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Sky und das Boxen

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Der Bezahlsender Sky setzt, was die Berichterstattung der Bundesliga angeht, neue Maßstäbe. Sky ist, was die Bundesliga angeht, allgegenwärtig, wenn nicht sogar allmächtig. Sky hat sich die TV Rechte etwas kosten lassen. Im Durchschnitt zahlt der Sender aus München 569 Millionen Euro für die laufende und die drei folgenden Spielzeiten. Für die Saison 2016/17 zahlt er sogar 673 Millionen Euro. – Zahlen, bei denen einem schwindlig werden kann.
Dafür bietet der Sender den Fußballfans auch etwas: Alle Spiele und alle Tore der 1. und 2 Bundesliga in HD. Gute und kompetente Kommentatoren und Moderatoren und neue zusätzliche Formate wie “Mein Stadion”, “Samstag Live!” und “Sky 90”. Vom Sportchef von Sky, Burkhard Weber, ist bekannt, dass er boxaffin ist. Leider hat er aber erst unlängst öffentlich gesagt: “Wir setzen zu 100 Prozent” auf Fußball.
Der Sender aus Unterföhring hat etwas über 3,4 Millionen Abonnenten. Die letzten Quartalszahlen sind positiv. Die Einschaltquoten sind sensationell. Ich würde mir wünschen, dass Sky nur mit einem Bruchteil des Geldes, das der Sender für Fußball ausgibt, ins Boxen einsteigen würde. Der Markt für Boxen ist sicher nicht gesättigt. Die Mitbewerber, also die TV Sender, die heute Boxen zeigen, machen sich zu sehr gemein mit dem Veranstalter, an den sie sich vertraglich gebunden haben. Darunter leidet nicht nur die Berichterstattung. Zum Teil werden auch Kämpfe übertragen, deren sportlicher Wert zumindest zweifelhaft ist.
Herr Weber, versuchen Sie doch bitte Ihren Sender davon zu überzeugen, hin und wieder auch Boxen zu zeigen. Es gibt genug gute und sehr gute Boxer, die direkt um einen WM oder EM Titel boxen könnten. Man müsste sich ja auch nicht gleich so an einen Veranstalter binden, dass man dessen Schrottkämpfe zeigen muss.
Ich würde Sie gerne in einem persönlichen Gespräch von den Möglichkeiten überzeugen, gute und attraktive Boxkämpfe zu zeigen, ohne sich von einem Veranstalter abhängig zu machen.
© Uwe Betker

Offener Brief an Sky Sport

with 4 comments

Sehr geehrter Herr Weber!
Bitte helfen sie den Boxfans in Deutschland. Sie wissen natürlich, dass Profiboxen, wenn es denn halbwegs gutes Boxen ist, gute Einschaltquoten bringt. Ich bin sogar davon überzeugt, dass man einfach mit gutem Boxen schon gute Einschaltquoten erreichen kann. Wie ja bereits unschwer zu sehen ist, ist die Akzeptanz des deutschen Fernsehpublikums sehr hoch. Um vom Fernsehpublikum geliebt oder zumindest akzeptiert zu werden, braucht ein Boxer weder gut auszusehen noch besonders intelligent zu sein. Er oder sie muss noch nicht einmal alle seine Kämpfe gewinnen. Warum also steigen Sie nicht ins Boxen ein?
Natürlich kann Sky, wie jeder andere Fernsehsender, den Fehler machen, sich an einen Veranstalter zu binden. Mir persönlich wäre es allerdings sehr viel lieber, wenn ein TV-Sender auch mal eine kreativere und bessere Lösung finden könnte. Sky könnte z.B. einen Vertrag mit einem Promoter machen und sich die Option sichern, bis zu 50% der Veranstaltung mit Fremdboxern zu bestücken. In Deutschland gibt es genug gute Boxer, die keinen Promotervertrag haben und mit denen ohne weiteres ein eigener exzellenter Boxstall zu bestücken wäre. Auch könnte man Boxern eine Chance geben, die bei kleinen Veranstaltern unter Vertrag sind.
Die deutschen Fernsehzuschauer warten nur darauf, einfach mal gutes Boxen zu sehen. Herr Weber haben Sie den Mut es auszustrahlen und erlösen Sie uns bitte vom schlechten Boxen.
Mit freundlichen Grüßen
Uwe Betker

P.S.: Wenn Sie aus den Fehlern der anderen Fernsehsender lernen, was ich hoffe, werden sie, egal wie und mit wem sie Boxen zeigen, es mit Wladimir Iljitsch Uljanow halten. Angeblich ist von ihm: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ – Sie sollten eine gewisse Kontrolle über die Kampfpaarungen ausüben und sich nicht jeden Dreck als Gold verkaufen lassen. Sie brauchen jemanden, der ihre bzw. die Interessen ihrer Zuschauer aktiv, auch gegen die Widerstände eines Veranstalters, wahrnimmt und das Matchmaking kontrolliert. Hiermit möchte ich mich auf diese Stelle bewerben. Ich würde mich freuen, wenn ich Sie in einem persönlichen Gespräch von meinen Fähigkeiten überzeugen könnte.
© Uwe Betker