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Gastbeitrag: Sport im Osten knackt national 2-Mio Marke / SES-Box-Gala Erfurt

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Der MDR feiert durch die Boxübertragung des Kampfes „Robin Krasniqi – Arthur Abraham“ vom Sonnabend einen beachtlichen Quoten-Erfolg.
In der Spitze verfolgten bundesweit 2,04 Millionen Zuschauer den WM-Ausscheidungskampf im Rahmen der SES-Box-Gala aus Erfurt (Marktanteil national 11 %).
Im Durchschnitt schalteten 1,69 Millionen Zuschauer den Kampf von Abraham ein (MA 7,84 %).
Auch im MDR-Sendegebiet war Boxen ein großer Erfolg. Hier erreichte der Kampf in der „Sport im Osten“-Sendung in der Spitze 33,4 % MA bei 710.000 Zuschauern.
Im Schnitt verfolgten 580.000 Zuschauer (MA 23,2 %) zu späterer Stunde den Sieg von Abraham über Krasniqi.
(C) SES Boxing Presseabteilung

Die Ferien des Monsieur Sturm

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Geht man auf die Internetseite von Felix Sturm (46 Kämpfe, 39 Siege, 18 durch KO, 4 Niederlage, 1 durch KO, 2 Unentschieden), so sieht man als Hintergrund ein rötliches Foto von einem von oben fotografierten Ring und einen kurzen Text: “Felix Sturm, for exclusiv content and more information visit my social networks.“ Darunter findet man Links zu Twitter, Facebook, Instagram und Youtube, hierunter wiederum ein Farb- und ein Schwarzweißfoto von ihm und darunter schließlich das Impressum. Geht man auf die Internetseite von Sturm Box-Promotion sieht man ein Schwarzweißfoto als Hintergrund von einem aus der Entfernung fotografierten Ring, in dem offensichtlich Sturm steht und den schon bekannten kurzen Text. Darunter ist das Plakat von dem Soliman Kampf vom 31. Mai abgebildet, und hierunter finden sich wieder zwei Links: Fighters und Impressum. Bei Fighters findet man je ein Foto und ein Kurzportrait von Susi Kentikian, Konni Konrad, Maurice Weber, Alex Born und Mike Keta. Die Kampfrekorde der Fighter von Sturm Box-Promotion sind allerdings veraltet. Die Internetseiten von Felix Sturm und Sturm Box-Promotion wurden also lange nicht mehr gepflegt und sind nicht aktuell.
Folgt man dem Facebooklink von Sturm Box-Promotion, dann kommt man auf ihre Facebookseite: Der letzte Eintrag vom 02. August beinhaltet die hinlänglich bekannte charmante Antwort auf die öffentliche Herausforderung von Robert Stieglitz (51 Kämpfe, 47 Siege, 27 durch KO, 4 Niederlagen, 2 durch KO): „Ich habe heute mitbekommen, dass mich Robert Stieglitz letzte Woche herausgefordert hat – kein Problem, jeder Zeit! Ich hoffe nur, dass dann keine Ausreden kommen oder das ‚zufällig‘ eine Verletzung den Kampf verhindern würde. Mal sehen ob die Herausforderung ernst gemeint ist oder ob wieder mal ein Boxer und sein Team eine große Schnauze hatten und auf sich aufmerksam machen wollen.“
Außerdem kommt man über den Link auch auf die Facebookseite von Felix Sturm. Da bekommt man dann viele schöne bunte Fotos von Sturm im Urlaub in Bosnien Herzegowina zu sehen. Sturm mit Sohn, Sturm im Liegestuhl, Sturm beim Sprung in seinen Pool, Sturm auf einem Quadt, Sturm am Grill usw.. Man sieht also viele schöne Urlaubsfotos. Jeder gönnt Sturm natürlich seinen Urlaub – aber war da nicht noch etwas?
Eigentlich sollte doch im September oder Oktober die nächste Veranstaltung von Sturm Box-Promotion mit Felix Sturm stattfinden. Eigentlich – so war jedenfalls die Planung vor seiner Niederlage gegen Sam Soliman, bei der er seinen IBF Titel im Mittelgewicht verlor. Nun aber ist die Zukunft von Sturm ungewiss. Ursprünglich wollten sich Sturm und Vertreter von SAT1 am Montag nach dem Kampf gegen Soliman über die weitere Zusammenarbeit unterhalten. Eigentlich – denn dieses Treffen fand nicht statt. Sind meine Informationen nämlich richtig, so fanden bis jetzt keinerlei Gespräche zwischen SAT1 und Sturm statt.
Vor dem Kampf titelte die BILD Zeitung: „Sturm kämpft gegen den TV-K.o.“ und zitierte Manager Roland Bebak „eine Niederlage wäre eine Katastrophe.“ Diese Katastrophe ist nun eingetreten. Es ist wohl nicht absehbar, ob Sturm einen neuen TV Vertrag bekommt. SAT1 muss sich natürlich überlegen, ob ein 35-jähriger Sturm, bei der Leistung, die er zuletzt gezeigt hat, überhaupt noch ein langfristiger Partner sein kann. Jetzt rächt sich auch, dass Sturm es versäumt hat, einen Stall aufzubauen. Vor dem Kampf hatte er der Presse noch erzählt, es würden sich ständig Boxer bei ihm melden, die für ihn boxen möchten. Die Boxer, die er aber unter Vertrag hat, sind entweder noch lange nicht so weit, einen Hauptkampf zu bestreiten oder, was bei den meisten sehr viel wahrscheinlicher ist, sie werden nie einen Hauptkampf, jedenfalls nicht im größeren Rahmen, bestreiten können. Seine WBA Weltmeisterin im Fliegengewicht Syuzanna, genannt Susianna oder Susi Kentikian (36 Kämpfe, 33 Siege, 17 durch KO, 2 Niederlagen), die selbsternannte „Killer Queen“ jedenfalls, hat sich durch ihr Verhalten viele Sympathien bei den Fans verscherzt. Ich kann mir kaum vorstellen, dass eine Kentikian einen Hauptkampf im Fernsehen bestreiten kann.
Jetzt wäre es nicht schlecht einen Schwergewichtler wie Manuel Charr (28 Kämpfe, 26 Siege, 15 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO) im Stall zu haben. Aber die Wege der Beiden haben sich ja schon vor geraumer Zeit getrennt. Es hält sich aber noch immer das Gerücht, Sturm könne es nicht ertragen, dass ein Boxer in seinem Stall große mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Dabei könnten von einem erneuten Zusammengehen beide profitieren.
Es weiß wohl im Moment keiner, wie es weitergeht. Aufgrund einer Armverletzung bzw. einer Operation hat Sturm zwischenzeitlich einen International Boxing Federation WM-Ausscheidungskampf gegen Curties Stevans (31 Kämpfe, 27 Siege, 20 durch KO, 4 Niederlage, 2 durch KO) auch abgelehnt. Soweit ich informiert bin, wissen die in Köln zurückgelassenen Boxer und der Manager auch nicht, wann oder wie es weitergehen soll. Vor November oder Dezember dürfte Sturm aber wohl nicht wieder in den Ring steigen.
Mir ist da auch noch ein seltsames Gerücht zu Ohren gekommen. Angeblich läuft der Pachtvertrag des Sturm Gyms auf dem Bonner Wall in Köln aus und soll auch nicht verlängert werden können. Sturm müsste dann ja wohl ein neues Gym bauen. Eine solche Investition würde aber natürlich nur Sinn machen bei einem neuen TV Vertrag.
Adnan Catic hat sich seinen Urlaub verdient. Er muss sich nicht nur erholen, er muss sich auch Gedanken darüber machen, ob und wie es beruflich mit ihm weiter gehen soll.
(c) Uwe Betker

Felix Sturm 2.0

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Wenn Felix Sturm (43 Kämpfe, 37 Siege, 16 durch KO, 3 Niederlagen, 1 durch KO, 2 Unentschieden) am 06. Juli in der Westfalenhalle in Dortmund in den Ring steigt, werden wir einen neuen Felix Sturm sehen. Er wird den ungeschlagenen Predrag Radosevic (27 Kämpfe, 27 Siege, 9 durch KO) eindrucksvoll besiegen. Damit wird er wohl einen Weltmeisterschaftskampf im Mittelgewicht nach Version IBF (International Boxing Federation) bekommen.
Natürlich wird er eindrucksvoll gewinnen, denn Radosevic ist zwar die Nummer 4 der IBF Rangliste, aber nur die 75 der unabhängigen Weltrangliste. Sage und schreibe 70 Weltranglistenplätze trennen Sturm von Radosevic. Das sind 70 Kämpfe, die sportlich mehr Sinn machen würden. Selbst der 42-jährige Haudegen Bronco McKart (65 Kämpfe, 54 Siege, 32 durch KO, 10 Niederlagen, 3 durch KO, 1 Unentschieden), der seinen letzten Kampf verloren hat, ist besser – und auch besser platziert als Radosevic. Interessant wäre z.B. ein Kampf gegen den in den Schweiz lebenden und nun bei 8M Box-Promotion boxenden Ungarn Istvan Szili (17 Kämpfe, 17 Siege, 7 durch KO). Der steht auf Position 63. – Sturm dürfte den leichtesten Kampf seit achteinhalb Jahren bestreiten und dementsprechend wird er auch seit langer Zeit wieder einmal eindrucksvoll gewinnen.
Gleichwohl, wir werden einen neuen Sturm sehen. Schließlich hat er sich nach seiner Niederlage gegen Sam Soliman (54 Kämpfe, 42 Siege, 17 durch KO, 11 Niederlagen, 1 durch KO) am 01.02.2013, die in ein No Contest umgewandelt wurde, erstmals selbstkritisch geäußert. Derselbe Sturm, der Journalisten und Boxexperten, die kritisch berichten bzw. sich kritisch über sein Matchmaking äußern, schon mal Hausverbot erteilt, gibt nun öffentlich Fehler zu. Adnan Catic, denn so heißt Sturm in Wirklichkeit, beichtet öffentlich in der größten Boulevardzeitung Deutschlands über seine „Süßigkeiten-Sucht“. Dem Journalisten der Zeitung mit den großen Lettern vertraute er sogar bei seinem Lieblingsitaliener in Köln in einem investigativen Interview an, dass „Felix Sturm 2.0“ vor ihm sitzt. Sturm sagt sogar über seinen Kampf gegen Soliman. „Das war der schlechteste Kampf meiner Karriere.“ Ein anderes Mal hat er der gleichen Zeitung anvertraut: „Ich habe mein Leben umgekrempelt, im und außerhalb des Ringes. In der Vergangenheit unterliefen mir grobe Fehler in der Vorbereitung.“ – Hat man je solch selbstkritische Töne von Sturm gehört? Wenn das so weiter geht, schickt Sturm Box-Promotion womöglich mir noch eine Pressekarte.
Sturm boxt also die Nummer 75 in der Welt. Und dieser Kampf ist dann so etwas wie ein WM-Ausscheidungskampf! Natürlich kann Sturm nichts dafür, dass die IBF einen Radosevic auf die Nummer 4 ihrer Rangliste hievte. Es ist nur schade, dass er schon wieder das Opfer von Machenschaften der Verbände geworden ist. Zuletzt wurde er ja vom Verband WBA (World Boxing Association) zum „Super Champion“ gemacht, obwohl er, den Regularien dieses Verbandes gemäß, die Voraussetzungen dafür gar nicht erfüllte. Diese Missachtung der Regeln und die darin auch zum Ausdruck kommende Verachtung der Boxfans durch den Verband hatte eine kuriose Folge: Sturm bekam einen Vertrag mit dem TV-Sender SAT1, der ihm vermutlich mehrere Millionen Euro einbrachte.
Es besteht wohl kein Zweifel daran, dass Sturm den unwürdigen Gegner Radosevic eindrucksvoll besiegen wird. Dadurch bekommt er dann wohl einen WM-Kampf gegen Daniel Geale (30 Kämpfe, 29 Siege, 15 durch KO, 1 Niederlage). Das wiederum hat dann zur Folge, dass Sturm 2.0 weiterhin …
© Uwe Betker

Gedanken zur Niederlage von Felix Sturm (2)

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Am 01.09.2012 verlor Felix Sturm (42 Kämpfe, 37 Siege, 16 durch KO, 3 Niederlagen, 2 durch KO, 2 Unentschieden) in Oberhausen gegen den Australier Daniel Geale (29 Kämpfe, 28 Siege, 15 durch KO, 1 Niederlage). Damit verlor er seinen Titel „Super Champion“ der WBA (World Boxing Association), den er allerdings nach den Regularien des Verbandes gar nicht hätte tragen dürfen. Sein Bezwinger Geale war und ist Weltmeister der IBF (International Boxing Federation) im Mittelgewicht.
Sicher, eine Niederlage ist erst einmal nichts Besonderes. Schließlich verliert ja in fast allen Boxkämpfen einer der beiden Kontrahenten den Kampf. Dennoch, die Niederlage von Sturm verdient doch eine nähere Betrachtung. Sturms Haussender SAT1 konzentrierte sich schließlich nur auf Felix Sturm. Aber, SAT1 wird Felix Sturm vermutlich nur zeigen, wenn dieser einen WM-Kampf oder so etwas Ähnliches bestreitet.
Gegen wen kann nun Sturm boxen? Logisch wäre natürlich ein Rückkampf mit Geale. Dessen Manager Gary Shaw hat aber bereits abgewunken. Sturm müsste also tief in die Tasche greifen, um Geale wieder von Australien nach Deutschland zu locken. Dass Sturm eine Rückkampfklausel vor dem Kampf abgelehnt hat, dürfte ihn jetzt ärgern. Mich würde schon interessieren, wer ihn da eigentlich beraten hat.
Ein Kampf gegen Gennady Golovkin (24 Kämpfe, 24Siege, 21 durch KO), dem WBA Weltmeister, würde sportlich auch Sinn machen. Aber wieso sollte Sturm gerade jetzt gegen den Mann boxen, dem er so lange aus dem Weg gegangen war. Sollte Sturm dies aber machen, so ist dürfte das dann wohl ein Akt der Verzweiflung sein.
Eine utopische Option wäre ein Kampf gegen den WBC Weltmeister Sergio Gabriel Martinez (54 Kämpfe, 50 Siege, 28 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO, 1 Unentschieden). Der Argentinier Martinez ist in den USA ein großer Star. Daher müsste Sturm schon in die USA reisen, um gegen ihn anzutreten. Ich persönlich halte es auch für sehr zweifelhaft, ob Sturm eine Chance gegen ihn hätte.
Hassan N’Dam N’Jikam (27 Kämpfe, 27 Siege, 17 durch KO), der Interims Weltmeister der WBO wäre auch noch eine mögliche Wahl. Nun boxt der aber schon am 20.10.2012 gegen Peter Quillin (27 Kämpfe, 27 Siege, 20 durch KO). Nach diesem Kampf wird er in diesem Jahr dann sicherlich nicht mehr in den Ring steigen. Damit dürften die möglichen Gegner im Mittelgewicht benannt sein. Außer, Sturm kann SAT1 davon überzeugen, einen Nichttitelkampf zu zeigen, z. B. gegen Matthew Macklin (33 Kämpfe, 29 Siege, 20 durch KO, 4 Niederlagen, 2 durch KO).
Natürlich hat er auch noch die Möglichkeit eine Gewichtsklasse hoch zu gehen und gegen Arthur Abraham (38 Kämpfe, 35 Siege, 27 durch KO, 3 Niederlagen) oder Robert Stieglitz (45 Kämpfe, 42 Siege, 23 durch KO, 3 Niederlagen, 2 durch KO) zu boxen. Aber warum sollte Arthur Abraham, der WBO Weltmeister, gegen ihn boxen wollen? Er boxt bei der ARD und Sauerland Event hat mit Sicherheit kein Interesse daran, dass SAT 1 weiter Sturm-Kämpfe überträgt. Noch vor kurzem erklärte Sturm, Abraham wolle sich über einen Kampf mit ihm profilieren. Ein Vergleich der Einschaltquoten widerlegt diese Vorstellung allerdings.
Ein Kampf mit dem Exweltmeister Robert Stieglitz wäre eine gute Ansetzung. Das Problem dürfte sein, dass SAT1 sich wohl nur darauf einlassen wird, wenn es ein WM-Ausscheidungskampf wird. Auf Stieglitz dürften andererseits aber noch massive juristische Probleme zukommen, denn er hat mutmaßlich seinem noch Noch-Schwiegervater mit einem Kantholz schwere Schädelverletzungen zugefügt.
Oscar De La Hoya (45 Kämpfe, 39 Siege, 30 durch KO, 6 Niederlagen, 2 durch KO), der ehemalige Weltmeister im Superfeder-, Leicht-, Junior Welter-, Welter-, Junior Mittel- und Mittelgewicht, wäre auch als Gegner in Frage gekommen. Gerüchten aus den USA zu Folge wollte De La Hoya für Sturm seine Handschuhe wieder anziehen. In New Jersey, gegenüber von New York wurde eine neue Arena gebaut und der Rückkampf sollte die Arena einweihen. Aber ein Kampf gegen einen Adnan Catic, der keinen Titel mitbringt, dürfte für De La Hoyas Firma Golden Boy Promotion keinen Sinn machen.
Wenn ich richtig addiert habe, hat Felix Sturm als Profi bereits 321 Runden geboxt. Hinzu kommen unzählige Sparringsrunden und 143 Amateurkämpfe. Da kann man schon fragen, wie viele Kämpfe er da noch in sich hat. Die Situation für ihn ist schwierig und wir dürfen gespannt sein, wen er uns als nächsten Gegner präsentieren wird.
© Uwe Betker

Ein schwerer Kampf für Benjamin Simon

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Dem berliner Benjamin Simon (21 Kämpfe, 20 Siege, 19 durch KO, 1 Niederlage) steht ein schwerer Kampf bevor. Am Freitag, dem 01.April soll die Nummer 83 der unabhängigen Weltrangliste gegen Sam Soliman (50 Kämpfe, 39 Siege, 17 durch KO, 11 Niederlagen, 1 durch KO) antreten. Soliman ist immerhin die Nummer 35 der unabhängigen und Nummer 11 der IBF Rangliste.
Der Australier aus Melbourne hat einen mit guten Namen gespickten Kampfrekord. So stand er bereits mit Jerry Elliot (06.05.2000, L 8), Howard Eastman (16.09.2000, L 12), Anthony Mundine (03.09.2001, L 12, 07.03.2007, L KO 9, 25.03.2008, L 12), Nader Hamden (02.06.2003, W 12) und Ronald Wright (10.12.2005, L 12) zusammen im Ring. In seiner seit über 13 Jahren andauernden Karriere machte er auch immer wieder Ausflüge in höhere Gewichtsklassen, z.B. ins Cruisergewicht. Mit seinen 37 Jahren dürfte er physisch unterlegen sein. Jedoch hat er immer noch eine sehr gute Beinarbeit, ist beweglich, technisch stark und sehr erfahren.
Iron Bens Stärke ist offensichtlich seine Physis. Er hat eine beeindruckende KO-Quote von 90,48 %.
Soliman ist mit Sicherheit der beste Mann, dem Simon jemals gegenüber stand. Gleichzeitig ist er aber auch, aufgrund seines Alters und seiner körperlichen Unterlegenheit, jemand, den er schlagen kann. Damit ist aber noch nicht gesagt, dass der Ausgang des Kampfes schon entschieden ist. Erfahrung ist der entscheidende Pluspunkt für Soliman. Er ist ein Überlebenskünstler im Ring und es bleibt abzuwarten, ob Simon ihn stellen kann und was passiert, wenn er es nicht schafft.
In dem auf 12 Runden angesetzten Kampf im Mittelgewicht geht es zum einen um den Intercontinental Titel der IBF. Zum anderen ist er vermutlich aber auch ein WM-Ausscheidungskampf. Der Sieger würde damit dann zum Pflichtherausforderer für den für Sauerland Event boxenden Sebastian Sylvester (38 Kämpfe, 34 Siege, 16 durch KO, 3 Niederlagen, 2 durch KO, 1 Unentschieden) werden.
© Uwe Betker

Hat da jemand Angst vor Nathan Cleverly?

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Wer erinnert sich nicht an den letzten Kampf von Nathan Cleverly gegen Karo Murat vom 18.09.2010 in Manchester? Cleverly (20 Kämpfe, 20 Sieg, 10 durch KO) sah einfach phantastisch aus. Er boxte schnell. Er boxte variabel. Er schlug hart – eine wahre Augenweide. Mit seinem TKO-Sieg über Murat, dem WM-Ausscheidungskampf der WBO im Halbschwergewicht, wurde er zum Pflichtherausforderer für den Weltmeister Jürgen Brähmer. Jürgen Brähmer (38 Kämpfe, 36 Siege, 29 durch KO, 2 Niederlagen), wir erinnern uns, wurde einst als Jahrhunderttalent tituliert, und nun spricht die Boulevardpresse von ihm nur noch als Knastboxer. Den Spitznamen Knastboxer errang er durch die Tatsache, dass seine Profikarriere von einem Gefängnisaufenthalt unterbrochen wurde und eine rechtskräftige Verurteilung zu einer weiteren Gefängnisstrafe erst unlängst erfolgte. Es geht um jenen Brähmer also, der 2009 nur deshalb um den vakanten WBO-Titel boxen konnte, weil der Veranstalter Klaus-Peter Kohl Zsolt Erdei dazu bewegte, den Titel aufzugeben und eine Gewichtsklasse höher zu boxen, weil Universum Box-Promotion unbedingt einen Titel für Brähmer haben wollte. Dabei ist noch nicht mal geklärt, ob Brähmer nicht schon bald wieder ins Gefängnis muss.
Boxfans in Deutschland hatten sich schon auf den Kampf Brähmer gegen Cleverly gefreut. Schließlich hatten sie gehofft, endlich wieder einmal einen Kampf von boxerischer Bedeutung von dem Deutschen sehen zu können. Nicht wenige seiner Gegner waren nämlich vom Matchmaker Mohamed Hedi Taouab so ausgewählt worden, dass der Sieger schon vorher feststand. Es gibt sogar böse Zungen, die behaupten, Brähmer würde gegen starke Gegner (Mario Veit 27.052006 und Hugo Hernan Garay 22.11.2008) immer verlieren. Für diese These spricht, dass Brähmer ja tatsächlich nicht aus eignener Kraft, d.h. durch einen Sieg über einen amtierenden Weltmeister, seinen Titel errang.
Dieser Kampf findet nun aber nicht statt. Stattdessen gibt es nun das Aufeinandertreffen von Cleverly und Alejandro Lakatos (38 Kämpfe, 31 Siege, 23 durch KO, 5 Niederlagen, 2 durch KO, 2 Unentschieden). In Deutschland ist der 36-jährige Lakatos bekannt geworden durch seine Niederlagen gegen Zsolt Erdei (11.09.2004) und Dariusz Michalczewski (05.05.2001). In seinem dritten Anlauf hofft er nun offenbar, doch noch Weltmeister bei der WBO werden zu können. Der Kampf am 11. Dezember 2010 ist nämlich als Interims Weltmeisterschaft angesetzt.
Man kann schon den Eindruck gewinnen, dass Brähmers Promoter Klaus-Peter Kohl Angst davor hat, einen seiner letzten Boxer – und dann noch einen mit einem Titel – gegen einen starken Mann antreten zu lassen. Dass der WBO Universum Box-Promotion nicht zu einer Pflichtverteidigung zwingt, ist der alten Verbundenheit zwischen den Beiden geschuldet. Wer erinnert sich nicht mit Grauen daran, dass Dariusz Michalczewski kaum Pflichtverteidigungen absolvieren musste. Die Veranstalter Klaus-Peter Kohl und Frank Warren haben die WBO ja erst zu einem anerkannten Weltverband gemacht – wodurch wir hier nun eine Pattsituation haben. Ob es je zu einem Brähmer-Cleverly-Kampf kommen wird, wird sich zeigen. Das hängt wohl vor allem davon ab, ob Kohl noch lange sein „Talent“ vor starken Boxern schützen will.
© Uwe Betker

Etikettenschwindel

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Als ich die Meldung las „Enad Licina kämpft am 13. November in der MEN-Arena in Manchester…“ dachte ich noch, Sauerland Event will da weitermachen, wo sie bei ihrem letzten Ausflug nach England aufgehört hatten – mit ausgeglichen Paarungen, die klasse Kämpfe versprechen. Dann las ich aber weiter: „… gegen Felix Cora Jr.“
In diesem Kampf soll nun allen Ernstes der 1. Platz der Weltrangliste der IBF im Cruisergewicht ausgefochten werden. Der Sieger wird dann also Pflichtherausforderer des Weltmeisters Steve Cunningham. Meiner Meinung nach kann es doch wohl nur ein ganz schlechter Scherz sein, einen solchen Kampf als Ausscheidungskampf für eine WM anzusetzen. Wie konnte es passieren, dass es Felix Cora Jr. (27 Kämpfe, 22 Siege, 12 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO, 2 Unentschieden) geschafft hat, bei der IBF auf Platz 10 zu gelangen? Bei den anderen Weltverbänden ist er nicht unter den Top 15 und in der unabhängigen Weltrangliste rangiert er auf Platz 83.
Es sind keine hellseherischen Fähigkeiten nötig, um voraussagen, dass Enad Licina (20 Kämpfe, 18 Siege, 10 durch KO, 2 Niederlagen) wohl gewinnen wird, und zwar vermutlich durch KO. Der in Novi Pazar/Serbien geboren Licina tut brav sein Pflicht, wenn er sagt: „Felix Cora ist ein starker Mann. Er ist Rechtsausleger und geht gerne nach vorne. Da muss man ständig auf der Hut sei.“ Ich widerspreche Herrn Licina nur sehr ungern, weil er ja nur sagt, was sein Veranstalter von ihm erwartet. Aber Herr Cora Jr. aus Galveston/Texas ist für mich nun mal nicht mehr als ein Aufbaugegner. Darum halte ich es für einen Etikettenschwindel, wenn uns dieser Kampf nun als WM-Ausscheidungskampf verkauft wird.
© Uwe Betker