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Kämpfe die nicht stattfinden

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Der TV-lose Veranstalter von Profiboxkämpfen Universum Box-Promotion ist vom Pech verfolgt. Hier eine kleine Chronik: Erst behandelte der Schwergewichts-Europameister Alexander Dimitrenko (31 Kämpfe, 30 Siege, 20 durch KO, 1 Niederlage) eine Durchfallserkrankung nicht. Dann verheimlichte er sie vor seinem Team. Schließlich brach er am 04.12.2010 vor seinem Kampf gegen Albert Sosnowski (50 Kämpfe, 46 Siege, 28 durch KO, 3 Niederlagen, 2 durch KO, 1 Unentschieden) in der Kabine in Schwerin zusammen. Danach gab es dann eine Pressekonferenz, in der Dimitrenko erklärte: „Ich wollte einfach nicht als Weichei dastehen.“
Der WBO-Weltmeister im Halbschwergewicht Jürgen Brähmer (38 Kämpfe, 36 Siege, davon 29 durch KO und 2 Niederlagen) wollte lieber seinen eigenen Titel mit dem des WBA-Weltmeister Beibut Shumenov (11 Kämpfe, 10 Siege, davon 6 durch KO und 1 Niederlage) vereinigen als gegen den Ausnahmeboxer und Pflichtherausforderer Nathan Cleverly (21 Kämpfe, 21 Sieg, 10 durch KO) kämpfen. Dafür flog Brähmer, der als „Jahrhunderttalent“ oder auch als „Knastboxer“ bezeichnet wird, nach Kasachstan, wo er am 08.01.2011 boxen sollte. Dort bekam er starken Durchfall mit Erbrechen. Das letzte, das über die PR-Abteilung des Veranstalters zu hören war, ist, dass er sich in der Asklepios Klinik in Hamburg befindet.
Susianna Kentikian (27 Kämpfe, 27 Siege, 16 durch KO), die Weltmeisterin nach Version WIBF, WBA und WBO im Fliegengewicht, sollte am 29. Januar 2011 in Hamburg gegen die Minimumgewichtlerin Teeraporn Pannimit (18 Kämpfe, 13 Siege, 5 durch KO, 3 Niederlagen) antreten. Sie sollte also gegen eine Gegnerin, die zwei Gewichtsklassen unter ihrer boxt, kämpfen – mit den bekannten Vorteilen für Frau Kentikian und den entsprechenden Nachteilen für Pannimit. Dieser Kampf ist wohl auch abgesagt. Jedenfalls ist er aus den einschlägigen Listen verschwunden. Leider hat der hamburger Veranstalter noch nicht mitgeteilt, ob wieder eine Durchfallerkrankung oder ein anderer Grund zu dieser Stornierung führte.
Ein Nachtrag zu Frau Kentikian: Sie fand im letzten Jahr genug Zeit, ein Buch zu schreiben. In ihm berichtet die selbsternannte „Killer Queen“ in ihren eigenen Worten über ihr nunmehr 23-jähriges Leben und ihre Träume. Ihre Autobiographie mit dem viel versprechenden Titel „Mir wird nichts geschenkt!“ erscheint im März 2011.
Wobei, wenn ich ihre Boxkämpfe so Revue passieren lasse …
© Uwe Betker

Wladimir Klitschko gegen Jürgen Brähmer

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Der IBF und WBO Weltmeister im Schwergewicht Wladimir Klitschko will seinen Titel nicht gegen Dereck Chisora und David Haye verteidigen, sondern gegen Jürgen Brähmer, dem WBO-Weltmeister im Halb Schwergewicht. – Eine absurde Ankündigung? Mag sein. Aber Ankündigungen dieser Art gibt es wirklich.
Die Weltmeisterin nach Version WIBF, WBA und WBO im Fliegengewicht Susianna Kentikian (27 Kämpfe, 27 Siege, 16 durch KO) boxt am 29. Januar 2011 in Hamburg gegen Teeraporn Pannimit (18 Kämpfe, 13 Siege, 5 durch KO, 3 Niederlagen). Die 18jährige Pannimit, die sich Female Rambo nennt, ist Weltmeisterin der WBO jedoch im Minimumgewicht, also zwei Gewichtsklassen unterhalb der Gewichtsklasse, in der Frau Kentikian boxt. An diesem Punkt ist der Vergleich Klitschko/Brähmer mit Kentikian/Pannimit zutreffend. Denn in den niedrigen Gewichtsklassen wirkt sich der Gewichtsunterschied genau so aus, wie in den höheren. Das heißt Frau Kentikian ist größer, hat eine größere Reichweite und vor allem eine sehr viel größere Schlaghärte.
Hier aber hören auch schon die Gemeinsamkeiten auf. Brähmer hätte nämlich gegen einen Klitschko größere Chance als Pannimit gegen Kentikian. Obwohl Pannimit Weltmeisterin ist, hat sie bis jetzt nur gegen No-Names geboxt. Die Thailänderin errang ihren Titel (02.04.2010) gegen Eun-Young Huh aus Korea, die einen Kampfrekord von 7 Kämpfen, 6 Siegen, 1 Unentschieden hatte. Sie verteidigte den Titel (22.11.2010) gegen Jujeath Nagowa von den Philippinen, die einen Kampfrekord von 18 Kämpfe, 9 Sieg2, 5 durch KO, 8 Niederlagen, 2 durch KO, 1 Unentschieden hatte.
Die selbsternannte Killer Queen konnte im letzten Jahr in keinem ihrer beiden Kämpfe auch nur ansatzweise sportlich überzeugen. Wir erinnern uns: Sie verdankte den Erfolg der Titelverteidigung gegen Nadia Raoui aus Herne (24.04.2010) sehr viel mehr den deutschen Punktrichtern Werner Kasimir und Franz-Michael Maaß als ihrer eigenen boxerischen Leistung. In ihrer zweiten Titelverteidigung gegen Arely Mucino aus Mexiko (17.07.2010) verdankte sie dem Ringarzt ein No Contest, der den Kampf aufgrund einer Cutverletzung im Haaransatz abbrach, die bei einem Männerboxkampf wohl nie zu einem Abbruch geführt hätte.
Ich gebe zu, ich hatte gehofft, dass Frau Kentikian und ihr Veranstalter Universum Box-Promotion den Mut aufbringen würden, ihre „Altlasten“ vom letzten Jahr abzuarbeiten. D.h. ich hoffte, es würde einen Rückkampf mit Arely Mucino und Nadia Raoui geben. Aber das Vertrauen in die sportlichen Fähigkeiten von Frau Kentikian ist wohl so stark gesunken, dass es inzwischen, wie es aussieht, nur noch darum geht, ein Opfer zu finden.
© Uwe Betker