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Ein harter Tag im Büro: Wladimir Klitschko vs. Alex Leapai

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Man kann sich vorstellen, wie Wladimir Klitschko (64 Kämpfe, 61 Siege, 51 KO, 3 Niederlagen, 3 KO) am frühen Morgen des 27.04.2014 sein Hotelzimmer betritt. Eine Frau liegt im Bett und fragt im Halbschlaf: „Schatz, wie war dein Tag?“ Er antwortet: „Es war wieder ein harter Tag im Büro.“ So oder so ähnlich könnte sich eine idyllische häusliche Szene abspielen, nachdem Klitschko seine Schwergewichtstitel der IBF, WBO und WBA in der Arena Oberhausen verteidigt haben wird.
Sein Gegner heißt Alex Leapai (37 Kämpfe, 30 Siege, 24 KO, 4 Niederlagen, 2 KO, 3 Unentschieden). Er ist der zweitbeste Schwergewichtler in Australien und er hat am 23.11.2013 gegen Dennis Boytsov nach Punkten gewonnen. Beides hat ihn, wohl in dieser Reihenfolge dafür qualifiziert, gegen den zurzeit besten Schwergewichtler der Welt zu boxen.
Leapai wird in der unabhängigen Weltrangliste auf Position 29 geführt. Also 27 Boxer sind vermutlich besser als er und haben größere Chancen gegen Wladimir Klitschko als er. Also wären diese wohl als Gegner besser und damit für die Zuschauer auch interessanter:

Alexander Ustinov (30 Kämpfe, 29 Siege, 21 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO)
Steve Cunningham (32 Kämpfe, 26 Siege, 12 durch KO, 6 Niederlagen, 1 durch KO)
Seth Mitchell (30 Kämpfe, 26 Siege, 19 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO, 1 Unetschiden)
Ruslan Chagaev (35 Kämpfe, 32 Siege, 20 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO, 1 Unentschieden)
Manuel Charr (26 Kämpfe, 25 Siege, 15 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO)
Francesco Pianeta (31 Kämpfe, 29 Siege, 16 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO, 1 Unentschieden)
Amir Mansour (20 Kämpfe, 20 Siege, 15 durch KO)
Lucas Browne (19 Kämpfe, 19 Siege, 17 durch KO)
Carlos Takam (31 Kämpfe, 29 Siege, 23 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden)
Johnathon Banks (32 Kämpfe, 29 Siege, 19 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO, 1 Unentschieden)
Andy Ruiz Jr. (21 Kämpfe, 21 Siege, 15 durch KO)
Erkan Teper (12 Kämpfe, 12 Siege, 8 durch KO)
Mike Perez (20 Kämpfe, 20 Siege, 12 Durch KO)
Christian Hammer (18 Kämpfe, 15 Siege, 10 durch KO, 3 Niederlagen, 2 durch KO)
Bryant Jennings (18 Kämpfe, 18 Siege, 10 durch KO)
Odlanier Solis (21 Kämpfe, 20 Siege, 13 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO)
Tomasz Adamek (52 Kämpfe, 49 Siege, 29 durch KO, 3 Niederlagen, 1 durch KO)
Tony Thompson (42 Kämpfe, 38 Siege, 26 durch KO, 4 Niederlagen, 2 durch KO)
Alexander Povetkin (27 Kämpfe, 26 Siege, 18 durch KO, 1 Niederlage)
Bermane Stiverne (25 Kämpfe, 23 Siege, 20 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO, 1 Unentschieden)
Deontay Wilder (31 Kämpfe, 31 Siege, 31 durch KO)
Chris Arreola (39 Kämpfe, 36 Siege, 31 durch KO, 3 Niederlagen, 1 durch KO)
Dereck Chisora (24 Kämpfe, 20 Sieg, 13 durch KO, 4 Niederlagen, 1durch KO)
Robert Helenius (19 Kämpfe, 19 Siege, 11 durch KO)
Vyacheslav Glazkov (18 Kämpfe, 17 Siege, 11 durch KO, 1 Unentschieden)
Tyson Fury (22 Kämpfe, 22 Siege, 16 durch KO)
und
Kubrat Pulev (19 Kämpfe, 19 Siege, 10 durch KO)

Wladimir Klitschko vs. Alex Leapai – Wie schon gesagt: Ein harter Tag im Büro.
(C) Uwe Betker

Ein großer Kampfabend wirft seine Schatten voraus

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Ein großer Kampfabend wirft seine Schatten voraus. Nein, die Rede ist nicht von einem der vielen TV Events, bei denen große Namen hoffnungslos unterlegene Gegner verprügeln dürfen oder bei denen die Heimboxer automatisch gewinnen, wenn sie sich denn nur auf ihren Füßen halten können. Die Rede ist von einer außergewöhnlichen Veranstaltung, die in Burgdorf in der Schweiz am Samstag, dem 15.10.2011 stattfinden wird. Jeder der drei Hauptkämpfe ist einen Ausflug über die Grenze in die Schweiz wert.
Im Cruisergewicht trifft der in Mazedonien geborene und mittlerweile in Burgdorf in der Schweiz lebende Sefer Seferi (13 Kämpfe, 13 Siege, 12 durch KO) auf den Kroaten Josip Jalusic (35 Kämpfe, 10 Siege, 7 durch KO, 24 Niederlagen, 5 durch KO, 1 Unentschieden). Auf den ersten Blick scheint dieser auf sechs Runden angesetzte Kampf eine einfache Aufgabe für Seferi zu sein, der die Nummer 201 der unabhängigen Weltrangliste ist. Jalusic ist nur die Nummer 408.
Sieht man sich aber den Kampfrekord von Jalusic etwas genauer an, so kann man einiges entdecken. Er boxte unter anderem zweimal gegen den starken Nuri Seferi und ging beide Male über die vollen 12 Runden. Auch der Klitschko Herausforderer Tomasz Adamek und die Sauerland Boxer Martin Kempf und Artur Hein gingen mit ihm über die angesetzten 8 Runden. Dementsprechend ist ein Kampf gegen Jalusic eine interessante Standortbestimmung für Seferi, der dieses Gefecht noch nicht gewonnen hat.
Ebenfalls im Cruisergewicht bekommt es Agron Dzila (12 Kämpfe, 11 Siege, 7 durch KO, 1 Niederlage) mit Pascal Ndomba (16 Kämpfe, 11 Siege, 9 durch KO, 3 Niederlagen, 1 durch KO, 2 Unentschieden) zu tun. Der ebenfalls in Mazedonien und in Burgdorf lebende Dzila ist die Nummer 295 der unabhängigen Weltrangliste. Sein Gegner aus Tansania ist die Nummer 370. Allein daran sieht man, wie nahe sich die beiden Boxer zurzeit noch leistungsmäßig sind. Bei ihrem Aufeinandertreffen geht es um die Junioren Weltmeisterschaft der IBF.
Dann werden noch im Junior Weltergewicht die Titel der Global Boxing Union und der Internationale Deutsche Meister Titel ausgeboxt. Eines der größten Talente in dieser Gewichtsklasse, Gabor Veto (25 Kämpfe, 25 Siege, 19 durch KO), kämpft gegen Michael Kizza (28 Kämpfe, 22 Siege, 14 durch KO, 6 Niederlagen, 5 durch KO). Dieser Kampf ist für Veto der erste Titelkampf und dementsprechend eine Standortbestimmung. Noch nie musste er länger als 8 Runden boxen. Kizza dagegen bestritt schon Titelkämpfe, und er ging auch schon mehrfach erfolgreich über die längeren Distanzen. Mit einer KO-Quote von 50 % ist er nicht zu unterschätzen.
Erstaunlich an dieser Veranstaltung ist zweierlei: Zum einen beeindruckt die Qualität der Kämpfe und des Matchmakings. Zum anderen verdient es Anerkennung, dass sie von einem „Kleinen“ auf die Beine gestellt wird. Veranstalter sind Oliver Dütschler und Agron Dzila.
© Uwe Betker

Vitali Klitschko vs. Tomasz Adamek – Ein Selbstversuch

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Am Abend des 10.09.2011 besiegte der Weltmeister im Schwergewicht nach Version WBC, Vitali Klitschko (45 Kämpfe, 43 Siege, 40 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO), in Wroclaw, Polen den Herausforderer Tomasz Adamek (46 Kämpfe, 44 Siege, 28 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO). Der Ausgang des Kampfes, ein TKO in Rund 10, ist alles andere als eine Überraschung. Wohl kaum jemand hat ernsthaft in Erwägung gezogen, dass der ehemalige WBC Weltmeister im Halbschwergewicht und IBF Weltmeister im Cruisergewicht in der Königsklasse gegen einen Klitschko eine Chance haben könnte.
Während der boxende Akademiker Klitschko seiner Profession nachging, machte ich einen Selbstversuch und ging einfach ins Bett. Auch am Morgen dache ich so wenig an Herrn Klitschko wie er an mich dachte: Brötchen und Zeitung kaufen, Frühstück machen, Frühstücken und Zeitung lesen. Erst danach vergewisserte ich mich, dass es keine Sensation gegeben hatte. Die Berichte, die ich über den Kampf las, vermittelten mir den Eindrück, nichts verpasst zu haben. Ergebnis meines Selbstversuchs: Man muss nicht jeden Klitschko-Kampf sehen.
© Uwe Betker

Foto: Tomasz Adamek

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Written by betker

6. Februar 2011 at 23:59

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Eine Abwechselung im Eventeinerlei

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Wann gab es das zum letzten Mal noch, eine Veranstaltung mit zwei Hauptkämpfen, die den Titel Weltmeisterschaftskämpfe, auch wenn hier eine Interims WM dabei ist, wirklich verdient hätte? Ich kann mich gar nicht mehr erinnern. Aber am 12.02.2011 bekommen wir genau das in Mühlheim an der Ruhr geboten.
Yoan Pablo Hernandez aus Kuba versucht den Interims WM-Titel der WBA im Cruisergewicht Steve Herelius aus Frankreich abzunehmen. Die Kampfrekorde von beiden, Hernandez (24 Kämpfe, 23 Siege, 12 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) und Herelius (23 Kämpfe, 21 Siege, 12 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO, 1 Unentschieden), ähneln sich stark. Herelius’ größter Sieg war wohl der über Firat Arslan (03.07.2010), wodurch er auch Interims Weltmeister wurde. Seine einzige Niederlage musste er gegen Albers Sosnowski (08.06.2007) im Schwergewicht hinnehmen. Wir erinnern uns: Sosnowski war einer der letzten Gegner von Vitali Klitschko (29.05.2010). Klitschko schien dabei allerdings einen wenig anstrengenden Arbeitstag gehabt zu haben.
Der Herausforderer Hernandez musste seine einzige Niederlage gegen den damals sehr starken Wayne Braithwaite (29.03.2008) hinnehmen. Seinen besten Kampf lieferte er in einem stallinternen Duell gegen (17.10.2009) Enad Licina. Hernandez boxt für Sauerland Event. Er steht in der unabhängigen Weltrangliste auf Position 5 und dürfte als leichter Favorit in den Kampf gehen, denn er ist 9 cm größer. Es würde mich aber auch nicht wundern, wenn Herelius, der auf Position 13 steht, den Sieg davontrüge, weil ich schon seit geraumer Zeit das Gefühl habe, dass Hernandez sich zwingt einen Stil zu boxen, der nicht der seinige ist.
Die Begegnung zwischen Steve Cunningham (25 Kämpfe, 23 Siege, 12 durch KO, 2 Niederlagen) und dem Herausforderer Enad Licina (21 Kämpfe, 19 Siege, 10 durch KO, 2 Niederlagen), die beide bei Sauerland unter Vertrag sind, dürfte dann der wahre Hauptkampf des Abend werden. Steve Cunningham gilt zurzeit als der beste Cruisergewichtler der Welt. Seine Leistungen sind manchmal ein wenig inkonsistent. Gegen zwei Polen musste er seine Niederlagen hinnehmen. Er verlor gegen Krzysztof Wlodarczyk (25.11.2006), den er aber im Rückkampf (26.05.2007) dann knapp besiegen konnte, und gegen Tomasz Adamek (11.12.2008), der in diesem Jahr noch gegen einen der Klitschkos antreten soll. Der Kampf, mit dem er mich am meisten beeindruckte, war sein TKO-Sieg gegen Marco Huck (29.12.2007). Dort zeigte er eine unglaublich elegante Deckungsarbeit, bei der er scheinbar mühelos die Schläge von Muamer Hukic abwehrte, indem er nur jeweils die Schulter kurz hoch zog.
Der oben schon angesprochene Licina, die Nummer 15 der Welt, sah zuletzt in seinem Kampf gegen Felix Cora Jr. (13.11.2010) sehr überzeugend aus. Er konnte nicht nur einen relativ starken Gegner besiegen, sondern er tat dies außerdem noch in Manchester; somit hielt er dem Druck stand, nicht als Heimboxer anzutreten und gewann dennoch. Cunningham dürfte hier aber als Favorit gelten.
Diese Veranstaltung kann man nicht als ein typisches Event betrachten. Dafür sind die Hauptkämpfe einfach zu gut und die Hauptkämpfer gleichzeitig zu unbekannt. Auch ist die Halle zu klein. Ich rechne aber damit, dass ich dafür großartiges Boxen zu sehen bekommen werde. Und das ist ja mal eine schöne Abwechselung zu dem Eventeinerlei, das uns sonst so häufig geboten wird.
© Uwe Betker

„Das ist respektlos und schlechter Stil.“

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Stellen wir uns einmal vor, Ahmet Öner verkündet: Odlanier Solis wird im Dezember diesen Jahres im Wembley Stadium gegen den WBA-Weltmeister David Haye antreten, und dabei sollen alle WM-Titel im Schwergewicht vereinigt werden. Mit Sicherheit könnte man in der Presse dann nicht wenige bissige Kommentare zu lesen bekommen. Öner müsste sich fragen lassen, wie er denn dazu käme, schon vorab Verträge abzuschließen, obwohl sein Boxer Solis noch gar nicht gegen einen der beiden Klitschkos angetreten sei und damit auch noch keinen WM-Titel gewonnen habe.
Öner hat eine solche Ankündigung natürlich nicht gemacht. Es gab allerdings die Ankündigung, dass Tomasz Adamek (44 Kämpfe, 43 Siege, 28 durch KO, 1 Niederlage) im September in Polen gegen einen der beiden Klitschko Brüder die Chance bekommen wird, um die Weltmeisterschaft im Schwergewicht zu boxen. Zurzeit steht nur noch nicht fest, gegen welchen Klitschko Adamek boxen wird.
Der WBC-Champion Vitali Klitschko (43 Kämpfe, 41 Siege, 38 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO) muss vorher noch gegen Odlanier Solis (17 Kämpfe, 17 Siege, 12 durch KO) antreten, und zwar am 19.03.2011 in Köln. Der IBF und WBO-Weltmeister Wladimir Klitschko (58 Kämpfe, 55 Siege, 49 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO) will seinen ausgefallenen Kampf gegen Dereck Chisora (14 Kämpfe, 14 Siege, 9 durch KO) am 30.04.2011 in Mannheim nachholen.
Wenn auch anzunehmen ist, dass Wladimir Klitschko im April eher einen schweren Tag im Büro haben dürfte als eine schwere Titelverteidigung und auch Solis eher nur Außenseiterchancen einzuräumen sind, so ist doch eine solche Veröffentlichung der weiteren Pläne eine, wie ich finde, Respektlosigkeit gegenüber den Herausforderern. Sicherlich, ein Kampf Klitschko gegen Adamek muss, erst recht wenn er in einem Fußballstadion stattfinden soll, von langer Hand geplant werden. Wofür ich aber kein Verständnis habe, das ist, dass diese Planungen öffentlich gemacht werden müssen. Und dann werden sie noch von Vitali Klitschko, Bernd Bönte, dem Manager der Klitschkos, und Tom Loeffler, dem Berater der Klitschkos, ausführlich kommentiert und die Veranstaltung vorab beworben. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Ahmet Öner, der sich gerne als Underdog mit rauen Manieren geriert, ein solches Verhalten wohl treffend auf den Punkt bringt, indem er dazu bemerkt: „Das ist respektlos und schlechter Stil.“
© Uwe Betker

Eine sehr gute Kampfansetzung

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Nun wird der Kampfrekord von Sebastian Sylvester (38 Kämpfe, 34 Siege, 16 durch KO, 3 Niederlagen, 2 durch KO, 1 Unentschieden) also weiter aufpoliert, in dem er einen, wie es im Neudeutschen heißt, No-Hoper verprügeln darf. Es müsste schon ein mittelgroßes Box-Wunder passieren, damit der Weltmeister im Mittelgewicht nach Version IBF seinen Titel nicht eindrucksvoll verteidigt. Der Herausforderer Mehdi Bouadla (24 Kämpfe, 21 Siege, 10 durch KO, 3 Niederlagen) aus Frankreich dürfte eigentlich nicht den Schlussgong erreichen.
So unnötig und so sportlich uninteressant der Hauptkampf am 22.01.2011 in Neubrandenburg auch sein mag, so dürfte der zweite Hauptkampf des Abends dafür doch entschädigen. In ihm soll nämlich der wohl beste Cruisergewichtler der Welt, Steve Cunningham (25 Kämpfe, 23 Siege, 12 durch KO, 2 Niederlagen), seinen WM-Titel der IBF gegen Enad Licina (21 Kämpfe, 19 Siege, 10 durch KO, 2 Niederlagen), der immerhin die Nummer 14 der unabhängigen Weltrangliste ist, verteidigen. Bei dem Aufeinandertreffen der beiden handelt es sich um ein stallinternes Duell von Sauerland Event.
Der inzwischen bereits 34 Jahre alte Cunningham aus Philadelphia kam zu Sauerland Event, nachdem er Muamer Hukic alias Marco Huck (29.12.2007) erst eine Lektion im Sachen Boxen erteilte und ihn dann in der letzten Runde buchstäblich durch den Ring prügelte, so dass die Ecke von Huck das Handtuch warf, um ihren Schützling vor weiteren Volltreffern zum Kopf zu schützen. Zwischenzeitlich verlor er seinen Titel, nicht unumstritten, an Tomasz Adamek (11.12.2008) in einem Kampf, der einer der besten der letzten Jahre war.
Der in Novo Pazar/Serbien geborene Licina unterlag in einem stallinternen Duell gegen Yuan Pablo Hernandez (17.10.2009) nach Punkten. Er wurde dann durch seinen Punktsieg gegen Felix Cora Jr. in Manchester (13.11.2010) zum Pflichtherausforderer von Cunningham.
Meiner Meinung nach ist der Kampf Cunningham gegen Licina der wahre Hauptkampf des Abends. Weshalb aber die Wir-Schlagen-Einen-Franzosen-KO-Nummer das sein soll, hat wohl andere als sportliche Gründe.
© Uwe Betker

Wie man nicht zu einem ganz Großen wird

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Auf dem Kongress des WBC haben sich Don King und Ahmet Öner gegen die Klitschkos durchgesetzt. Nunmehr steht fest, dass der Kampf zwischen Ray Austin (36 Kämpfe, 28 Siege, 18 durch KO, 4 Niederlagen, 2 durch KO, 4 Unentschieden) and Odlianer Solis (16 Kämpfe, 16 Siege, 12 durch KO), der am 17. Dezember stattfinden soll, der „final eliminator” für den Kampf gegen Vitali Klitschko sein wird. Der Sieger ist Pflichtherausforderer für den WBC Weltmeister im Schwergewicht, und dieser Pflicht soll er auch so schnell wie möglich nachkommen, spätestens 100 Tage nach dem Kampf. Einer vorhergehenden freiwilligen Titelverteidigung gegen Schwergewicht (43 Kämpfe, 42 Siege, 27 durch KO, 1 Niederlage) wurde nicht zugestimmt.
Man kann mich nun missgünstig nennen – aber ich habe mich darüber gefreut. Dabei halte ich einen Kampf zwischen Klitschko und Adamek sogar noch für eine relativ gute Paarung. Gefreut habe ich mich trotzdem darüber, dass dieser Kampf nun nicht stattfindet, weil uns dadurch wohl eine, wie ich finde, Geschmacklosigkeit erspart bleibt. Die K2 Promotion, die Veranstaltungsfirma der Brüder Klitschko, und die HBO, der große US-amerikanische Bezahlfernsehsender, wollten zum 40sten Jahrestag des ersten Ali-Frazier-Kampfes im Madison Square Garden in New York Vitali Klitschko gegen jenen Tomasz Adamek antreten lassen.
Im Vorfeld gab es dann diesen, meiner Meinung nach, völlig unnötigen und sehr ungemessenen Wladimir-Klitschko-Muhammad-Ali-Vergleich. Da versucht sich Vitali Klitschko also nun in die Tradition von Muhammad Ali zu stellen.
Natürlich kann jeder Besitzer einer Kirmesboxbude zum 40sten Jubiläum des Ali-Frazier-Kampfes eine Veranstaltung auf die Beine stellen. Wenn er denn genug Geld hat und die Halle denn frei ist, könnte er diese Veranstaltung auch im Madison Square Garden stattfinden lassen. Dadurch verändert sich aber nicht die Qualität seiner Veranstaltung. Es färbt auch kein bisschen von dem Ruhm, der Klasse und der Größe eines Ali oder Fraziers auf seine Kämpfer ab.
Kann nicht endlich jemand den Boxern, Trainern, Veranstaltern, Managern, PR-Beratern und Fernsehsendern auf der Welt erklären, dass sie Vergleiche mit Muhammad Ali und anderen großen Boxern einfach sein lassen sollen! Als Boxer wird man groß und wird als Großer wahrgenommen, wenn man groß ist, d.h. durch nichts Anderes als durch seine Leistung. Wer aber solche Vergleiche und vermeintlichen Traditionslinien nötig hat, beweist m.E. nur, dass er weder die Größe hat noch in der besagten Tradition steht. Man kann einfach neben dem Größten, so jedenfalls meine Auffassung, nur ziemlich mickrig aussehen. Muss hier noch erwähnt werden, dass Vitali Klitschko nicht in der Tradition von Muhammad Ali steht? Er ist kein linearer Champion. Einen Vergleich erspare ich mir.
© Uwe Betker

Schülertheater (1.)

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Es erinnert schon ein wenig an eine Schülertheateraufführung in der Mittelstufe, und keine besonders gute, was uns im Vorfeld zum nächsten Kampf von Wladimir Klitschko am 11. Dezember in Mannheim so geboten wird. Erst gab es keinen Gegner für die Verteidigung der beiden WM-Titel. Dann gab es einen. Dann gab es wieder keinen. Dann wurde ein neuer präsentiert. Der will auch, aber ob er darf, steht noch nicht fest.
Am Anfang stand die Suche nach einem Gegner für Wladimir Klitschko. Logische Namen wie Alexander Povetkin und Nikolai Valuev fallen Verletzungs- oder Trainerbedingt aus. David Haye ist offensichtlich zu teuer und wohl zu gefährlich. Tomasz Adamek ist zu – keine Ahnung was. Verwirrt?
Lehnen wir uns doch einfach zurück und schauen uns die Aufführung an.
Der Vorhang geht auf:
Das Management des besten Schwergewichtlers der Welt kommt auf die Idee, wenn man schon keinen starken Gegner für einen Kampf zu ihren Bedingungen finden kann oder will, so könnte man vielleicht doch wenigstens einen klangvollen Namen als Kontrahenten engagieren. Ihre Wahl fiel auf David Tua.
Die Nummer 39 der unabhängigen Weltrangliste hat nun tatsächlich schon einen beeindruckenden Kampfrekord (55 Kämpfe, 51 Siege, 43 durch KO 43, 3 Niederlagen und 2 Unentschieden). Allerdings hätte man sich einen Klitschko-Tua-Kampf doch ein paar Jahre früher gewünscht. Aber damals waren die Klitschkos noch nicht so dominant wie heute und Tua viel gefährlicher. Aber wie es im Boxen so geht, man bekommt eben nicht immer das, was man sich wünscht. Klitschko-Kämpfe, die man sich wünscht, bekommt man noch viel seltener.
Aus dem Tua-Kampf wurde dann nichts. Angeblich wurden Tua 400.000 Dollar für den Kampf geboten. Für 400.000 Dollar muss zwar eine alte Frau lange stricken, aber als Angebot für einen WM-Kampf gegen einen Klitschko scheint die Summe doch ein wenig arg klein zu sein. So sah es jedenfalls auch Tuas Manager Cedric Kushner, denn der brach sofort die Verhandlungen ab.
Es ist schon ein seltsamer Zufall, dass so viele Verhandlungen mit potentiellen Gegnern der Klitschkos immer wieder platzen. Hier sei nur der Name David Haye nochmals erwähnt. Sollte etwa etwas an dem Gerücht dran sein, das den Gebrüdern Klitschko extreme Geldgier nachsagt?
Ende erster Akt.
© Uwe Betker