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Foto: Timo Hoffmann

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Written by betker

9. März 2011 at 23:59

Foto: Timo Hoffmann

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Written by betker

17. November 2010 at 23:59

Notizen zu Timo Hoffmann

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Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, lief die Sache damals doch so ab: Timo Hoffmann qualifizierte sich beim Chemiepokal für die Olympischen Spiele in Atlanta 1996, wurde dann aber in einem wohl extra für ihn einberufen Trainingslehrgang wieder aus dem Kader rausgeschmissen. – Mir kommt heute noch die Galle hoch, wenn ich daran denke. Seit dieser Zeit habe ich jedenfalls ein Faible für Timo Hoffmann.
Die „deutsche Eiche“ (48 Kämpfe, 39 Siege, 23 durch KO, 7 Niederlagen, 1 durch KO, 2 Unentschieden) gehörte nie zu den besten Schwergewichtlern der Welt, aber ich mochte ihn trotzdem immer. Er war nie der Typ Boxer, dem das Talent in die Wiege gelegt war. Er war immer limitiert, aber durch harte Arbeit und seine Physis konnte er doch eine lange Zeit relativ weit oben im Schwergewicht mitmischen. Eine Eigenschaft, die ihn immer schon auszeichnete, war: Er hat keine Angst, im Gegensatz zu einigen anderen Schwergewichtlern, die man so kennt.
Genau diese Furchtlosigkeit beunruhigt mich ein wenig. In seinem letzten Kampf gegen den ehemaligen Herausforderer im Cruisergewicht Alexander Petkovic erreichte er nur ein sehr schmeichelhaftes Unentschieden. Damit schaffte er es nicht, den WBO (!) Europameister Titel zu erringen. Zum einen freut es mich, dass es Hoffmann immer noch gelingt, Kämpfe und damit Börsen zu bekommen. Zum anderen frage ich mich aber schon, wie lange er noch in den Ring steigen will.
Hoffmann zeigte früher eine nicht schlechte Doppeldeckung und manchmal auch einen guten Jab. Seine rechte Gerade und seine Aufwärtshaken waren druckvoll, aber manchmal auch unpräzise. Ich hatte auch schon immer den Eindruck, dass seine Schläge zu langsam kommen. Seine Schlagkraft war nie die größte. Mit zunehmendem Alter sind nicht nur seine Schwächen stärker, sondern auch seine Stärken noch schwächer geworden.
Hoffmanns beste Zeit als Boxer ist vorbei. Offensichtlich baut er ab. Ich mache mir Sorgen um ihn.
© Uwe Betker

Written by betker

29. Oktober 2010 at 23:59

Die Chuzpe von Vitali Klitschko

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Die Chuzpe, mit der Vitali Klitschko seinen neuen Gegner ausgesucht hat, nötigt einem schon Respekt ab. Am 16.10.2010 kämpft er, wobei man sich schon fragen kann, ob kämpfen hier das richtige Wort ist, gegen Shannon Briggs. Denkbare andere Vokabeln sind: Schlachtet ab, schlägt KO, verprügelt, demütigt, führt vor und spielt mit usw. Satzkonstruktionen mit dem Verb „aufführen“ und einem oder mehreren Substantiven wie „Schmierenkomödie“, „Groteske“, „Boulevardtheater“, „Laientheater“ u. ä. wären wohl auch passend.
Briggs war vor 12 Jahren einmal ein guter Boxer. Damals verlor er seinen WM-Kampf gegen den großen Lennox Lewis. Es folgte 2006 der Gewinn des WBO-Titels, den er aber dann in der ersten Titelverteidigung sofort wieder verlor. Dann legte er eine 1 ½-jährige Pause ein, nach der er vier Kämpfe gegen, nennen wir sie mal „Aufbaugegner“, absolvierte. Und dies soll ihn nun dazu qualifiziert haben, gegen einen der beiden besten Boxer im Schwergewicht antreten zu dürfen.
Shannon Briggs ist zurzeit die Nummer 76 der unabhängigen Weltrangliste. Lässt man Vitalis Bruder Wladimir außen vor, gibt es 74 Boxer, die vermutlich alle besser sind als er. Vor Briggs stehen z.B. Timo Hoffmann (Nr. 66) und Manuel Charr (Nr. 37) und Odlanier Solis (Nr. 17) die alle schon laut und vernehmlich den Wunsch geäußert haben, gegen einen der Klitschkos zu boxen. Auch wenn der sportliche Wert eines Hoffmann-Klitschko-Kampfes nicht sehr hoch anzusiedeln ist, so ist er doch immer noch höher einzuschätzen als der des jetzt anstehenden Kampfes.
Man kann sich fragen, wieso sich Vitali Klitschko gerade einen so schwachen und hoffnungslos unterlegenen Mann als Spielkameraden ausgesucht hat. Nun ist ja bekannt, dass einige der möglichen Gegner tatsächlich alles tun, um nicht gegen einen der Klitschkos anzutreten. Dennoch bleibt es in der Verantwortung der Klitschkos, gerade weil sie sich ja auch selber managen, halbwegs angemessene Gegner zu finden. Das sollte ihnen schon der Respekt gegenüber dem WM-Titel gebieten. Es ist aber auch eine Frage des Respekts vor dem Publikum, von dem sie doch immerhin sehr gut leben. Zwar ist zu befürchten, dass die Halle in Hamburg ausverkauft und die Einschaltquoten wieder sehr gut sein werden, einfach weil die Zuschauer in erster Linie ein Event und keinen sportlichen Wettkampf sehen wollen, so sollte Vitali Klitschko aber doch schon etwas mehr Gegenleistung für sein Geld bieten.
Dem Publikum Shannon Briggs als Gegner für Vitali Klitschko zu präsentieren, kann man Chuzpe nennen. Chuzpe heißt auch Frechheit, Dreistigkeit und Unverschämtheit.

(C) Uwe Betker