Box-Blog

Posts Tagged ‘zum Kopf

Der Cologne Beatdown in Köln Nippes

leave a comment »

Der Cologne Beatdown in der Halle des ESV Olympia in Köln Nippes ist schon Tradition. Am 06. Juli 2019 hatte Bihes Barakat eine Veranstaltung mit vierzehn Kämpfen zusammengestellt. Zu sehen gab es sechs K1-Kämpfe, davon einer von Frauen, einen Frauen Kickbox- und sieben Boxkämpfe, von denen zwei Profiboxkämpfe waren, die jeweils auf sechs Runden angesetzt waren.
In dem ersten Profiboxkampf des Abends trafen Marc Dube (8 Kämpfe, 8 Siege, 6 durch KO) und Cankan Günyzülü (20 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 18 Niederlagen, 16 durch KO) im Super Weltergewicht aufeinander. Der Rechtsausleger Dube machte den Kampf. Er umkreiste seinen Gegner, boxte an und verteilte gut. Seine rechten Körperhaken waren schön. Am Ende der ersten Runde stellte Dube Günyzülü an den Seilen. Kurze Zeit später kam er mit einer Linken zum Kopf durch, die Günyzülü zu Boden zwang. Nur wenige Sekunden später, war die Runde zu Ende. In der nächsten Runde wollte Dube es wissen. Er machte Druck und suchte den vorzeitigen Sieg, den er dann auch fand. Gleich zu Beginn der zweiten Runde ging Günyzülü schon wieder zu Boden, diesmal nach einem rechten Kopfhaken. Kurze Zeit später sackte er dann ein und ging erneut auf die Bretter. Zwar stellte er sich noch mal dem Kampf aber der souveräne GBA Ringrichter Ahmed Bencheikh nahm ihn raus.
Sieger durch TKO in Runde 2, nach 53 Sekunden: Marc Dube.

Im zweiten und letzten Profiboxkampf maßen im Halbschwergewicht Moritz Tristan Hütten (3 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO) und Gordan Zoric (29 Kämpfe, 5 Siege, 3 durch KO, 24 Niederlagen, 24 durch KO) ihr Können. Die Rollen waren nach wenigen Sekunden verteilt. Hütten ging auf einen vorzeitigen Erfolg, während Zoric nur überleben wollte. Hütten trieb seinen Gegner systematisch vor sich her und versuchte, ihn zu stellen. Zoric versuchte, sich an den Seilen entlang bewegend, Hütten zu entkommen. Schon nach kurzer Zeit „verlor“ Zoric seinen Mundschutz – um Zeit zu schinden. Zoric war sichtlich überfordert. Er drehte zweimal ab, wofür er auch ermahnt wurde. In der zweiten Runde stellte sich Zoric dem Schlagabtausch, der von seiner Seite unkontrolliert und wild, von Hüttens Seite jedoch überlegt und ruhig geführt wurde. Es endete mit dem KO von Zoric.
Sieger durch KO Runde 2, nach 10 Sekunden: Moritz Tristan Hütten.
© Uwe Betker

Ein Pfingstmontag in Krefeld

leave a comment »

Klaus Waschkewitz stellte am 10. Juni 2019, Pfingstmontag, in der Kaya Plaza in Krefeld eine Veranstaltung mit vier K1, einem Amateur- und fünf Profiboxkämpfen auf die Beine. Die K1 Kämpfe waren ein Vier-Mann-Turnier und der Amateurboxkampf ein Kinderkampf.

Den ersten Profiboxkampf des Abends, der auch der einzige im Schwergewicht war, bestritt der Düsseldorfer Dominic Vial (4 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO). In dem Vierrunder traf er auf Samuel Zade (7 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 5 Niederlagen, 5 durch KO). Vial boxte, während Zade fightete. Vial machte seine Sache gut und bestimmte den Kampf. Er nutzte seinen Reichweitenvorteil und bereitete seine Aktionen mit seiner steifen linken Graden vor. Zade versuchte, die Distanz durch Hineinspringen zu überbrücken und durch Schwinger ans Ziel zu kommen. Zur zweiten Runde trat Zade aufgrund einer Nasenverletzung nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 2: Dominic Vial.

Anschließend stiegen im Super Leichtgewicht Tim Pham (4 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) und Phillipp Alexander, auch für einen Vierrunder, in den Ring. Pham, ein Rechtsausleger, beherrschte die Ringmitte. Er boxte variabel und abgeklärt. Er trieb seinen Gegner vor sich her, der überhaupt nicht in den Kampf kam. Am Ende der ersten Runde kam Pham mit einer Linken zum Kopf durch und Alexander ging zu Boden. GBA Ringrichter Timo Hoffmann zählte bis acht. Danach hatte Alexander Probleme. In seiner Hilflosigkeit drehte er auch ab. In der zweiten Runde machte Pham dann ernst und erhöhte den Druck. Wieder ging Alexander nach einer Linken zum Kopf zu Boden. Kurz darauf nahm er dann noch mal mehrere Schläge, drehte sich ab und kniete sich hin. Ein Handtuch flog in den Ring. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 1: 03 Minuten: Tim Pham.

Ebenfalls auf vier Runden war die Halbschwergewichtsbegegnung zwischen Mihalis Davis (4 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) und Murat Doenmez (3 Kämpfe, 3 Niederlagen, 3 durch KO) angesetzt. Das Aufeinandertreffen dieser beiden gestaltete sich munter. Beide gingen nach vorne und suchten den Abtausch. Davis bestimmte jedoch den Kampf und Doenmez musste ein ums andere Mal Rechte zum Kopf nehmen. Zur zweiten Runde trat er dann nicht mehr an. Er hatte sich den Ellenbogen des rechten Arms verletzt. Sieger durch TKO in Runde 2: Mihalis Davis.

Den vorletzten Kampf des Abends bestritten im Halbschwergewicht Alpay Yaman (9 Kämpfe, 9 Siege, 5 durch KO) und Stephane Tchamba (7 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO, 4 Niederlagen, 1 durch KO). Yaman machte Druck und trieb seinen Gegner vor sich her. Mit jeder Aktion wollte er Tchamba fällen. Immer wieder suchte er den Abtausch und immer wieder versuchte er, mit harten Haken, seinen Gegner zu fällen. Dieser hielt jedoch dagegen. Tchamba hatte seine besten Aktionen, wenn er es schaffte, sich seinen Gegner mit der Führhand vom Hals zu halten, oder wenn er mit Aufwärtshaken durch die Mitte durchkam. Anfang der zweiten Runde sah es so aus, als ob Yaman Tchamba hätte. Der aber überstand den Schlaghagel und brachte selber Hände ins Ziel. In der dritten Runde musste Tchamba eine harte Links-Rechts-Kombination zum Kopf nehmen. Er wurde zweimal in einer Ecke gestellt und hatte Mühe wieder herauszukommen. In den Runden vier und fünf verschärfte sich der Kampf noch weiter; er wurde verbissener geführt und es ergaben sich mehr und härtere Schlagabtäusche. Zu Beginn der sechsten Runde musste Tchamba mehrere harte Kopftreffer nehmen. Yaman setzte nach und suchte den KO. Der kam aber nicht. So ging es bis zum Ende der achten Runde. Bemerkenswert war die Energieleistung von Yaman, der acht Runden lang jede Aktion so gestaltete, als stünde der KO unmittelbar bevor. Der souveräne Ringrichter Roman Morawiec hatte wenig zu tun. Einstimmiger Punktsieger: Alpay Yaman.

Zuletzt boxten im Cruisergewicht Ali Rami (14 Kämpfe, 13 Siege, 12 durch KO, 1 Niederlage) und Dominik Tietz (19 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO, 13 Niederlagen, 9 durch KO) einen Achtrunder. Die ersten drei Runden waren geprägt von taktischem Boxen. Rami baute seinen Kampf systematisch und kontinuierlich auf. Tietz versuchte, mit Einzelaktionen zu punkten. In der dritten Runde erhöhte Rami den Druck. Nach einer Rechten zum Körper ging Tietz runter. Ringrichter Ahmed Bencheikh zählte bis acht. Tietz versuchte, die Runde zu überstehen und machte seine Sache auch ganz gut. Mit dem Gong traf Rami Tietz erneut mit einer Rechten zum Körper. Tietz trat zur nächsten Runde nicht mehr an. Er hatte sich eine oder mehrere Rippen verletzt. Sieger durch TKO in Runde 4: Ali Rami.
© Uwe Betker

Eine große Show in Roeselare

leave a comment »

Im Zentrum der belgischen Provinz Westflandern fand am Samstag eine bemerkenswerte Veranstaltung statt, deren Austragungsort die Eventhal Schiervelde in Roeselare war. Zu sehen gab es fünf Amateur- und sechs Profiboxkämpfe.
Den Anfang machten im Weltergewicht Houssain Ghulian (10 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO, 5 Niederlagen, 1 durch KO, 2 Unentschieden) und Brice Bula Galo (11 Kämpfe, 10 Siege, 4 durch KO, 1 Niederlage). Der amtierende belgische Meister Bula Galo hatte nur wenig Mühe in dem Kampf. Er bestimmte ihn. Bereits nach wenigen Sekunden kam er in seiner eigenen Ecke mit einer harten Graden zum Kopf durch, die Ghulian erschütterte. Wenig später nahm Ghulian Kopftreffer in einer neutralen Ecke und ging das erste Mal zu Boden. Das wiederholte sich kurze Zeit später noch einmal. Den dritten Niederschlag gab es, als der nun im Rückwärtsgang agierende Ghulian durch einen Schrittfehler aus der Balance geraten war und gleichzeitig Treffer nehmen musste. Der Ringrichter Hassan Naji hatte genug gesehen und winkte den Kampf ab. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:15 Minuten: Brice Bula Galo.
Es folgte eine Ehrung für den unvergessenen „Löwen von Flandern“, Jean Pierre Coopman. Die belgische Schwergewichtslegende kämpfte am 20. Februar 1972 in Puerto Rico gegen Muhammad Ali. Er unterlag durch KO in Runde 5. Coopman bekam einen Ehrengürtel der Europäischen Boxunion überreicht.
Im zweiten Kampf des Abend trafen im Super Leichtgewicht Ahmed El Hamwi (28 Kämpfe, 18 Siege, 1 durch KO, 8 Niederlagen, 2 durch KO, 2 Unentschieden) und Luka Leskovic (32 Kämpfe, 5 Siege, 1 durch KO, 25 Niederlagen, 2 durch KO, 2 Unentschieden) für einen Sechsrunder aufeinander. El Hamwi machte von Anfang an Druck. Er trieb seinen Gegner vor sich her und kam immer wieder mit Rechten zum Kopf durch. Leskovic hielt sporadisch dagegen und versuchte mit heiler Haut aus den Ring zu kommen. El Hamwi arbeitete gut mit der Führhand aber aus einem unerfindlichen Grund schlug er so gut wie keine rechte Grade. So einseitig wie der Kampf war, so einseitig war auch das Punkturteil. Einstimmiger Sieger nach Punkten (60:54, 60:52 und 60:54): Ahmed El Hamwi.
Nach einer kurzen Pause begann die TV Übertragung. Im Super Mittelgewicht boxten Timo Rost (7 Kämpfe, 6 Siege, 2 durch KO, 1 Unentschieden) und Constantin Pancrat (16 Kämpfe, 7 Siege, 1 durch KO, 8 Niederlagen, 1 Unentschieden) in einem Sechsrunder gegeneinander. Rost suchte direkt den Abtausch. Mitte der ersten Runde öffnete er einen Cut am linken Auge von Pancrat. Die Runde wurde intensiv geführt. In der zweiten und dritten Runde agierte Rost verhaltener, stellte sich immer wieder in Doppeldeckung vor seinen Gegner, ließ diesen agieren und blockte die Schläge ab, um dann zu kontern. In der vierten Runde dominierte Rost das Geschehen im Ring mit seiner Führhand. Immer wieder kam er dann mit Links-Rechts-Kombinationen durch die Mitte zum Kopf durch. Mehrfach ließen Aufwärtshaken den Kopf von Pancrat nach hinten schnappen. In der fünften und sechsten Runde boxte Rost für die Galerie. Er bestimmte den Kampf nach Belieben, er spielte geradezu mit Pancrat und performte. In der letzten Runde startete Pancrat noch ein paar verzweifelte Angriffe, um sich der drohenden Niederlage entgegenzustemmen. Die aber konnte Rost souverän abkontern Die Punkrichter werten 58:56, 57:57 und 57:57, damit gab es durch Mehrheitsentscheidung ein Unentschieden – was ich persönlich aber nicht so gesehen habe – für mich ein Fehlurteil.
Im Mittelgewicht maßen Sasha Yengoyan (49 Kämpfe, 42 Siege, 25 durch KO, 6 Niederlagen, 1 Unentschieden) und Nikola Matic (56 Kämpfe, 16 Siege, 11 durch KO, 40 Niederlagen, 8 durch KO) ihre Kräfte. Der Kampf lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Yengoyan wollte den KO, bekam ihn aber nicht. Yengoyan versuchte von der ersten Sekunde an, seinen Gegner KO zu schlagen. Der wollte das aber aus verständlichen Gründen nicht. Matic erkannte schnell, dass seine boxerischen Mittel für einen Sieg nicht reichen würden. Also versuchte er, Yengoyan den Kampf kaputt zu machen. Einstimmiger Punktsieger (60:54, 60:54 und 59: 56): Sasha Yengoyan.
Hiernach stiegen zwei Frauen in den Ring, Oshin Derieuw (11 Kämpfe, 11 Siege, 4 durch KO) und Gülsum Tatar (4 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO, 1 Niederlage). Der Achtrunder wurde im Super Leichtgewicht geführt. Derieuw begann verhalten. Sie hatte offensichtlich Respekt vor der Schlagkraft ihrer Gegnerin. Sie trug Tatar zwar immer wieder den Kampf an, aber mit großer Vorsicht. Tatar setzte die besseren Treffer. Derieuw wurde im zweiten Durchgang stärker. Mitte der Runde kam sie mit einer schönen 1-2-Kombination zum Kopf durch. Hierdurch bestärkt, versuchte sie in der nächsten Runde mehr zu machen. Sie boxte an und versuchte zu punkten. Tatar aber hielt sie sich mit ihrer steifen Rechten Derieuw vom Hals. In der vierten Runde kam Derieuw praktisch nicht an ihre Gegnerin heran. In den folgenden Runde erhöhten beide Boxerin den Druck. So kam es zu vielen schönen Abtauschen. Über dem rechten Auge von Tatar bildete sich eine Schwellung. Die Runden sechs und sieben gingen an Derieuw, die die Distanz gefunden hatte und mutiger geworden war. Die achte Runde war dann wieder hart umkämpft. Tatar suchte den KO, aber er kam nicht. Einstimmige Punktsiegerin (79:73, 78:74 und 78:74): Oshin Derieuw. Der Kampf war, so wie ich ihn gesehen habe, sehr viel enger.
Den Hauptkampf des Abends bestritten Yves Ngabu (20 Kämpfe, 20 Siege, 14 durch KO) und Micki Nielsen (27 Kämpfe, 25 Siege, 15 durch KO, 2 Niederlage). Ngabu machte die zweite Titelverteidigung seines Europameistertitels im Cruisergewicht. Beide Kontrahenten lieferten sich einen richtig guten Kampf, wenn er auch nicht immer schön anzusehen war, denn es wurde immer wieder geklammert. Am Anfang gab es nur ein sehr kurzes Abtasten und schon ging es zur Sache. Insgesamt wurde der Kampf hart geführt. Ab der fünften Runde hatte Nielsen schwer Nasenbluten. Aber er machte Ngabu das Leben schwer. Einstimmiger Punktsieger (119:111, 117:112 und 117:112): Yves Ngabu.
© Uwe Betker

In der Waschkaue: Die 1. Übacher Profi Boxnacht

leave a comment »

Die „Waschkaue“ in Übach Pallenberg war am 08.12.2018 Austragungsort der 1. Übacher Profi Boxnacht. Hinter Black Lion Event Promotion, dem Veranstalter, verbirgt sich niemand anderes als Daniel Bulabula. Es gab insgesamt zwölf Boxkämpfe zu sehen, vier Amateur- und acht Profiboxkämpfe. Hinzu kamen eine Gospelgruppe, zwei Singer-songwriter, zwei Nummerngirls und die Stimme des deutschen Profiboxens, Thomas Bielefeld.

Den Anfang machten im Schwergewicht Hünkar Palat (5 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) und Ulas Acikgöz (6 Kämpfe, 6 Niederlagen, 6 durch KO). Der auf vier Runden angesetzte Kampf war kurz. Palat bestimmte den Kampf und  Acikgöz versuchte zu überleben. Palat stellte sich sogar vor seinen Gegner hin und ließ sich ohne Deckung schlagen, um zu zeigen, wie schwach die Schläge seines Gegners waren. Kurze Zeit später gab Acikgöz verletzungsbedingt auf. Ob er sich bei der oben beschriebenen Aktion tatsächlich verletzt hatte, war mir nicht ersichtlich. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:45: Hünkar Palat.

Es folgte ein Kampf zwischen Rashad Karimov (34 Kämpfe, 31 Siege, 27 durch KO, 3 Niederlagen) und Ruslan Muradov (6 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO) im Halbschwergewicht, der  deutlich besser war als der vorangegangene. Karimov machte den Kampf, aber Muradov hielt dagegen. Man stand viel Fuß an Fuß und suchte den Schlagabtausch. Am Ende der ersten Runde war Muradov sichtlich beeindruckt von einem Körpertreffer, den er nehmen musste. Mitte der zweiten Runde wollte Karimov dann den Kampf beenden. Mehrfach stellte er sein Gegenüber an den Seilen und deckte ihn mit Körpertreffern ein. Mit der ersten Aktion in der dritten Runde, einem linken Körperhaken, gefolgt von einem rechten Kopfhaken, fällte Karimov seinen Gegner dann. GBA Ringrichter Jusuf Visnjic zählte bis Acht. Kurze Zeit später ging Muradov erneut nach Körpertreffern runter. Während noch gezählt wurde, flog ein Handtuch in den Ring. Sieger durch TKO in Runde 3, nach 1:03 Minuten: Rashad Karimov.

Danach kam ein Frauenboxkampf zwischen Annika Tielke und Jenny Smodis, zwei Debütantinnen. Es war ein harter Kampf und Tielke machte ihn. Sie trug ihrer Gegnerin den Kampf an und deckte sie ein. In der zweiten Runde konnte Smodis dem Druck kaum noch  standhalten und hatte kaum etwas entgegenzusetzen. Zur dritten Runde trat sie dann auch nicht mehr an. Siegerin durch TKO in Runde 3: Annika Tielke.

Jurij Frank (16 Kämpfe, 12 Siege, 12 durch KO, 4 Niederlagen, 2 durch KO) und Dzianis Krana Luban stiegen als die Nächsten in den Ring. Sie bestritten einen Vier-Runden-Kampf im Schwergewicht. Frank, der erheblich größer war, er ist 2,17 Meter – machte von Anfang ernst. Schon nach kurzer Zeit fand sich Luban am Boden wieder. Ringrichter Kazim Kurnaz wertete einen Wischer als Ausrutscher. Beim nächsten Mal wurde er aber dann doch angezählt. Danach ging es Luban nur noch darum zu überleben und Frank darum, seine Beute zu erlegen. Eine Linke fällte Luban erneut und wieder wurde er angezählt. Am Anfang der zweiten Runde traf Frank seinen Gegner mit einer linken Grade, Luban ging wieder zu Boden und seine Ecke warf das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 2 nach 30 Sekunden: Juriy Frank.

Der Kampf zwischen Pascal Wolters und Samuel Zade (2 Kämpfe, 2 Niederlagen, 2 durch KO) im Schwergewicht begann hektisch. Wolters versuchte sein Gegenüber zu überrollen, das gelang aber nicht. Dadurch gestaltete sich der Kampf dann hart und verbissen. Beide Boxer hatten ihre Momente. In der zweiten Runde erhöhte Wolters den Druck. Immer wieder stürmte er auf seinen Gegner zu und versuchte Hände ins Ziel zu bringen. Zur dritten Runde trat Zade nicht mehr an. Er hatte sich den linken Arm verletzt. Sieger durch TKO in Runde 3: Pascal Wolters.

Es folgte der einzige Titelkampf des Abends. Alexander Frank (17 Kämpfe, 16 Siege, 13 durch KO, 1 Unentschieden) und Roman Golovashchenko boxten um den Titel der UBO und der WBCA. Golovashchenko besetzte die Ringmitte, nutzte seinen Reichweitenvorteil und punktete mit seiner linken Graden, gefolgt von einer rechten Graden. Frank kreiste um ihn herum und suchte eine Lücke. In der zweiten Runde machte Frank mehr. Er schlug linke und rechte Haken an der Deckung vorbei zum Kopf. Golovashchenko konnte sich seinen Gegner immer weniger vom Hals halten. In der dritten Runde merkte er das selber und versuchte es dann, als größerer Boxer, mit einem überfallartigen Angriff, der aber buchstäblich ins Leere lief. Frank hatte den Kampf im Griff. Am Anfang der fünften Runde knickte Golovashchenko um, fiel zu Boden und verletzte sich den Rücken. Er wurde mit einer Trage aus der Halle getragen und ins Krankenhaus gefahren. Bis er endlich abgeholt wurde, dauerte es gefühlt eine kleine Ewigkeit, weil irgendwelche humanoide Wesen den Rettungsweg zugeparkt hatten. Sieger durch TKO in Runde 5, nach 25 Sekunden: Alexander Frank.

Im Halbschwergewicht boxten sodann Martin Houben (4 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO) und Edi Sejdinavic einen Vierrunder aus. Es war eine einzige Martin Houben Show. Er demonstrierte seine gute boxerische Schule und zeigte eine schöne steife Führhand und eine gute Rechte. Sein Gegner versuchte, ihm den Kampf kaputt zu machen, indem er jeden Trick versuchte, den Kampf schmutzig zu machen. Auf die meisten dieser Aktionen hatte Houben allerdings die richtige Antwort. Am Ende der zweiten Runde stellte er sein Gegenüber und kam mit zwei knackigen Links-Rechts-Kombination zum Kopf durch, die Sejdinavic durchschüttelten. In der dritten Runde streute er mehr Körperhaken und Aufwärtshaken ein. Die Frage war nur, ob Houben es schaffen würde, vorzeitig zu gewinnen. Er versuchte es, aber Sejdinavic hielt dagegen.  Er klammerte, lief weg, sprang in  Houben hinein, usw. – Insgesamt: Ein richtig guter Vierrunder. Am Ende stand ein Punktsieg (40:37) für Martin Houben.

Den Hauptkampf des Abends bestritt der Veranstalter Daniel Bulabula (3 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO). Er traf auf Samef Yaser. Der Schwergewichtskampf  war auf sechs Runden angesetzt, Yaser verschanzte sich hinter seiner Doppeldeckung, schob sich an seinen Gegner heran und feuerte dort Haken ab. Bulabula boxte an, um dann zu verteilen. Im ersten Durchgang war Yaser der Erfolgreichere. In der zweiten Runde kam  Bulabula auf. Er brachte mehr Hände ins Ziel und brachte seinen Gegner mehr und mehr in Schwierigkeiten. In der dritten Runde verlor Yaser noch mehr seine Linie, er schlug mehr Schwinger und  Bulabula konterte ihn mit Kopfhaken ab. Am Ende der Runde punkte Bulabula mehrfach mit schönen linken Graden zum Kopf. In der vierten Runde wurde die Dominanz von Bulabula immer deutlicher. Am Anfang kam er mit einer harten Rechten zum Kopf durch, die Yaser so sehr erschütterte, dass er viel klammerte. Die fünfte Runde ließen beide Boxer es etwas ruhiger angehen. Am Ende der Runde kam Bulabula mit einem rechten Kopfhaken durch. Er setzte nach, worauf es zu einem schönen und heftigen Schlagabtausch kam. In die sechsten und letzten Runde startete Yaser besser und er kam nun seinerseits mit einer Rechten zum Kopf durch. Dann übernahm aber Bulabula erneut das Kommando. Es wurde intensiv bis zur letzten Sekunde gefightet. Sieger nach Punkten (60:55): Daniel Bulabula.

Für den 07. Dezember 2019 ist die nächste Übacher Profi Boxnacht abgekündigt.

© Uwe Betker

Gastbeitrag: Düsseldorf feiert Timo Rost

leave a comment »

Düsseldorf feiert seinen neuen Lokalmatador im klassischen Faustkampf in der Classic Remise. Nach acht Runden stand Timo Rost als einstimmiger Sieger nach Punkten im Super Mittelgewicht fest. Eine Tatsache, die sein beherzt kämpfender Gegner Tiran Metz nicht wahrhaben wollte und noch lange nach der Urteilsverkündung wütend als „Fehlurteil“ wertete. Sein größter Fehler an diesem Abend.

Dabei zeigte sich Metz als die erwartet harte Nuss, die der 27-jährige Timo Rost zu knacken hatte. Der Essener sollte ein ernstzunehmender Gegner in der noch jungen Profikarriere des Düsseldorfers werden. Um den anfangs übermotivierten Rost jedoch in die Grenzen zu zwingen, geschweige denn an den Rand einer Niederlage zu bringen und sich ernsthaft über das Urteil beschweren zu können, hätte Metz mehr Leistung zeigen müssen. Doch Einzelaktionen reichen im heutigen Profiboxen nicht mehr aus, insbesondere in einer Gewichtsklasse in der zwischen unterschiedlichen Distanzen hin- und hergependelt werden und Schnelligkeit und Beinarbeit eine gewisse Rolle spielen kann. Kurzum: Metz zeigte zu wenig. Rost wurde seiner Rolle als Favorit gerecht und ließ sich durch den auf acht Runden angesetzten Kampf von Beginn auf einer Welle der Euphorie tragen.

Zum Kampf: Erst ab der dritten Runde konnte Timo Rost seine besseren boxerischen und konditionellen Qualitäten zeigen. Vorher hielten sich beide Boxer zu sehr damit auf, sich durch klammern zu neutralisieren. Unabhängig, von wem dieses Stilmittel hauptsächlich eingesetzt wurde. Erst als sich Rost in der dritten Runde mehr bewegte, dadurch zwar längere Wege an den Ringseilen gehen musste, nahm sein Kampf Gestalt an und er bekam Zugriff auf den 32-jährigen Metz, der mit einer Bilanz von 22 Kämpfen, davon 15 Siege, drei Niederlagen und vier Unentschieden in die Düsseldorfer Classic Remise anreiste.

Rosts bis dato schönste Kombination, die mit einem linken Haken zum Kopf aus der „neuen“ Halbdistanz ins Ziel fand, schoss der Lokalmatador in der vierten Runde ab. In diesem Moment hatte er die exakte Entfernung gefunden. Metz reagierte wie häufig an diesem Abend mit Einzelaktionen, die allerdings selten trafen oder Rost in Verlegenheit brachten. Wobei es der Lokalmatador seinem Gegner auch zeitweise sehr leicht machte. Seine Deckung befand sich wiederholt nicht dort, wo sie der Erfinder des Spiels sowie Rosts Trainer Rüdiger May sehen wollte.

Wobei Deckung ein Thema ist, die richtige Distanz ein anderes. Ab der sechsten Runde zeigte sich Rost häufig zu weit vom Gegner entfernt, um nach diversen Kombinationen nachsetzen zu können. Ein bis zwei Schritte in Richtung Gegner aber außerhalb dessen Reichweite hätten den Druck auf Metz erhöhen können, der durch die zu große Entfernung die Gelegenheit bekam, sich positionieren und Einzelaktionen starten zu können.

Groß war der Schrecken unter den Besuchern allerdings in der siebten Runde als der Ringarzt in Rosts Ecke gerufen wurde. Nach einem unabsichtlichen Kopfstoß zeigte sich ein Cut über Rosts linkem Auge. Doch er boxte weiter, wobei Metz diese Verletzung auch nicht in den letzten beiden Runden konkret anvisierte, im Gegensatz zu anderen Kämpfern. So gelangten beide Sportler in die letzte Runde, in der Rost noch einmal Druck machte und signalisierte, dass er über mindestens acht Runden gehen kann. Ein deutliches Signal für künftige Herausforderungen?

Ein abschließendes Wort zu Tiran Metz, der sich nach dem einstimmigen Urteil zugunsten von Timo Rost ungerecht behandelt fühlte. Er hat gut gekämpft und damit einen interessanten Boxabend mitgestaltet – und ein guter Kämpfer sollte kein schlechter Verlierer sein.

Während Timo Rost sein vorgegebenes Soll erfüllte, blieb Sherif Morina (Dinslaken) dahinter zurück. Sechs Runden im Weltergewicht à drei Minuten bekam er, um den neun Jahre älteren Juma Waswa (Uganda) von seinen boxerischen Fähigkeiten zu überzeugen, geschafft hat er es nicht. So endete der Vergleich mit einem Unentschieden, das Teile des Publikums zu Ungunsten des Uganders als Fehlurteil werteten. Der 37-jährige hatte sich mit einer couragierten Leistung in die Herzen des Publikums gekämpft.

Dabei schien zu Beginn des Vergleichs alles seinen gewohnten Lauf zu gehen. In den ersten beiden Runden setzte Sherif seinen Gegner dermaßen unter Druck, als wolle er in seinem achten Profikampf den fünften KO feiern. Geschickt entschärfte er durch eine starke Deckung die linke Schlaghand des Rechtsauslegers Wasma zum Körper oder zum Kopf und setzte seinerseits gute Akzente.

Doch ab der dritten Runde zeigte sich Sherif immer ratloser. Ein Plan B schien nicht im Handgepäck versteckt worden zu sein. Seinen Ausdruck erreichte die scheinbare Unsicherheit Sherifs mit einer Tiki-Taka-Boxserie, als er Wasma an den Ringseilen stellen konnte. Doch statt eines willensstarken Auftretens passierte – nichts. Ohne Herz, ohne Dynamik, fast gleichgültig, gleichwohl als würde im Kino eine falsche Filmspule eingelegt werden und der Vorführer merkt es nicht, vergab Morina diese Situation.

Somit wurde Wasma mit zunehmendem Kampfverlauf mutiger. Der Ugander entzog sich den Attacken des 28-jährigen Deutschen und setzte hier und da seine Nadelspitzen, zumal Sherif zunehmend seine Deckung vernachlässigte. Wasma konterte, wenn er die Chance sah, wich aus, wenn er Platz fand, blieb stets gefährlich und trug seinerseits viel dazu bei, dass sich am Ende das Unentschieden für Sherif eher als eine Niederlage anfühlte.

Zwei interessante Begegnungen, bleibt die dritte Paarung des Kampfabends. Darin traf der Kölner René Oeffner (22) im Halbschwergewicht auf Marko Kuvac (Bosnien und Herzegowina). Um es vorweg zu nehmen: Oeffner verbrachte mehr Zeit beim Aufwärmen als im Ring. Drei Mal ging der 31-jährige Kovac bereits in der ersten von sechs Runden zu Boden. Danach hatte der BDB Ringrichter Maurizio Rinaudo ein Einsehen mit allen Beteiligten. Oeffner verbesserte seine Kampfbilanz damit auf 13 Siege bei 14 Kämpfen, davon neun durch KO.

Übrigens: Einen Europameister bekamen die rund 600 Besucher doch zu sehen. Die Cheerleader des SC Unterrath überbrückten als amtierende Deutscher Meister und Europameister die Kampfpause und begeisterten.

Die zahlreichen Fans von Rost feierten noch lange den Sieg ihres Helden in der Düsseldorfer Classic Remise, welche ein toller Rahmen für die Veranstaltung war.

(C) Manfred Fammler

Besser als die Fußball WM in Russland – die Essener Fight Night 3

leave a comment »

Veranstalter Bjoern Sothmann wird allmählich zu einer festen Größe beim Profiboxen im Ruhrgebiet. Am Samstag, dem 16. Juni 2016, stellte er eine kleine aber feine Veranstaltung in der Wohnbau Hockey Arena an der Raumerstrasse in Essen auf die Beine. Es gab fünf Profiboxkämpfe zu sehen, vier Vierrunder und einen Sechsrunder.

Den Anfang machten im Federgewicht zwei Damen, Susan Kolukisa (3 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 1 Unentschieden) und Nana Chakhvashvili (12 Kämpfe, 5 Siege, 3 durch KO, 7 Niederlagen, 5 durch KO). Der Kampf war munter. Chakhvashvili bestimmte den Rhythmus in der ersten Runde. In der zweiten Runde bestimmte dann Kolukisa das Geschehen im Ring. Sie trieb ihre Gegnerin vor sich her. Immer wieder kam sie mit ihrer Rechten zum Kopf durch. Auch in der dritten Runde trug Kolukisa Chakhvashvili den Kampf an. Immer wieder verwickelte sie sie in Schlagabtäusche, die sie dominierte. Die vierte Runde wurde verbissen geführt und Chakhvashvili erwehrte sich nach Kräften ihrer Haut. Der umsichtig agierende GBA Ringrichter Roman Morawiec hatte nicht aber nicht viel zu tun. Einstimmige Siegerin nach Punkten: Susan Kolukisa.

Armin Ajrulai gab im Mittelgewicht sein Profidebüt. Er traf auf Dominik Tietz (15 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO, 9 Niederlagen, 6 durch KO). Tietz beherrschte die Ringmitte aber Ajrulai machte den Kampf. Er boxte variabel an und verteilte gut. In der zweiten Runde machten beide mehr. Ajrulai schlug mehr und traf mehr, aber Tietz hielt dagegen. Die dritte Runde war verfahren. Es wurde viel geklammert, durchgesteckt, mit der Schulter gestoßen, nachgeschlagen und noch alles Mögliche, was man sonst so machen kann, getan. Ringrichter Kornelius Bernds hatte viel zu tun. In der vierten Runde boxten beide wieder; sie wollten beide den KO. Tietz hatte offensichtlich die bessere Kondition und brachte Ajrulai immer wieder in Bedrängnis. Dieser wusste sich oft nur durch Klammern zu helfen. Er hatte dann in den letzten Sekunden noch eine gute Aktion, wo er Tietz in einer neutralen Ecke stellte. Aber diesmal klammerte Tietz und deutet ein Küsschen auf die Glatze von Ajrulai an. Einstimmiger Punktsieger: Armin Ajrulai.

Im Schwergewicht boxten Paul Zummach (4 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO, 1 Niederlage) und Vincenzo Anzalone (6 Kämpfe, 6 Niederlagen, 2 durch KO) gegeneinander. Zummach machte den Kampf. Er nutzte seinen Reichweitenvorteil und seine Schnelligkeit und deckte Anzalone ein. Mitte der Runde stellte Zummach seinen Gegner an den Seilen und kam mit einer harten Rechten zur Schläfe durch, die Anzalone erschütterte. Gegen Ende der Runde wiederholte sich die Szene noch mal. Nur mit Mühe erreichte Anzalone das Rundenende. In den nächsten Runde nahm Anzalone wie immer viel, aber er hielt, auch wie immer, durch. Anfang der dritten Runde erlitt er einen bösen Cut über dem linken Auge, der immer schlimmer wurde. Aber er boxte weiter. Ringrichter Morawiec zog zweimal den Ringarzt hinzu, der allerdings nicht empfahl, den Kampf zu stoppen. Anzalone, ein wahrer Krieger, wollte weiter kämpfen und stellte sich zur vierten Runde; sein Trainer Christoph Gresförder warf jedoch das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 4, nach 5 Sekunden: Paul Zummach.
Der Trainer von Anzalone erklärte nach dem Kampf, sein Schützling mache nun eine längere Pause, um dann im Herbst wieder anzugreifen.
Im Super Mittelgewicht boxten Tiran Metz (21 Kämpfe, 14 Siege, 6 durch KO, 3 Niederlagen, 4 Unentschieden) Jaroslaw Januskiewicz (2 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 1 Niederlage) gegeneinander. Metz ging von der ersten Sekunde an auf einen KO aus, der aber nicht kam. Er bereitete gut mit der Linken vor und verteilte gut. Besonders die Körpertreffer schienen Wirkung zu erzielen. Januskiewicz hatte in der zweiten Runde Metz noch weniger entgegenzusetzen als in der vorangegangenen. Immer wieder wurde er an den Seilen gestellt. Er verschanzte sich hinter seiner Doppeldeckung und konnte nur selten kontern. Anfang der dritten Runde machte Januskiewicz mehr, konnte Metz aber dadurch nicht verlangsamen. Der dominierte die letzten zwei Drittel der Runde. Im vierten Durchgang boxte Metz für die Galerie. Er zeigte seine technische Überlegenheit und seine überlegenen Reflexe. Einstimmiger Punktsieger: Tiran Metz.

Hauptkampf des Abends war der erste Kampf von Patrick Korte (14 Kämpfe, 13 Siege, 11 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) nach seiner überraschenden Niederlage im März. Der Essener Schwergewichtler traf auf Giorgi Kopadze (14 Kämpfe, 6 Siege, 6 durch KO, 8 Niederlagen, 7 durch KO) aus Georgien. Korte begann ruhig. Er boxte an und verteilte gut. Alles sah so aus, als würde Korte dort anschließen, wo er vor seiner einzigen Niederlage aufgehört hatte. Dann ließ er sich unnötigerweise auf einen wilden Schlagabtausch ein, lief dabei in eine Rechte zum Kopf und ging zu Boden. Ringrichter Morawiec zähle ihn an. Der Kampf wurde nun hektisch. Beide Boxer keilten aufeinander ein; dabei wirkte Korte anfänglich noch leicht benommen. Gegen Ende der Runde ging Kopadze in seine Ecke und erbrach sich in einen Eimer. Danach nahm er den Kampf wieder auf – etwas, was ich noch nie bei einem Profikampf gesehen habe. Die verbleibenden ca. 15 Sekunden waren wieder eine Keilerei.

Auch in der zweiten Runde boxte Korte nicht wirklich ruhig. Immer wieder kam es zum Schlagabtausch, der jeweils nicht wirklich vorbereitet war. Dann ging Kopadze erneut in seine Ecke, kniete sich hin und erbrach sich noch einmal in einen Eimer. Seine Ecke hatte nun genug gesehen und warf das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 2 nach 1:15 Minuten: Patrick Korte.

Die Essener Fight Night 3 war eine gute Veranstaltung. Sie war bereits um 20 Uhr beendet. Vermutlich wollte der Veranstalter Sothmann es den Zuschauern ermöglichen, noch Fußball im Fernsehen zu gucken. Es ist zu hoffen, dass es bald eine Fight Night 4 gibt. Wir werden sehen, wohin sich Patrick Korte entwickeln wird. Der Kampf gegen Giorgi Kopadze sollte hierüber vermutlich Klarheit verschaffen, was er allerdings nicht tat. Aufgrund von Verlauf und Ende des Kampfes sind nun alle so klug als wie zuvor. Es bleibt spannend.
© Uwe Betker

Boxen in Fernsehstudio 1

leave a comment »

Profiboxen in einem Fernsehstudio ist eigentlich die Ideallösung für diesen Sport, wenn das Ganze dann auch noch von einem TV-Sender übertragen wird. Für den TV-Sender wie für den Veranstalter sind die Bedingungen ideal. Auch für die Zuschauer ist es gut, denn die Konzentration ist auf den Ring fokussiert, bzw. auf das Geschehen darin. Die nobeo Studios in Hürth waren am 12.05.2018 Austragungsort einer Veranstaltung von Ahmet Öner, die von Sky Sport übertragen wurde. Insgesamt gab es dreizehn Kämpfe zu sehen.
Den Anfang machte ein Sechsrunder im Schwergewicht zwischen Gogita Gorgiladze (63 Kämpfe, 38 Siege, 32 durch KO, 25 Niederlagen, 10 durch KO) und Ali Kiydin (6 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO). Kiydin schlug viele Haken, wobei besonders sein rechter Körperhaken gut aussah. Er dominierte den Kampf. In der dritten Runde kam er mehrfach mit schönen Aufwärtshaken durch. Die vierte Runde war munter und es gab viele Schlagabtäusche. Gorgiladze schien Konditionsprobleme zu bekommen, erreichte aber das Kampfende. Sieger nach Punkten, durch Mehrheitsentscheidung: Ali Kiydin.
Anschließend stiegen Lars Jaarsma und Azad Dogru (19 Kämpfe, 19 Niederlagen, 19 durch KO) für einen Vierrunder im Super Weltergewicht in den Ring. Jaarsma, ein Debütant, boxte gut und Dogru ging mehrfach zu Boden. Beim dritten Mal hatte BDB Ringrichter Maurizio Rinaudo genug gesehen und nahm Dogru aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 1:57 Minuten: Lars Jaarsma.
Ebenfalls einen Vierrunder bestritten im Halbschwergewicht Miroslaw Dzembic und Onur Kanat. Beide Debütanten zeigten technisch gutes Boxen. Kanat boxte ruhig und abgeklärt. Er machte Druck und bestimmte den Kampf. Am Ende der zweiten Runde kam er mit einem schönen rechten Haken zum Kopf durch und Dzembic schien zu wackeln. Zur dritten Runde trat er dann verletzungsbedingt nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 3: Onur Kanat.
Danach stiegen Davit Gorgiladze (28 Kämpfe, 16 Siege, 14 durch KO, 12 Niederlagen, 12 durch KO) und Mohamed Soltby (15 Kämpfe, 14 Siege, 9 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) für einen Achtrunder im Schwergewicht in den Ring. Soltby boxte schön mit der Linken an und zog gut mit der Rechten nach. Er verteilte gut. Plötzlich ging Gorgiladze auf die Knie. Er hatte sich seine linke Schulter ausgekugelt. Der Ringrichter Uwe Lorch brach den Kampf ab. Sieger durch TKO in Runde 1 nach 1:58 Minuten: Mohamed Soltby.
Auf sechs Runden war die Kampf von Francisco Cordero (49 Kämpfe, 38 Siege, 29 durch KO, 11 Niederlagen, 9 durch KO) und Mohammed Bekdash (13, Kämpfe, 13 Siege, 10 durch KO) im Halbschwergewicht angesetzt. Bekdash boxte überlegt und ruhig. Er trieb mit seiner rechten Führhand seinen Gegner vor sich her, ohne zu überhasten. Bekdash boxte schön durch die Mitte und Cordero versuchte es mit Haken. Allerdings hatte Cordero Schwierigkeiten, den Reichweitennachteil auszugleichen. Die vierte Runde war besonders munter, als Cordero zwei Mal mit einem Kopfhaken durchkam. Am Anfang der fünften Runde platzierte Bekdash eine schöne Rechte zum Kopf. Am Ende der Runde deckte er sein Gegenüber mit einem regelrechten Schlaghagel ein, aber der Gong rettete Cordero noch mal. Er trat allerdings zur sechsten Runde nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 6: Mohammed Bekdash.
Im Mittelgewicht boxten Sokol Arsic (4 Kämpfe, 1 Sieg, 2 Niederlagen, 2 durch KO, 1 Unentschieden) und Taycan Yildirim (4 Kämpfe, 4 Siege, 2 durch KO). Die Begegnung war auf vier Runden angesetzt. Sie begann mit einem Führhandduell, bis Yildirim den Druck erhöhte. Am Ende der Runde schlug Yildirim seinen Gegner buchstäblich aus dem Ring. Arsic war, sich hinter einer Doppeldeckung verschanzend, durch die Ringseile gerutscht. In der zweiten Runde erhöhte Yildirim den Druck. Er stellte seinen Gegner in einer neutralen Ecke und ließ ihn nicht mehr raus. Arsic ging langsam zu Boden. Er machte keine Anstalten, sich noch mal dem Kampf zu stellen und der Ringrichter nahm ihn aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 39 Sekunden: Taycan Yildirim.
Im Mittelgewicht boxten Dino Sabanovic (19 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 17 Niederlagen, 11 durch KO) und Onur Aykac (3 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO), ebenfalls in einem Vierrunder. Der Kampf war munter. Ende der zweiten Runde holte Aykac seinen Gegner mit einem schönen Leberhaken von den Beinen. In dieser Runde war Sabanovic von Ringrichter Rinaudo bereits zwei Mal angezählt worden, jeweils nach kleineren Kombinationen. Dann kam ein Handtuch geflogen und der Kampf war zu Ende. Sieger durch TKO in Runde 3, nach 1:00 Minute: Onur Aykac.
Auch Jovica Jovanovic (14 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 13 Niederlagen, 4 durch KO) und Mohamed Khaloua (5 Kämpfe, 5 Siege, 1 durch KO) traten für einen Vierrunder an, u.z. im Superweltergewicht. Khaloua zeigte schnelle Hände und schnelle Beine. Er tanzte seinen Gegner aus und deckte ihn mit variablen Kombinationen ein. In der dritten Runde hatte er ihn mehrfach am wackeln. Im vierten Durchgang gab es harte Schlagabtäusche, wobei beide Treffer nahmen. Sieger nach Punkten: Mohamed Khaloua.
Anschließend boxten Dionisio Miranda (41 Kämpfe, 22 Siege, 19 durch KO, 17 Niederlagen, 14 durch KO, 1 Unentschieden) und Yusuf Kangül (19 Kämpfe, 16 Siege, 10 durch KO, 2 Niederlagen, 1 Unentschieden) einen Achtrunder im Super Mittelgewicht. Kangül besetzte die Ringmitte und trieb Miranda relativ verhalten vor sich her. Immer wieder explodierte er und schlug harte Kombinationen. In der zweiten Runde arbeitete Miranda, der einen Reichweitenvorteil hatte, mehr mit seiner Führhand. In der dritten Runde kam Kangül wieder besser mit den langen Armen von Miranda zurecht. Er tauchte unter den Schlägen weg und kam an seinen Gegner heran. Dabei trafen sich die Köpfe der beiden Boxer. In der folgenden Runde stellte Kangül Miranda, erst in seiner und dann in dessen Ecke, und deckte ihn mit harten Schlägen ein. Die fünfte Runde war hart umkämpft und Miranda nahm einige harte Treffer. Zur sechsten Runde trat Miranda verletzungsbedingt nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 6: Yusuf Kangül.
Ladislav Nemeth (69 Kämpfe, 9 Siege, 4 durch KO, 51 Niederlagen, 16 durch KO, 8 Unentschieden) und Nick Morsink (5 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) maßen im Halbschwergewicht ihre Kräfte in einem Sechsrunder. Beide gingen ein sehr hohes Tempo. Morsink beeindruckte. Mit dem Gong zur Pause kam er mit einem rechten Haken zur Schläfe durch, die Nemeth einknicken ließ. Nach ca. zwei Minuten in der zweiten Runde fand sich Morsink auf dem Boden wieder. Ein Schlag hatte ihn aus der Balance und zu Boden gebracht. Ringrichter Uwe Lorch zählte ihn nicht an. Die folgende Runde war hektisch. Nemeth suchte den KO zu erzwingen. Er nahm viel, aber er fiel nicht. Lediglich eine kleine Catcheinlage von Morsink brachte ihn zu Boden. Diese Einlage gab es dann in der fünften Runde noch einmal. Nemeth wollte einfach nicht durch Schläge fallen. Er nahm. Er nahm sehr viele harte Schläge, aber er erreichte den Schlussgong. Sieger nach Punkten: Nick Morsink.
Einen Vierrunder im Cruisergewicht bestritten Fadil Pasalic (18 Kämpfe, 1 Sieg, 17 Niederlagen, 10 durch KO) und Hami Sedef, der sein Profidebüt gab. Sedef besetzte zwar die Ringmitte, agierte aber etwas unsicher und kam nur selten an seinen Gegner heran. Pasalic hielt ihn sich meist mit seiner Führhand vom Hals. In der zweiten Runde verletzte sich Pasalic den linken Ellebogen und glitt zu Boden, während Sedef weiter auf ihn einprügelte. Ringrichter Lorch zählte Pasalic an. Kurze Zeit später prügelte Sedef Pasalic erneut zu Boden. Pasalic, der sich offensichtlich verletzt hatte, gab auf. Sieger durch TKO in Runde 2 nach 1:59: ami Sedef.
Im Halbschergewicht trafen Attila Tibor Nagy (44 Kämpfe, 11 Siege, 7 durch KO, 33 Niederlagen, 11 durch KO) und Serge Michel (6 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO) für einen Achtrunder aufeinander. Nagy ging mit einer schon brutal zu nennenden Systematik ans Werk. Er boxte, ohne zu überhasten. Immer wieder traf seine präzise Führhand und sobald sich die Lücke ergab, zog er mit der Rechten nach. Gleichzeitig erhöhte er kontinuierlich den Druck, ohne dabei aber zu überhasten. So brachte er seinen Gegner drei Mal in der dritten Runde zu Boden. Dieser versuchte zwischen den Niederschlägen, Michel in Keilereien zu verwickeln, was ihm aber nichts nützte; Michel sezierte ihn ruhig weiter. Nach dem dritten Niederschlag war dann Schluss: Sieger durch TKO in Runde 3 nach 2:02 Minuten: Serge Michel.
Den Hauptkampf des Abends bestritten Ryan Ford (17 Kämpfe, 14 Siege, 9 durch KO, 3 Niederlagen) und Avni Yildirim (20 Kämpfe, 19 Siege, 11 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) im Super Mittelgewicht. Dabei ging es um die WBC International Meisterschaft. Beide Boxer standen Fuß an Fuß und suchten die Lücke in der guten und kompakten Deckung des Anderen. Beide gingen ein sehr hohes Tempo. Es gab in den ersten beiden Runden nur sehr wenige einzelne Treffer. In der dritten Runde wurde der Kampf härter. Beide trafen häufiger, was sich in der vierten Runde fortsetzte. In der letzten Minute der vierten Runde gab es mehrere harte Schlagabtäusche. Man konnte sich kaum vorstellen, dass der Kampf über die Runden gehen würde. In der fünften und sechsten Runde wurden beide etwas langsamer, was aber nur dazu führte, dass es häufiger zum Schlagabtausch kam. In der siebten Runde wirkte Ford dann frischer und kam auch mehrfach hart durch. Im folgenden Durchgang ruhte er sich etwas aus und unterband viele Aktionen, indem er ganz nah an Yilderim heranging. Ringrichter Celestino Ruiz hatte nur sehr wenig zu tun. Nur hin und wieder musste er die Kontrahenten trennen. In der neunten Runde kam Yildirim auf. Am Ende sah es so aus, als ob Ford wackeln würde. Die zehnte und die erste Hälfte der elften Runde dominierte Yildirim, dann kam Ford wieder. Die zwölfte und letzte Runde gestaltete sich dann noch einmal brutal. Beide suchten den KO. Es war eine epische Ringschlacht. Einstimmiger Sieger nach Punkten (116:112, 115:113 und 117:112): Avni Yildirim.
Wir dürfen gespannt sein, ob der deutsche Weltmeister im Super Mittelgewicht nach Version WBA, Tyron Zeuge (23 Kämpfe, 22 Siege, 12 durch KO, I1 Unentschieden), auf die Herausforderung von Avni Yildirim und seinem Manager Ahmet Oener reagieren wird.
Das Studio 1 von nobeo Studios in Hürth ist ein idealer Austragungsort für Profiboxen. Solange ein Boxer keine Stadien oder Riesenhallen füllen kann, ist ein TV-Studio eine eindeutig gute Alternative.
© Uwe Betker

Written by betker

13. Mai 2018 at 23:59

Veröffentlicht in Boxen, Uncategorized

Tagged with , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,