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Gastbeitrag: Ein heißer Abend in Köln

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Am Samstag, dem 29.06.2019, war es so weit. Ausgetragen wurden 4 Profiboxkämpfe und 4 Amateurkämpfe. Es gab 7 Boxkämpfe und 1 K1-Kampf im Panther Gym Köln bei heißen Temperaturen über 30C°. Die gefühlt ausverkaufte Veranstaltung „upKult – Profiboxen Köln“, veranstaltet von Cemal Gülsen, organisiert von Uwe Betker und begleitet von der GBA (German Boxing Association e.V.), bot für alle Beteiligten spannende und schweißtreibende Kämpfe. Die Zuschauer sorgten für eine riesige Atmosphäre.
Auch für künstlerische Inspiration war unter dem Motto „Sport meets Art“ gesorgt! In der Sporthalle wurde eine Ausstellung aufregender, interessanter Fotos lokaler Fotokünstler gezeigt. Drei der Künstler, Levin Lee, Dennis Wilhelms und Daniel Opoku, waren anwesend. Die ausgestellten Kunstwerke rundeten das Bild der Veranstaltung ab und wurden von Zuschauern wie Athleten neugierig bewundert.
19.30 Uhr startete der erste Profiboxkampf des Abends. Es kämpfte Kazim Petkow gegen Boris Deidenbach (Gewichtsklasse 69 Kg, 4 x 3 Minuten). Beide Kämpfer verhielten sich in der 1. Runde abwartend und boxten relativ verhalten. Boris Deidenbach nahm vom ersten Gong an die Ringmitte für sich ein und versuchte, mit vielen einzelnen Führhänden seinen Gegner unter Druck zu setzen. Der leichtfüßige Kazim Petkow antwortete mit Kombinationen aus Geraden der Führungs- und Schlaghand. Beide konnten die Angriffsversuche ihres Kontrahenten kontrollieren. In der zweiten Runde wurde die Temperatur von 30 C° im Gym zum Feind von Kazim Pethkow – er verlor an Kondition und ließ somit in der Konzentration nach. Boris Deidenbach wusste das zu nutzen und konfrontierte seinen Gegner mit massiven Schlagkombinationen am Körper. Die Folge: TKO – Die rote Ecke, Kazim Petkow, gab auf und schmiss das Handtuch. Sieger: Boris Deidenbach.
Im zweiten Profiboxkampf trafen Sabri Ulas Göcmen und Robert Vrdoljak (Gewichtsklasse: 69 Kg, 4 x 3 Minuten) aufeinander. In der ersten Runde verteidigte der Kämpfer Robert Vrdoljak erfolgreich die Ringmitte und zeigte sehr gute Schlagkombinationen aus Kopf- und Körperhaken in einem insgesamt konzentrierten Boxstil. Sein Kontrahent Sabri Ulas Göcmen antwortete hierauf mit Schlagserien aus 3-Händen, welche jedoch nicht durch die Doppeldeckung seines Gegners kamen. Nach der ersten Runde wurde von der roten Ecke das Handtuch geschmissen – TKO. Sieger: Robert Vrdoljak.

Es folgte der dritte Profiboxkampf zwischen Monika Antonik und Verena Kaiser (Gewichtsklasse: 61 Kg, 6 x 2 Minuten). Monika Antonik wirkte im gesamten Kampfverlauf sehr verhalten und war augenscheinlich mit dem stabilen und konzentrierten Boxstil ihrer Kontrahentin Verena Kaiser überfordert. Die erfahrene Boxerin Verena Kaiser kontrollierte von Beginn an die Distanz zu ihrer Gegnerin und konterte die Angriffsversuche durch beeindruckende Meidbewegungen. In der zweiten Runde erhöhte Verena Kaiser den Druck auf die Polin, die diesem nicht standhalten konnte. Monika Antonik ging durch eine starke Schlagkombination von Verena Kaiser zu Boden. Ihr Kampfwille war jedoch stark und somit führte sie den Kampf weiter. Die dritte Runde war geprägt durch den verhaltenen Boxstil der jungen Polin einerseits und dem aktiven leichtfüßigen Boxstil von Verena Kaiser andererseits. In der vierten Runde konnte Verena Kaiser durch gut platzierte Kopf-/Körperhaken punkten und kam erfolgreich durch die Doppeldeckung von Monika Antonik. Auch die 5. Runde konnte Verena Kaiser für sich entscheiden. Die Treffer der Vorrunden waren Monika Antonik nun anzumerken: sie boxte unkonzentrierter und war auch in der Deckung offen. Verena Kaiser ließ sich weder in der 5. noch in der 6. Runde aus dem Konzept bringen. Sie blieb ihrer Linie treu und punktete sich stetig auf den Zetteln der Kampfrichter nach vorne. Dies führte zu folgendem Ergebnis: Sieg nach Punkten Team Kaiser – Punkte: 53 zu 60
Den Hauptkampf des Abends bestritten Lars Burry und René Offner (Gewichtsklasse: 76 Kg, 6×3 Minuten). Lars Burry eröffnete den Kampf in der ersten Runde mit einigen Schlagkombinationen – Kopf-Körperhaken – im Nahkampf. René Offner antwortete mit disziplinierten und kontrollierten Schlagserien. Beide Athleten konnten ihre Leistung in den ersten beiden Runden abrufen und das Tempo halten. Die hohen Temperaturen im Gym machten dem sehr aktiven Lars Burry mehr zu schaffen. Er verausgabte sich in den ersten beiden Runden und verlor in der 3. Runde an Konzentration. Gleichwohl wurde auf beiden Seiten versucht, das Tempo hoch zu halten. Oeffner befand sich in einer stetigen Vorwärtsbewegung und konnte in der 3. und 4. Runde insbesondere durch harte, gezielte Schläge mit der Schlaghand punkten. Die 5. Runde war gekennzeichnet durch das verhaltene Auftreten von Lars Burry, der nur einzelne Schlagkombinationen zeigte, welche nur selten durch die Deckung des stabilen Boxers René Oeffner ihren Weg fanden. In der 6. Runde hatte dann der gut ausgebildete Kölner Boxer, René Oeffner, die größeren Reserven und stets eine Hand mehr am Sieg. Trotz sehr ausgeprägten Kampfeswillens unterlag Lars Burry seinem Kontrahenten René Oeffner. Ergebnis: Sieg nach Punkten – Team Oeffner – Punkte.
© Annkathrin Tocaj

Kritisch ist noch anzumerken, dass es keine Nummerngirls gab.
© Uwe Betker

Ein lauer Sommerabend in Euskirchen

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Benny Blinder ging ein Risiko ein. Er organisierte eine Oper Air Boxveranstaltung. Und dieser Mut wurde belohnt. Das Wetter war schon mal ideal. Und der Austragungsort, das schöne Erftstadion, war gut gewählt. Der überdachte Ring war vor der Tribüne aufgebaut. Links und rechts waren VIP Tische und dahinter noch zusätzliche Stuhlreihen und Stehtische aufgestellt. Es kamen schätzungsweise 2.000 bis 2.500 Zuschauer. Zu sehen gab es insgesamt 11 Kämpfe, davon fünf Profiboxkämpfe.
Den Anfang machten bei den Profis Hayk Harutyunyan (7 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO, 2 Niederlagen) und Nazar Thiaka (3 Kämpfe, 1 Sieg, 2 Niederlagen) mit einem Vierrunder im Mittelgewicht. Harutyunyan besetzte die Ringmitte und begann die Jagd. Er schob sich hinter seiner Doppeldeckung an Thiaka heran und deckte ihn, wenn er die Möglichkeit sah, mit Kombinationen ein. Dabei waren seine Körperhaken besonders schön. Thiaka lief an den Seilen entlang und hielt manchmal dagegen. Harutyunyan suchte den KO und Thiaka versuchte zu punkten. Es sah so aus, als würde sich die Angelegenheit eindeutig und einseitig entwickeln. Aber weit gefehlt. Ab der zweiten Runde brachte Thiaka mehr Hände ins Ziel, während die Powerpunches von Harutyunyan ihr Ziel nicht fanden. In der dritten Runde erhöhte Thiaka das Tempo und Harutyunyan machte noch weniger. In der vierten Runde versuchte nun Harutyunyan den Kampf zu drehen. Er machte aber zu wenig und verließ sich darauf, mit seinen Haken zum Kopf den Kampf vorzeitig entscheiden zu können. Aber die trafen ihr Ziel nicht. Einstimmiger Punktsieger (37:39, 37:39 und 37:39): Nazar Thiaka – eine Überraschung.
Im Schwergewicht trafen Andy Höschler (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) und Samuel Zade (8 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 6 Niederlagen. 6 durch KO). Die beiden Kontrahenten tasteten sich zunächst gegenseitig ab. Es war aber schon nach wenigen Sekunden klar, dass Höschler der bessere Techniker war. Er boxte abgeklärt und systematisch. Zade versuchte, aus dem Gefahrenbereich raus zu kommen und mit Schwingern zu beeindrucken. Am Ende der Runde ging Zade nach einer Schlagkombination zu Boden und der umsichtig agierende GBA Ringrichter Mike Wissenbach zählte bis acht. Nur wenige Sekunden später war die Runde zu Ende und damit auch der Kampf. Zur nächsten Runde trat Zade nämlich nicht mehr an. Er hatte sich die rechte Hand verletzt. Sieger durch TKO in Runde 2: Andy Höschler.

(C) Dominique Tabatabaei


Simon Krebs und Michael Klempert (26 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 21 Niederlagen, 15 durch KO, 3 Unentschieden) bestritten im Halbschwergewicht einen Vierrunder. Krebs, der Debütant, machte seine Sache zunächst gut. Er boxte ruhig und locker an. Wenn er mit seiner Schlaghand durchkam, überhastete er nichts, sondern boxte ruhig weiter. In der ersten Runde gab es insgesamt nur wenige Aktionen. In der zweiten Runde erhöhten beide Boxer das Tempo, wodurch es zu mehr Schlagabtäuschen kam. Die meisten von ihnen konnte Krebs für sich entscheiden. Hinzu kamen Junikäfer, Verwandte der Maikäfer, die vom Licht angelockt, die Boxer ein wenig irritierten. In der dritten Runde machte Klempert mehr Druck und stellte Krebs immer wieder. Der bekam denn auch mehr und mehr Schwierigkeiten. Der Ringrichter Timo Hoffmann hatte praktisch nichts zu tun gehabt. Die vierte Runde dann dominierte Klempert. Am Ende stand eine einstimmiges und gerechtes Unentschieden (38:38, 38:38 und 38:38).
Es folgte ein Achtrunder im Schwergewicht, in dem sich Hussein David Mohammed (12 Kämpfe, 12 Siege 11 durch KO) und Hasan Kurnaz (11 Kämpfe, 5 Siege, 5 durch KO, 6 Niederlagen, 6 durch KO) ihre Kräfte und ihr Können miteinander maßen. Die Junikäfer hatten inzwischen, unter Zurücklassung von knapp einem Dutzend zertretener Artgenossen, fast alle den Rückzug angetreten. Mohammed boxte überlegen, machte aber wenig. Er nutzte seinen Reichweitenvorteil und spielte mit seinem Gegner. Zur zweiten Runde wollte Kurnaz, aufgrund einer Verletzung, nicht mehr antreten. Sieger durch TKO in Runde 2: Hussein David Mohammed.

(C) Dominique Tabatabaei


Den Hauptkampf des Abend bestritt der Veranstalter Benjamin Blindert (11 Kämpfe, 11 Siege, 9 durch KO). Er traf auf Vito Vendetta (21 Kämpfe, 13 Siege, 8 durch KO, 7 Niederlagen, 3 durch KO, 1 Unentschieden). Es ging um den vakanten Intercontinental Titel im Halbschwergewicht der GBC. Blindert beherrschte die Ringmitte und trug Vendetta den Kampf an. Dabei zeigte er eine sehr schöne schnelle lange Führhand, mit der er punktete. Vendetta machte sich klein, wich aus und versuchte es mit Überfällen. Nach einer verhaltenen ersten Runde nahm der Kampf im zweiten Durchgang etwas an Fahrt auf. Blindert kam mehrfach mit seiner Rechten durch und Vendetta versuchte, mehr zum Körper zu gehen. In der dritten Runde gelangen Vendetta zwei Aktionen, bei denen er Blindert jeweils mit einem Schlaghagel überraschen konnte. Die nächste Runde dominierte wieder Blindert. Zweimal kam er schön mit dem rechten Cross durch. Zu Anfang der fünften Runde machte Blindert Vendetta stark, indem er in der Halbdistanz blieb. Auch den Rest der Runde konnte er nicht dominieren. In der folgenden Runde wurde der Kampf härter und Ringrichter Arno Pockrandt bekam mehr zu tun. Beide Boxer waren nicht mehr so frisch wie anfangs. Die Abtauche wurden verbissener. Am Ende der siebten Runde nahm Blindert eine Rechte zum Kinn und es sah so aus, als hätte es in seinem Kopf geblitzt. In der achten Runde wurde es noch mal härter. Vendetta hatte seine Momente, wenn er es schaffte, die Distanz zu verkürzen und mit Haken und Schwingern zu punkten. Blindert hatte seine Aktionen, wenn er mit der Führhand seinen Gegner stellte und mit seiner Schlaghand zum Kopf oder Körper nachzog. Mitte der neunten Runde fand sich Vendetta, nach einer Rechten zum Kopf, dann am Boden wieder. Vendetta kam stürmisch zurück in den Kampf, wurde aber immer wieder abgekontert. Auch in der zehnten und letzten Runde suchte Vendetta den KO, fand ihn aber nicht, weil Blindert zu gut boxte. De Punkrichter werteten: 99:90, 98:91 und 97:91. Einstimmiger Punktsieger: Benjamin Blindert.
Benny Blindert hat den Zuschauern in Euskirchen an einem lauen Sommerabend eine schöne Abendunterhaltung geboten. Man kann nur hoffen, dass es bald wieder einen solchen Abend geben wird.
© Uwe Betker

Ein Pfingstmontag in Krefeld

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Klaus Waschkewitz stellte am 10. Juni 2019, Pfingstmontag, in der Kaya Plaza in Krefeld eine Veranstaltung mit vier K1, einem Amateur- und fünf Profiboxkämpfen auf die Beine. Die K1 Kämpfe waren ein Vier-Mann-Turnier und der Amateurboxkampf ein Kinderkampf.

Den ersten Profiboxkampf des Abends, der auch der einzige im Schwergewicht war, bestritt der Düsseldorfer Dominic Vial (4 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO). In dem Vierrunder traf er auf Samuel Zade (7 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 5 Niederlagen, 5 durch KO). Vial boxte, während Zade fightete. Vial machte seine Sache gut und bestimmte den Kampf. Er nutzte seinen Reichweitenvorteil und bereitete seine Aktionen mit seiner steifen linken Graden vor. Zade versuchte, die Distanz durch Hineinspringen zu überbrücken und durch Schwinger ans Ziel zu kommen. Zur zweiten Runde trat Zade aufgrund einer Nasenverletzung nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 2: Dominic Vial.

Anschließend stiegen im Super Leichtgewicht Tim Pham (4 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) und Phillipp Alexander, auch für einen Vierrunder, in den Ring. Pham, ein Rechtsausleger, beherrschte die Ringmitte. Er boxte variabel und abgeklärt. Er trieb seinen Gegner vor sich her, der überhaupt nicht in den Kampf kam. Am Ende der ersten Runde kam Pham mit einer Linken zum Kopf durch und Alexander ging zu Boden. GBA Ringrichter Timo Hoffmann zählte bis acht. Danach hatte Alexander Probleme. In seiner Hilflosigkeit drehte er auch ab. In der zweiten Runde machte Pham dann ernst und erhöhte den Druck. Wieder ging Alexander nach einer Linken zum Kopf zu Boden. Kurz darauf nahm er dann noch mal mehrere Schläge, drehte sich ab und kniete sich hin. Ein Handtuch flog in den Ring. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 1: 03 Minuten: Tim Pham.

Ebenfalls auf vier Runden war die Halbschwergewichtsbegegnung zwischen Mihalis Davis (4 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) und Murat Doenmez (3 Kämpfe, 3 Niederlagen, 3 durch KO) angesetzt. Das Aufeinandertreffen dieser beiden gestaltete sich munter. Beide gingen nach vorne und suchten den Abtausch. Davis bestimmte jedoch den Kampf und Doenmez musste ein ums andere Mal Rechte zum Kopf nehmen. Zur zweiten Runde trat er dann nicht mehr an. Er hatte sich den Ellenbogen des rechten Arms verletzt. Sieger durch TKO in Runde 2: Mihalis Davis.

Den vorletzten Kampf des Abends bestritten im Halbschwergewicht Alpay Yaman (9 Kämpfe, 9 Siege, 5 durch KO) und Stephane Tchamba (7 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO, 4 Niederlagen, 1 durch KO). Yaman machte Druck und trieb seinen Gegner vor sich her. Mit jeder Aktion wollte er Tchamba fällen. Immer wieder suchte er den Abtausch und immer wieder versuchte er, mit harten Haken, seinen Gegner zu fällen. Dieser hielt jedoch dagegen. Tchamba hatte seine besten Aktionen, wenn er es schaffte, sich seinen Gegner mit der Führhand vom Hals zu halten, oder wenn er mit Aufwärtshaken durch die Mitte durchkam. Anfang der zweiten Runde sah es so aus, als ob Yaman Tchamba hätte. Der aber überstand den Schlaghagel und brachte selber Hände ins Ziel. In der dritten Runde musste Tchamba eine harte Links-Rechts-Kombination zum Kopf nehmen. Er wurde zweimal in einer Ecke gestellt und hatte Mühe wieder herauszukommen. In den Runden vier und fünf verschärfte sich der Kampf noch weiter; er wurde verbissener geführt und es ergaben sich mehr und härtere Schlagabtäusche. Zu Beginn der sechsten Runde musste Tchamba mehrere harte Kopftreffer nehmen. Yaman setzte nach und suchte den KO. Der kam aber nicht. So ging es bis zum Ende der achten Runde. Bemerkenswert war die Energieleistung von Yaman, der acht Runden lang jede Aktion so gestaltete, als stünde der KO unmittelbar bevor. Der souveräne Ringrichter Roman Morawiec hatte wenig zu tun. Einstimmiger Punktsieger: Alpay Yaman.

Zuletzt boxten im Cruisergewicht Ali Rami (14 Kämpfe, 13 Siege, 12 durch KO, 1 Niederlage) und Dominik Tietz (19 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO, 13 Niederlagen, 9 durch KO) einen Achtrunder. Die ersten drei Runden waren geprägt von taktischem Boxen. Rami baute seinen Kampf systematisch und kontinuierlich auf. Tietz versuchte, mit Einzelaktionen zu punkten. In der dritten Runde erhöhte Rami den Druck. Nach einer Rechten zum Körper ging Tietz runter. Ringrichter Ahmed Bencheikh zählte bis acht. Tietz versuchte, die Runde zu überstehen und machte seine Sache auch ganz gut. Mit dem Gong traf Rami Tietz erneut mit einer Rechten zum Körper. Tietz trat zur nächsten Runde nicht mehr an. Er hatte sich eine oder mehrere Rippen verletzt. Sieger durch TKO in Runde 4: Ali Rami.
© Uwe Betker

Eine große Show in Roeselare

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Im Zentrum der belgischen Provinz Westflandern fand am Samstag eine bemerkenswerte Veranstaltung statt, deren Austragungsort die Eventhal Schiervelde in Roeselare war. Zu sehen gab es fünf Amateur- und sechs Profiboxkämpfe.
Den Anfang machten im Weltergewicht Houssain Ghulian (10 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO, 5 Niederlagen, 1 durch KO, 2 Unentschieden) und Brice Bula Galo (11 Kämpfe, 10 Siege, 4 durch KO, 1 Niederlage). Der amtierende belgische Meister Bula Galo hatte nur wenig Mühe in dem Kampf. Er bestimmte ihn. Bereits nach wenigen Sekunden kam er in seiner eigenen Ecke mit einer harten Graden zum Kopf durch, die Ghulian erschütterte. Wenig später nahm Ghulian Kopftreffer in einer neutralen Ecke und ging das erste Mal zu Boden. Das wiederholte sich kurze Zeit später noch einmal. Den dritten Niederschlag gab es, als der nun im Rückwärtsgang agierende Ghulian durch einen Schrittfehler aus der Balance geraten war und gleichzeitig Treffer nehmen musste. Der Ringrichter Hassan Naji hatte genug gesehen und winkte den Kampf ab. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:15 Minuten: Brice Bula Galo.
Es folgte eine Ehrung für den unvergessenen „Löwen von Flandern“, Jean Pierre Coopman. Die belgische Schwergewichtslegende kämpfte am 20. Februar 1972 in Puerto Rico gegen Muhammad Ali. Er unterlag durch KO in Runde 5. Coopman bekam einen Ehrengürtel der Europäischen Boxunion überreicht.
Im zweiten Kampf des Abend trafen im Super Leichtgewicht Ahmed El Hamwi (28 Kämpfe, 18 Siege, 1 durch KO, 8 Niederlagen, 2 durch KO, 2 Unentschieden) und Luka Leskovic (32 Kämpfe, 5 Siege, 1 durch KO, 25 Niederlagen, 2 durch KO, 2 Unentschieden) für einen Sechsrunder aufeinander. El Hamwi machte von Anfang an Druck. Er trieb seinen Gegner vor sich her und kam immer wieder mit Rechten zum Kopf durch. Leskovic hielt sporadisch dagegen und versuchte mit heiler Haut aus den Ring zu kommen. El Hamwi arbeitete gut mit der Führhand aber aus einem unerfindlichen Grund schlug er so gut wie keine rechte Grade. So einseitig wie der Kampf war, so einseitig war auch das Punkturteil. Einstimmiger Sieger nach Punkten (60:54, 60:52 und 60:54): Ahmed El Hamwi.
Nach einer kurzen Pause begann die TV Übertragung. Im Super Mittelgewicht boxten Timo Rost (7 Kämpfe, 6 Siege, 2 durch KO, 1 Unentschieden) und Constantin Pancrat (16 Kämpfe, 7 Siege, 1 durch KO, 8 Niederlagen, 1 Unentschieden) in einem Sechsrunder gegeneinander. Rost suchte direkt den Abtausch. Mitte der ersten Runde öffnete er einen Cut am linken Auge von Pancrat. Die Runde wurde intensiv geführt. In der zweiten und dritten Runde agierte Rost verhaltener, stellte sich immer wieder in Doppeldeckung vor seinen Gegner, ließ diesen agieren und blockte die Schläge ab, um dann zu kontern. In der vierten Runde dominierte Rost das Geschehen im Ring mit seiner Führhand. Immer wieder kam er dann mit Links-Rechts-Kombinationen durch die Mitte zum Kopf durch. Mehrfach ließen Aufwärtshaken den Kopf von Pancrat nach hinten schnappen. In der fünften und sechsten Runde boxte Rost für die Galerie. Er bestimmte den Kampf nach Belieben, er spielte geradezu mit Pancrat und performte. In der letzten Runde startete Pancrat noch ein paar verzweifelte Angriffe, um sich der drohenden Niederlage entgegenzustemmen. Die aber konnte Rost souverän abkontern Die Punkrichter werten 58:56, 57:57 und 57:57, damit gab es durch Mehrheitsentscheidung ein Unentschieden – was ich persönlich aber nicht so gesehen habe – für mich ein Fehlurteil.
Im Mittelgewicht maßen Sasha Yengoyan (49 Kämpfe, 42 Siege, 25 durch KO, 6 Niederlagen, 1 Unentschieden) und Nikola Matic (56 Kämpfe, 16 Siege, 11 durch KO, 40 Niederlagen, 8 durch KO) ihre Kräfte. Der Kampf lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Yengoyan wollte den KO, bekam ihn aber nicht. Yengoyan versuchte von der ersten Sekunde an, seinen Gegner KO zu schlagen. Der wollte das aber aus verständlichen Gründen nicht. Matic erkannte schnell, dass seine boxerischen Mittel für einen Sieg nicht reichen würden. Also versuchte er, Yengoyan den Kampf kaputt zu machen. Einstimmiger Punktsieger (60:54, 60:54 und 59: 56): Sasha Yengoyan.
Hiernach stiegen zwei Frauen in den Ring, Oshin Derieuw (11 Kämpfe, 11 Siege, 4 durch KO) und Gülsum Tatar (4 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO, 1 Niederlage). Der Achtrunder wurde im Super Leichtgewicht geführt. Derieuw begann verhalten. Sie hatte offensichtlich Respekt vor der Schlagkraft ihrer Gegnerin. Sie trug Tatar zwar immer wieder den Kampf an, aber mit großer Vorsicht. Tatar setzte die besseren Treffer. Derieuw wurde im zweiten Durchgang stärker. Mitte der Runde kam sie mit einer schönen 1-2-Kombination zum Kopf durch. Hierdurch bestärkt, versuchte sie in der nächsten Runde mehr zu machen. Sie boxte an und versuchte zu punkten. Tatar aber hielt sie sich mit ihrer steifen Rechten Derieuw vom Hals. In der vierten Runde kam Derieuw praktisch nicht an ihre Gegnerin heran. In den folgenden Runde erhöhten beide Boxerin den Druck. So kam es zu vielen schönen Abtauschen. Über dem rechten Auge von Tatar bildete sich eine Schwellung. Die Runden sechs und sieben gingen an Derieuw, die die Distanz gefunden hatte und mutiger geworden war. Die achte Runde war dann wieder hart umkämpft. Tatar suchte den KO, aber er kam nicht. Einstimmige Punktsiegerin (79:73, 78:74 und 78:74): Oshin Derieuw. Der Kampf war, so wie ich ihn gesehen habe, sehr viel enger.
Den Hauptkampf des Abends bestritten Yves Ngabu (20 Kämpfe, 20 Siege, 14 durch KO) und Micki Nielsen (27 Kämpfe, 25 Siege, 15 durch KO, 2 Niederlage). Ngabu machte die zweite Titelverteidigung seines Europameistertitels im Cruisergewicht. Beide Kontrahenten lieferten sich einen richtig guten Kampf, wenn er auch nicht immer schön anzusehen war, denn es wurde immer wieder geklammert. Am Anfang gab es nur ein sehr kurzes Abtasten und schon ging es zur Sache. Insgesamt wurde der Kampf hart geführt. Ab der fünften Runde hatte Nielsen schwer Nasenbluten. Aber er machte Ngabu das Leben schwer. Einstimmiger Punktsieger (119:111, 117:112 und 117:112): Yves Ngabu.
© Uwe Betker

In der Waschkaue: Die 1. Übacher Profi Boxnacht

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Die „Waschkaue“ in Übach Pallenberg war am 08.12.2018 Austragungsort der 1. Übacher Profi Boxnacht. Hinter Black Lion Event Promotion, dem Veranstalter, verbirgt sich niemand anderes als Daniel Bulabula. Es gab insgesamt zwölf Boxkämpfe zu sehen, vier Amateur- und acht Profiboxkämpfe. Hinzu kamen eine Gospelgruppe, zwei Singer-songwriter, zwei Nummerngirls und die Stimme des deutschen Profiboxens, Thomas Bielefeld.

Den Anfang machten im Schwergewicht Hünkar Palat (5 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) und Ulas Acikgöz (6 Kämpfe, 6 Niederlagen, 6 durch KO). Der auf vier Runden angesetzte Kampf war kurz. Palat bestimmte den Kampf und  Acikgöz versuchte zu überleben. Palat stellte sich sogar vor seinen Gegner hin und ließ sich ohne Deckung schlagen, um zu zeigen, wie schwach die Schläge seines Gegners waren. Kurze Zeit später gab Acikgöz verletzungsbedingt auf. Ob er sich bei der oben beschriebenen Aktion tatsächlich verletzt hatte, war mir nicht ersichtlich. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:45: Hünkar Palat.

Es folgte ein Kampf zwischen Rashad Karimov (34 Kämpfe, 31 Siege, 27 durch KO, 3 Niederlagen) und Ruslan Muradov (6 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO) im Halbschwergewicht, der  deutlich besser war als der vorangegangene. Karimov machte den Kampf, aber Muradov hielt dagegen. Man stand viel Fuß an Fuß und suchte den Schlagabtausch. Am Ende der ersten Runde war Muradov sichtlich beeindruckt von einem Körpertreffer, den er nehmen musste. Mitte der zweiten Runde wollte Karimov dann den Kampf beenden. Mehrfach stellte er sein Gegenüber an den Seilen und deckte ihn mit Körpertreffern ein. Mit der ersten Aktion in der dritten Runde, einem linken Körperhaken, gefolgt von einem rechten Kopfhaken, fällte Karimov seinen Gegner dann. GBA Ringrichter Jusuf Visnjic zählte bis Acht. Kurze Zeit später ging Muradov erneut nach Körpertreffern runter. Während noch gezählt wurde, flog ein Handtuch in den Ring. Sieger durch TKO in Runde 3, nach 1:03 Minuten: Rashad Karimov.

Danach kam ein Frauenboxkampf zwischen Annika Tielke und Jenny Smodis, zwei Debütantinnen. Es war ein harter Kampf und Tielke machte ihn. Sie trug ihrer Gegnerin den Kampf an und deckte sie ein. In der zweiten Runde konnte Smodis dem Druck kaum noch  standhalten und hatte kaum etwas entgegenzusetzen. Zur dritten Runde trat sie dann auch nicht mehr an. Siegerin durch TKO in Runde 3: Annika Tielke.

Jurij Frank (16 Kämpfe, 12 Siege, 12 durch KO, 4 Niederlagen, 2 durch KO) und Dzianis Krana Luban stiegen als die Nächsten in den Ring. Sie bestritten einen Vier-Runden-Kampf im Schwergewicht. Frank, der erheblich größer war, er ist 2,17 Meter – machte von Anfang ernst. Schon nach kurzer Zeit fand sich Luban am Boden wieder. Ringrichter Kazim Kurnaz wertete einen Wischer als Ausrutscher. Beim nächsten Mal wurde er aber dann doch angezählt. Danach ging es Luban nur noch darum zu überleben und Frank darum, seine Beute zu erlegen. Eine Linke fällte Luban erneut und wieder wurde er angezählt. Am Anfang der zweiten Runde traf Frank seinen Gegner mit einer linken Grade, Luban ging wieder zu Boden und seine Ecke warf das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 2 nach 30 Sekunden: Juriy Frank.

Der Kampf zwischen Pascal Wolters und Samuel Zade (2 Kämpfe, 2 Niederlagen, 2 durch KO) im Schwergewicht begann hektisch. Wolters versuchte sein Gegenüber zu überrollen, das gelang aber nicht. Dadurch gestaltete sich der Kampf dann hart und verbissen. Beide Boxer hatten ihre Momente. In der zweiten Runde erhöhte Wolters den Druck. Immer wieder stürmte er auf seinen Gegner zu und versuchte Hände ins Ziel zu bringen. Zur dritten Runde trat Zade nicht mehr an. Er hatte sich den linken Arm verletzt. Sieger durch TKO in Runde 3: Pascal Wolters.

Es folgte der einzige Titelkampf des Abends. Alexander Frank (17 Kämpfe, 16 Siege, 13 durch KO, 1 Unentschieden) und Roman Golovashchenko boxten um den Titel der UBO und der WBCA. Golovashchenko besetzte die Ringmitte, nutzte seinen Reichweitenvorteil und punktete mit seiner linken Graden, gefolgt von einer rechten Graden. Frank kreiste um ihn herum und suchte eine Lücke. In der zweiten Runde machte Frank mehr. Er schlug linke und rechte Haken an der Deckung vorbei zum Kopf. Golovashchenko konnte sich seinen Gegner immer weniger vom Hals halten. In der dritten Runde merkte er das selber und versuchte es dann, als größerer Boxer, mit einem überfallartigen Angriff, der aber buchstäblich ins Leere lief. Frank hatte den Kampf im Griff. Am Anfang der fünften Runde knickte Golovashchenko um, fiel zu Boden und verletzte sich den Rücken. Er wurde mit einer Trage aus der Halle getragen und ins Krankenhaus gefahren. Bis er endlich abgeholt wurde, dauerte es gefühlt eine kleine Ewigkeit, weil irgendwelche humanoide Wesen den Rettungsweg zugeparkt hatten. Sieger durch TKO in Runde 5, nach 25 Sekunden: Alexander Frank.

Im Halbschwergewicht boxten sodann Martin Houben (4 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO) und Edi Sejdinavic einen Vierrunder aus. Es war eine einzige Martin Houben Show. Er demonstrierte seine gute boxerische Schule und zeigte eine schöne steife Führhand und eine gute Rechte. Sein Gegner versuchte, ihm den Kampf kaputt zu machen, indem er jeden Trick versuchte, den Kampf schmutzig zu machen. Auf die meisten dieser Aktionen hatte Houben allerdings die richtige Antwort. Am Ende der zweiten Runde stellte er sein Gegenüber und kam mit zwei knackigen Links-Rechts-Kombination zum Kopf durch, die Sejdinavic durchschüttelten. In der dritten Runde streute er mehr Körperhaken und Aufwärtshaken ein. Die Frage war nur, ob Houben es schaffen würde, vorzeitig zu gewinnen. Er versuchte es, aber Sejdinavic hielt dagegen.  Er klammerte, lief weg, sprang in  Houben hinein, usw. – Insgesamt: Ein richtig guter Vierrunder. Am Ende stand ein Punktsieg (40:37) für Martin Houben.

Den Hauptkampf des Abends bestritt der Veranstalter Daniel Bulabula (3 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO). Er traf auf Samef Yaser. Der Schwergewichtskampf  war auf sechs Runden angesetzt, Yaser verschanzte sich hinter seiner Doppeldeckung, schob sich an seinen Gegner heran und feuerte dort Haken ab. Bulabula boxte an, um dann zu verteilen. Im ersten Durchgang war Yaser der Erfolgreichere. In der zweiten Runde kam  Bulabula auf. Er brachte mehr Hände ins Ziel und brachte seinen Gegner mehr und mehr in Schwierigkeiten. In der dritten Runde verlor Yaser noch mehr seine Linie, er schlug mehr Schwinger und  Bulabula konterte ihn mit Kopfhaken ab. Am Ende der Runde punkte Bulabula mehrfach mit schönen linken Graden zum Kopf. In der vierten Runde wurde die Dominanz von Bulabula immer deutlicher. Am Anfang kam er mit einer harten Rechten zum Kopf durch, die Yaser so sehr erschütterte, dass er viel klammerte. Die fünfte Runde ließen beide Boxer es etwas ruhiger angehen. Am Ende der Runde kam Bulabula mit einem rechten Kopfhaken durch. Er setzte nach, worauf es zu einem schönen und heftigen Schlagabtausch kam. In die sechsten und letzten Runde startete Yaser besser und er kam nun seinerseits mit einer Rechten zum Kopf durch. Dann übernahm aber Bulabula erneut das Kommando. Es wurde intensiv bis zur letzten Sekunde gefightet. Sieger nach Punkten (60:55): Daniel Bulabula.

Für den 07. Dezember 2019 ist die nächste Übacher Profi Boxnacht abgekündigt.

© Uwe Betker

Zehn Profiboxkämpfe in Remscheid

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Am Samstag, dem 17.11.2018, war die Sporthalle West in Remscheid Austragungsort von zehn Profiboxkämpfen, einem Kick-Box- und einen K1-Kampf. Die Sporthalle mit Empore, sechs VIP Tischen und Bestuhlung war wohl ausverkauft. Abgerundet wurde der Abend durch Rapper und mehrere Tanzgruppen.

Den Anfang machten im Mittelgewicht Ibrahim Yildirim (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) und Kemal Faik (11 Kämpfe, 11 Niederlagen, 10 durch KO). Faik begann schön und boxte lang. Aber schon bald übernahm Ibrahim Yildirim das Kommando. Er stellte seinen Gegner an den Seilen und ließ ihn nicht mehr weg. Nach ein paar Dutzend unbeantworteten Schlägen nahm der GBA-Ringrichter Kazim Kurnaz Faik aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 1:58 Minuten: Ibrahim Yildirim,

Im Schwergewicht maßen sodann Daniel Balabula (2 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO) und Nikola Spasojeviv ihre Kräfte. Balabula machte von der ersten Sekunde an Druck. Er suchte den KO. Er trieb seinen Gegner vor sich her und versuchte ihn an den Seilen zu stellen, wo er ihn eindeckte. In der zweiten Runde ging dann Spasojevic nach einer solchen Aktion zu Boden. Zwar kam er noch rechtzeitig wieder hoch, doch sein Trainer nahm ihn aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 2:13:  Daniel Balabua,

Ebenfalls im Schwergewicht traf anschließend Huenkar Polat (3 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO) auf den Debütanten Samir Begic. Polat beherrschte die Ringmitte und trieb seinen Gegner vor sich her. Schön waren seinen Rechten zum Körper. Mitte der zweiten Runde legte Begic einen Zwischensprint ein: er verteilte viele Schläge auf die Deckung von Polat. Der dritte Durchgang war munter, beide machten mehr und standen häufig Fuß an Fuß und schlugen aufeinander ein, wobei Begic mehr Hände ins Ziel brachte. Zur vierten Runde trat er nicht mehr an, weil er sich seine rechte Schlaghand verletzt hatte. Sieger durch TKO, in Runde 4: Hunkar Polat.

Der erste Höhepunk des Abends war der Sechsrunder im Super Weltergewicht mit Malik Yasir (4 Kämpfe, 4 Siege, 4 durch KO) und Robin Schoengart (2 Kämpfe, 2 Niederlagen, 2 durch KO). Schoengart versuchte, seinen Reichweitenvorteil zu nutzen. Yasir versuchte dementsprechend, seinen Reichweitennachteil auszugleichen und an den Mann heranzukommen, wobei er mit seinem Vorhaben erfolgreicher war als Schoengart. Die Begegnung war ausgesprochen munter. Mehrfach kam Yasir schön mit seinem rechten Cross durch. In der zweiten Runde ging Schoengart nach mehreren Körpertreffern in der Ecke von Yasir runter. Anfang der dritten Runde stellte Yasir seinen Gegner erneut in seiner Ecke und ließ ihn nicht mehr raus. Schoengart nahm Körpertreffer auf Körpertreffer, bevor er vom Ringrichter aus dem Kampf genommen wurde. Sieger durch TKO in Runde 3, nach 54 Sekunden: Malik Yasir.

Im Mittelgewicht gaben danach Yan Sumbu Nsasi und Hasa Kurdia ihr Profidebüt. Nsasi boxte bemerkenswert abgeklärt. Er schaute sich in der ersten Runde seinen Gegner genau an, um dann in der zweiten die Jagd aufzunehmen. Er trieb ihn vor sich her, verteilte schön zu Körper und Kopf. In der dritten Runde stellte er ihn in seiner eigenen Ecke und holte ihn mit Körpertreffern von den Beinen. Kurdia wurde von Ringrichter Izzet Kurnaz am Boden kniend ausgezählt. Sieger durch KO in Runde 3, nach 53 Sekunden: Yan Sumbu Nsasi.

Armin Malekzadeh (3 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO) und Baskim Jakupi (12 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 11 Niederlagen, 9 durch KO) boxten einen Vierrunder im Super Weltergewicht gegeneinander. Malekzadeh dominierte den Kampf durch seine Schnelligkeit: schnelle Beine und schnelle Fäuste. Er trieb seinen chancenlosen Gegner vor sich her und streckte ihn mit einem Leberhaken zu Boden. Sieger durch KO in Runde 1, nach 2:23 Minuten: Armin Malekzadeh.

Im Mittelgewicht traten dann Sergej Wotschel (14 Kämpfe, 11 Siege, 5 durch KO, 3 Niederlagen, 1 Unentschieden) und Zoran Sekularac (24 Kämpfe, 17 Siege, 13 durch KO, 7 Niederlagen, 6 durch KO) zu einem Sechsrunder gegeneinander an. Sekularac kam, gekleidet mit einem Wolfsfell als Umgang, in den Ring. Wölfe sind Rudeltiere und Boxen ist ein Individualsport. Das ging dann auch nicht gut. Wotchel machte sich sehr unaufgeregt daran, den Wolf zu erlegen. In der ersten Runde kam er mehrfach schön mit Körperhaken durch, in der zweiten ging er mehr zum Kopf. Immer wieder kam er durch die Deckung, durch die Mitte zum Kopf durch. Ende der dritten Runde holte sich Sekularac einen tiefen Cut über dem linken Auge und konnte zur nächsten Runde nicht mehr antreten. Sieger durch TKO in Runde 4: Sergej Wotschel.

Als nächstes stiegen Kai Hildebrandt (3 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO) und Amir Suljovic (10 Kämpfe, 10 Niederlagen, 8 durch KO) für einen Vierrunder im Cruisergewicht in den Ring. Der Kampf war schon zu Ende, bevor er noch richtig angefangen hatte. Sehr schnell verletzte Amir Suljovic seinen rechten Ellenbogen. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 45 Sekunden: Kai Hildebrandt.

Hiernach boxten Adem Fetahovic (2 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO) und Sabri Ulas Göcmen (39 Kämpfe, 11 Siege, 1 durch KO, 28 Niederlagen, 27 durch KO) einen Vierrunder im Mittelgewicht. Fetahovic wollte den vorzeitigen KO. Jeder Schlag war mit größtmöglicher Härte geschlagen. Dem hatte Göcmen nicht viel entgegenzusetzen. Zur zweiten Runde trat er dann auch nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 2: Adem Fetahovic.

Hauptkampf des Abends war ein Sechsrunder im Halbschwergewicht mit Martin Houben (3 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO) und Armin Kukic (5 Kämpfe, 5 Niederlagen, 3 durch KO). Der Kampf der beiden war gut, aber kurz. Houben kam mit seiner Rechten gut zu Kopf und Körper durch. Eine brutale Rechte zum Körper schickte Kukic auf die Bretter, wo er ausgezählt wurde. Sieger durch KO in Runde 1, nach 2:06 Minuten: Martin Houben.

Die erste Remscheider Profi-Boxnacht war ein Erfolg. Von einigen, die dort geboxt haben wird man in den nächsten Jahren noch hören. Es wäre schön, wenn der ersten nun auch eine zweite, eine dritte, eine vierte usw. Profi-Boxnacht in Remscheid folgen würde.

© Uwe Betker

Ein großer Abend in Essen

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Am 03.03.2018 war die Sporthalle am Hallo in Essen Austragungsort einer bemerkenswert guten Profiboxveranstaltung mit neun Profikämpfen. Der Promoter Björn Sothmann stellte seine zweite Veranstaltung auf die Beine.
Den Auftakt machten im Mittelgewicht Alexey Vib und Jalal El-Zein mit einem Vierrunder. Beide waren Debütanten; aber nur Vib sah man das auch an. El-Zein beherrschte die Ringmitte und trieb seinen Gegner vor sich her. Er hatte größte Schwierigkeiten, sich seiner Haut zu erwehren. Bald wurde er denn auch an den Seilen gestellt und ging nach einem Leberhaken runter. GBA Ringrichter Kornelius Bernds zählte ihn aus. Sieger durch KO in Runde 1, nach 1:50 Minute: Jalal El-Zein.
Im Super Mittelgewicht trafen sodann für einen Sechsrunder Azad Dogru (17 Kämpfe, 17 Niederlagen, 17 durch KO) und Vincenco Gualtieri (9 Kämpfe, 9 Siege, 4 durch KO) aufeinander. Gualtieri, der ein Jahr nicht geboxt hatte, spielte mit seinem Gegner nach Belieben. Er trieb ihn vor sich her und beschäftigte ihn mit der Führhand. Nur selten ließ er seine Schlaghand aufblitzen. Am Ende der Runde holte er ihn mit einem linken Körperhaken runter. Ringrichter Thomas Hackenberg zählte bis acht. Kurze Zeit später musste Dogru dann wieder nach einem Körperhaken runter. Dogru erreichte zwar noch mal die Rundenpause, trat aber zur nächsten Runde nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 2: Vincenco Gualtieri.
Danach stiegen Sebastian Tlatlik (13 Kämpfe, 13 Siege, 12 durch KO; 1 Niederlage, 1 durch KO) und Sergej Vib (19 Kämpfe, 10 Siege, 7 durch KO, 9 Niederlagen, 7 durch KO) für einen Zehnrunder in den Ring. Es ging um die Internationale Deutsche Meisterschaft der GBA im Leichtgewicht. Der Herausforderer Tlatlik machte den Kampf. Er trieb Vib vor sich her und bestimmte mit seiner Führhand den Rhythmus. Nur selten schlug er eine Rechte, die vor allem zum Körper ging und die meist ihr Ziel traf. Am Ende der zweiten Runde ging Vib zu Boden und wurde von Ringrichter Arno Pockrandt angezählt, nachdem er eine Rechte zum Hals nehmen musste, etwas, was nur sehr selten zu sehen ist. In der nächsten Runde erhöhte Tlatlik den Druck. Schon nach kurzer Zeit, hatte er Vib in dessen eigenen Ecke gestellt und kam mit einer Rechten zum Kinn durch, die Vib zu Boden brachte. Er kam zwar noch mal hoch, wackelte aber nach, so dass es nur richtig war, dass Pockrandt ihn auszählte. Sieger durch KO in Runde 3, 1:05 Minuten: Sebastian Tlatlik.
Im Halbschwergewicht maßen Mirko Figge und Michael Erdinc (3 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 1 Unentschieden) in einem Vierrunder ihre Kräfte. Erdinc stand vier Jahren nicht mehr im Ring. Trotzdem dominierte er den Kampf. Er trieb mit seinen harten Schlägen seinen Gegner, eine Debütanten, vor sich her, der sich kaum seiner Haut erwehren konnte. In der zweiten Runde machte Erdinc noch mehr Druck. Eine Rechte zur Schläfe zwang Figge in seiner Ecke zu Boden. Ringrichter Roman Morawiec zählte bis acht. In der dritten Runde musste Figge erneut nach einer Rechten zur Schläfe zu Boden. Diese Szene wiederholte sich wenig später noch mal. Figge gab auf. Sieger durch TKO in Runde 3: Michael Erdinc.
Den fünften Kampf des Abend bestritten Mesud Guenay (9 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 8 Niederlagen, 2 durch KO) und René Oeffner (12 Kämpfe, 11 Siege, 8 durch KO, 1 Niederlage) im Super Mittelgewicht. Oeffner dominierte den Kampf. Er boxte eng und ließ seine rechte Führhand herausfliegen. In der zweiten Runde machte er dann mehr, zeigte aber nur selten seine Schlaghand. Ab der dritten Runde nahm Oeffner dann seine Schlaghand mit und stellte Guenay mehrfach in einer Ecke. In der fünften Runde fing Guenay an zu nehmen. Immer wieder wurde er in einer Ecke gestellt und nahm. Oeffner verteilte gut. In der sechsten Runde ging Oeffner auf KO, der aber nicht kam. Einstimmiger Punktsieger: René Oeffner.

(C) Ania Pospiech

Hiernach stiegen Oleg Harder (4 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 3 Niederlagen, 1 durch KO) und Akmal Gertsen (8 Kämpfe, 7 Siege, 6 durch KO, 1 Niederlage) für einen Vierrunder im Mittelgewicht in den Ring. Gertsen machte von der ersten Sekunde an Druck und trieb Harder vor sich her. Ein KO lag in der Luft. In der zweiten Runde gab es mehr Schlagabtäusche, wobei Gertsen ein bis zwei Hände mehr ins Ziel brachte. In der dritten Runde wollte Gertsen den KO zu sehr und verlor dadurch ein wenig die boxerische Linie. In der vierten Runde versuchte Harder nun den Kampf zu machen. Dadurch wurde der Kampf munterer. Beide Boxer zeigten gutes Boxen. Einstimmiger Sieger nach Punkten: Akmal Gertsen.
Im Schwergewicht stiegen Shelkim Ademaj (2 Kämpfe, 2 Niederlagen) und Paul Zummach (2 Kämpfe, 2 Siege) für einen Vierrunder in den Ring. Der Kampf war ausgesprochen munter und wogte hin und her. Es gab viele Schlagabtäusche. Beide schenkten sich nichts. Zummach versuchte lang zu boxen, um dann seine Treffer zu landen. Ademaj konterte und schlug Haken. Einstimmiger Sieger nach Punkten: Paul Zummach.
Der letzte Kampf vor dem Hauptkampf war auf sechs Runden angesetzt. Er wurde von Endrit Morina (3 Kämpfe, 3 Niederlagen, 3 durch KO) und Timo Rost (3 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO) im Super Mittelgewicht bestritten. Rost machte den Kampf und er wollte den KO. Kontinuierlich erhöhte er den Druck. Immer wieder kam er mit harten Treffern zu Körper und Kopf durch. In der zweiten Runde konnte Morina dem Druck kaum noch etwas entgegen setzten und nahm mehr und mehr Schläge. Dann flog ein Handtuch in den Ring: Sieger durch TKO in Runde 2 nach 45 Sekunden: Timo Rost.
Als Showact trat der lokale Rapper Pedaz auf, der ein Lied für Patrick Korte geschrieben hatte, das an diesem Abend seine Premiere hatte. Patrick Korte (13 Kämpfe, 12 Siege, 10 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) bestritt auch den Hauptkampf, u.z. gegen Andrei Mazanik (21 Kämpfe, 13 Siege, 10 durch KO; 9 Niederlagen, 8 durch KO). Der auf zehn Runden angesetzte Kampf wurde als Internationale Deutsche Meisterschaft im Schwergewicht GBA angesetzt. Mazanik, der in seinem letzten Kampf gegen Manuel Charr sieben Runde durchgehalten hatte, sollte der erste harte Prüfstein für Korte sein. Der Kampf wurde von der ersten Sekunde an sehr intensiv geführt. Korte ging ein extrem hohes Tempo und versuchte seinen Gegner zu überrollen. Immer wieder kam er mit seinen rechten Haken zum Kopf durch. Das Publikum glaubte an einen vorzeitigen Sieg seines Helden. In der zweiten Runde konterte Mazanik dann aber den ausgepowerten Korte ab. Korte nahm Schlag um Schlag und sank in einer neutralen Ecke zu Boden. Ringrichter Pockrandt zählte bis acht und gab den Kampf wieder frei. Mazanik ließ Korte keine Chance. Kurze Zeit später ging er erneut zu Boden. Sieger durch KO in der Runde 2, nach 1:35 Minuten: Andrei Mazanik.
Die Zuschauer in der Sporthalle am Hallo in Essen sahen eine gute Profiboxveranstaltung, sie sahen aber nicht ihren Lokalmatadoren Patrick Korte gewinnen. Korte ging ganz einfach zu überhastet ans Werk. Man darf gespannt sein, wie die Entwicklung von Korte weiter geht.
(C) Uwe Betker