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Ein langer und unterhaltsamer Nachmittag/Abend in Wuppertal

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Bereits um 16 Uhr ging es in Fight Club Wuppertal los. Insgesamt gab es sage und schreibe 35 Kämpfe zu sehen. Es gab K1, IKBO-Boxen und Profiboxen. Mit fünf Kämpfen, waren die Profiboxer allerdings in der Minderheit.
Zwei Kämpfe, die am frühen Nachmittag stattfanden, habe ich schon verpasst. Deshalb hier nur kurz die Fakten: Sebastian Tlatlik (14 Kämpfe, 13 Siege, 12 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) boxte im Super Federgewicht gegen Marc Schulz (9 Kämpfe, 9 Niederlagen, 9 durch KO). Der auf acht Runden angesetzte Kampf erreichte nicht das Ende der ersten Runde. Ein Leberhaken fällte Schulz, woraufhin ihn Ringrichter Patryk nicht wieder antreten ließ. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:47 Minuten; Sebastian Tlatlik.
Im Super Mittelgewicht boxten Adam Peszko (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) gegen Hani El Jarie (11 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 9 Niederlagen, 9 durch KO). Zur dritten Runde trat Hani nicht mehr an. Sieger durch RTD in der zweiten Runde: Adam Peszko.

Nun zu dem, was ich gesehen habe:
Den dritten Profi-Kampf bestritten Nawid Hakimsahde (7 Kämpfe, 7 Siege, 6 durch KO) und Loran Elyas (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 3 durch KO) im Super Leichtgewicht. Der Fight war kurz und knackig. Bereits bei der ersten Aktion fällte eine harte Links-Rechts-Kombination zum Kopf Elyas in der eigenen Ecke. Der GBA Ringrichter Jens-Uwe Baum zählte bis acht. Hakimsahde wollte nun nicht mehr locker lassen. In der nächsten Aktion rutschte Elyas, durch Schläge getrieben, durch die Lücke zwischen erstem und zweitem Seil aus dem Ring. Erneut wurde er angezählt. Kurze Zeit später sank er unter einem Schlaghagel zu Boden und Ringrichter Baum winkte den Kampf ab. Sieger durch KO in Runde 1 nach 1:21 Minuten: Nawid Hakimsahde.

Danach stiegen Philipp Kolodziej (13 Kämpfe, 8 Siege, 6 durch KO, 5 Niederlagen, 5 durch KO) und Konstantin Jawtschenko (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 1 durch KO) für einen Vierrunder im Super Mittelgewicht in den Ring. Der Rechtsausleger Kolodziej machte Druck. Er trieb seinen Gegner vor sich her. Er zeigte eine gute Führhand und versuchte, mit der Rechten zum Köper Jawtschenko langsamer zu machen. In der zweiten Runde erhöhte Kolodziej, der physisch sehr stark wirkte, den Druck. In der dritten Runde wurde der Kampf dann härter. Kolodziej dominierte weiter, musste aber selber auch eine Rechte nehmen, die zu Nasenbluten führte. Nach einer Minute in der vierten Runde stellte Kolodziej Jawtschenko in einer neutralen Ecke. Der konnte sich aber wieder daraus befreien. Nach einer weiteren Minute gab es eine harten Schlagabtausch, mit anschließendem Klammern und abschließendem Zu-Boden-Sinken beider Boxer. Irgendwie zog sich Jawtschenko dabei einen Cut über einem Auge zu. Noch die letzte Minute war heiß umkämpft. Am Ende stand aber ein einstimmiger Punktsieg für Philipp Kolodziej.

Den Hauptkampf des Abends bestritt der Lokalmatador Marco Martini (15 Kämpfe, 12 Siege, 6 durch KO, 3 Niederlagen). Er traf für einen Sechsrunder im Super Weltergewicht auf Artyom Babayan (7 Kämpfe, 2 Siege, 4 Niederlagen). Babayan versuchte sich mit langen Händen Martini vom Hals zu halten, wobei er seinen kleinen Reichweitenvorteil nutzte. Nur selten kam er mit seinen Schlägen durch. Die meisten trafen nur die kompakte Deckung von Martini. Der versuchte sich an Babayan heranzuschieben und ihn mit Haken einzudecken. Am Ende der ersten Runde kam er dann mit einem schönen rechten Kopfhaken durch. Ab der zweiten Runde beherrschte Martini die Ringmitte und gab sie nicht mehr her. Ansonsten verlief das weitere Kampfgeschehen nach dem gleichen, oben beschriebenen Muster. Babayan konnte dabei die zweite Runde aufgrund von Körpertreffern, die er landen konnte, ausgeglichen gestalten. Mitte der nächsten Runde öffnete sich ein Cut unter Babayans rechter Braue. Der Kampf wurde dann härter, was vor allem Martini zugute kam. In der vierten Runde versuchte Babayan, das Kommando zu übernehmen. Der Erfolg blieb aber aus. Vielmehr wurde er immer wieder schön abgekontert. In der vorletzten Runde trieb Martini Babayan geradezu vor sich her und setzte die härteren und präziseren Treffer. Zum Ende der letzten Runde wurde Martini zwar in den Ringseilen gestellt, aber die Schläge trafen nur die Deckung. Sieger durch einstimmigen Punktentscheidung: Marco Martini.

Die Veranstaltungen von Werner Kreiskott im Fight Club Wuppertal sind Kult. Schon zwei Wochen vorher sind sie ausverkauft. Aber mit acht Stunden war die letzte dann einfach doch zu lang. Alle Beteiligten, vom Veranstalter über die Delegierten bis hin zum Ringsprecher Thomas Bielefeld, waren am Ende nur erschöpft. Andererseits kann man natürlich auch sagen: Wo bekommt man schon für sein Geld so viel geboten? – Also ich gehe auf jeden Fall wieder hin.
© Uwe Betker

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(C) Uwe Betker

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10. April 2016 at 23:59

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Ein Rückblick auf das letzte Jahr der sportlichen Karriere von Marco Huck

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Von Marco Hucks letztem Kampf war das Bild im Internet am häufigsten zu sehen, auf dem er besinnungs- und wehrlos auf dem zweiten Seil von unten liegt , über ihm stehend: der Ringrichter David Fields, der ihn auszählt. Huck (42 Kämpfe, 38 Siege, 26 durch KO, 3 Niederlagen, 2 durch KO, 1 Unentschieden) ist nicht mehr Weltmeister der WBO im Cruisergewicht. Das sollte nun Grund genug sein, das letzte Jahr seiner sportlichen Karriere Revue passieren zu lassen.

Im Sommer letzten Jahres war die Welt von Huck noch in Ordnung. Am 30. August absolvierte er im Garry Weber Stadion in Halle ein leichtes Sparring. Dabei besiegte er den Italiener Mirko Laghetti, einen handverlesenen Gegner. Aus blieb dabei allerdings das angekündigte Zerbröseln der Hartweizen Nudeln. Er brauchte für die „Spagetti à la Laghetti“ doch zwölf Runden. Dies war sein letzter Kampf für Sauerland Events GmbH.
Sauerland hatte ihn, den Kickboxer, 2004 unter Vertrag genommen. Da Huck spät und über den Umweg des Kickboxens zum Boxen gekommen war, wurde aus ihm, trotz der Bemühungen von Trainer Ulli Wegner, kein technischer Boxer, sondern ein harter, technisch limitierter Fighter, der den KO sucht. Trotz schlechterer Voraussetzungen und allein durch Fleiß, Härte und die Hilfe seines Veranstalters wurde er Europameister und Weltmeister der World Boxing Organisation.

Nach seinem Kampf gegen Laghetti trennte sich Huck von seinem Veranstalter. Vermutlich war Geld der Grund hierfür. Es geht schließlich fast immer um Geld. Huck gründete mit seinem Bruder Kenan Hukić eine eigene Promotion-Firma – nach dem Vorbild der Klitschkos und Felix Sturms. Er und sein Bruder, der nun sein Promoter, Manager und Geschäftsführer seiner Firma ist, versuchte er, sich selber ins Gespräch zu bringen als ein möglicher Gegner für Wladimir Klitschko (66 Kämpfe, 63 Siege, 53 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO). „Jetzt bin ich frei für Klitschko!“ Aber natürlich war solch ein Kampf nicht zu vermarkten. Wieso sollte der zur Zeit beste Schwergewichtler der Welt und amtierende Weltmeister der IBF, WBO und Super Champion der WBA gegen jemanden boxen, der seinen einzigen Schwergewichtskampf nicht gewinnen konnte. – Huck verlor am 25.02.2012 gegen Alexander Povetkin. Seine Leistung war keine Offenbarung. Auf keinen Fall aber war sie eine, die ihn als einen möglichen Herausforderer für Klitschko qualifiziert hätte. Gleichwohl wurde er nach diesem Kampf nicht müde, Klitschko herauszufordern.
Der als Muamer Hukić in Novi Pazar, im heutigen Serbien geborene Huck versuchte nach seinem Weggang von Sauerland einen deutschen TV-Sender für seine Kämpfe zu interessieren. Diese Bemühungen waren jedoch nicht von Erfolg gekrönt. Zeljko Karajica, der Geschäftsführer der ProSiebenSat.1 TV Deutschland sagte öffentlich: „Huck muss mit Sauerland einen Deal machen, wenn er in Sat.1 boxen will. Es wird keinen separaten Vertrag mit Huck Sports Promotion geben.“ Und Wilfried Sauerland gab zum Besten, Huck würde sich überschätzen.
Da Huck keinen TV-Vertrag in Deutschland bekam, ging er in die USA. Die Überlegung, die hinter diesem Schritt stand, war gut. Mit seinem Boxstil und seinem WM -Titel standen ihm die Türen offen. Geplant war eine relativ einfache Titelverteidigung gegen den als zweitklassig angesehenen Kryrsztof Glowacki. Dann sollte er gegen die Ringlegende Roy Jones jun. (67 Kämpfe, 59 Siege, 42 durch KO, 8 Niederlagen, 4 durch KO) antreten. Zwei überzeugende Siege, die auch realistisch waren, und er wäre eine feste Größe auf dem US-amerikanischen Markt geworden. Aber dazu kam es nicht. Er verlor nämlich durch KO in Runde 11.
Nach dieser Niederlage steht Huck nun vor dem Scherbenhaufen seiner Karriere. Da nutzte auch nichts, einen Rückkampf zu fordern. Warum sollte er ihn auch bekommen. Hat er denn selbst Denis Lebedev einen Rückkampf gewährt, nachdem er am 19.12.2010 von diesem vermöbelt worden war und durch die zwei Punkrichter Lahcen Oumghar und Manuel Oliver Palomo den Sieg geschenkt bekommen hatte? – Nein.
Es fiel auf: Huck boxte in seinem letzten Kampf technisch um Klassen schlechter als sonst. Durch seinen Weggang von Sauerland war er gezwungen, sich auch einen neuen Trainer zu suchen. Ulli Wegner, der ihn als Trainer zum Weltmeister gemacht hatte, durfte ihn nicht mehr trainieren. Aus einem mir unerfindlichen Grund nahm er sich dann einen amerikanischen Trainer. Er plauderte selber in einem Interview darüber, dass er einmal zu spät zum Training in seinem Trainingslager in Las Vegas gekommen sei, weil er im Casino festhing. Das spricht ja wohl nicht gerade dafür, dass er seinen Gegner und seinen Trainer Don House sonderlich ernst genommen hätte.

Jeder weiß, dass ein Trainerwechsel nicht unproblematisch ist. Noch schwieriger ist es, wenn der Trainer aus einer ganz anderen Trainerschule kommt. Relativ selten nur kamen europäische Boxer mit amerikanischen Trainern zum Erfolg. Zu unterschiedlich sind beide Boxschulen. Und „Umschulungen“ auf einen anderen Stil gehen in der Regel nicht gut. Wenn Huck nun in seinem Trainer den Sündenbock für seinen Titelverlust gefunden zu haben glaubt, so ist das einfach billig. Er hat sich House doch selbst ausgesucht, der außerdem – abgesehen von Bermane Stiverne – aktuell auch keinen Top-Boxer betreut.
Hucks Deckung war schlecht. Die Kondition war schlecht. Die Linke hängen lassen, um den Gegner zum Angriff zu verleiten, war ein suboptimale Idee. Die Verständigung in der Ringecke war auch schlecht. Sich nur über einen Dolmetscher zu verständigen, kann nun auch einfach nicht hilfreich sein, vor allem, wenn man nur maximal 60 Sekunden Zeit hat zu kommunizieren. Wie schon gesagt Captain Hook hat sich seinen Trainer selbst ausgesucht und alle Probleme waren vorher bekannt.
Huck sucht inzwischen einen neuen Trainer. Es sieht im Moment danach aus, als würde Graciano Rocchigiani sein neuer Trainer werden. Auch hier sehe ich Schwierigkeiten voraus. Aber Huck wird schon wissen, warum er Rocky will. Neue sportliche Aufgaben hat er aber immer noch keine.
© Uwe Betker

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25. Oktober 2015 at 23:59

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5. Oktober 2015 at 23:59

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20. Juni 2015 at 23:59

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Zwei Profiboxkämpfe in Kelmis/Belgien

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Kelmis ist eine der neun Gemeinden der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien. Es liegt der belgischen Provinz Lüttich, praktisch direkt hinter Aachen. Hier nun fand am 25. April 2015 in der Halle des Sportzentrums eine Boxveranstaltung statt. Nicht nur war es die erste Veranstaltung mit Profis überhaupt in Kelmis, sondern damit sollte auch die Wiedergeburt des Profiboxens im deutschsprachigen Belgien eingeleitet werden. Bislang gab es zwar noch keine Profiboxer aus der Region, aber dies soll sich bald ändern. Es gab zunächst 8 Amateurkämpfe zu sehen, die zum Teil sehr gut waren. Dann gab es eine Pause, in der der größere Teil des Publikums, der sich eine VIP Karte gegönnt hatte, erst einmal aß. Es gab Krabbencocktail, Geflügelbraten, Gratins, Gemüseplatte, Nudelspezialitäten mit frischen Soßen und Mousse au Chocolat. Dazu wurden Wein und Wasser gereicht. Es trat auch eine Gruppe von jungen Frauen auf, deren Show eine Mischung aus Tanz, Gymnastik und Aerobic war. Den Abschluss der Veranstaltung bildeten dann zwei Profikämpfe. Im ersten trafen im Mittelgewicht Mohamed Sidi Slimani (13 Kämpfe, 7 Siege, 4 durch KO, 5 Niederlagen, 3 durch KO, 1 Unentschieden) und Varujan Martirosyan (4 Kämpfe, 3 Siege, 1 Niederlage) aufeinander. Ihr Kampf war auf vier Runden angesetzt. In der ersten Runde besetzte Martirosyan die Ringmitte. Von dort agierte er. Slimani war passiv und hatte nur wenige Momente. In der zweiten Runde wurde er mehrfach in den Seilen gestellt und mit Schlagkombinationen eingedeckt. Im folgenden Durchgang wurde er dann zwar stärker, konnte aber den technisch besser boxenden Martirosyan nicht in Gefahr bringen. In der letzten Runde hatte keiner der Beiden noch Kraft und es gab zum Schluss eine unterhaltsame Keilerei, mit vielen Schwingern, die ihr Ziel verfehlten. Am Ende werteten die Punktrichter 39:38, 39:38 und 39:37 für Slimani: für mich ein klares Fehlurteil. Den zweiten Profikampf des Abends bestritten Alexandru Jur (14 Kämpfe, 14 Siege, 5 durch KO) und Istvan Orsos (40 Kämpfe, 9 Siege, 3 durch KO, 29 Niederlagen, 9 durch KO, 2 Unentschieden) einen Sechsrunder im Cruisergewicht. Jur gewann jede Runde. Von Runde zu Runde wurde er stärker. Die einzige Frage, die es zu beantworten galt, lautete: Schafft es Jur Orsos KO zu schlagen? – Um es kurz zu machen, er schaffte es nicht. Orsos war wie ein menschlicher Sandsack. Er nahm Schlag um Schlag und zeigte keine Wirkung. Am Ende werteten alle Punktrichter 60:52 für Jur. Es wurde verkündet, dass diese Veranstaltung in Kelmis den Auftakt darstellen sollte für viele weitere, die folgen sollen. Ich jedenfalls fände es durchaus wünschenswert, wenn hier ein Zentrum für Amateur- und Profiboxen entstünde. Noch lieber stelle ich mir vor, es könnte hier für die Euregio, also das Gebiet zwischen Belgien, den Niederlanden und Deutschland, ein Ort sich etablieren, an dem Boxer aus dieser Region regelmäßig boxen könnten. © Uwe Betker

Zwei Profiboxkämpfe im Freudenreich Professionell Boxing Gym in Düsseldorf

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Die Veranstaltungen im Gym von Stefan Freudenreich sind Kult. Nach ein paar Stunden sind sie immer bereits ausverkauft. Sie finden traditionell freitags statt und stellen einen schönen Anfang für eine Freitagnacht dar. Die Veranstaltungen sind zwischen 21 und 22 Uhr zu Ende und danach trifft man sich meist noch in einem in der Nähe befindlichen Lokal.
Bei der Veranstaltung am 24. April 2015 gab es drei Amateur- und zwei Profiboxkämpfen zu sehen:
Im ersten Profiboxkampf, der der zweite Kampf des Abends war, trafen Sebastian Tlatlik (8 Kämpfe, 8 Siege, 7 durch KO) und Sergej Vib (8 Kämpfe, 4 Siege, 2 durch KO, 4 Niederlagen, 2 durch KO) aufeinander. Es ging um die Internationale Deutsche Meisterschaft im Super Federgewicht, die vakant war. Die Beiden sind in der Vergangenheit bereits einmal gegeneinander angetreten, am 26.04.2014 im Vorprogramm von Wladimir Klitschkos Kampf gegen Alex Leapai. Damals gewann Tlatlik, den Dreirunder einstimmig nach Punkten. Es war wirklich ein Dreirunder, denn bei einem Klitschko sanktioniert der Bund Deutscher Berufsboxer auch schon mal solch extravagante Rundenzahlen.
In dem nun zweiten Aufeinandertreffen der Beiden waren von Anfang an die Rollen klar verteilt. Tlatlik besetzte während der ersten fünf Runden die Ringmitte. Von dort agierte er – und Vib reagierte. Er war der bessere Boxer. Vib wirkte gehemmt und fand nie in den Kampf. Ab der zweiten Runde stellte Tlatlik mit seiner Führhand seinen Gegner an den Seilen und in Ringecken. Dort kam er dann mit Graden zum Kopf und Körperhaken durch. Vib startete in die sechste Runde stärker. Es kam häufiger zum Schlagabtausch, in dem Tlatlik aber meist die Oberhand behielt. Er stellte Vib in der neutralen Ecke und ließ ihn nicht mehr heraus. Irgendwann ging dieser unter der Fülle der Schläge zu Boden und wurde ausgezählt. Sieger durch KO in Runde 6, nach 2:30 Minuten Sebastian Tlatlik.
Im letzten Kampf des Abends maßen im Super Mittelgewicht Jay Ford Spencer (9 Kämpfe, 9 Siege, 6 durch KO) und Kevin Laubach (3 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO) ihre Kräfte. Der Kampf war einseitig. Spencer jagte und Laubach war auf der Flucht. Immer und immer wieder deckte Spencer seinen Gegner mit harten Schlagkombinationen ein. Ein KO war nur eine Frage der Zeit. Umso erstaunlicher war es, dass Laubach überhaupt die zweite Runde erreichte. Dann allerdings ereilte ihn sein Schicksal in diesem Kampf. In der zweiten Runde wurde er in der neutralen Ecke gestellt und kam nicht mehr heraus. Spencer keilte ihn mit Kopf- und Körperhaken zu Boden. Er wurde angezählt und kam wieder hoch. Aber der Ringrichter Thomas Hackenberg gab den Kampf nicht mehr frei, sonder winkte ihn ab. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 2.35 Minuten, Jay Ford Spencer.
Wie schon gesagt, die Veranstaltungen im Freudenreich Gym sind Kult. Ich jedenfalls kann mir kaum einen besseren Anfang für einen Freitagabend in Düsseldorf vorstellen.
(C) Uwe Betker