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Zwei Profiboxkämpfe in Wiehl

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Das Storm FC X füllte am 04. November 2017 die Wiehltalhalle in Wiehl. Wer wollte, konnte ab Mittag Kampfsport sehen. Ab 14 Uhr flogen Fäuste und Füße. In der ersten Hälfte gab es 19 Kämpfe zu sehen. Und ab 18 Uhr gab es erneut 19 Kämpfe zu sehen.
Leider fiel der Kampf, auf den ich mich am meisten gefreut hatte, aus. Im Mittelgewicht sollten Sergej Wotschel (7 Kämpfe, 4 Siege, 2 durch KO, 2 Niederlagen, 1 Unentschieden) und Melving Wassing (10 Kämpfe, 4 Siege, 2 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO, 4 Unentschieden) erneut gegeneinander boxen. Wassing aber hatte sich verletzt und konnte nicht boxen. Diese Ansetzung bezog für mich ihre Brisanz aus der Tatsache, dass Wotschel sein Profidebüt gegen Wassing bestritten hatte und damals ein Unentschieden erreicht hatte. Wassing hatte zu jenem Zeitpunk immerhin bereits 8 Kämpfe bestritten. Und der Kampf fand in den Niederlanden statt! – Man kann nur hoffen, dass der Kampf noch nachgeholt wird. Wassing war auch nach Wiehl gekommen, um beim Publikum persönlich um Nachsicht für sein Nichtkämpfen zu bitten. Da auch noch ein weiterer Profiboxkampf ausfiel, gab es dann nur noch zwei Profiboxkämpfe zu sehen.

Den ersten bestritten im Schwergewicht Tony Attallah und Robert Fillipovic (8 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO, 4 Niederlagen, 2 durch KO). Der Kampf wurde hart und hektisch geführt. Der Routinier Fillipovic zeigte kein Interesse daran, Ruhe hinein zu bringen. Viele Schwinger, viel Klammern und Schieben und mehrere Hinterkopfschläge von Fillipovic waren zu sehen, der dafür auch einmal ermahnt wurde. In der zweiten Runde machte der Debütant Attallah mehr Druck. Er kam mehrfach durch mit Links-Rechts-Kombinationen zum Kopf. Gleichwohl war die Runde verfahren. Die dritte und vierte Runde wurden noch härter, vor allem verbissener, aber technisch nicht besser geführt. Attallah suchte den KO und Fillipovic wehrte sich. Am Ende stand ein knapper Punktsieg für Tony Attallah. Robert Fillipovic sah es als seine Pflicht an, nach der Urteilsverkündung sofort empört den Ring zu verlassen.
Es folgte eine Pro Amateur DKKO Deutsche Meisterschaft im Superweltergewicht zwischen Rene Lawrenz und Dustin Amman, welche Dustin Amman durch KO in Runde 2 gewann. Bemerkenswert bei diesem Kampf war, dass Amman nach der Siegerehrung einen Salto rückwärts mit Drehung machte. Boxerisch war der Kampf aber auch schon besser als der vorangegangene.

Den Hauptkampf des Abends bestritten im Cruisergewicht Zoltan Petranyi (79 Kämpfe, 55 Siege, 18 durch KO, 23 Niederlagen 16 durch KO) und Roman Golovashchenko (20 Kämpfe, 19 Siege, 17 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO). Golovashchenko boxte technisch gut. Er schlug schöne gerade und harte Links-Rechts-Kombinationen durch die Mitte. Er verteilte schön zum Körper. Petranyi fand sich in der ersten Runde zweimal am Boden wieder – jeweils nach Ausrutschern. Gleichwohl stellte sich die Frage: Wie lange kann Petranyi den Druck aushalten. Zu Anfang der zweiten Runde ging er dann nach einem rechten Körpertreffer zu Boden und wurde von dem GBA Ringrichter Kazim Kuranz, der insgesamt einen ruhigen Abend hatte, angezählt. In der Folgezeit brachte Golovashchenko Petranyi immer wieder in Bedrängnis. Aber er widerstand – noch. Mitte der dritten Runde fällte ihn dann schließlich ein harter linker Haken gefolgt von einem rechten Haken zum Kopf. Petranyi wurde ausgezählt. Sieger durch KO in Runde 3, nach 1:20 Minuten: Roman Golovashchenko.

Insgesamt gab es viel guten Kampfsport zu sehen: Boxen, Kickboxen, Thaiboxen, MMA und Profiboxen, darunter auch Titelkämpfe. Hinzu kamen Go-Go-Girls, eine Präsentation von Selbstverteidigung.
Aus dem Vorprogramm sind noch zwei Kickboxkämpfe von Frauen besonders zu erwähnen (Henriette Mathieu vs. Cristine Breuer und Chrisoula Mirtsou vs. Maike Sieberg), die beide besonders gut und hart umkämpft waren.
Hoffen wir, dass der Veranstalter Dirk Schwarz bald wieder eine Show auf die Beine stellt, mit hoffentlich mehr Profiboxen.
(C) Uwe Betker

Boxen auf dem Fußballplatz

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Boxveranstaltungen auf Fußballplätzen kennt man eigentlich aus den zwanziger und fünfziger Jahren. Aber Björn Sothmann wählte für seine erste Veranstaltung einen Aschenplatz in Essen. Die Veranstaltung stand unter keinem guten Stern oder besser gesagt unter keinen guten Wolken. Denn bis kurz vor dem Beginn regnete es. Da aber im Vorverkauf bereits fast alle Eintrittskarten verkauft worden waren, stand dem Beginn der Show nichts im Wege. Das Problem war nur der Weg an den Ring und zu den Stühlen. Es war matschig.
Den Anfang machten zwei weibliche Debütantinnen im Super Leichtgewicht, Susan Kolukisa und Maike Sieberger. Kolukisa begann gut, verlor aber nach 30 Sekunden die Linie und Sieberger punkte mit der Führhand. In der zweiten Runde war Kolukisa wieder stärker, sie schob sich an ihre Gegnerin ran und brachte einige gute und harte Hände ins Ziel. Die dritte Runde war fast ausgeglichen und es gab viele Schlagabtausche. In der vierten Runde begann Kolukisa stark und stellte Sieberger in einer neutralen Ecke und deckte sie ein. Hiernach wogte der Kampf hin und her. Am Ende stand ein Unentschieden.

Es folgte ein Kampf im Schwergewicht zwischen Hasan Kurnaz (7 Kämpfe, 4 Siege, 4 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO) und Rojhat Bilgetekin (17 Kämpfe, 8 Siege, 8 durch KO, 9 Niederlagen, 8 durch KO). Kurnaz bestimmte weitest gehend den Kampf. Er hatte seine besten Momente, wenn er mit seiner Linken zum Körper ging. Bilgetekin beherrschte im zweiten Durchgang die Ringmitte und hatte seine Momente, wenn er eine Links-rechts-Kombination schlug. In der dritten Runde drehte Kurnaz auf. Er stellte Bilgetekin in dessen eigener Ecke und deckte ihn mit Kombinationen ein. Kaum war dieser aus der Ecke heraus, wurde er erneut an den Seilen gestellt und ging nach vielen Schlägen und vor allem einen einem Linken Kopfhaken zu Boden. Er wurde von GBA Ringrichter Roman Morawiec angezählt. Er stellte sich wieder, aber er wurde direkt wieder gestellt und musste nach einem rechten Kopfhaken wieder zu Boden. Während er angezählt wurde signalisierte er, dass er nicht mehr wolle. Sein Trainier reagierte und warf das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 3 nach 50 Sekunden: Hasan Kurnaz.


Hiernach gab es den ersten Titelkampf des Abends. Sandro Lütke Bordewick (13 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO, 7 Niederlagen, 6 durch KO) und Sergej Vib (16 Kämpfe, 8 Siege, 5 durch KO, 8 Niederlagen, 6 durch KO) boxten die vakante Deutsche Meisterschaft im Leichtgewicht der German Boxing Association aus. Von der ersten Sekunde an, wurde der Kampf verbissen und hart geführt. Bordewick versuchte seinen Reichweitenvorteil zu nutzen, was ihm aber nicht gelang. Vib brachte die härteren Treffer ins Ziel. Immer wieder kam er mit dem Rechten Cross durch. Schon nach der ersten Runde sah es so aus, als ob Bordewick Konditionsproblem hätte. Ab der zweiten Runde versuchte Bordewick nur noch ganz selten lang zu boxen. Oft machte er sich klein, boxte nicht an und versuchte Haken zu schlagen, weshalb er immer mehr Schläge kassierte. In der Ringpause nach der zweiten runde wollte sein Trainer ihn schon aus dem Kampf nehmen, wenn er nicht mehr und besser boxen würde. Die dritte und vierte Runde war etwas verhaltener, aber Bordewick bekam dennoch weiter Prügel. Anfang der fünften Runde hatte er seine beste Szene, als er Vib in dessen eigener Ecke stellte. Aber nahezu alle Schläge trafen nur die Deckung. Im siebten Durchgang war nicht mehr zu übersehen, dass Bordewick tapferer ist, als für seine Gesundheit zuträglich. Irgendwann signalisierte er dann endlich seiner Ecke, dass er genug hat. Ein Handtuch flog. Sieger durch TKO in Runde 7 nach 2:35: Sergej Vib.


Den sportlichen Hauptkampf des Abends bestritten zwei Frauen, Özlem Sahin (25 Kämpfe, 23 Siege, 7 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) und Sandy Coget (16 Kämpfe, 9 Siege, 6 Niederlagen, 1 Unentschieden). Dabei ging es um den WM Titel der UBO, Universal Boxing Organization, und dem Intercontinentaltitel der WBF von Sahin. In der ersten runde beherrschte Sahin, wie weitestgehend im ganzen Kampf, die Ringmitte und trieb Coget vor sich her und sammelte ihre Punkte. Coget wich zurück und versuchte gar nicht ihren erheblichen Reichweitenvorteil zu nutzen. In der zweiten Runde machte sie dann mehr, wodurch die Runde ausgeglichener war. In der dritten Runde erwischte Sahin Coget mit einer Rechten, als sie außer Balance war, wodurch diese dann sich auf dem Ringboden wieder fand. Der Ringrichter Thomas Hackenberg zählte bis acht. Die folgende Runde war hart umkämpft, wobei Sahin am Ende die klareren Treffer in Ziel brachte. Die sechste Runde ging an Coget. Sie boxte lang, nutzte ihren Reichweitenvorteil, wodurch Sahin nicht an sie heran kam. Die folgende Runde war wieder ausgeglichener. Beide Boxerinnen hatten ihre Momente. In der achten Runde konnte Coget, obwohl sie mehrfach gut durch kam sich Sahin nicht mehr vom Hals halten. In der folgende Runde bestimmet Sahin weitest gehend das Ringgeschehen. In der zehnten Runde gaben beide Boxerinnen noch einmal Gas. Es gab viel Schlagabtausche, aber wenig Treffer. Die Punktrichter werteten 95:94, 95:93 und 98:91. Einstimmige Punktsiegerin: Özlem Sahin.

Nach einer Pause, in der Cheerleader tanzten, trafen die beiden Schwergewichtler Ali Kiydin (3 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO) und Muhammed Ali Durmaz (34 Kämpfe, 10 Siege, 9 durch KO, 24 Niederlagen, 21 durch KO) aufeinander. Kiydin deckte seinen Gegner von der ersten Sekunde an mit Schlägen ein und ließ ihm keine Chance. Nach drei Niederschlägen nahm Ringrichter Thomas Hackenberg Durmaz aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:15: Ali Kiydin.

Shokran Parwani (8 Kämpfe, 8 Siege, 7 durch KO) und Frank Blümle (19 Kämpfe, 14 Siege, 9 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO, 2 Unentschieden) boxten um den International Titel der World Boxing Federation im Cruisergewicht. Die Vorteile in dem schönen Kampf wechselten von Runde zu Runde. Parwani begann verhalten. Er zeigte eine schöne lange Führhand. Blümle ersuchte mit überraschenden Angriffen ans Ziel zu kommen. Wobei die Runde ab Blümle ging. In der zweiten Runde erhöhte Parwani den Druck. Es sah so aus, als ob Blümle nach einem rechten Kopftreffer kurz wackelte. In den folgenden Runden zeigten beide Boxer gutes Boxen, wobei Blümle mehr Hände ins Ziel brachte. Die vierte Runde ging wiederum an Parwani. In der fünften Runde kam wie aus dem Nichts ein perfekt getimter Leberhaken, der Blümle zu Boden schickte. Blümle kam nicht mehr rechtzeitig hoch. Sieger durch KO in Runde 5 nach 2:05 Minuten: Shokran Parwani.

Den Hauptkampf des Abend bestritt der Essener Lokalmatador Patrick Korte (11 Kämpfe, 11 Siege, 9 durch KO). Er traf auf Davit Gorgiladze (19 Kämpfe, 13 Siege, 11 durch KO, 6 Niederlagen, 6 durch KO). Korte wollte dem Publikum, welches vor allem wegen ihm gekommen war etwas bieten und er bot ihnen viel. Er stieg in den Ring um zu zerstören. Bereist mit der ersten Aktion ließ er Gorgiladze in die Seile taumeln. Dann fing Korte an seinen Gegner systematisch zu demontieren. Mehrfach kam er mit der Rechten zum Körper durch. Eine von diesen Schlägen zwangen dann Gorgiladze auch zu Boden. Dieser ging dann kurz vor Rundenende mit dem Knie zu Boden, um sich noch einmal anzählen zu lassen, den Kampffluss von Korte zu unterbrechen um die Runde zu überstehen. In der zweiten Runde arbeitet Korte systematischer. Er verteilte die Schläge. Ende der Runde „verlor“ Gorgiladze seinen Mundschutz um eine kleine Pause zu gewinnen. In der dritten Runde war Gorgiladze nur noch auf der Flucht und Korte auf der Jagd. Eine Rechte zum Körper zwang Gorgiladze erneut zu Boden. Ein Rechte zur Schläfe beendete dann den Kampf: Sieger durch KO in Runde 3 nach 25 Sekunden: Patrick Korte.

Obwohl es am Abend doch recht kühl wurde, war die Boxveranstaltungen auf dem Fußballplatz von Björn Sothmann ein voller Erfolg.
© Uwe Betker

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6. August 2017 at 23:59

Eine laue Sommernacht 2017

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An dem lauen Sommerabend des 08. Juli 2017 war das Amphitheater in Gelsenkirchen, direkt am Rhein-Herne-Kanal gelegen, Austragungsort einer Veranstaltung von Alexander Petkovic. Die Zuschauer saßen entweder auf Betonstufen oder auf Stühlen rund um den Ring. Über dem Ring und der Bestuhlung war ein großes Segel gespannt. Hin und wieder wehte eine kühlende Brise vom Wasser her durchs Theater. – Das Ambiente stimmte.
Den ersten Boxkampf bestritten Antonio Hoffmann (17 Kämpfe, 16 Siege, 12 durch KO, 1 Niederlage) und Nikola Ivkovic (7 Kämpfe, 1 Sieg, 6 Niederlagen. 3 durch KO). Sie trafen für einen Sechsrunder im Super Weltergewicht aufeinander. Hoffmann trieb sein Gegenüber sehr gemächlich vor sich her. Hin und wieder schlug er Kombinationen zum Körper. Ivkovic beschränkte sich im Großen und Ganzen aufs Ausweichen. Hin und wieder schlug er auch mal Schwinger und reklamierte ein vermeintliches Foul. In der zweiten Runde erhöhte Hoffmann den Druck, was Ivkovic schon in Schwierigkeiten brachte. Der versuchte nun vermehrt zu klammern, wodurch der souveräne Ringrichter vom Bund Deutscher Berufsboxer, Uwe Lorch, mehr zu tun bekam. Mitte der dritten Runde stellte Hoffmann seinen Gegner an den Seilen und brachte ihn durch eine Links-Rechts-Kombination zum Kopf an den Rand eines Niederschlags. Der kam auch kurze Zeit später, als Ivkovic nach einer Kombination, die gar nicht so hart aussah, zu Boden ging und angezählt wurde. Nun wollte Hoffmann den Sack zumachen. Er trieb sein Gegenüber vor sich her und fällte ihn schließlich mit einem schönen rechten Aufwärtshaken. Zwar kam Ivkovic noch einmal hoch, aber der Ringrichter winkte ab. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 2:54: Antonio Hoffmann.

Es folgte ein auf sechs Runden angesetzter Kampf im Super Leichtgewicht zwischen Nawid Hakimsadeh (8 Kämpfe, 8 Siege, 7 durch KO) und Sabri Ulas Goecmen (28 Kämpfe, 10 Siege, 18 Niederlagen, 17 durch KO). Hakimsadeh boxte sehr souverän. Er boxte an und schlug zum Abschluss zum Körper. Goecmen versuchte auszuweichen. In der zweiten Runde zog Hakimsadeh den rechten Abschlussschlag zum Kopf durch und fällte Goecmen. Sehr beeindruckend. Sieger durch KO Runde 2, nach 1:01 Minuten: Nawid Hakimsadeh.

Der nachfolgende Kampf im Halbschwergewicht war schon zu Ende bevor er erst richtig begonnen hatte. Spas Genov (9 Kämpfe, 9 Siege, 7 durch KO) holte seinen Gegner Mladen Ponjevic (2 Kämpfe, 2 Niederlagen, 2 durch KO) mit einem brutalen rechten Körperhaken bereits bei der ersten richtigen Aktion von den Beinen. Sieger durch KO in Runde 1, nach 47 Sekunden: Spas Genov.

Es folgte ein nur unerheblich längerer Kampf. Nick Morsink, der sein Profidebüt im Halbschwergewicht gab, traf auf Dragoljub Stanojevic. Bereits am Anfang kam Morsink mit einer Rechten zur Schläfe durch, die seinen Gegner einknicken ließ. Danach deckte er ihn mit einem regelrechten Schlaghagel ein und ließ ihn nicht mehr von den Seilen weg. Irgendwann, nach gefühlten mehreren Dutzend nicht erwiderter Schläge, brach der Ringrichter – richtigerweise – ab. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 59 Sekunden: Nick Morsink.
Im Anschluss stiegen Andrej Pesic (9 Kämpfe, 7 Siege, 5 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) und Zeljko Bojic (26 Kämpfe, 5 Siege, 5 durch KO, 21 Niederlagen, 20 durch KO) für eine Sechsrunder im Cruisergewicht in den Ring. Pesic boxte schön gerade und zeigte eine gute und schnelle Führhand. Eine Führhand, gefolgt von einer Rechten zum Körper schickte Bojic in dessen Ecke dann auch zu Boden. Danach griff Bojic dann wild an. Aber die Angriffe verpufften schnell und Pesic dominierte den Rest der Runde. Im zweiten Durchgang machte Pesic da weiter, wo er in der Rundenpause aufgehört hatte. Er jagte seinen Gegner durch den Ring: Mitte der Runde schlug er eine schöne grade Links-Rechts-Kombination zum Kopf. Bojic ging schwer zu Boden. Obwohl er wieder hoch kam, nahm der Ringrichter den wackelnden Mann aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 1:25 Minuten: Andrej Pesic.

Im Supermittelgewicht trafen Vartan Avetisyan (15 Kämpfe, 14 Siege, 10 durch KO, 1 Unentschieden) und Adnan Zilic (43 Kämpfe, 14 Siege, 13 durch KO, 29 Niederlagen, 18 durch KO) aufeinander. Avetisyan begann verhalten und überlegt. Er boxte und suchte seine Chance ohne zu überhasten. Er bestimmte den Kampf. Zilic war aber boxerisch gut genug, um Widerstand zu leisten und um einen ansehnlichen Kampf auf hohem technischem Niveau zu ermöglichen. In der dritten erhöhte Avetisyan den Druck. Er stellte seinen Gegner mehrfach an den Seilen und kam mit Kopfhaken durch, die Zilic erschütterten. Dann kam er erneut mit einem rechten Kopfhaken durch, der Zilic von den Beinen holte. Der kam aber wieder hoch und schaffte die restlichen 40 Sekunden bis zum Rundenende. In der vierten Runde versuchte Zilic ein „Rope the Dope“ und nahm Schlagkombination um Schlagkombination. Gegen Ende der Runde sackte er dann an den Seilen zu Boden, überlebte aber erneut die Runde. Im fünften Durchgang stellte Avetisyan seinen Gegner wieder an den Seilen und wieder musste Zilic zu Boden. Auch diesmal kam er wieder hoch, musste aber schon bald wieder zu Boden. Nun hatte der souverän agierende BDB Ringrichter Oliver Priem genug gesehen und winkte den sehr ungleich gewordenen Kampf ab. Sieger durch TKO in Runde 5, nach 1:56 Minuten: Vartan Avetisyan.
Es folgte ein Titelkampf im Leichtgewicht, bei dem Howik Bebraham (10 Kämpfe, 10 Siege, 2 durch KO) und Cristian Ruben Mino (20 Kämpfe, 19 Siege, 17 durch KO) ihre Kräfte maßen. Es ging um den vakanten International Titel der International Boxing Organization. Mit der ersten Szene setzte Bebraham schon ein ummissverständliches Zeichen: Er schlug eine unvorbereitete Rechte als Kopfhaken – und sie traf. Der rechte Cross sollte bis zum Schluss die beste Waffe von Bebraham sein. Er beherrschte die Ringmitte und versuchte seinen kleinen Reichweitenvorteil zu nutzen. Mino setzte mehr auf seine schnellen Beine und auf seine Schlagkraft. Immer wieder versuchte er es mit Schlägen über die Außenbahn. Ende der ersten Runde trieb Bebraham Mino durch den Ring und traf ihn mehrfach mit Kopfhaken. In der zweiten Runde machte Mino dann mehr und kam besser an Bebraham ran. Ende der Runde stellte Bebraham Mino an den Seilen und holte ihn mit einer Links-Rechts-Kombination zum Kopf von den Beinen. Damit war der Rhythmus des Kampfes etabliert. Mino versuchte durch die Mitte rein und raus zu gehen, dabei zu schlagen und ansonsten um Bebraham zu kreisen. Bebraham stapfte Mino hinterher, versuchte ihm den Weg abzuschneiden und vor allem mit dem rechten Cross Mino in Schwierigkeiten zu bringen. Immer wieder sah es danach aus, dass es nur noch eine Frage der Zeit wäre, wann Mino KO gehen würde. In der achten Runde schlug Mino lange nach einem Break-Kommando noch einmal zu, was zu einem Punktabzug führte. Ende der neunten Runde musste Mino nach einem linken Körperhaken zu Boden, aber er schaffte es schließlich, nicht nur den Pausen-, sondern auch den Schlussgong des bis zur letzten Sekunde intensiv geführten Gefechts zu erreichen. Die Punkrichter werteten 99:88, 100:87 und 100:97. Einstimmiger Punktsieger: Howik Bebraham.
Vor dem Hauptkampf sang der Ringsprecher Dave Kaufmann „New York, New York“. Diese Showeinlage war eine der besten, die ich je gesehen bzw. gehört habe.
Den Hauptkampf des Abends im Schwergewicht bestritten Francesco Pianeta (37 Kämpfe, 33 Siege, 20 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO, I Unentschieden) und Oezcan Cetinkaya (40 Kämpfe, 26 Siege, 19 durch KO, 12 Niederlagen, 6 durch KO, 2 Unentschieden). Dabei ging es um den vakanten International Titel der International Boxing Organization. Der Kampf war eine einzige Pianeta-Show. Er boxte schließlich auch zum ersten Mal in seiner Heimatstatt. Er trieb Cetinkaya vor sich her und verteilte gut. Zum Teil schleuderten Pianetas Schläge Cetinkaya geradezu quer durch den Ring. Dreimal musste Cetinkaya zu Boden und er ging benommen in die Rundenpause. Danach nahm er noch einen harten Treffer zum Kopf, der ihn erneut auf die Bretter schickte. Der Ringrichter nahm ihn dann aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 1:11 Minuten: Francesco Pianeta.
Das Gelsenkirchener Amphitheater ist ein guter Ort fürs Boxen. Ich würde mir wünschen, noch mal eine „Petko`s Fight Night“ dort sehen zu können.
© Uwe Betker

Die dritte Assassin Fighting Championship

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Die Eissporthalle in Dorsten ist wieder einmal zu einem Ort geworden, an dem man gewesen sein musste, um man harte Profiboxkämpfe zu sehen. Es begann mit zwei 8-jährigen Jungen, die einen K1 Kampf zeigten. Anschließend gab es zwei Amateurboxkämpfe und dann folgten noch zwölf Profiboxkämpfe, von denen einige richtig klasse waren.
Den ersten dieser Profikämpfe bestritten im Super Weltergewicht Azad Dogru (15 Kämpfe, 15 Niederlagen, 15 durch KO) und Marcus Jakobs, der sein Debüt gab. Der Kampf war geprägt von Hektik. Jakobs ging etwas ungestüm nach vorne und Dogru lief um sein Leben. Dogru ging erst in der Ecke von Jakobs zu Boden, dann in seiner eigenen und schließlich in einer neutralen Ecke. Die Niederschläge waren mehr das Ergebnis von Dogrus Überforderung, als der Schlagwirkung von Jakobs geschuldet. Der GBA-Ringrichter Kornelius Bernds winkte beim dritten Niederschlag den Kampf ab. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:31 Minuten: Marcus Jakobs.

Danach stiegen Eduino Dos Santos und Ahmet Akil, beides Debütanten, für eine Schwergewichtsbegegnung in den Ring. Dos Santo machte den Kampf. Er trieb seinen Gegner vor sich her. Akil verschanzte sich hinter seiner Doppeldeckung und versuchte, den Schlägen auszuweichen. Immer wenn er nah an Dos Santos stand, deckte er ihn mit Schlägen zum Körper ein. Zur zweiten Runde trat er nicht mehr an: Sieger durch TKO in Runde 2: Eduino Dos Santos.

Ebenfalls im Schwergewicht boxten sodann David Gegeshideze (40 Kämpfe, 20 Siege, 6 durch KO, 19 Niederlagen, 15 durch KO, 1 Unentschieden) und Sascha Prinz (3 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO) gegeneinander. Gegeshideze, ein sehr zäher Handlungsreisender in Sachen Boxen, machte es Prinz schwer. Der kam auch in der ersten Runde nur einmal mit einem schönen rechten Cross durch, der Gegeshideze beeindruckte. Es sah ganz danach aus, als hätte Prinz vier Runden harte Arbeit vor sich. Dann kam Prinz aber, zu Anfang der zweiten Runde, mit einem brutalen rechten Körperhaken durch, der Gegeshideze zu Boden sinken ließ. Während der Ringrichter Kazim Kurnaz noch zählte, kam das Handtuch geflogen. Sieger durch TKO in Runde 2, Nach 29 Sekunden: Sascha Prinz.

Im Super Weltergewicht maßen anschließend Devor Matic (2 Kämpfe, 2 Niederlagen, 2 durch KO) und Yaser Yüksel (4 Kämpfe, 4 Siege, 4 durch KO) ihre Kräfte. Ich möchte aber lieber sagen, die Beiden verglichen ihre boxerischen Fähigkeiten. Yüksel spielte tatsächlich ein grausames Spiel mit seinem Gegner. Wie eine Katze mit einer gefangenen Maus spielt, so spielte Yüksel mit Matic. Ohne Deckung, nur auf seine Reflexe und schnellen Beine vertrauend, machte er gerade eben genug, um Matic seine Dominanz spüren zu lassen. Ende der ersten Runde schlug er ihn durch einen Kopftreffer zu Boden. Den Kampf sodann zu beenden, dazu machte er aber dann keine Anstalten. Immer weiter ging das Spiel. Die dritte Runde endete genauso wie die erste – nur dass es diesmal ein Körpertreffer war. In der vierten Runde kam Matic zweimal mit einer Rechten durch, was Yüksel gar nicht gefiel. Er erhöhte daraufhin den Druck und machte Ernst. Er stellte Matic in einer neutralen Ecken und ließ ihn nicht mehr raus. Matic ging zu Boden. Diesmal setzte Yüksel nach und stellte Matic erneut. In dessen eigener Ecke deckte er ihn ein. Wieder musste Matic zu Boden. Hier nun beendete Kornelius Bernds das grausame aber kurzweilige Spiel. Sieger durch TKO in Runde 4, nach 1:11 Minuten: Yaser Yüksel.

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Es folgte eine Begegnung im Super Mittelgewicht zwischen Muharem Özkul und Jerome Kock (4 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO). Kock begann gut. Er beherrschte die Ringmitte und trieb Özkul vor sich her. Der Kampf war munter, auch weil Özkul entschlossen schien, in seinem Profidebüt nicht zu verlieren. Immer wieder versuchte er, Kock mit Körpertreffern langsamer zu machen. Aber zur dritten Runde trat er dann doch nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 3: Jerome Kock.

Dann boxten Drazjan Janjanin (30 Kämpfe, 15 Siege, 14 durch KO, 15 Niederlagen, 7 durch KO) und Kristijan Krstacic (15 Kämpfe, 14 Siege, 11 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) im Cruisergewicht gegeneinander. Krstacic begann verhalten, kreiste um seinen Gegner herum. Kontinuierlich erhöhte er den Druck. Immer wieder ging er mit der Linken zur Leber – das mochte Janjanin augenscheinlich gar nicht. Zur zweiten Runde trat Janjanin dann auch nicht mehr an. Er gab vor, sich den Ellenbogen seiner Linken verletzt zu haben. Sieger durch TKO in Runde 2: Kristijan Krstacic.

Es folgte eine richtig harte Ringschlacht. Nikoloz Berkatsahvili (48 Kämpfe, 29 Siege, 12 durch KO, 19 Niederlagen, 17 durch KO) traf im Leichtgewicht auf Atilla Koyabasi (9 Kämpfe, 9 Siege, 5 durch KO). Koyabasi wollte so schnell wie möglich in den Schlagabtausch. Er wollte ganz offensichtlich den KO-Sieg. Dementsprechend schnell führten die Beiden die Begegnung, die wirklich sehr schnell, sehr hart und sehr intensiv war. Zuerst schickte ein harter rechter Kopfhaken Berkatsahvili zu Boden. Ringrichter Izzet Kurnaz bekam danach aber erst recht viel zu tun. Der Kampf wurde noch härter und nun auch unsauber von beiden Seiten geführt. Es gab viele wilde Schlagabtäusche. Berkatsahvili fand sich noch mehrfach auf dem Ringboden wieder, allerdings wurde er nicht angezählt, denn es waren Ausrutscher und Schupser. Irgendwann hatten dann sowohl Berkatsahvili als auch Koyabasi je einen Cut an einem Auge. Anfang der zweiten Runde kam Koyabasi erneut mit einer harten Rechten zum Kopf durch, die Berkatsahvili zu Boden zwang. Kurze Zeit später war er wieder auf dem Boden, Erschöpfung und ein paar Schläge waren Schuld daran. Hier nun beendete der Ringrichter den Kampf: Sieger durch TKO in Runde 2, nach 54 Sekunden: Atilla Koyabasi.

Im Schwergewicht maßen danach Asad Adrovic (4 Kämpfe, 1 Sieg, 3 Niederlagen, 3 durch KO) und Eugen Buchmüller (8 Kämpfe, 8 Siege, 5 durch KO) ihre Kräfte. Der bereits 36 Jahre alte Buchmüller beeindruckte. Er zeigte sehr-sehr schnelle Hände. Er trieb Adrovic vor sich her. Dieser hielt aber tapfer dagegen. Buchmüller boxte sehr souverän. Zum Ende der ersten Runde sickerte Blut aus dem linken Ohr von Adrovic. Zur zweiten Runde konnte er deshalb nicht mehr antreten: Sieger durch TKO in Runde 2. Eugen Buchmüller.

Im Anschluss kämpften Giorgi Khulelidze (16 Kämpfe, 9 Siege, 2 durch KO, 7 Niederlagen, 6 durch KO) und Yusuf Kangül (15 Kämpfe, 12 Siege, 6 durch KO, 3 Niederlagen, 1 Unentschieden) im Super Mittelgewicht gegeneinander. Beide trafen sich im Ring und suchten den Schlagabtausch. Beide boxten nur an, um sodann in den Abtausch zu gehen. Es gab viele intensive Schlagabtäusche, bei denen der starke Kangül die Oberhand behielt. Anfang der zweiten Runde kam er mit einer schönen Rechten zum Kopf durch, die Khulelidze auf die Bretter schickte. Der zerfiel dann zusehens. Kurze Zeit später fand er sich in einer neutralen Ecke erneut auf dem Boden wieder. Ein Leberhaken hatte ihn gefällt. Seine Ecke hatte nun endlich Erbarmen mit ihm und warf das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 42 Sekunden: Yusuf Kangül.

Die Veranstalterin Edda Essaoudi (2 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO) bestritt den einzigen Frauenboxkampf des Abends. Sie boxte im Federgewicht gegen Nikolina Vokie. Der Kampf war kurz und hart. Essaoudi trieb ihre Gegnerin vor sich her und deckte sie mit Schlägen ein, kaum dass sie sie gestellt hatte. Schon bald war klar, dass sie Vokie keine Chance lassen würde. Essaoudi stellte sie an den Seilen und ließ sie nicht mehr weg. Unter dem Schlaghagel brach Vokie zusammen und die Ecke warf das Handtuch. Siegerin durch TKO in Runde 1, nach 57 Sekunde: Edda Essaoudi.

Im vorletzten Kampf des Abend trafen Ramazi Gogichashvili (48 Kämpfe, 28 Siege, 15 durch KO, 18 Niederlagen, 12 durch KO, 2 Unentschieden) und Tahir Kahrovic (6 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO), genannt Tommy Punch, aufeinander. Es handelte sich um eine Junioren Weltmeisterschaft im Cruisergewicht, nach Version WBU. Beide Boxer agierten hinter einer kompakten Doppeldeckung. Gogichashvili besetzte die Ringmitte und Punch kreiste um ihn herum. In der zweiten Runde machte Punch mehr Druck, wodurch es zu mehr Aktionen kam. Ringrichter Sergej Kovalenko hatte am Ende der Runde seine liebe Mühe, Punch und Gogichashvili zu trennen. In der vierten Runde wurde der Kampf härter. Punch wurde für Schlagen mit dem Ellenbogen ermahnt. Ende der Runde ging Gogichashvili zu Boden, nach einer Rechten zum Körper. Später ging er in der neutrale Ecke, nach vielen Treffern, die er nehmen musste, erneut zu Boden. Das wiederholte sich nach kurzer Zeit am gleichen Ort dann noch mal. Gogichashvili hatte offensichtlich den Ehrgeiz, das Ende der Runde zu erreichen, was ihm auch gelang. Zur nächsten Runde trat er allerdings nicht mehr an, Sieger durch TKO in Runde 5: Tahir Kahrovic.

Den Hauptkampf des Abends bestritt der Veranstalter Ilias Essoaudi (10 Kämpfe, 10 Siege, 8 durch KO). Er boxte gegen Chris Hermann (37 Kämpfe, 22 Siege, 13 durch KO, 14 Niederlagen, 12 durch KO, 1 Unentschieden). Dabei ging es um die WBU-Weltmeisterschaft im Super Weltergewicht. Der Kampf war kurz, weil Essoaudi nicht lange fackelte. Ein linker Körperhaken ließ Hermann zum ersten Mal auf die Bretter gehen. Etwas später schickte eine Rechte zum Kopf Herrmann beinahe durch die Seile. Kurz vor Ende der ersten Runde war er wieder am Boden. Diesmal war es allerdings ein Ausrutscher. Aber es war allen in der Halle klar, dass Herrmann kurz vor dem Ende war. In der zweiten Runde vollendete Essoaudi sein Werk. Zu Beginn der Runde zwang eine schöne Kombination sein Gegenüber erneut zu Boden. Dann fällte ein schöner brutaler Leberhaken Herrmann ein weiteres Mal. Es kam nun schließlich ein Handtuch geflogen. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 1:22 Minuten: Ilias Essoaudi.

Abschließend muss gesagt werden: Die Veranstaltungen des Ehepaars Essaoudi werden immer besser. – Wann ist die nächste Profiboxveranstaltung in der Eissporthalle in Dorsten?
(C) Uwe Betker

Written by betker

14. Mai 2017 at 23:59

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Ein langer und unterhaltsamer Nachmittag/Abend in Wuppertal

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Bereits um 16 Uhr ging es in Fight Club Wuppertal los. Insgesamt gab es sage und schreibe 35 Kämpfe zu sehen. Es gab K1, IKBO-Boxen und Profiboxen. Mit fünf Kämpfen, waren die Profiboxer allerdings in der Minderheit.
Zwei Kämpfe, die am frühen Nachmittag stattfanden, habe ich schon verpasst. Deshalb hier nur kurz die Fakten: Sebastian Tlatlik (14 Kämpfe, 13 Siege, 12 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) boxte im Super Federgewicht gegen Marc Schulz (9 Kämpfe, 9 Niederlagen, 9 durch KO). Der auf acht Runden angesetzte Kampf erreichte nicht das Ende der ersten Runde. Ein Leberhaken fällte Schulz, woraufhin ihn Ringrichter Patryk nicht wieder antreten ließ. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:47 Minuten; Sebastian Tlatlik.
Im Super Mittelgewicht boxten Adam Peszko (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) gegen Hani El Jarie (11 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 9 Niederlagen, 9 durch KO). Zur dritten Runde trat Hani nicht mehr an. Sieger durch RTD in der zweiten Runde: Adam Peszko.

Nun zu dem, was ich gesehen habe:
Den dritten Profi-Kampf bestritten Nawid Hakimsahde (7 Kämpfe, 7 Siege, 6 durch KO) und Loran Elyas (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 3 durch KO) im Super Leichtgewicht. Der Fight war kurz und knackig. Bereits bei der ersten Aktion fällte eine harte Links-Rechts-Kombination zum Kopf Elyas in der eigenen Ecke. Der GBA Ringrichter Jens-Uwe Baum zählte bis acht. Hakimsahde wollte nun nicht mehr locker lassen. In der nächsten Aktion rutschte Elyas, durch Schläge getrieben, durch die Lücke zwischen erstem und zweitem Seil aus dem Ring. Erneut wurde er angezählt. Kurze Zeit später sank er unter einem Schlaghagel zu Boden und Ringrichter Baum winkte den Kampf ab. Sieger durch KO in Runde 1 nach 1:21 Minuten: Nawid Hakimsahde.

Danach stiegen Philipp Kolodziej (13 Kämpfe, 8 Siege, 6 durch KO, 5 Niederlagen, 5 durch KO) und Konstantin Jawtschenko (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 1 durch KO) für einen Vierrunder im Super Mittelgewicht in den Ring. Der Rechtsausleger Kolodziej machte Druck. Er trieb seinen Gegner vor sich her. Er zeigte eine gute Führhand und versuchte, mit der Rechten zum Köper Jawtschenko langsamer zu machen. In der zweiten Runde erhöhte Kolodziej, der physisch sehr stark wirkte, den Druck. In der dritten Runde wurde der Kampf dann härter. Kolodziej dominierte weiter, musste aber selber auch eine Rechte nehmen, die zu Nasenbluten führte. Nach einer Minute in der vierten Runde stellte Kolodziej Jawtschenko in einer neutralen Ecke. Der konnte sich aber wieder daraus befreien. Nach einer weiteren Minute gab es eine harten Schlagabtausch, mit anschließendem Klammern und abschließendem Zu-Boden-Sinken beider Boxer. Irgendwie zog sich Jawtschenko dabei einen Cut über einem Auge zu. Noch die letzte Minute war heiß umkämpft. Am Ende stand aber ein einstimmiger Punktsieg für Philipp Kolodziej.

Den Hauptkampf des Abends bestritt der Lokalmatador Marco Martini (15 Kämpfe, 12 Siege, 6 durch KO, 3 Niederlagen). Er traf für einen Sechsrunder im Super Weltergewicht auf Artyom Babayan (7 Kämpfe, 2 Siege, 4 Niederlagen). Babayan versuchte sich mit langen Händen Martini vom Hals zu halten, wobei er seinen kleinen Reichweitenvorteil nutzte. Nur selten kam er mit seinen Schlägen durch. Die meisten trafen nur die kompakte Deckung von Martini. Der versuchte sich an Babayan heranzuschieben und ihn mit Haken einzudecken. Am Ende der ersten Runde kam er dann mit einem schönen rechten Kopfhaken durch. Ab der zweiten Runde beherrschte Martini die Ringmitte und gab sie nicht mehr her. Ansonsten verlief das weitere Kampfgeschehen nach dem gleichen, oben beschriebenen Muster. Babayan konnte dabei die zweite Runde aufgrund von Körpertreffern, die er landen konnte, ausgeglichen gestalten. Mitte der nächsten Runde öffnete sich ein Cut unter Babayans rechter Braue. Der Kampf wurde dann härter, was vor allem Martini zugute kam. In der vierten Runde versuchte Babayan, das Kommando zu übernehmen. Der Erfolg blieb aber aus. Vielmehr wurde er immer wieder schön abgekontert. In der vorletzten Runde trieb Martini Babayan geradezu vor sich her und setzte die härteren und präziseren Treffer. Zum Ende der letzten Runde wurde Martini zwar in den Ringseilen gestellt, aber die Schläge trafen nur die Deckung. Sieger durch einstimmigen Punktentscheidung: Marco Martini.

Die Veranstaltungen von Werner Kreiskott im Fight Club Wuppertal sind Kult. Schon zwei Wochen vorher sind sie ausverkauft. Aber mit acht Stunden war die letzte dann einfach doch zu lang. Alle Beteiligten, vom Veranstalter über die Delegierten bis hin zum Ringsprecher Thomas Bielefeld, waren am Ende nur erschöpft. Andererseits kann man natürlich auch sagen: Wo bekommt man schon für sein Geld so viel geboten? – Also ich gehe auf jeden Fall wieder hin.
© Uwe Betker

Ein schöner Nachmittag in Oberhausen

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Das ASK Gym in Oberhausen war am Nachmittag und am frühen Abend des 11. März 2017 Austragungsort einer schönen Kampfsportveranstaltung. Es gab insgesamt 29 Kämpfe zu sehen, 20 Kick-Box-Kämpfe, fünf Amateurboxkämpfe und vier Profiboxkämpfe.

(C) Uwe Betker


Den Anfang bei den Profis machten Hasan Kurnaz (4 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO) und Elmin Handanagic (11 Kämpfe, 11 Niederlagen, 8 durch KO) im Schwergewicht. Die erste Runde begann verhalten. Handanagic beherrschte die Ringmitte, machte aber zu wenig und vor allem nutzte er seinen Reichweitenvorteil nicht. Kurnaz versuchte mit Körperhaken ans Ziel zu kommen. Ende der Runde kam er dann mit einer schönen Links-Rechts-Kombination zum Kopf durch.

(C) Uwe Betker


Die zweite Runde wurde von beiden munter geführt. Sie machten mehr und es sah so aus, als ob der Kampf sich gut entwickeln würde. Leider verletzte sich Handanagic den rechten Ellebogen. Zur dritten Runde trat er nicht mehr an: Sieger durch TKO in Runde 3: Hasan Kurnaz.

(C) Uwe Betker


Als nächstes stiegen im Mittelgewicht Jerome Kock (3 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) und Darko Vasiljevic (3 Kämpfe, 3 Niederlagen, 3 durch KO) in den Ring. Kock boxte variabel und machte Druck. Er verteilte seine Schläge schön auf Körper und Kopf. Vasiljevic schlug meist Grade zum Kopf, die Kock aber allesamt auspendelte. In der zweiten Runde erhöhte Kock den Druck. Man spürte, dass er den KO wollte. Mehrfach kam er mit der linken Graden, gefolgt von einem rechten Aufwärtshaken durch. Zum Ende der Runde verschärfte sich das Tempo und die Zahl der Schlagabtäusche erhöhte sich. Dieses Tempo wurde auch in der dritten Runde gehalten, aber Vasiljevic weigerte sich auf die Bretter zu gehen. Vielmehr setzte er sich zur Wehr. Auch in der vierten Runde ging es so weiter. Kock versuchte, Vasiljevic durch einen Schlaghagel noch in den letzten 15 Sekunden zu Boden zu zwingen. Umsonst. Punktsieger: Jerome Kock.

(C) Uwe Betker


Im Halbschwergewicht trafen Benjamin Blindat (3 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO) und Mahir Celik aufeinander. Der Kampf war bereits zu Ende, bevor er noch richtig angefangen hatte. Nach ein paar Sekunden des gegenseitigen Abtastens kam Blindat mit einer Rechten zum Kopf durch, die Celik erst einknicken und dann zu Boden gleiten ließ. Zwar versuchte die Ecke von Celik das Auszählen noch durch einen Handtuchwurf zu verhindern, doch der Ringrichter Thomas Hackenberg ließ sich nicht beirren und zählte bis zehn. Sieger durch KO in Runde 1, nach 43 Sekunden: Benjamin Blindat.

(C) Uwe Betker


Der Hauptkampf des Abends war das Profidebüt von Eda Essaoudi, die auch selbst als Veranstalterin fungierte. Sie boxte im Super Federgewicht gegen Kristina Jeftenic (8 Kämpfe, 8 Niederlagen, 7 durch KO). Essaoudi, die Ehefrau des Super Weltergewichtlers Ilias Essaoudi, der auch ihr Trainer ist, machte von Anfang an Druck. Sie boxte beweglich und schlug schöne Links-Rechts-Kombinationen. Sie wirkte für eine Debütantin erstaunlich ruhig und abgeklärt. Jeftenic versuchte zu überleben, zu kontern und zu klammern. Auch in der zweiten Runde zeigte Essaoudi gutes Boxen. Ende der zweiten Runde veränderte sich der Charakter des Kampfes. Es wurde verbissener gefightet. Hierdurch verlor Essaoudi ein wenig ihre boxerische Linie. Ende der dritten Runde, die noch härter als die vorangegangen war, sah es kurz danach aus, als wollte Jeftenic aufgeben. In der vierten und letzen Runde wollte Essaoudi den KO erzwingen. Hierdurch erleichterte sie es Jeftenic, ihr den Kampf kaputt zu machen. Am Ende stand aber als eindeutige Punksiegerin: Eda Essaoudi.

C) Uwe Betker


Die Veranstaltung im ASK Gym in Oberhausen war entspannt, angenehm und sportlich interessant. Sowohl Eda Essaoudi als auch Benjamin Blindat sahen für mich so aus, als sollte man sie im Auge behalten.
© Uwe Betker

Gutes Boxen in Velbert und „Er hat angefangen!“

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Am Samstag, dem 11.02.2017, war das EMKA Sportzentrum in Velbert Austragungsort einer Werner Kreiskott Kampfsportveranstaltung. Es gab neun K1 Kämpfe, einen GBA Amateurkampf, eine Internationale Deutsche Meisterschaft und sieben Profiboxkämpfe zu sehen. Die Veranstaltung insgesamt war gut, die Kämpfe zum Teil sehr gut.
Den Anfang machten im Super Mittelgewicht Phillip Kolodziej (12 Kämpfe, 7 Siege, 5 durch KO, 5 Niederlagen, 5 durch KO) und Ivan Sakic (16 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 15 Niederlagen, 9 durch KO). Beide Boxer zeigten gutes Boxen. Beide fintierten. Kolodziej machte Druck, aber auch Sakic hatte seine Momente. In der zweiten Runde erhöhte Kolodziej den Druck. Er deckte seinen Gegner mit Schlägen ein. Der bekam dabei Nasenbluten und verlor den Überblick. Die Schlagabtäusche wurden immer mehr und immer härter. Ende der Runde stellte Kolodziej Sakic in einer neutralen Ecke und ließ ihn nicht raus. Nur mit Glück erreichte dieser das Ende der Runde. In der dritten Runde verflachte der Kampf ein wenig. Kolodziej versuchte Sakic in einer Ecke zu stellen oder ihn mit Aufwärtshaken zu beeindrucken – das funktionierte aber nicht so ganz. Kaum begann die vierte Runde war sie auch zu Ende. Sakic verletzte sich bei einem Schlagabtausch schwer den linken Ellenbogen. Sieger durch TKO in Runde 4 nach 1:01: Phillip Kolodziej.
Anschließend stiegen Besar Nimani (23 Kämpfe, 22 Siege, 18 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) und Mladen Tomas (3 Kämpfe, 1 Sieg, 2 Niederlagen, 2 durch KO) für einen Mittelgewichtskampf in den Ring. Nimani hatte seit einem Jahr nicht mehr geboxt. Er besetzte die Ringmitte, verschanzte sich hinter seiner Doppeldeckung und stiefelte Tomas, der um ihn herum lief, hinterher. Der stellte seinen Gegner schließlich in dessen Ecke und holte ihn mit einem schönen Leberhaken von den Beinen. Danach ging Nimani mit seinen Schlägen zum Körper mehr auf die Körpermitte. Eine schöne präzise Rechte zum Solarplexus zwang Tomas erneut zu Boden. Die Szene wiederholte sich in der unmittelbar nachfolgenden Situation noch mal. Das reichte Ringrichter Kornelius Bernds, um den Kampf abzubrechen. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:49 Minuten: Besar Nimani.
Im Super Mittelgewicht boxten sodann Slim Ben Khalifa (9 Kämpfe, 6 Siege, 3 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) und Michael Klempert (6 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 5 Niederlagen, 5 durch KO) gegeneinander. Khalifa dominierte den Kampf. Er zeigte mehrfach einen schönen rechten Cross. Er wurde von Minute zu Minute stärker. Ende der ersten Runde musste Klempert eine wunderschöne Links-Rechts-Kombination einstecken, die seinen Kopf nach hinten schnappen ließ. In der zweiten Runde ging Khalifa vermehrt zum Körper. Klempert versuchte, in die Halbdistanz zu kommen, aber auch dort war Khalifa der bessere Mann. In den folgenden Runden schien Khalifa dann aber konditionell abzubauen. Zwar traf Khalifa immer noch mehr, aber die Treffer schienen Klempert nicht mehr zu beeindrucken. Der wiederum schlug weniger, kam aber immer wieder mit schönen Aufwärtshaken durch. Ende der fünften Runde sah es so aus, als sei der Kampf zu Gunsten von Klempert gekippt. Khalifa wirkte schlapp und er nahm immer mehr Treffer. In der sechsten Runde gab es viele Schlagabtäusche, von denen Klempert mehr gewinnen konnte. Khalifa nahm am Ende der Runde viel und es schien fast so aus, als könnte Klempert noch vorzeitig gewinnen. Am Ende reichte es dann aber doch nicht mehr. Ringrichter Jens-Uwe Baum hatte keine Schwierigkeiten in dem sehr fairen Kampf. Es gewann Khalifa zu Recht knapp nach Punkten.
Ebenfalls im Super Mittelgewicht boxten René Oeffner (9 Kämpfe, 9 Siege, 6 durch KO) und Giorgi Beroshvili (45 Kämpfe, 28 Siege, 20 durch KO, 15 Niederlagen, 8 durch KO). Der Kampf begann gleich mit einem Paukenschlag, besser gesagt mit einem Niederschlag. Schon nach wenigen Sekunden fand sich Oeffner auf dem Boden wieder, ein linker Haken auf die Schläfe hatte ihn runter geschickt. Beroshvili witterte dann seine Chance und deckte ihn mit Schlägen ein. Oeffner schaffte es aber, den Schlaghagel zu überstehen, bzw. die Schläge zu blocken. Bereits Mitte der Runde boxte Oeffner wieder mit. Ab der zweiten Runde sahen die Zuschauer eine Art Schachspiel. Beroshvili versuchte seinen linken Cross wieder ins Ziel zu bringen oder mit einer langen rechten Graden zum Kopf durchzukommen. Oeffner ließ sich darauf nicht ein, ging rein und raus aus dem Mann und setzte Einzeltreffer. Immer wieder versuchte Beroshvili, Oeffner einen Schlagabtausch aufzuzwingen. Der ließ sich aber nicht darauf ein. Was immer auch Beroshvili versuchte, er kam damit nicht zum Ziel. Beroshvili suchte den Abtausch und versuchte die harten Treffer ins Ziel zu bringen. Oeffner spielte Schach. Der demonstrierte seine überlegene Technik. Am Ende der acht Runden stand ein Punktsieg (77:75) für René Oeffner.
Es folgte eine WBU Junioren Weltmeisterschaft im Junior Mittelgewicht, bei der Marco Martini (14 Kämpfe, 11 Siege, 6 durch KO, 3 Niederlagen) und Dominik Tietz (12 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO, 6 Niederlagen, 4 durch KO) aufeinandertrafen. Martini war von Anfang an der bessere und auch der aggressivere Mann. Er machte Druck und schlug viel über die Außenbahn. Tietz kam aber nicht zum Verlieren nach Velbert. Vielmehr tat er alles, Martini das Leben so schwer wie nur möglich zu machen. In der zweiten Runde musste er nach einem Leberhaken zu Boden. Martini erhöhte nun den Druck und verteilte die Schläge. Tietz boxte durch die Mitte und versuchte von Martini wegzukommen. In der siebten Runde nahm Tietz viele und harte Treffer. Es sah so aus, als würde er einknicken. In der nachfolgenden Runde stellte Martini Tietz an den Seilen und explodierte dann geradezu. Nach einem Kopfhaken musste Tietz runter. Das war dann auch der Anfang vom Ende. Tietz kassierte eine Fülle von Schlägen und sackte wieder zu Boden. Bei der nächsten Aktion fällte ihn ein rechter Körperhaken dann endgültig. Sieger durch KO in Runde 8 nach 2:38 Minuten: Marco Martini.
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Es folgte ein Kampf, der so etwas wie der heimliche Hauptkampf des Abends war. Sherif Morina (4 Kämpfe, 4 Siege, 2 durch KO) boxte im Weltergewicht gegen Allan Kamote (42 Kämpfe, 26 Siege, 15 durch KO, 11 Niederlagen, 7 durch KO) – eine sehr mutige Kampfansetzung für Morina. Der Kampf wurde extrem schnell und extrem hart geführt. Beide Boxer suchten den vorzeitigen Sieg und beide zeigten hochklassiges Boxen. Lange Zeit war der Kampf ausgeglichen. In der vierten Runde kam Morina dann mit einer schönen rechten Graden zum Kopf durch, die Kamote zu Boden schickte. Morina boxte ruhig weiter und es sah so aus, als hätte sich Kamote wieder gefangen. Dann kam Morina mit einer explosiven Linken zur Schläfe durch und Kamote fand sich auf dem Boden wieder. Bei der nächsten Aktion setzte der beeindruckende Morina noch zwei harte Schläge, Kamote ging wieder runter und der Kampf war vorbei. Sieger durch KO in Runde 4 nach 1:49 Minuten: Sherif Morina.
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Den Hauptkampf des Abends bestritt Werner Kreiskott (45 Kämpfe, 24 Siege, 18 durch KO, 19 Niederlagen, 8 durch KO, 2 Unentschieden) selbst. Sein Gegner im Schwergewicht war Epifanio Mendoza (68 Kämpfe, 43 Siege, 37 durch KO, 25 Niederlagen, 16 durch KO, 1 Unentschieden). Dabei ging es um die Weltmeisterschaft der WBU und die Internationale Meisterschaft der WBF. Es begann mit einem kurzen Abtasten. Schon bald steigerten dann aber beide das Tempo und es wurde vermutlich allen Zuschauern klar, dieser Kampf würde nicht über die Distanz gehen. Das Tempo war extrem hoch. Kreiskott erarbeitete sich Vorteile. Dann musste er einen Tiefschlag wegstecken, der ihn ein wenig aus dem Konzept brachte und zu einem wilden Keilereiintermezzo führte. In der zweiten Runde standen Kreiskott und Mendoza Fuß an Fuß; sie versuchten offenbar herauszufinden, wer wohl härter schlagen kann. Beide nehmen viel, Kreiskott mehr Körpertreffer, Mendoza mehr Kopftreffer. Mendoza fing dann an, auf den Hinterkopf zu schlagen. Damit machte er auch in der dritten Runde weiter, was zu einem Punktabzug durch Ringrichter Mustafa Erenay führte. Nun wurde der Kampf zerfahren und hektisch: Kreiskott revanchierte sich und wurde auch ermahnt. Kreiskott meinte zum Ringrichter: „Er hat angefangen!“ Mendoza fuhr weiter so fort und traf ein ums andere Mal den Hinterkopf. Erenay zog noch einen Punkt ab. Der Kampf wurde dadurch nicht sauberer. In der vierten Runde wurde der Kampf noch zerfahrener und schmutziger. Kreiskott schien die Situation dabei allerdings unter Kontrolle zu haben. Es wurde viel geklammert. Kreiskott erlaubte sich sogar den Scherz, ein Ohrenbeißen anzudeuten. Mendoza nahm viele harte Kopftreffer. Ringrichter Erenay musste den Kampf erneut unterbrechen, um Mendoza zu ermahnen. Schließlich disqualifizierte er ihn. Offensichtlich hatte dieser ihn angespuckt. Sieger durch Disqualifikation in Runde 4, nach 2:47 Minuten: Werner Kreiskott.
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Werner Kreiskott ist ein Wiederholungstäter. Immer wieder stellt er solide, gute oder sehr gute Veranstaltungen auf die Beine. Die letzte war, obwohl sein eigener Kampf doch etwas chaotisch war, insgesamt aber sehr gut. Es waren Boxer in guten Kämpfen zu sehen, denen womöglich die Zukunft gehört.
© Uwe Betker

Written by betker

12. Februar 2017 at 23:59

Veröffentlicht in Boxen, Fotos

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