Box-Blog

Posts Tagged ‘zu Boden

Ein Abend in Hof mit fünf Vierrundern

leave a comment »

An diesem Wochenende, am 22.09.2018, hat es mich nach Hof verschlagen. Dort, in dem schönen Festsaal der Freiheitshalle, gab es zehn Boxkämpfe zu sehen, von denen fünf von Profis bestritten wurden. Die Stimmung war schon bei den Amateurkämpfen sehr gut. Die Kämpfer wurden angefeuert. Etem Bayramoglu, der Lokalmatador, der auch den Hauptkampf des Abends bestritt, machte seinen ersten Profikampf. Der bereits 32 Jahre alte Profiboxer lernte das Boxen in Hof, startete aber später für Nürnberg. Bemerkenswert, dass er bei seinem Debüt bereits eine Halle füllt.

Den Anfang bei den Profis machten Lars Burry (2 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO) und Muhamed Thaqi (3 Kämpfe, 3 Niederlagen, 3 durch KO) im Super Mittelgewicht. Beide boxten verhalten. Thaqi bestimmte den Kampfrhythmus. Es gab aber nur wenige Aktionen. Aus einem unerfindlichen Grund stellte sich Thaqi mehrfach in eine Ecke und ließ sich eindecken. Das erste Mal schaffte er es noch, die Schläge von  Burry zu blocken. Bei den anderen beiden Malen ging er nach Körpertreffern zu Boden. Am Anfang der zweiten Runde wiederholte sich diese Situation, nur dass Thaqi nun ausgezählt wurde. Sieger durch KO in Runde 2 nach 44 Sekunden: Lars Burry.

Anschließend stiegen die beiden Debütanten Naqibullah Nazari und Mohamad Alhsayan für einen Kampf im Weltergewicht in den Ring. Der Kampf war munter. In der ersten Runde hatte Nazari aufgrund seiner längeren Arme Vorteile. Zu Anfang der zweiten Runde stellte  Nazari  Alhsayan in dessen eigener Ecke und kam mit einer harten Rechten zum Körper durch, die Alhsayan einknicken ließ. GBA Ringrichter Izzet Kurnaz winkte den Kampf ab. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 37 Sekunden: Naqibullah Nazari.

Danach boxten Khaled Ghnaiem Tarokj (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 2 durch KO) und Yasir Malik (3 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO) im Super Weltergewicht gegeneinander. Malik boxte schön an. Er verteilte gut. Schon die erste gute Rechte zum Kopf zwang Tarokj zu Boden. Für den Rest der Runde spielte Malik nur noch mit seinem Gegner. Bei der ersten Aktion am Anfang der zweiten Runde stellte Malik seinen Gegner in dessen Ecke und kam mit einer schönen Rechten zur Schläfe durch, die Tarokj fällte. Sieger durch KO in Runde 2, nach 22 Sekunden.

Ebenfalls im Super Weltergewicht boxten Sebastian Tamm (3 Kämpfe, 2 Siege, 1 Niederlage, 1 durch KO) und Diyab Simon Dabschah (6 Kämpfe, 6 Siege, 6 durch KO) gegeneinander. Dabschah boxte lang, gerade und explosiv, aber mit angezogener Handbremse. In der zweiten Runde erhöhte er dann den Druck und stellte Tamm in dessen Ecke, aus der er ihn  nicht mehr rausließ. Er kam mehrfach gut zu Körper und Kopf durch und zwang Tamm zu Boden. Dieser stellte sich zwar noch einmal zum Kampf, aber eine Rechte zur Schläfe gefolgt von einem linken Körperhaken, zwang ihn erneut zu Boden. Da ließ er sich dann auszählen. Sieger durch KO in Runde 2, nach 1:04 Minuten: Diyab Simon Dabschah

Zum Schluss boxte der Lokalmatador Etem Bayramoglu zweimal im Cruisergewicht. Zuerst absolvierte er einen Kampf gegen Khaled Alhsayan, der sehr kurzfristig eingesprungen war. Der gebuchte und sich bereits auf der Anreise befindliche Gegner hatte erfahren, dass sein Vater verstorben war; daher fuhr er nach Hause zurück. Der Ersatzgegner erkrankte. Um seinem Publikum dennoch etwas für sein Geld zu bieten, machte er noch nach seinem Kampf einen Sparringskampf.

Der Kampf als selbst war kurz und einseitig. Bayramoglu war körperlich und technisch haushoch überlegen. Bayramoglu spielte mit seinem Gegner, poseste und verzichtete darauf zu schlagen, obwohl er die Möglichkeit dazu hatte. Damit demonstrierte er seine Überlegenheit. In der zweiten Runde machte er dann ein wenig mehr und Alhsayan ging zu Boden. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 39 Sekunden.

© Uwe Betker

Cologne Beatdown Nummer 4

leave a comment »

Das Cologne Beat Down ging am 05.05.2018 bereits in die vierte Runde. Es war eine der Kampfsportveranstaltungen im Rheinland, auf denen man gewesen sein musste. Diesmal gab es in der schönen E.S.V. Olympiahalle in Köln 19 Kämpfe zu sehen, 10 nach K1, 2 nach Amateurboxregeln und 7 Profiboxkämpfe.
Den Anfang bei den Profis machte Sunday John und Oualid Almajdoub (3 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) im Mittelgewicht mit einem Vierrunder. Almajdoub boxte und John, der Debütant, versuchte zu keilen. Immer wieder versuchte er mit überfallartigen Attacken zum Ziel zu gelangen. Meist aber lief er ins Leer oder wurde abgekontert. Almajdoub kreiste um seinen Gegner herum und setzte unaufgeregt seine Treffer. Ende der ersten Runde versuchte John ihn durch in die Seile zu schubsen. In der zweiten Runde wurde die Dominanz von Almajdoub größer. Bei John öffnete sich, nach einem rechten Cross, ein Cut über dem linken Auge. Am Ende der Runde wackelte er stark und nur der Gong verhinderte, dass er zu Boden ging. Der GBA Ringrichter Mustafa Erenay nahm ihn aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 3: Oualid Almajdoub.
Der Achtrunder im Super Weltergewicht zwischen Ziya Gökalp (18 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 17 Niederlagen, 12 durch KO) und Salahadin Simmou (5 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO) war kurz und heftig. Simmou trieb seinen Gegner vor sich her und stellte ihn immer wieder an den Seilen. Gökalp nahm die Schläge, bis er nicht mehr konnte, und ging auch nach harten Körpertreffern zu Boden. Zwei Mal wurde er angezählt, dann kam ein Handtuch geflogen. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:21 Minuten: Salahadin Simmou.
Im Anschluss stiegen Christian Kraszczynski (5 Kämpfe, 5 Niederlagen, 5 durch KO) und Yasir Malik (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) für eine Kräftemessen im Super Weltergewicht in den Ring. Der auf vier Runden angesetzte Kampf war noch schneller beendet als der vorangegangene. Kraszczynski versteckte sich hinter seiner Doppeldeckung und Malik bearbeite seinen Körper, was dieser nicht mochte. Zweimal ging er zu Boden, dann hatte sein Ecke Erbarmen und nahm ihn aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 1 nach 50 Sekunden: Yasir Malik
Den vierten Profikampf bestritten Dogan Kurnaz (17 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO, 14 Niederlagen, 13 durch KO) und Boris Deidenbach. In der Begegnung im Mittegewicht bestritt Deidenbach sein Profidebüt. Deidenbach boxte sehr abgeklärt. Er boxte schön eng durch die Mitte an und verteilte gut. Er trieb Kurnaz vor sich her. Dieser versteckte sich hinter seiner Doppeldeckung und versuchte wegzukommen. In der zweiten Runde erhöhte Deidenbach immer mehr den Druck und Kurnaz bekam entsprechend immer mehr Schwierigkeiten. Mitte der Runde signalisierte Kurnaz, er habe sich die Schulter verletzt. Zur dritten trat er dann nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 3: Boris Deidenbach.
Danach stiegen Mikheil Mosulishvili (18 Kämpfe, 6 Siege, 2 durch KO, 8 Niederlagen, 6 durch KO, 4 Unentschieden) und Ercan Tuncel (6 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO) für einen Sechsrunder im Mittelgewicht in den Ring. Tuncel besetzte die Ringmitte und trieb seinen Gegner mit seiner schönen Linken vor sich her. Mosulishvili lief weg und versuchte zwei oder drei Mal seinen Reichweitennachteil auszugleichen, indem er in den Gegner hinein sprang. Sonderlich von Erfolg gekrönt war das allerdings nicht. Ende der ersten Runde schien er nach einer harten Rechten zum Kopf einzuknicken. In der zweiten und dritten Runde erhöhte Tuncel der Druck, konnte aber Mosulishvili nicht lange genug stellen. Dabei hatte der gegen Ende der dritten Runde aber schon seine liebe Not, das Rundenende zu erreichen. Ende des vierten Durchgangs stellte Tuncel Mosulishvili in seiner Ecke und brachte ihn mit einer langen Kombination auf den Boden. In der fünften Runde nahm Tuncel das Tempo ein wenig raus. Mosulishvili lief weiter weg und versuchte zu überleben. Dennoch wurde er immer wieder gestellt. Bei einer der Kombinationen, die Mosulishvili nehmen musste, brach er sich die Nase, weshalb Ringrichter Erenay ihn aus dem Kampf nahm. Sieger durch TKO: Ercan Tuncel.

(C) Andreas Bornewaser

Den vorletzten Kampf bestritten Endrit Morina (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 4 durch KO) und René Oeffner (13 Kämpfe, 12 Siege, 8 durch KO, 1 Niederlage) im Super Mittelgewicht. Oeffner begann verhalten. Zwar trieb er Morina vor sich her, aber es gab nur wenige Aktionen. Die zweite Runde begann Morina furios, sein Schlaghagel verpuffte aber an der Deckung von Oeffner. Dann drehte dieser auf und jagte Morina vor sich her. Immer wieder wurde der gestellt und es schien nur noch eine Frage von Sekunden, bis Morina auf den Boden gehen würde. Es kam dann aber ein Handtuch geflogen, das Morina rettete. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 1:39 Minuten: René Oeffner.

(C) Andreas Bornewasser

Den Hauptkampf des Abends bestritt der Veranstalter Bihes Barakat (29 Kämpfe, 25 Siege, 21 durch KO, 2 Niederlagen, 1 Unentschieden) selber im Leichtgewicht. Er traf auf Giorgi Bliadze (13 Kämpfe, 7 Siege, 2 durch KO, 6 Niederlagen, 3 durch KO). Der Achtrunder begann schnell. Beide zeigten technisch gutes Boxen, Barakat machte den Kampf, aber Bliadze hielt dagegen. In der zweiten Runde wurde der Kampf zwar etwas langsamer, aber Barakat wurde dominanter. Anfang der dritten Runde machte Bliadze Faxen, die keinen amüsierten oder irritierten. Später gab es schöne Abtäusche, bei denen Bliadze eine Links-Rechts-Kombination zum Körper schlug und Barakat mit einem Kopftreffer durchkam. In der vierten Runde kam wie aus dem Nichts das plötzliche Ende. Barakat schlug einen harten und präzisen Leberhaken, der durchkam und Bliadze auf die Bretter schickte. Der kam dann auch nicht mehr hoch. Sieger durch KO in Runde 4, nach 34 Sekunden: Bihes Barkat.
(C) Uwe Betker

Ein Sonntagabend in Krefeld

leave a comment »

Die Baslar Eventlocation war wieder einmal Austragungsort einer Sonntagabendveranstaltung von Klaus Waschkewitz. Insgesamt gab es elf Kämpfe zu sehen: ein Sparringskampf, drei Kickboxkämpfe, zwei Amateurboxkämpfe und fünf Profiboxkämpfe.

Den Anfang bei den Profiboxern machten Nazme Kurteshi (3 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO) und Azad Dogru (18 Kämpfe, 18 Niederlagen, 18 durch KO). Es war ein Vierrunder im Halbschwergewicht. Kurteshi trieb Dogru vor sich her. Schon nach kurzer Zeit stellte er ihn in einer neutralen Ecke und Dogru ging nach einer Linken zum Kopf runter. Kurze Zeit später wurde er erneut angezählt, nachdem er ein weiteres Mal zu Boden gegangen war – wobei ich allerdings glaube gesehen zu haben, dass er sich freiwillig hingekniet hat. Kurze Zeit später wurde Dogru dann vom GBA Ringrichter Kornelius Bernds aus dem Kampf genommen, weil er wieder am Boden war. Diesmal war es Schlagwirkung. Drei Besuche am Boden waren wirklich genug. Sieger durch KO in der ersten Runde, nach 1:44 Minuten: Nazme Kurteshi.

Alpay Yaman (5 Kämpfe, 5 Siege, 3 durch KO) und Yesilat Berkta (45 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO, 39 Niederlagen, 24 durch KO) machten einen Sechsrunder im Mittelgewicht. Mit Doppeldeckung standen beide Boxer Fuß an Fuß und suchten die Lücke beim Anderen. Yaman kam mit den härteren Treffern durch. Insbesondere die Körpertreffer mochte Berkta nicht. Einer von ihnen brachte Berkta zu Boden. Gegen Ende der Runde zählte Ringrichter Jens-Uwe Baum ihn erneut an, nachdem Berkta in einen harten linken Kopfhaken rein gelaufen war. Zur zweiten Runde trat Berkta aufgrund eines Ohrtreffers, den er sich zu gezogen hatte, nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 2: Alpay Yaman.

Danach stiegen Emrullah Kaya (3 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO) und Vincenzo Anzalone (3 Kämpfe, 3 Niederlagen) für einen Vierrunder im Schwergicht in den Ring. Anzalone versuchte, die Ringmitte einzunehmen und mit Kontern und Schwingern zu punkten. Kaya versuchte, mit Schwingern eine Lücke zu finden. Kaya, ein Freund des Auslagenwechsels, drosch auf Anzalone zum Teil regelrecht ein, wodurch der aber kaum erschüttert war. In der vierten Runde sah es dann danach aus, als hätten einige der harten Kopftreffer Anzalone doch beeindruckt. Mehrfach wurde er gestellt, fiel aber nicht. Anzalone ist offensichtlich ein Schwergewichtler, der einfach nicht fällt. Sieger nach Punkten: Emrullah Kaya.

Badien Hasso (15 Kämpfe, 15 Siege, 8 durch KO) traf anschließend für einen Sechsrunder im Halbschwergewicht auf Aleksandar Jankovic (77 Kämpfe, 17 Siege, 11 durch KO, 60 Niederlagen, 40 durch KO). Hasso sah beeindruckend aus. Von Anfang an schien es nur eine nur eine Frage der Zeit zu sein, wann Jankovic KO gehen würde. Hasso verteilte gut, schlug schön zum Körper und zog mit Schlag- oder Führhand zum Kopf nach. Jankovic verschanzte sich hinter seiner Doppeldeckung und lief weg. In der zweiten Runde bot Hasso seinen Fans eine kleine Showeinlage, was die auch goutierten. Eine Rechte zur Schläfe zwang Jankovic in einer neutralen Ecke zu Boden. Kurze Zeit später zählte Ringrichter Bernds Jankovic erneut an. Auch dieses Mal hatte eine Rechte ihn zu Boden gezwungen. Dann kam auch schon ein Handtuch in den Ring geflogen und die ungleiche Begegnung fand ihr Ende. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 1:34 Minuten: Badien Hasso.

Den Hauptkampf des Abends bestritten Rami Ali (11 Kämpfe, 11 Siege, 10 durch KO) und Sinisa Kondic (9 Kämpfe, 5 Siege, 5 durch KO, 4 Niederlagen, 3 durch KO). Es war die Interimsweltmeisterschaft im Halbschwergewicht nach Version WBU. Es ging munter los. Beide Kontrahenten hatten ihre Momente. Ali brachte aber ein paar Hände mehr ins Ziel. In der zweiten Runde besetzte Kondic die Ringmitte. Er machte mehr und kam auch ein paar Mal durch. Ali versuchte mit Körperhaken die Deckung von Kondic runter zu ziehen, was ihm aber nicht gelang, In der dritten Runde kam Kondic mit Schlägen zum Kopf und Ali mit Schlägen zum Körper durch. Zu Beginn der vierten Runde ging Kondic dann überraschend nach Körperhaken in seiner eigenen Ecke runter. Bereits in der nächsten Situation ging er wieder auf die Bretter. Zwar kam ein Handtuch in den Ring geflogen, doch zu Recht zählte Ringrichter Goran Morawiec durch. Sieger durch KO in Runde 4 nach 54 Sekunden: Rami Ali.
Zu erwähnen ist noch, dass Rinsprecher Thomas Bielefeld einen gewohnt souveränen Job gemacht hat.
© Uwe Betker

Ein großer Abend in Essen

leave a comment »

Am 03.03.2018 war die Sporthalle am Hallo in Essen Austragungsort einer bemerkenswert guten Profiboxveranstaltung mit neun Profikämpfen. Der Promoter Björn Sothmann stellte seine zweite Veranstaltung auf die Beine.
Den Auftakt machten im Mittelgewicht Alexey Vib und Jalal El-Zein mit einem Vierrunder. Beide waren Debütanten; aber nur Vib sah man das auch an. El-Zein beherrschte die Ringmitte und trieb seinen Gegner vor sich her. Er hatte größte Schwierigkeiten, sich seiner Haut zu erwehren. Bald wurde er denn auch an den Seilen gestellt und ging nach einem Leberhaken runter. GBA Ringrichter Kornelius Bernds zählte ihn aus. Sieger durch KO in Runde 1, nach 1:50 Minute: Jalal El-Zein.
Im Super Mittelgewicht trafen sodann für einen Sechsrunder Azad Dogru (17 Kämpfe, 17 Niederlagen, 17 durch KO) und Vincenco Gualtieri (9 Kämpfe, 9 Siege, 4 durch KO) aufeinander. Gualtieri, der ein Jahr nicht geboxt hatte, spielte mit seinem Gegner nach Belieben. Er trieb ihn vor sich her und beschäftigte ihn mit der Führhand. Nur selten ließ er seine Schlaghand aufblitzen. Am Ende der Runde holte er ihn mit einem linken Körperhaken runter. Ringrichter Thomas Hackenberg zählte bis acht. Kurze Zeit später musste Dogru dann wieder nach einem Körperhaken runter. Dogru erreichte zwar noch mal die Rundenpause, trat aber zur nächsten Runde nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 2: Vincenco Gualtieri.
Danach stiegen Sebastian Tlatlik (13 Kämpfe, 13 Siege, 12 durch KO; 1 Niederlage, 1 durch KO) und Sergej Vib (19 Kämpfe, 10 Siege, 7 durch KO, 9 Niederlagen, 7 durch KO) für einen Zehnrunder in den Ring. Es ging um die Internationale Deutsche Meisterschaft der GBA im Leichtgewicht. Der Herausforderer Tlatlik machte den Kampf. Er trieb Vib vor sich her und bestimmte mit seiner Führhand den Rhythmus. Nur selten schlug er eine Rechte, die vor allem zum Körper ging und die meist ihr Ziel traf. Am Ende der zweiten Runde ging Vib zu Boden und wurde von Ringrichter Arno Pockrandt angezählt, nachdem er eine Rechte zum Hals nehmen musste, etwas, was nur sehr selten zu sehen ist. In der nächsten Runde erhöhte Tlatlik den Druck. Schon nach kurzer Zeit, hatte er Vib in dessen eigenen Ecke gestellt und kam mit einer Rechten zum Kinn durch, die Vib zu Boden brachte. Er kam zwar noch mal hoch, wackelte aber nach, so dass es nur richtig war, dass Pockrandt ihn auszählte. Sieger durch KO in Runde 3, 1:05 Minuten: Sebastian Tlatlik.
Im Halbschwergewicht maßen Mirko Figge und Michael Erdinc (3 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 1 Unentschieden) in einem Vierrunder ihre Kräfte. Erdinc stand vier Jahren nicht mehr im Ring. Trotzdem dominierte er den Kampf. Er trieb mit seinen harten Schlägen seinen Gegner, eine Debütanten, vor sich her, der sich kaum seiner Haut erwehren konnte. In der zweiten Runde machte Erdinc noch mehr Druck. Eine Rechte zur Schläfe zwang Figge in seiner Ecke zu Boden. Ringrichter Roman Morawiec zählte bis acht. In der dritten Runde musste Figge erneut nach einer Rechten zur Schläfe zu Boden. Diese Szene wiederholte sich wenig später noch mal. Figge gab auf. Sieger durch TKO in Runde 3: Michael Erdinc.
Den fünften Kampf des Abend bestritten Mesud Guenay (9 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 8 Niederlagen, 2 durch KO) und René Oeffner (12 Kämpfe, 11 Siege, 8 durch KO, 1 Niederlage) im Super Mittelgewicht. Oeffner dominierte den Kampf. Er boxte eng und ließ seine rechte Führhand herausfliegen. In der zweiten Runde machte er dann mehr, zeigte aber nur selten seine Schlaghand. Ab der dritten Runde nahm Oeffner dann seine Schlaghand mit und stellte Guenay mehrfach in einer Ecke. In der fünften Runde fing Guenay an zu nehmen. Immer wieder wurde er in einer Ecke gestellt und nahm. Oeffner verteilte gut. In der sechsten Runde ging Oeffner auf KO, der aber nicht kam. Einstimmiger Punktsieger: René Oeffner.

(C) Ania Pospiech

Hiernach stiegen Oleg Harder (4 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 3 Niederlagen, 1 durch KO) und Akmal Gertsen (8 Kämpfe, 7 Siege, 6 durch KO, 1 Niederlage) für einen Vierrunder im Mittelgewicht in den Ring. Gertsen machte von der ersten Sekunde an Druck und trieb Harder vor sich her. Ein KO lag in der Luft. In der zweiten Runde gab es mehr Schlagabtäusche, wobei Gertsen ein bis zwei Hände mehr ins Ziel brachte. In der dritten Runde wollte Gertsen den KO zu sehr und verlor dadurch ein wenig die boxerische Linie. In der vierten Runde versuchte Harder nun den Kampf zu machen. Dadurch wurde der Kampf munterer. Beide Boxer zeigten gutes Boxen. Einstimmiger Sieger nach Punkten: Akmal Gertsen.
Im Schwergewicht stiegen Shelkim Ademaj (2 Kämpfe, 2 Niederlagen) und Paul Zummach (2 Kämpfe, 2 Siege) für einen Vierrunder in den Ring. Der Kampf war ausgesprochen munter und wogte hin und her. Es gab viele Schlagabtäusche. Beide schenkten sich nichts. Zummach versuchte lang zu boxen, um dann seine Treffer zu landen. Ademaj konterte und schlug Haken. Einstimmiger Sieger nach Punkten: Paul Zummach.
Der letzte Kampf vor dem Hauptkampf war auf sechs Runden angesetzt. Er wurde von Endrit Morina (3 Kämpfe, 3 Niederlagen, 3 durch KO) und Timo Rost (3 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO) im Super Mittelgewicht bestritten. Rost machte den Kampf und er wollte den KO. Kontinuierlich erhöhte er den Druck. Immer wieder kam er mit harten Treffern zu Körper und Kopf durch. In der zweiten Runde konnte Morina dem Druck kaum noch etwas entgegen setzten und nahm mehr und mehr Schläge. Dann flog ein Handtuch in den Ring: Sieger durch TKO in Runde 2 nach 45 Sekunden: Timo Rost.
Als Showact trat der lokale Rapper Pedaz auf, der ein Lied für Patrick Korte geschrieben hatte, das an diesem Abend seine Premiere hatte. Patrick Korte (13 Kämpfe, 12 Siege, 10 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) bestritt auch den Hauptkampf, u.z. gegen Andrei Mazanik (21 Kämpfe, 13 Siege, 10 durch KO; 9 Niederlagen, 8 durch KO). Der auf zehn Runden angesetzte Kampf wurde als Internationale Deutsche Meisterschaft im Schwergewicht GBA angesetzt. Mazanik, der in seinem letzten Kampf gegen Manuel Charr sieben Runde durchgehalten hatte, sollte der erste harte Prüfstein für Korte sein. Der Kampf wurde von der ersten Sekunde an sehr intensiv geführt. Korte ging ein extrem hohes Tempo und versuchte seinen Gegner zu überrollen. Immer wieder kam er mit seinen rechten Haken zum Kopf durch. Das Publikum glaubte an einen vorzeitigen Sieg seines Helden. In der zweiten Runde konterte Mazanik dann aber den ausgepowerten Korte ab. Korte nahm Schlag um Schlag und sank in einer neutralen Ecke zu Boden. Ringrichter Pockrandt zählte bis acht und gab den Kampf wieder frei. Mazanik ließ Korte keine Chance. Kurze Zeit später ging er erneut zu Boden. Sieger durch KO in der Runde 2, nach 1:35 Minuten: Andrei Mazanik.
Die Zuschauer in der Sporthalle am Hallo in Essen sahen eine gute Profiboxveranstaltung, sie sahen aber nicht ihren Lokalmatadoren Patrick Korte gewinnen. Korte ging ganz einfach zu überhastet ans Werk. Man darf gespannt sein, wie die Entwicklung von Korte weiter geht.
(C) Uwe Betker

Mindener Nächte sind lang

leave a comment »

In Minden stellte am 03.02.2018 Christoph Gresfoerder (Flügelmann Sportspromotion) eine schöne, aber sehr lange Veranstaltung auf die Beine. In der ziemlich gut gefüllten Kampa Halle gab es insgesamt 16 Kämpfe zu sehen, wovon sieben nach den K1 Regeln geführt wurden. Der Rest waren Profiboxkämpfe, wobei hier ein Schwergewichtsturnier à la „Bigger, Better“ enthalten war.
Es begann mit einem Profiboxkampf über 6 Runden zwischen Shokran Parwani (10 Kämpfe, 9 Siege, 8 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) gegen Vojtech Koncitik (9 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO; 6 Niederlagen, 5 durch KO). Der Rechtsausleger Parwani bestimmte den Kampf. Er boxte lang und überlegen. In der Mitte der ersten Runde stellte er seinen Gegner an den Seilen und deckte ihn ein. Nach einem rechten Haken zur Schläfe musste der dann auch runter und wurde vom umsichtig agierenden GBA Ringrichter Cornelius Bernds angezählt. Koncitik kam zwar wieder hoch, musste aber bereits nach der nächsten Kombination erneut zu Boden. Bernds zählte den stehenden, aber nicht mehr kampffähigen Koncitik aus. Sieger durch KO in Runde 1, nach 2:35 Minuten: Shokran Parwani.

Es folgte ein Achtrunder im Super Weltergewicht zwischen Yaser Yüksel (6 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO) und Ziya Gökalp (16 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 15 Niederlagen, 11 durch KO). Beide Boxer begannen verhalten. Es gab nur wenige Aktionen und nur selten fand eine einzelne Hand ihr Ziel. Die zweite Runde war etwas munterer, wobei der Kampf von beider guten Technik und gutem Auge gekennzeichnet war. Viele Aktionen wurden, noch bevor sie stattfanden, vom Gegner schon vorhergesehen. Mitte des dritten Durchgangs fing Yüksel Gökalp mit einer Rechten zum Kopf ab, die diesen leicht einknicken ließ. Danach spielte Yüksel nur noch mit seinem Gegner. Die nächste Runde begann Gökalp ungestüm, aber nach kurzer Zeit besannen beide sich wieder auf gutes technisches Boxen. In der fünften Runde gab es wieder mehr Aktionen. In der sechsten Runde versuchte Gökalp mit Schwingern zum Ziel zu kommen, die allerdings nicht ihr Ziel trafen. In der siebten Runde machte Yüksel mehr Druck und Gökalp baute konditionell ab. Gökalp versuchte dann noch, durch einen Auslagenwechsel seinen Gegner zu irritieren; das funktionierte jedoch nicht. Er nahm mehr und mehr Schläge. Auf einen Ruf aus dem Publikum „Boxe!“ erwiderte er: „Keine Luft“: Zum Pausengong brachte er noch einen Schwinger, wobei er von seinem eigenen Schwung zu Boden ging. In der achten Runde blieb Yüksel am Mann dran und suchte den KO, der aber nicht kam. Punktsieger (78:74): Yaser Yüksel.

Im Halbschwergewicht traf Armenak Havhannisyan (3 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO) auf Emin Karimli, der sein Profidebüt gab. Es war ein ausgesprochen munteres Aufeinadertreffen. Beide suchten den Schlagabtausch und fanden ihn auch. Havhannisyan, der bessere und erfahrenere Boxer, hatte es nicht leicht, den unorthodox agierenden und boxenden Karimli zu beherrschen. In der dritten Runde stellte er ihn zwar in einer Ecke und kam mit einer Rechten gut durch, die Karimli auch erschütterte, aber er schaffte es nicht, ihn zu finishen. Ich muss gestehen, mein Herz schlug für den Außenseiter und ich war froh, als er den Schlussgong erreichte. Sieger nach Punkten (40:36): Armenak Havhannisyan.

Im Anschluss startete die erste Runde des Schwergewichtsboxturniers. Als erstes traf der Debütant Frederik Kretschmer auf Muhammed Ali Durmaz (37 Kämpfe, 10 Siege, 9 durch KO, 26 Niederlagen, 23 durch KO). Der Rechtsausleger Kretschmer übernahm weitestgehend das Kommando im Ring. Er trieb Durmaz vor sich her und versuchte es mit Rechts-Links-Kombinationen. Durmaz beschränkte sich eher auf Konter und war damit zu passiv, um nur eine Runde gewinnen zu können. Ende der vierten Runde wurde er sogar von Ringrichter Kazim Kurnaz, der sonst nichts zu tun hatte, angezählt. Er war in seiner eigenen Ecke gestellt worden und musste nach einer längeren Kombination auf die Bretter. Sieger nach Punkten (40:35): Frederik Kretschmer.

Ebenfalls im Schwergewicht traf Vincenzo Anzalone (2 Kämpfe, 2 Niederlagen) auf den Debütanten Arnold Kasongo. Kasongo bestimmte die erste Runde. Mit seiner Linken hielt er sich seinen kleineren Gegner vom Hals und bereitete seine Rechte vor, die auch immer wieder ihr Ziel fand. In der zweiten Runde setzte er seine Linke weniger ein, wodurch Anzalone an ihm herkam und ihn seinerseits mit Schwingern eindeckte. Die dritte Runde gestaltete sich als recht muntere und unterhaltsame Keilerei. Am Ende der Runde wackelte Anzalone sichtlich, aber zu Boden ging er nicht. In der letzten Runde waren beide Boxer mit ihrer Kraft am Ende, sie konnten nicht mehr Aber für ein Tänzchen von Anzalone und die Andeutung eines Bolapunchs von Kasongo und einen gemeinsamen Tanz reichte es dann doch noch. Punksieger (40:36): Arnold Kasongo.
Damit standen die Teilnehmer des Turnierfinales fest: Frederik Kretschmer und Arnold Kasongo.

Hiernach traf der Jubilar Suleyman Dag (100 Kämpfe, 10 Siege, 5 durch KO; 90 Niederlagen, 62 durch KO) im Halbschwergewicht auf Selim Sarialioglu (16 Kämpfe, 7 Siege, 7 durch KO, 9 Niederlagen, 9 durch KO). Dag bestritt seinen einhundertsten Profiboxkampf, in dem er dann auch genau das machte, was er immer machte: Er versuchte zu überleben, seinen Gegner mit unerwarteten Aktionen zu ärgern und möglichst wenig abzubekommen. Sarialioglu seinerseits versuchte Dag KO zu hauen. In der dritten Runde stellte er Dag in seiner Ecke und kam mit zwei Volltreffern durch. Cornelius Bernds zählte Dag an. Kurze Zeit später wiederholte sich die Szene an gleicher Stelle, nur mit dem Unterschied, dass Dag mehr nehmen musste. Bernds ging dazwischen und brach den Kampf ab. Sieger durch TKO in Runde 3, nach 2:10 Minuten; Selim Sarialioglu .

Im Mittelgewicht boxten Oleg Harder (3 Kämpfe, 1 Sieg, 2 Niederlagen, 1 durch KO) und Dogan Kurnaz (16 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO, 13 Niederlagen, 12 durch KO) gegeneinander. Harder versuchte Kurnaz zu stellen und ihn KO zu schlagen. Kurnaz versuchte Harders Kampf kaputt zu machen, indem er um ihn herum tanzte und mit schnellen Händen ärgerte. In der dritten Runde bekam Kurnaz leichte Konditionsprobleme, wodurch er häufiger gestellt wurde und mehr kassierte. Anfang der vierten Runde wurde Kurnaz von Ringrichter Bernds angezählt. Ein Ausrutscher mit gleichzeitigem Schlag hatte ihn zu Boden gebracht. Hierdurch wurde die Runde sehr munter, weil Kurnaz mehr machte. Zur fünften Runde trat er dann nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 5: Oleg Harder.
Ebenfalls im Mittelgewicht trafen Besir Ay (8 Kämpfe, 7 Siege, 3 durch KO, 1 Niederlage) und Recepagy Emir, ein Debütant, für einen Vierrunder aufeinander. Ay dominierte den Kampf. Er nutzte seinen Reichweitenvorteil und verteilte gut. Mehrfach stellte er Emir, der seine liebe Müh und Not hatte zu überleben. In der zweiten Runde konnte Emir dann auch manchmal kontern. In der dritten und vierten Runde wurde Ay wieder stärker und Emir musste viele Treffer nehmen. Punktsieger (40:36): Besir Ay.

Den Abschlusskampf bei den Profis, der schließlich am Sonntag um 01:45 Uhr begann, bildete das Turnierfinale im Schwergewicht zwischen Frederik Kretschmer und Arnold Kasongo. Kretschmer kam schneller in den Kampf. Obwohl kleiner, nutzte er seine Schnelligkeit, um in der Halbdistanz zu explodieren. Obwohl Kasongo in der zweiten Hälfte besser boxte, machte er aber doch mit seiner Linken zu wenig. Die zweite Runde war ausgeglichen, wobei Kretschmer am Ende der Runde Probleme hatte. Der dritte und vierte Durchgang gehörten dann wieder Kretschmer. Kasongo machte zu wenig. Punktsieger (37:39): Frederik Kretschmer.

Die Zutaten für eine richtig gute Kampfsportveranstaltung sind gefunden: muntere KI-Kämpfe, unterhaltsame Profiboxkämpfe und ein Profiboxturnier, eventuell im Schwergewicht. Die Kampa Halle ist schön. Man kann nur hoffen, dass Flügelmann Sportspromotion weiter Profiboxkämpfe zeigt. Ich würde mir nur wünschen, beim nächsten Mal 02:00 Uhr morgens aus der Halle zu kommen.
Die Veranstaltung ist über die Facebook-Seite von Boxwelt als Lifestream übertragen worden. Obwohl hierfür keine Werbung gemacht wurde, gab es immerhin 22.200 Aufrufe in der Summe: Dabei gab es die Konkurrenz von mehreren andern Boxveranstaltungen, die im Fernsehen gezeigt wurden.
(C) Uwe Betker

Profiboxen in Voerendaal – Quintessens des Boxens

with one comment

Die Veranstaltungen von Patrick Driessen sind immer eine Reise wert. Hier gibt es immer gutes Boxen zu sehen. Diesmal war jedoch etwas anders. Diesmal nämlich waren im Zaalencentrum in De Borenburg in Voerendaal bei Heerlen 17 Amateurkämpfe und nur 2 Profikämpfe zu sehen. Diese beiden Profikämpfe waren allerdings so etwas wie die Quintessenz des Boxens: eine brutale Ringschlacht und ein Fechten mit der Faust.
Den Anfang bei den Profis machten im Weltergewicht Bo Delbressine, der sein Profidebüt gab, und Bryan Nisia (2 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO) mit einem Vierrunder. Von der ersten Sekunde an war es eine harte Ringschlacht, bei der sich die Kontrahenten nichts schenkten, vor allem keine Ruhe. Nisia boxte unorthodox. Er verzichtete weitestgehend auf seine Deckung, schlug aus allen Positionen und verließ sich auf seine Reflexe und Meidbewegungen. Delbressine boxte hinter einer Doppeldeckung, suchte aber auch den Schlagabtausch. Und davon gab es dann auch wirklich viel zu sehen. In der zweiten Runde kam Nisia immer häufiger mit seinen Schlägen durch. Delbressine nahm viele und harte Treffer. Es sah auch schon danach aus, als würde er runter gehen, er machte es aber nicht. Stattdessen kam er selbst mit harten Treffern durch, die Nisia erschütterten. Zu Anfang der dritten Runde konnte Delbressine mehrfach Körperhaken anbringen. Es sah sogar schon danach aus, dass er den Kampf für sich entscheiden könnte. Dann aber kam wieder Nisia. Er erhöhte den Druck und Delbressine musste wieder mehr und mehr nehmen. Schließlich traf ihn eine harte Linke zur Schläfe und er drehte sich wie eine Schraube, während er zu Boden sank. Er wurde angezählt, kam schwankend wieder hoch. Der gute Ringrichter Gerard Steifzand nahm ihn jedoch aus dem Kampf, weil er Delbressine nicht mehr als kampffähig einschätzte.
Sieger durch TKO in Runde 3 nach 2:25 Minuten: Bryan Nisia.
Der Hauptkampf des Abends war die Beneluxmeisterschaft im Cruisergewicht zwischen Ricardo Snijders (11 Kämpfe, 11 Siege, 2 durch KO) und Erik Nazaryan (48 Kämpfe, 24 Siege, 18 durch KO, 19 Niederlagen, 2 durch KO, 1 Unentschieden). Beide Kontrahenten zeigten gutes technisches Boxen, allerdings in unterschiedlicher Ausführung. Snijders war erheblich größer als Nazaryan und hatte dementsprechend mehr Reichweite. Er boxte überlegt und kreiste langsam um seinen Gegner herum. Er agierte hinter einer kompakten Doppeldeckung und versuchte, seine Führhand zu etablieren, um seinen Reichweitenvorteil zu nutzen. Nazaryan versuchte, an Snijders heranzukommen, um dann seine Haken ins Ziel zu bringen. Seine Deckung war auch gut. In der zweiten Runde wurde der Kampf etwas munterer. Snijders verteilte gut, was Nazaryan dazu verleitete, gestenreich darauf hinzuweisen, dass die Schläge ihm nichts anhaben könnten. Er forderte Snijders auf, ihn doch anzugreifen. Snijders reagierte auf die Provokationen nicht – nur Ringrichter Toni Tiberi. Der ermahnte Nazaryan, die Faxen zu lassen. In der dritten Runde trieb Snijders Nazaryan kontrolliert vor sich her, ohne zu überhasten. In der vierten Runde erhöhte Snijders den Druck und trieb Nazaryan an den Seilen entlang. Dann öffnete sich ein böser Cut unter der linken Braue, auf dem Lid, von Nazaryan und der Kampf wurde gestoppt. Sieger durch TKO in Runde 4, nach 1:45 Minuten: Ricardo Snijders. – Eine bemerkenswert souveräne Leistung.
Die Veranstaltung in Heerlen war klein, aber fein. Sie stellte einen tollen Start in die neue Boxsaison dar. Es gab zwar nur zwei Profiboxkämpfe zu sehen, nachdem sich geplante Kämpfe zerschlagen hatten, weil sich die Boxer verletzt hatten. Zum Ausgleich boten gerade diese beiden Kämpfe aber die komplette Spannbreite des Boxens.
© Uwe Betker

Vorweihnachtliches Boxen in Düren

leave a comment »

Kurz vor Weihnachten, am 16.12.2017, war es die Rurtalhalle in Lendersdorf/Düren, wo man als Freund des gepflegten Kampfsports gewesen sein sollte. Baktash Saidi hatte eine schöne Veranstaltung auf die Beine gestellt. Es gab insgesamt 21 Kämpfe zu sehen, 8 K1-Kämpfe, 10 Amateurboxkämpfe und 3 Profiboxkämpfe. Den Anfang machten zwei K1-Kämpfer, die beide nur knapp die Höhe des zweiten Seils erreichten. Einer von diesen beiden war der Sohn des Veranstalters. Nach drei mal einer Minute gab es ein gerechtes Unentschieden.

Den Anfang bei den Boxprofis machten im Super Mittelgewicht Alpay Yaman und Mesud Guenay (6 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 5 Niederlagen, 1 durch KO) mit einem Vierrunder. Yaman schob sich, hinter einer Doppeldeckung verschanzt, heran und versuchte zu explodieren. Guenay, ein Schützling von Yusuf Kanguel
versuchte, dagegen seinen Reichweitenvorteil auszuspielen und sich seinen Gegner durch lange Hände und schnelle Beine vom Hals zu halten. Das machte er auch ziemlich gut. Yaman kam nur ganz selten mit seinem Jab durch. In der zweiten Runde erhöhte er dann den Druck. Es kam so auch zu mehr Schlagabtäuschen und Yaman kam nun auch mehrfach schön zum Kopf durch. In der dritten Runde ließ der Druck von Yaman wieder etwas nach, wodurch Guenay wieder besser mit seinen langen Händen punkten konnte. In der vierten Runde suchte Guenay den KO, den er allerdings nicht erreichte. Für meinen Geschmack ging er viel zu wenig zum Körper. Der GBA Ring- und Punktrichter Kazim Kurnaz wertete 40:37. „Einstimmiger“ Punktsieger: Alpay Yaman. – Ich haber den Kampf eher als Unentschieden gesehen.
Anschließend stiegen ebenfalls im Super Mittelgewicht Timo Rost (2 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO) und Mohamed Boulahya (8 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 6 Niederlagen, 3 durch KO, 1 Unentschieden) für einen Sechsrunder in den Ring. Die erste Runde, wie auch alle folgenden Runden, wurde extrem schnell und hart geführt. Boulahya machte Druck und versuchte Wirkungstreffer ins Ziel zu bringen. Rost war schnell auf den Beinen und ließ ihn oft in Leere laufen. Es gab nur wenige Treffer. In der zweiten Runde übernahm Rost das Kommando im Ring. Er bestimmte das Kampfgeschehen. Am Ende der Runde stellte er Boulahya in dessen Ecke und kam mit drei harten rechten Kopfhaken durch. In der dritten Runde gab es mehr harte Schlagabtäusche. In der folgenden vierten Runde nahm Rost, der Mann von Trainer Rüdiger May, die Jagd auf. Nach ca. einer Minute sah es so aus, als würde Boulahya nach einer Kombination zum Kopf einknicken und am Ende der Runde wurde ihm ein Punkt wegen Haltens abgezogen. In der fünften Runde tanzte Timo um Boulahya und punktete immer wieder mit Kontern. In der sechsten Runde wurde der Kampf etwas ruppig. Beide suchten den KO. Die Punktwertung: 57:56. Sieger nach Punkten Timo Rost.
Den letzten Kampf des Abends bestritt der Veranstalter Baktash Saidi (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) selbst. Er boxte im Super Weltergewicht gegen Suleyman Dag (99 Kämpfe, 10 Siege, 5 durch KO, 89 Niederlagen, 61 durch KO), der ganz kurzfristig für den erkrankten Ersatzgegner eingesprungen war. Dag versuchte zu kreisen und zum Körper zu gehen. Baktash wartete zunächst ab, um dann zum Körper zu gehen. Er spielte mit Dag. In der zweiten Runde machte Saidi mehr Druck. Er ging mehr zum Körper und bewegte sich schneller. In der dritten Runde kam dann das erwartete Ende. Dag musste erst nach einer Linken zum Körper und dann nach einer rechten Graden zum Solarplexus zu Boden. Das Handtuch beendete dann den Kampf. Sieger durch TKO in Runde 3, nach 1:57 Minuten: Baktash Saidi.
Die Rurtalhalle in Lendersdorf/Düren war Austragungsort für eine kleine und schöne vorweihnachtliche Kampfsportveranstaltung. Es gab keine Geschenke, dafür aber Schläge. Dem Publikum gefiel es und am Ende wurden auch keine Weihnachtslieder gesungen.
(C) Uwe Betker