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Foto: John Rene vs. Dominik Tietz (mit Ringrichter Goran Filipovic)

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8. April 2018 at 23:59

Foto: John Rene vs. Dominik Tietz (mit Ringrichter Goran Filipovic)

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22. Dezember 2017 at 23:59

Foto: John Rene vs. Dominik Tietz

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10. Dezember 2017 at 23:59

Foto: John Rene vs. Dominik Tietz (mit Ringrichter Goran Filipovic)

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26. November 2017 at 23:59

Foto: John Rene vs. Dominik Tietz (mit Ringrichter Goran Filipovic)

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29. Oktober 2017 at 23:59

Tolles Boxen in Plettenberg

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Mit einem Paukenschlag wurde die Stadt Plettenberg in NRW auf die Landkarte des Profiboxens gesetzt. Christoph Jan Jaszczuk (First Punch Boxpromotion) stellte am 05.11.2016 eine großartige Veranstaltung auf die Beine, die wohl alle bisherigen Veranstaltungsdebüts in den Schatten stellt. Es gab in der Volksbank Arena acht Profiboxkämpfe zu sehen.
Vorwegnehmen möchte ich: Kein Kampf endete durch Aufgabe oder durch eine geschauspielerte Aufgabe. Alle Begegnungen waren gut und ihr Ausgang wirklich umkämpft.
Im ersten Kampf des Abends trafen Javad Sadeghi (6 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO) und Dennis Kurd (4 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 2 Niederlagen) im Mittelgewicht aufeinander. Javad zeigte eine gute Deckungsarbeit und nahm von Anfang an die Ringmitte ein. Er versuchte, über rechte Körperhaken und linke Kopfhaken zu punkten. Kurd, in der Rechtsauslage boxend, konterte. Insgesamt gab es in der ersten Runde jedoch nur wenige Aktionen, zu gut sahen beide die Aktionen ihres Gegners voraus. In der zweiten Runde erhöhte Javad den Druck. Er stellte Kurd mehrfach an den Seilen und kam mit Körperhaken durch. Jedoch musste er auch Konter, linke Kopfhaken, nehmen. Ab der dritten Runde fing Javad immer häufiger seine Kombinationen mit einer rechten Graden zum Kopf an, ein Konzept, das aufging. Kurd musste mehr nehmen. Einmal trieb ihn Javad quer durch den Ring. Auch in der folgenden Runde nahm Kurd wieder mehr. Ein ums andere Mal wurde er gestellt. Dann wurde ihm vom BDB Ringrichter noch ein Punkt abgezogen für wiederholtes Innenhandschlagen. In den letzten beiden Runden wurden beide Kontrahenten zusehends müder. Javad konnte den Druck nicht aufrechterhalten und Kurd versuchte über die Runden zu kommen, was ihm auch gelang. Am Ende des Sechsrunders stand ein einstimmiger Punktsieg für Javad Sadeghi.
Anschließend stiegen im Mittelgewicht zwei Debütanten in den Ring, Rafael Lesniak und Ahmet Ali. Ali boxte mit hängender Deckung und verließ sich auf seinen Reichweitenvorteil, seine guten Meidbewegungen und seine Beine. Lesniak kam einfach nicht an seinen Gegner heran. Er versuchte es zwar unermüdlich, doch immer wieder wurde er abgekontert. Nur selten hatte er seine Momente und konnte Treffer setzen. Ali tanzte, punktete, wenn er lang boxte und konterte. Den Abtausch in der Halbdistanz konnte er fast immer durch Klammern verhindern. Die erste Hälfte der vierten Runde war eine muntere Keilerei. Der Rest des Kampfes verlief wie der Anfang. Am Ende stand ein einstimmiger und klarer Punktsieg für Ahmet Ali.
Die Gegner im nachfolgenden Kampf hatten beide bisher zehn Profikämpfe bestritten, John Rene (11 Kämpfe, 8 Siege, 6 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO, 2 Unentschieden) und Dominik Tietz (11 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO, 5 Niederlagen 3 durch KO). Der Kampf fand im Mittelegewicht statt. Den ersten Durchgang begannen beide Boxer verhalten. Tietz machte ein wenig mehr, dafür traf Rene häufiger. Rene boxte sehr abgeklärt und ruhig. Er überhastete nicht und warte darauf, dass sich Chancen ergeben würden. Die erste kam dann auch Ende der zweiten Runde. Ein rechter Körperhaken schickte Tietz auf die Bretter. Rene arbeitete ruhig weiter. Tietz machte zu wenig, um sich seinen Gegner vom Hals zu halten. Machte er einmal mehr, so hatte er auch seine Momente. Der Kampf war aber fest in der Hand von Rene. In der fünften Runde lief Tietz in einen linken Körperhaken hinein, der ihm buchstäblich die Beine wegriss und ihn hart auf dem Boden aufschlagen ließ. Der Ringrichter winkte den Kampf sofort ab. Tietz lag noch eine ganze Weile auf dem Boden, bevor er wieder aufstehen konnte. Sieger durch KO in Runde 5, nach 2:00 Minuten: John Rene.
Zwischendurch ein paar Worte zum Kampfgericht des Bundes Deutscher Berufsboxer. Die Punktrichter werteten durch die Bank weg gut und sie scheuten sich auch nicht, einen „Heimboxer“ nach Punkten verlieren zu lassen. Besonderns bemerkenswert war die Leistung der Ringrichters Goran Filipovic. Er agierte umsichtig und sehr souverän.
Es folgte ein Kampf im Schwergewicht. Der spät berufene aber sich schnell entwickelnde Patrick Korte (8 Kämpfe, 8 Siege, 6 durch KO) traf auf Kamil Kulczyk (3 Kämpfe, 1 Sieg, 2 Niederlage, 1 durch KO). Korte zeigte erneut, dass er sich von Kampf zu Kampf technisch verbessert. Er boxte ruhig und baute seinen Kampf auf. Er dominierte. Kulczyk versuchte sich mit Schwingern Respekt zu verschaffen, was ihm aber nur sehr bedingt gelang, denn sie trafen nur die Deckung von Korte. Zum Ende des Kampfes hin versuchte Korte dann, seinen Gegner mit Rechten zum Körper und einer Linken zum Kopf zu knacken, aber Kulczyk erreichte des Schlussgong nach der vierten Runde: Einstimmiger Punktsieger: Patrick Korte.
Auch der nächste Kampf ging über die Distanz. Nur, hier waren sechs Runden angesetzt. Im Super Leichtgewicht trafen Andreas Maier (5 Kämpfe 5 Siege, 4 durch KO) und Marcin Ficner (20 Kämpfe, 2 Siege, 14 Niederlagen, 5 durch KO, 4 Unentschieden) aufeinander. Es war das Kräftemessen zweier Techniker. Maier dominierte den Kampf mit seinem schönen Jab. Mit fortschreitendem Kampfverlauf ging er immer häufiger mit seiner Rechten zu Körper und Kopf. Trotz seiner Dominanz musste er aber auch die ein oder andere Linke nehmen. In der vierten Runde sah es so aus, als könnte Maier vorzeitig siegen. Er kam mehrfach hart durch und schien Ficner beeindruckt zu haben. Dabei blieb es dann aber. Maier dominierte, konnte aber nicht vorzeitig gewinnen. Am Ende des technisch sehr sauberen Sechsrunders stand ein einstimmiger und klarer Punktsieg für Andreas Maier.
Die nachfolgende Super Mittelgewichtsbegegnung, die über sechs Runden ging, zwischen Pas Fontanet (4 Kämpfe, 3 Siege, 1 durch KO, 1 Niederlage) und Aro Schwartz (14 Kämpfe, 12 Siege, 9 durch KO, 2 Niederlagen) war eine Ringschlacht. Schwarz schlug schöne Eins-Zwei-Kombinationen und schöne Kopfhaken. Fontanet schlug weniger, dafür aber sehr harte Schläge. In der zweiten Runde erhöhte Schwarz den Druck. Er schlug und traf nun mehr. Von nun an wurde der Kampf Runde für Runde härter und verbissener geführt. Es kam immer häufiger zum Schlagabtausch. Fontanet schlug mehr, traf aber häufig nur die Deckung. Zu Beginn der sechsten Runde öffnete sich dann ein Cut am linken Auge von Fontanet und es entbrannte ein brutales Kräftemessen. Beide Boxer suchten den KO. Buchstäblich mit dem Schlussgong wurde Fontanet, durch eine Rechte zum Kopf, zu Boden geschickt. Einstimmiger Punktsieger: Aro Schwarz.
In der folgenden Halbschwergwichtsbegegnung boxten David Saric (9 Kämpfe, 9 Siege, 8 durch KO) und Przemyslaw Binienda (9 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 7 Niederlagen, 3 durch KO) gegeneinander. Am Anfang des Kampfs zeigte Ringrichters Filipovic eine beeindruckende akrobatische Einlage: Er kam ins Stolpern, fiel nach hinten auf den Rücken, rollte sich ab und kam wieder auf die Füße, um weiterzumachen. Er erhielt dafür auch den gebührenden Szenenapplaus. – Aber zurück zum Boxkampf. Saric boxte lang und er schlug hart. Ende der ersten Runde stellte er Binienda in den Seilen und deckte ihn mit Schlägen ein, so dass dieser sich Nasenbluten zuzog. In der zweiten Runde versuchte Saric dann, den vorzeitigen Sieg zu erzwingen. Das gelang ihm aber nicht. Binienda wollte nur noch über die Runden zu kommen. In der dritten Runde wurde ihm ein Punkt abgezogen, nachdem er sich zum wiederholten Mal nicht lösen wollte nach dem „Stepp back“. Außerdem gesellte sich eine Schwellung unter dem linken Auge zu seinem Nasenbluten. In der fünften Runde bekam dann auch Saric einen Punkt abgezogen, nachdem er wiederholt versucht hatte, seinen Gegner auf den Boden zu drücken. In der sechsten Runde versuchte er noch mal, den KO zu erzwingen. Zwar brachte er Binienda, der viele harte Treffer nehmen musste, in Bedrängnis, aber der KO blieb aus. Einstimmiger Punktsieger David Saric.
Der Hauptkampf des Abends ging um die GBU Europameisterschaft im Super Federgewicht. Es trafen die beiden ungeschlagenen Federgewichtler Marek Jedrzejewski (11 Kämpfe, 11 Siege, 10 durch KO) und Manuel Buchheit (9 Kämpfe, 8 Siege, 7 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO). Jedrzejewski nutzte von der ersten Sekunde an seinen Reichweitenvorteil. Er schlug schnelle, präzise Führhände und machte es Buchheit sehr schwer. Dieser versuchte sich, hinter seiner guten Doppeldeckung verschanzt, an den Gegner heranzuschieben und mit Haken und Schwingern zum Erfolg zu kommen. Die erste Runde verlief für ihn auch gut. Denn am Ende der Runde öffnete er einen Cut unter der rechten Braue von Jedrzejewski. Von nun an stand der Kampf unter der Frage, ob Jedrzejewski sein rechtes Augen würde schützen können. Diese Frage stellte sich nach der dritten Runde dann aber nicht mehr. Jedrzejewski hatte den Kampf, trotz seines Handicaps, im Griff. Buchheit kam einfach nicht mehr an ihn ran. Und Buchheit nahm. Immer weiter versuchte er, an seinen Gegner heranzukommen, und dabei kassierte er Schlag um Schlag. Zunächst gelang es ihm noch, die meisten mit seiner Doppeldeckung zu blocken. Aber mit zunehmender Dauer des Kampfes ermüdete er und nahm dann doch immer mehr. In der elften Runde nahm er vier Volltreffer zum Kopf hintereinander. Und dann passierte das, was keiner sehen will. Jedrzejewski stellte Buchheit an den Seilen und deckte ihn mit Links-rechts-Kombinationen zum Kopf ein. Und sie trafen. Sie trafen auch dann noch, als Buchheit schon KO war, aber noch stand; schließlich stürzte er dann durch die Seile auf den Tisch der Offiziellen. Wenn ich es richtig gesehen habe, schlug er, schon bewusstlos, mit dem Kopf gegen die Glocke. Minutenlang lag Buchheit regungslos im Ring. Die Ringärztin war sofort bei ihm und die Rettungssanitäter nur Sekunden danach. Buchheit wurde mit einer Trage aus dem Ring ins Krankenhaus geschafft. Sieger durch KO nach 50 Sekunden der Runde 12: Marek Jedrzejewski.
Als Fazit bleibt festzuhalten: Das Debüt, das Christoph Jan Jaszczuk mit First Punch Boxpromotion in Plettenberg gegeben hat, setzte Standards. Für mich ist diese Veranstaltug ein heißer Anwärter auf den Titel „Veranstaltung des Jahres“. Die Halle war schön, das Matchmaking war gut, die Kämpfe waren gut. Die Showeinlage, eine Rock and Roll Nummer, war ansehnlich, ebenso die Nummerngirls. Dies erwähne ich auf den ausdrücklichen Wunsch mehrerer photographierender Kollegen. First Punch Boxpromotion hat sich die Latte extrem hoch gelegt. Von der zweiten Veranstaltung erwartet man schließlich immer noch mal mehr als von der ersten. Ich bin schon sehr gespannt auf die nächste Show von First Punch Boxpromotion.
© Uwe Betker

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6. November 2016 at 23:59

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Ein guter Abend im „Generation“ in Moers

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In Moers, im „Generation“, gab Hani El-Jarie eine kleine aber feine Freitagabendveranstaltung mit neun Profikämpfen. Davon waren sieben Vierrunder, einer ein Sechsrunder und einer ein Achtrunder. Matchmaker war Sebastian Tlatlik. Das „Generation“ ist eine Diskothek und war an diesem Abend wahrscheinlich zum ersten Mal auch Veranstaltungsort für Profiboxen. Und ich muss sagen, es ist ein guter Ort fürs Boxen. Er bietet Emporen, von denen man in den Ring gucken kann, Reihenbestuhlung, Sitzecken und eine Theke mit Ringblick. Hoffen wir, dass im „Generation“ noch viele Boxshows zu sehen sein werden.
Im ersten Kampf des Abends trafen im Leichtgewicht Abdessamad Gaabouri (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) und Khalid Schenweri aufeinander. Schenweri gab sein Profidebüt. Der Kampf war kurz, intensiv und ein wenig hektisch. Beide schenkten sich nichts. Der Rechtsausleger Gaabouri kam mehrfach mit seinen rechten Kopfhaken durch. Allerdings musste er selber auch Rechte zum Kopf nehmen. Einmal schien es, als ob er nach einem Treffer leicht einknickte. Aber kurze Zeit später kam er schon wieder mit einer Rechten zum Kopf durch. Schenweri blieb wie angewurzelt stehen und versuchte zu überleben, während Gaabouri ihn mit Schlagkombinationen eindeckte, bei denen einige Fäuste ihr Ziel fanden. Irgendwann, ungefähr nach 25 bis 30 Schlägen, auf die Schenweri nicht antwortete, brach Ringrichter Thomas Hackenberg den Kampf ab. Sieger durch TKO in Runde 1 nach 2:51: Abdessamad Gaabouri.
Schenweri und seine Ecke meinten, der Abbruch sei unberechtigt gewesen oder zu früh gekommen. Der Manager von Gaabouri, Christoph Jan Jaszczuk, sicherte ihnen einen baldigen Rückkampf zu.
Der folgende Kampf zwischen Sandro Lütke Bordewick (10 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO, 5 Niederlagen 4 durch KO) und Mohamet John Karemi (2 Kämpfe, 2 Niederlagen, 1 durch KO) im Super Federgewicht war sogar noch kürzer als der vorangegangene. Er begann mit einem Sprint. Bei dem obligatorischen Griff in die Weichteile, der Tiefschutzkontrolle, stellte Ringrichter Kornelius Bernds fest, dass Karemi seinen Tiefschutz nicht anhatte. Er musste daher zurück in die Umkleide sprinten. Der vergessene Tiefschutz stellte sich dann im Verlauf des Kampfes auch als schlechtes Omen für ihn heraus. Was folgte, war für mich nämlich eine faustdicke Überraschung. Zunächst begann es eigentlich gut für Karemi. Er kam gleich zu Anfang der Runde mit einer schönen Rechten zum Kopf durch. Daraus entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch. Irgendwann ging Karemi dann nach einem harten Treffer runter und der Ringrichter winkte den Kampf ab. Sieger durch TKO in Runde 1 nach 2:30: Sandro Lütke Bordewick.
Den dritten Kampf bestritten im Weltergewicht Andreas Maier (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) und Mirko Sikora (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 4 durch KO). Maier boxte schön ruhig, gelassen und ökonomisch. Er überhastete nicht, sondern arbeitete systematisch. Dabei startete er nur wenige Aktionen, die er aber überlegt ansetzte und durchführte. Zwischendurch hatte ich fast das Gefühl, er wollte jede Schlagkombination einmal ausprobieren, um zu sehen, wie sein Gegner darauf reagiert. Sikora traf nicht.
In der zweiten Runde erhöhte Maier das Tempo, wodurch der Kampf munter wurde. Zwei Schläge zum Kopf brachten Sikora dann zu Boden. Er stellte sich zwar noch mal zum Kampf, aber Maier wollte den KO Erfolg. Er jagte und erlegte Sikora. Eine knackige Rechte zur Schläfe zwang Sikora erneut zu Boden. Mit dem Schlussgong winkte der Ringrichter Kornelius Bernds den Kampf ab. Da lag Sikora noch auf dem Boden. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 3:00: Andreas Maier.
Der dann folgende Kampf ging über die angesetzten vier Runden und war sehr amüsant. In ihm trafen im Mittelgewicht Dominik Tietz (7 Kämpfe, 5 Siege, 3 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) und Dogan Kurnaz (4 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 3 Niederlagen, 2 durch KO) aufeinander. Der sehr viel größere Tietz fand nie die richtige Distanz für seine Führhand und kam daher nie richtig in den Kampf. Er tat sich sehr schwer mit seinem Gegner. Kurnaz wechselte immer wieder die Auslage, machte Faxen und versuchte es mit überfallartigen Angriffen, mit denen er manchmal sogar durch kam. So konnte er, auf meinem Punktzettel, die erste Runde dann auch für sich entscheiden.
Ab der zweiten Runde baute Kurnaz konditionell ab. Er atmete schwer. Aber er hatte offensichtlich beschlossen, bis zum Ende durchzuhalten und Tietz das Leben schwer zu machen. Immer wenn Tietz seine Führhand konsequent nutzte, was er jedoch nur selten tat, punktete er. Sein Punktsieg war schließlich auch nie in Gefahr, aber den KO schaffte nicht, was für Kurnaz schon ein Triumph war. Sieger nach Punkten: Dominik Tietz.
Hiernach stieg das Leichgewichtstalent Marek Jedrzejewski (8 Kämpfe, 8 Siege, 8 durch KO) in den Ring und traf dort auf Ziya Goekalp (5 Kämpfe, 5 Niederlagen, 3 durch KO). Es war eine Demonstration der boxerischen Klasse von Jedrzejewski. Er boxte überlegen und abgeklärt. Mitte der ersten Runde schickte er mit einem schönen Leberhaken seinen Gegner zu Boden. Der kam wieder hoch und musste nun die nicht überhasteten Angriffe von Jedrzejewski über sich ergehen lassen. Am Ende der Runde nahm Goekalp dann eine harte linke Grade zum Kopf. Die Seile verhinderten, dass er zu Boden ging, und der Gong rettete ihn vor noch mehr Schlägen. Zur zweiten Runde trat er dann aber nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 2: Marek Jedrzejewski.
Im Super Mittelgewicht boxte John Rene (9 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO, 2 Unentschieden) gegen Deniz Polat (2 Kämpfe, 2 Niederlagen, 2 durch KO). Boxen ist hier eigentlich der falsche Begriff. Rene nennt sich selbst „Captain Caveman“ – und genau so boxt er auch. Er steigt in den Ring, um seinen Gegner niederzuwalzen: Er drischt so lange auf seine Gegner ein mit seinen Haken, bis sie zu Boden gehen. Und so war es auch diesmal. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 1:30 Minuten: John Rene.
Im nächsten Kampf trafen im Mittelgewicht zwei Debütanten aufeinander, der Lokalmatador Sahan Albay und Leonardo Loandriz. Albay, wohl inspiriert durch die Vorkämpfe, wollte den KO Erfolg. Er schob sich, hinter seiner Doppeldeckung verschanzt, an seinen Gegner heran und versuchte dann mit harten Schlägen durchzukommen. Loandriz zeigte eine gute Beinarbeit und gute Reflexe. Seine Schläge waren meist Schwinger, die nur selten ihr Ziel trafen. Albay hatte mehr von dem gut anzusehenden Kampf. Sieger nach Punkten: Sahan Albay.
Im vorletzten Kampf des Abend maßen Roman Alesin (12 Kämpfe, 8 Siege, 3 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO, 1 Unentschieden) und Fadil Pasalic (11 Kämpfe, 1 Sieg, 10 Niederlagen, 5 durch KO) im Super Mittelgewicht ihre Kräfte. Es war ein ausgeglichenes Kräftemessen. Es gab viel Fintieren, aber nur sehr wenige Aktionen und sehr wenige Schlagabtäusche. Man konnte eher von einem Fechten mit der Faust sprechen. Ich persönlich habe den Kampf Unentschieden gewertet, das Kampfgericht gab Roman Alesin mit 2 zu 1 Richterstimmen den Kampf, was für das Kampfgericht spricht.
Der letzte Kampf des Abends war ein Schwergewichtskampf. Es war weniger ein Hauptkampf als ein Rausfeger, denn nach dem Auftritt des Lokalmatadoren Sahan Albay hatten sich die Zuschauerreihen schon zusehens gelichtet. Rojhat Bilgetekin (7 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO; 2 Niederlagen, 2 durch KO) traf auf Aldin Avdic (6 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 5 Niederlagen, 5 durch KO). Es war ein seltsamer Kampf. Der kleinere Bilgetekin schien nicht zu wissen, wie er an seinen Gegner ran kommen sollte. Seine Schläge sahen auch nicht gefährlich aus. Avdic machte nur das Nötigste, wenn er überhaupt etwas machte. Die Zuschauer wurden immer weniger und die verbliebenen, waren mit ihren Gesprächen beschäftigt. Der Kampf plätscherte so dahin. Nach der zweiten Runde rief die Ecke von Avdic nach dem Ringarzt. Avdic habe sich die Schulter verletzt. Sieger durch TKO in Runde 3: Rojhat Bilgetekin,
Der Freitagabend im „Generation“ in Moers, am 29.04.2016, war für mich ein guter Abend. Es gab zum Teil gute Kämpfe zu sehen und ich könnte mir vorstellen, dass einige von denen, die dort geboxt haben, auch ihren Weg im Profiboxen gehen werden. Bleibt mir nur zu hoffen, dass ich dort bald wieder Boxen zu sehen bekomme.
© Uwe Betker