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Wird Arena Box-Promotion abgewickelt?

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Wenn man der Gerüchteküche glauben kann –und ich persönlich bin geneigt ihr zu glauben -, boxt der ungeschlagene Schwergewichtler Erkan Teper (8 Kämpfe, 8 Siege, 6 durch KO) nun für Sauerland Event. Teper verlässt somit auch seinen langjährigen Trainer Conny Mittermeier – was man wohl unter „Dankbarkeit“ und „Loyalität“ ablegen kann.
Teper sollte am 14. September im Vorprogramm von Timo Hoffmann (49 Kämpfe, 40 Siege, 23 durch KO, 7 Niederlagen, 1 durch KO, 2 Unentschieden) gegen Steffen Kretschmann (18 Kämpfe, 16 Siege, 15 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO) in Halle an der Saale boxen. So kündigt es jedenfalls Arena Boxpromotion immer noch an. Sein angekündigter Gegner, Konstantin Airich (31 Kämpfe, 23 Siege, 17 durch KO, 6 Niederlage, 3 durch KO, 2 Unentschieden), boxt aber bereits am 08. September in Moskau im Vorprogramm von Vitali Klitschko (46 Kämpfe, 44 Siege, 40 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO) gegen Manuel Charr (21 Kämpfe, 21 Siege, 11 durch KO).
Angeblich hat diesen Deal der Geschäftsführer und Pressesprecher von Arena Malte Müller-Michaelis eingefädelt, womit er wohl die offizielle Abwicklung von Arena in Deutschland eingeleitet haben dürfte. An dieser Stelle kann man nur die Hoffnung äußern, dass Herr Müller-Michaelis bzw. Arena Boxpromotion keinem Boxer und keinem Trainer mehr Geld schuldet. Es ist weiter zu hoffen, dass Herr Müller-Michaelis keinem Versprechungen gemacht hat, die er nicht halten kann, nie halten konnte und nie halten wollte. Ich kann mir natürlich beim besten Willen nicht vorstellen, auch nicht im meinen wildesten Fieberphantasien, dass Herr Müller-Michaelis so etwas getan haben könnte.
Wie schon gesagt, dies ist natürlich nur ein Gerücht.
© Uwe Betker

Plakat: Timo Hoffmann vs. Steffen Kretschmann (14.09.2012)

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Written by betker

6. August 2012 at 23:59

Lebt Arena Box-Promotion noch?

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Ende letzten Jahres verkündete Ahmet Öner recht lautstark: „Das Boxen in Deutschland ist tot“. Wenn man nun die vergangenen Monate anschaut, so kommt man nun wohl nicht umhin eindringlich zu fragen: „Lebt Arena Box-Promotion noch?“
Die für den 16. Juni 2012 angekündigte Veranstaltung in Adana wurde abgesagt. Anlass war die Verletzung eines der Hauptkämpfers, Erkan Teper (8 Kämpfe, 8 Siege, 6 durch KO). Seltsam nur, dass sich das Gerücht hartnäckig hält, die Veranstaltung wäre schon vor der Verletzung abgesagt gewesen. Teper soll jetzt am 14.09.2012 wieder boxen.
Sieht man sich nun den Veranstaltungskalender einmal genauer an, dann fällt auf, dass an eben diesem 14.09.2012 Timo Hoffmann (49 Kämpfe, 40 Siege, 23 durch KO, 7 Niederlagen, 1 durch KO, 2 Unentschieden) und Steffen Kretschmann (18 Kämpfe, 16 Siege, 15 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO) bereits in Halle an der Saale gegeneinander antreten wollen. Für mich sieht das danach aus, dass sich Arena in eine bestehende Veranstaltung einkaufen will, um ihren Vertrag mit Eurosport zu erfüllen.
Einer der besten Boxer von Arena ist Selcuk Aydin (23 Kämpfe, 23 Siege, 17 durch KO). Er hat mittlerweile den „Silver Title“, also den Silber Titel des WBC, World Boxing Council, erkämpft. Damit ist ja nun die Nummer 17 der unabhängigen Weltrangliste wohl irgendwie auch ein Weltmeister. Aydin bestritt seine beiden Silbertitelkämpfe in der Türkei, den ersten am 05.06.2010 in Istanbul und den zweiten am 26.11.2011 in seiner Geburtsstadt Trabzon, jeweils gegen Ionut Dan Ion.
Nun müsste man doch meinen, dass ein solch großes, prosperierendes und auch boxbegeistertes Land wie die Türkei doch nur darauf wartet, einen türkischen Weltmeister zu feiern. Aber offensichtlich ist dem nicht so. Aydin muss nämlich seinen nächsten Kampf, am 28.07.2012 gegen Robert Guerrero (33 Kämpfe, 29 Siege, 18 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) in San Jose, in den USA bestreiten. Das heißt dann wohl, dass Aydin in seiner Heimat nicht zu einem Volkshelden geworden ist. Daher muss auch Arena das Risiko eingehen, mit ihm in die USA zu gehen, um dort mit ihm eventuell das Geld zu verdienen, das er in der Türkei nicht verdienen kann. Das wiederum heißt auch, dass der türkische Boxmarkt immer noch darauf wartet erobert zu werden. Eva Rolle mit ihrer Prime Time Event & Entertainment hat schon angekündigt, dort ihr Glück zu versuchen. Warum sollte es nicht EC Boxing von Erol Ceylan auch dort versuchen?
Man kann jedenfalls schon den Eindruck gewinnen, dass Arena weder logistisch noch finanziell in der Lage ist, eine eigene Veranstaltung in Deutschland oder der Türkei auf die Beine zu stellen. Sofern ich das richtig übersehe, hat Arena in diesem Jahr noch kein einziges Mal in Deutschland veranstaltet und auch nur ein Mal, am 09.03.2012, in der Türkei.
Der große Hoffnungsträger von Veranstalter Ahmet Öner ist aber sein Schwergewichtler Odlanier Solis (19 Kämpfe, 18 Siege, 12 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO). Sollte der nun einen Kampf gegen einen der Klitschko Brüder bekommen und dann gar auch noch gewinnen, ja dann sähe die Situation für Arena Box-Promotion tatsächlich ganz anders aus. Aber im Augenblick siecht Arena wohl vor sich hin.
© Uwe Betker

Mehr als nur ein Ersatzgegner

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Als Gbenga Oloukun als Ersatzgegner für den kurzfristig ausgefallenen Yakup Saglam einsprang, um gegen Konstantin Airich zu boxen, ahnte wohl keiner, der am Ring saß, wie dieser Kampf ausgehen würde. Normalerweise stellt der Ersatzgegner einen schlechten Ersatz dar für den Gegner, für den er einspringt. Ersatzgegner sind meist schlechter trainiert und schlechter vorbereitet, einfach aufgrund der Tatsache, dass sie ja nicht vorher wussten, dass sie boxen würden.
Am 12. November sollte es nun zu einem stallinternen Duell zwischen den Schwergewichtlern Konstantin Airich (20 Kämpfe, 16 Siege, 13 durch KO, 2 Niederlagen und 2 Unentschieden) und Yakup Saglam in Stralsund kommen. Dabei sollte es um den vakanten PABA-Titel im Schwergewicht, bzw. um einen Platz unter den Top 15 in der WBA-Weltrangliste gehen sowie schließlich um die berufliche Zukunft der beiden bei ihrem Veranstalter Arena Boxpromotion. Dieser Tatsache war sich Airich durchaus bewusst, denn beim „Walk in“ zum Ring trug er ein schwarzes T-Shirt, auf dem seine zwei Kindern und die Worte zu sehen waren: Du musst gewinnen.
Gbenga Oloukun Kariere schien eigentlich schon am Ende. Der in Oyo, Nigeria, geborene Boxer war 2005 von Spotlight Boxing, der Boxpromotion Firma von Dietmar Poszwa, dem Schwiegersohn von Klaus-Peter Kohl, unter Vertrag genommen worden. Oloukun (24 Kämpfe, 18 Siege, 11 durch KO, 6 Niederlagen, 1 durch KO) gewann seine ersten 16 Kämpfe in Folge gegen Aufbaugegner. Nach seiner ersten Niederlage (25.04.2009) in einem stallinternen Duell gegen den Syrer Mahmoud Charr (KO in Runde 7) musste er sich einen neuen Veranstalter suchen. Von Steven Küchler betreut, schaffte er eine riesige Überraschung und besiegte in seinem nächsten Kampf (29.08.2009) den früheren WBO-Weltmeister Lamon Brewster nach Punkten.
Es folgten drei Punktniederlagen nacheinander, u. a. gegen René Dettweiler (17.10.2009) und Robert Helenius (26.03.2010). Dann kamen wieder mal ein Sieg und erneut zwei Niederlagen, wobei die letzte sogar ein TKO war. Es sah also alles danach aus, als ob „Bang Bang“ Oloukun zu einem Aufbaugegner für andere würde – bis zu seinem Kampf am 12. November 2010 gegen Konstantin Airich.
Airich fand nie wirklich seinen Rhythmus und der TKO, Airichs Trainer warf das Handtuch, bewahrte ihn vor einem KO, denn er war vorher schon nach einer brutalen Linken zum Kinn schwer zu Boden gegangen. Mit diesem Sieg gab Oloukun seiner Karriere neuen Schwung. Schon auf der Veranstaltung in Stralsund tauchte das Gerücht auf, dass Gbenga Oloukun demnächst gegen einen weiteren Arena Boxer, Steffen Kretschmann (17 Kämpfe, 15 Sieg, 14 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO), boxen soll. Eine solche Ansetzung würde tatsächlich auch Sinn machen, weil auch hinter Kretschmanns Zukunft, seit seiner zweiten desaströsen TKO-Niederlage gegen Denis Bakhtov (27.03.2009), die life auf SAT1 zu sehen war, ein dickes Fragezeichen steht.
Was aus Airich wird, ist ungewiss. Sportlich hat er wohl seinen Zenit schon überschritten. Ich bin mir nach der Fülle von harten Kopftreffern, die er in seinem letzten Kampf nehmen musste, nicht mal sicher, ob ich ihn überhaupt noch einmal im Ring sehen möchte. So weitgehend langweilig und überraschungsarm, wie es an der Spitze des Schwergewichts aussieht, so interessant ist es im Mittelfeld, wo gute und auch überraschende Kämpfe ausgetragen werden.
© Uwe Betker