(C) Matthias Olbrich

Korte ist hungrig. Er will den Erfolg. Dabei ist er zugleich ein erwachsener Mann (verheiratet, zwei Kinder), der realistisch ist. Das gilt auch, wenn er scherzt, dass er bis mindestens 40 boxen will. Das erste erklärte Ziel ist die Deutsche Meisterschaft im Schwergewicht, die man für 2017 anstrebt. Problem ist hier aber, dass Korte erst noch zeigen muss, ob er auch 6, 8 oder 10 Runden mit einem Gegner gehen kann. Im Sparring hat er das schon gezeigt, unter anderen auch mit Francesco Pianeta. Das war aber eben Sparring und kein Kampf. Auf jeden Fall darf man sehr gespannt sein, wie Patrick Korte sich weiter entwickelt.
© Uwe Betker

Die zweite Profiboxveranstaltung im „Generation“ in Moers

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Der Veranstalter Hani ElJarie veranstaltete am 19.08.2016 zum zweiten Mal in der Diskothek Generation in Moers. Es gab 8 Profikämpfe zu sehen, von denen immerhin drei sehr sehenswert waren.
Der erste Kampf des Abends war kurz und seltsam. Im Cruisergewicht trafen Lars Kolecki (3 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO) und Robert Szalach (4 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO) aufeinander. Szalach ließ die linke Führhand lässig immer wieder fallen und versuchte, seinen Gegner mit von der Hüfte aus geschlagenen Führhänden und rechten Kopfhaken abzukontern. Kolecki versuchte, mit überfallartigen Angriffen, die in schneller Folge kamen, ans Ziel zu gelangen. Damit hatte er auch weitgehend Erfolg. Dreimal kam er mit seiner Rechten zum Kopf durch und es sah so aus, als hätte eine Szalach auch beeindruckt. Kolecki konnte aber seine Vorteile nicht nutzen. Zum Ende der Runde wurde Szalach stärker. Kolecki nahm Schlag um Schlag, der ihn erschütterte. Immer wieder drehte er sich ab. Dann hatte der GBA Ringrichter Kornelius Bernds genug gesehen und brach den ungleich gewordenen Kampf ab. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 1 Minute 25: Robert Szalach, der den ersten Sieg seiner Profikarriere einfuhr.
Auch der folgende Kampf im Federgewicht zwischen Marc Schulz (3 Kämpfe, 3 Niederlagen, 3 durch KO) und Emre-Han Semiz (10 Kämpfe, 9 Niederlagen, 7 durch KO, 1 Sieg, 1 durch KO) endete überraschend. Schulz war der technisch bessere Boxer. Semiz boxte unorthodox und versuchte es eher mit linken und rechten Schwingern. Manche fanden sogar ihr Ziel. Dennoch sah alles danach aus, als würde Semiz seine zehnte Niederlage in Folge kassieren. Am Ende kam er dann wieder mit einer Aktion durch, wobei er aber wohl den Kehlkopf seines Gegners traf. Die Ecke von Schulz warf das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2 Minuten 59 Sekunden: Emre-Han Semiz.
Der dritte Kampf im Leichtgewicht zwischen Sergej Vib (13 Kämpfe, 6 Siege, 3 durch KO, 7 Niederlagen, 5 durch KO) und Lorans Elyas (2 Kämpfe, 2 Niederlagen, 1 durch KO) ging über die Distanz. Elyas wechselte immer wieder die Auslage und nahm zwischenzeitlich auch mal eine originelle Kampfstellung ein. In der ersten Runde konnte er sich aufgrund seines Reichweitenvorteils auch seinen Gegner vom Hals halten und punkten. Ab der zweiten Runde machte Vib dann mehr Druck und kam häufiger an Elyas ran. Der nahm immer wieder Treffer und versuchte durch Abdrehen, Faxenmachen und Weglaufen das Schlimmste zu verhindern. In der dritten Runde nahm Vib wieder Tempo raus. Er beschränkte sich darauf, seine Vorteile nicht zu verlieren. Am Ende der Runde musste er sogar eine Rechte zur Stirn nehmen, die Wirkung zeigte. Elyas sah seine Chance, stürmte auf Vib zu und fällte ihn mit einem unbeabsichtigten Kopfstoß. Der Rundengong ertönte, als Vib noch auf dem Boden kniete. Im letzten Durchgang passierte nicht mehr viel. Vib tat genug, um den Kampf zu bestimmen. Am Ende gab er noch mal Gas. Er versuchte noch zu einem KO Erfolg zu kommen, aber er schaffte es nicht. Einstimmiger Punktsieger: Sergej Vib.
Dann maßen die beiden Super Mittelgewichtler Dominik Tietz (9 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO, 3 Niederlagen, 1 durch KO) und der Debütant Ivan Vib ihre Kräfte. Der Kampf war kurz und einseitig. Tietz verteilte gut. Am Ende der Runde wurde Vib durch eine Rechte zum Körper gefällt. Er kam zwar noch einmal hoch und wollte sich auch wieder zum Kampf stellen. Aber der Ringrichter Michael Erdinc nahm ihn aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2 Minuten 51 Sekunden: Dominik Tietz.
Im fünften Kampf des Abends traten im Mittelgewicht Dogan Kurnaz (6 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 4 Niederlagen, 3 durch KO) und Alexander Mai gegeneinander an. Die erste Runde gehörte Mai. Er bestimmte das Kampfgeschehen, ohne aber entscheidende Akzente setzen zu können. Kurnaz beschränkte sich auf gelegentliche Konter. Mit Beginn der zweiten Runde übernahm dann Kurnaz das Kommando. Obwohl kleiner, machte er mehr und zwang Mai immer wieder Schlabtäusche auf. In der dritten Runde erhöhte Kurnaz weiter den Druck. Immer wieder ging er mit der Linken zum Körper, was Mai augenscheinlich nicht mochte, aber auch kein Rezept dagegen fand. Zum Ende pumpte er hart. Mit dem Gong zur vierten Runde gab Mai auf. Sieger durch TKO in Runde 4, nach 1 Sekunde: Dogan Kurnaz.
Danach trat das neue Schwergewichtstalent Patrick Korte (6 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO) an. Er bekam es mit Ismael Altintas (28 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO, 21 Niederlagen, 8 durch KO, 4 Unentschieden) zu tun. Korte startete mit einem unglaublichen Tempo. Drei Minuten lang schlug er ohne Pause auf Altintas ein. Auch vom Rufen seines Trainers Sebastian Tlatlik ließ er sich nicht davon abhalten. Dieser schob sich hinter seiner Doppeldeckung verschanzt stoisch die ganze Zeit an Korte ran. Ich habe keinen einzigen Schlag von ihm gesehen. Aber er überraschte Korte, der es gewohnt ist, dass seine Gegner in der ersten Runde unter seinen Schlägen zusammenbrechen.
Zu Beginn der zweiten Runde änderte Altintas seine Taktik. Er fing nämlich an zurückzuschlagen, was lauten Szenenapplaus auslöste. Der Kampf wurde dann auch munterer. Korte deckte sein Gegenüber immer noch ein, reduzierte aber seine Schlagfrequenz. Altintas schob sich an seinen Gegner heran und versuchte zu kontern. Die vierte Runde war die beste und interessanteste, denn in ihr war zu sehen, was aus Patrick Korte werden kann, wenn er denn mal auf seinen Trainer hört und boxt. Korte arbeitete schön mit seiner steifen Führhand und zog bei Gelegenheit die Rechte nach. Er verteilte gut und hatte den Kampf vollkommen unter Kontrolle. Sieger durch einstimmigen Punktentscheid: Patrick Korte.
Ein paar Worte zu beiden Boxern. Altintas ist ein Prüfstein für jeden Schwergewichtler. Er lässt seine Gegner gerne schlecht aussehen und er kann unglaublich einstecken – so viel, dass man sich als Zuschauer schon Sogen macht. Aus Korte kann noch etwas werden. Er hat die physischen Voraussetzungen eines guten Schwergewichtlers. Er ist groß und explosiv. Die Frage ist nur, ob er seine Emotionen unter Kontrolle bekommen kann und auf seinen Trainer hört.
Auch die Leichtgewichtshoffnung Marek Jedrzejewski (10 Kämpfe, 10 Siege, 9 durch KO) wurde geprüft. Er bekam es mit Bakhtiyar Isgandarzada (20 Kämpfe, 11 Siege, 4 durch KO, 9 Niederlagen, 5 durch KO) zu tun. Der Kampf der Beiden war ein Leckerbissen für Freunde der Boxtechnik, wobei immer noch genug Schlagkraft im Spiel war, so dass auch ein KO möglich war. Acht Runden lang war Boxen, Fintieren und harte und intensive Schlagabtausche zu sehen. Jedrzejewski gewann für mich bis auf die erste alle Runden. Er hatte bei den Schlagabtauschen immer eine Hand mehr im Ziel und seine Deckung war sehr gut. Einstimmiger Punktsieger: Marek Jedrzejewski.
Hauptkampf des Abends war die auf sechs Runden angesetzte Begegnung im Mittelgewicht zwischen Sahan Aybay (3 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO) und Marco Martini (10 Kämpfe, 8 Siege, 3 durch KO, 2 Niederlagen). Es war das Aufeinandertreffen von zwei Rechtsausleger. In gewissem Sinne war dieser Kampf das Gegenteil von des vorangegangenen. Es war nämlich eine hart umkämpfte Ringschlacht. Aybay konnte nur selten seinen Reichweitenvorteil nutzen und seinen Jab etablieren. Martini trug ihm immer wieder den Kampf an. Er konnte jedoch nicht so am Körper von Aybay explodieren, dass er hiermit den Kampf für sich hätte entscheiden können. So gab es viele harte Schlagabtäusche. Am Ende stand ein einstimmiger, für mich recht knapper, Punktsieg für Sahan Aybay.
Die Diskothek Generation in Moers scheint sich als Austragungsort für Profiboxveranstaltungen etabliert zu haben. Am 09. September findet die nächste statt.
© Uwe Betker