Box-Blog

Posts Tagged ‘Zack Page

Foto: Rakhim Chakhkiev vs. Zack Page

leave a comment »


(C) Sportfotodienst Stuttgart

Written by betker

14. Juni 2012 at 23:59

Foto: Rakhim Chakhkiev vs. Zack Page

leave a comment »


(C) Sportfotodienst Stuttgart

Written by betker

13. Mai 2012 at 23:59

Rache

with 2 comments

Mahmoud Omeirat Charr hat es vor seinem letzten Kampf gemacht. Und damit ist er beileibe nicht der erste und vermutlich auch nicht der letzte Boxer, der dergleichen bringt. Er steht damit tatsächlich in einer langen Tradition, einer nicht enden wollenden Kette von, ich nenne es mal, Peinlichkeiten. Aber lassen wir den in Syrien geborenen Schwergewichtler es selber aussprechen: „Zack Page ist ein sehr erfahrener Kämpfer, der schon über 50 Kämpfe absolviert hat. Im November hat er meinen Stallkollegen Sebastian Köber geschlagen, dafür will ich jetzt Rache nehmen – für unser Land.“ Charr nahm Rache für Köber an Page.
Das Stichwort heißt hier: Rache. Zugegeben, Boxen ist ein recht archaischer Sport. Aber muss man deshalb immer und immer wieder diesen barbarischen und veralteten Begriff benutzen. Im Profiboxen wimmelt es nur so von Menschen, die für irgendetwas an irgendwem und für irgendwen Rache nehmen wollen. Hier eine kleine Auswahl:
Dariusz Michalczewski war gleich mehrfach als Rächer unterwegs. Erst schlug er Virgil Hill (13.06.1997) nach Punkten als „Rache der Tigers“ dafür, dass dieser Henry Maske (23.11.1996) besiegt hatte. Danach „rächte“ er sich selber (15.04.2000), weil er im ersten Kampf, seinem ersten Kampf (10.08.1996) gegen Graciano Rocchigiani seinen WM-Titel behalten hat. Als Michalczewski dann gegen Julio Cesar Gonzalez (18.10.2003) seine erste Niederlage einstecken musste, nahm Zsolt Erdei (17.01.2004) erfolgreich „Rache für den Tiger“.
Brian Minto schlug Axel Schulz (25.11.2006) durch TKO. In seinem nächsten Kampf (17.03.2007) wurde er dann von Luan Krasniqi nach Punkten geschlagen, was dann „Krasniqis Rache“ genannt wurde. Wiederum mehr als drei Jahre später (01.05.2010) boxte Marco Huck auch gegen Minto. Vor dem Kampf schwor Huck feierlich Rache für Axel Schulz und siegte dann auch vorzeitig.
Die „Rache des Bruders“, Vitali Klitschko nimmt Rache für Wladimir Klitschko und umgekehrt, haben wir schon in so vielen Auflagen gesehen, dass es mich schon fast an einen Running Gag, also ein Dauerwitz, erinnert, der überstrapaziert wurde. Seltsam bei den Rächern Klitschko ist aber, dass der doch angekündigte „Rache-Kampf“ gegen den „Klitschko Köpfer“ David Haye noch immer nicht zu Stande kam. Es scheint fast so, als ob hier das archaische Gefühl der Rache auch mal erfolgreich unterdrückt werden kann.
Wo man auch hinsieht, überall geht es um Rache. Dabei wird auch Rache genommen für Dinge, die schon Jahre zurückliegen oder für Boxer konkurrierender Veranstalter oder für Siege, die man selbst zugesprochen bekommen hat. Was ich mich aber immer gefragt habe, ist bei all dem: Wissen die Boxer, die Veranstalter, die PR-Abteilungen und die Journalisten eigentlich überhaupt, was Rache bedeutet?
Wikipedia definiert: „Rache ist eine Handlung, die den Ausgleich erlittenen Unrechts bewirken soll.“ Seit wann ist es ein Unrecht, wenn der eine Boxer den anderen besiegt? Und was soll es mit Unrecht auf sich haben, wenn Dariusz Michalczewski noch einmal gegen Graciano Rocchigiani boxen muss? Das einzige Unrecht, das wohl tatsächlich ausgeglichen gehört, ist die Köpf-Entgleisung von David Haye. Aber gerade hier scheinen Realitäten wie Honorarforderungen oder sportliches Risiko dann doch ein solches Gewicht zu bekommen, dass die sich so häufig rächenden Klitschko-Brüder von einer Rache auch mal absehen können.
© Uwe Betker

Der Traum eines jeden Veranstalters (2)

with 2 comments

Wie schon gesagt: Jeder Veranstalter von Profiboxkämpfen träumt von einem Schwergewichtsweltmeister. Ein Schwergewichtsweltmeister verspricht Geld, viel Geld, noch mehr Geld – und zudem noch ein gerüttelt Maß an Aufmerksamkeit. Daher setzt wohl auch Universum Box-Promotion in seiner nächsten Veranstaltung am 04.12.2010 in Schwerin konsequent auf die schweren Jungs. Der Hauptkampf ist die Europameisterschaft im Schwergewicht zwischen Alexander Dimitrenko (31 Kämpfe, 30 Siege, 20 durch KO, 1 Niederlage) und Yaroslav Zavorotnyy (19 Kämpfe, 14 Siege, 12 durch KO, 5 Niederlagen, 2 durch KO).
Im Vorprogramm boxt unter anderem Juan Carlos Gomez (51 Kämpfe, 48 Siege, 36 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO). Gomez, der ehemalige Weltmeister der WBC im Cruisergewicht von 1998 bis 2001, bringt sich gerne als möglichen Gegner für einen der Klitschkos ins Gespräch. Bei seinen letzten Auftritten sah er eher untrainiert und übergewichtig aus. Sein Gegner heißt Herold Sconiers (40 Kämpfe, 17 Siege, 11 durch KO, 21 Niederlagen, 8 durch KO, 2 Unentschieden). Gomez, der 19te der unabhängigen Weltrangliste, hat den Anspruch, um die WM zu boxen. Und da kämpft er gegen einen Boxer mit einem negativen Kampfrekord?! Sconiers ist die Nummer 210 der unabhängigen Rangliste. Es ist schon erstaunlich wie hier Anspruch und Wirklichkeit auseinander klaffen. Der Matchmaker von Universum Box-Promotion, Taouab Mohamed Hedi, liefert hier ja wohl ein Beispiel dafür, was ich ein klassisches Mismatch nenne. Will man einen so schlechten Boxer buchen, muss man doch keinen aus Florida einfliegen lassen.
Mahmoud Omeirat Charr genannt Manuel Charr (15 Kämpfe, 15 Siege, 8 durch KO) bekommt es mit Zack Page (54 Kämpfe, 21 Siege, 7 durch KO, 31 Niederlagen, 3 durch KO), einem erfahren Handlungsreisenden in Sachen Boxen, zu tun. Von besonderem Interesse an diesem Kampf dürfte sein, zu sehen, ob Charr wieder mit der Schulter oder mit dem Kopf stößt, ob er mit dem Ellebogen schlägt und ob er sein „Temperament“ so weit untere Kontrolle hat, dass er nicht foult. Ein weiter interessanter Aspekt an diesem Kampf dürfte sein, ob ein Ringrichter vom BDB den Mut hat, Charr, wenn er den foult, dafür auch zu bestrafen.
Der wohl interessanteste Kampf im Vorprogramm, den man als nachträgliches stallinternes Duell verstehen kann, bestreiten Christian Hammer (9 Kämpfe, 7 Siege, 4 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO) und  (30 Kämpfe, 26 Siege, 12 durch KO, 4 Niederlagen, 3 durch KO). Hammer heißt eigentlich Christian Ciocan und kommt aus Rumänien. Er ist aktuell und Bidenko war bei Universum unter Vertrag. Bidenko, der mittlerweile von Oktay Urkal trainiert und gemanagt wird, verlor seine letzten beiden Kämpfe (Robert Helenius und Denis Boytsov) im letzten Jahr. Aber auch Hammer verlor seinen letzten Kampf (Mariusz Wach). Natürlich ist Hammer der Favorit, aber ich halte eine Überraschung hier nicht für ausgeschlossen.
© Uwe Betker