Box-Blog

Archive for Oktober 2015

Rezension: Ricky Hatton’s Vegas Tales

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Das Buch „Ricky Hatton’s Vegas Tales“ des ehemaligen Weltmeisters der IBF im Halbweltergewicht und der WBA im Weltergewicht, Ricky Hatton, ist vor allen Dingen unterhaltsam und schnell zu lesen. Es trägt den selbstironischen Untertitel: „Me in Las Vegas, what could possibly go wrong?” Damit ist der Ton des Buches schon gut getroffen. Hatton erzählt von seinen zweieinhalb Jahren in Las Vegas, die finanziell zwar schon sehr erfolgreich waren, sportlich aber weniger. Er bestritt dort sechs Kämpfe. Von denen konnte er vier, nämlich gegen Juan Urango, Jose Luis Castillo, Juan Lazcano und Paul Malignaggi, gewinnen. Seine beiden wichtigsten Kämpfe allerdings, nämlich Floyd Mayweather Jr. und Manny Pacquiao, verlor er.
Sein Ghostwriter Justyn Barnes, der sich auf das Schreiben von Sportbüchern, davon viele über Manchester United, spezialisiert hat und sich als Ghostwriter von Sportlerautobiographien einen Namen gemacht hat, trifft den Ton von Hattons Sprache gut. Der hatte offenbar wirklich eine tolle Zeit in den USA, und das merkt man dem Buch an. Beim Lesen stellt sich rasch das Gefühl ein, Hatton würde eine amüsante oder witzige Anekdote nach der anderen erzählen. Dabei macht er auch Witze über sich selbst. Die Stärke des Buches liegt vor allem in seinem Unterhaltungswert. Es ist kurzweilig und man bekommt die 282 Seiten sehr schnell runter gelesen. Und es hat auch noch ein ausführliches Register, das die Suche nach Kämpfen, Personen etc. erleichtert.
Die Erinnerungen von Hatton werden ergänzt durch die von Wegbegleitern. Gegner kommen nicht zu Wort. Das letzte Drittel des Buches wirkt ein wenig langgezogen. “Ricky´s Top Ten Vegas Tear-Ups”, also Hattons Auswahl der besten Kämpfe in Las Vegas und “Rick´s Dream Fight Card” wirken etwas gezwungen originell. Erik Morales vs. Marco Antonio Barrera I wertet er als besten Kampf und er lässt Mike Tyson gegen Muhammad Ali siegen.
Ricky Hatton’s Vegas Tales ist in erster Linie ein Buch für Hatton Fans. Für Nichtfans weist es unübersehbare Lücken auf. Eine Beschreibung, oder Nachbetrachtung der sechs Kämpfe gibt es da beispielsweise nicht. Hatton äußert sich auch kaum über Gründe für die Niederlagen oder Trainer- und Managerwechsel. Diese Erinnerungen sind eben nicht analytisch, sie wollen vielmehr witzig anekdotisch sein. Ein Muss für die Bibliothek ist dieses Buch folglich nicht. Aber es ist, wie schon gesagt, witzig und schnell und einfach zu lesen. Es wäre daher z.B. die richtige Wahl ein träges Wochenende. Bestellen kann man das Buch im Internet oder es auch in Großbritannien im Buchhandel erwerben. Ich habe meines vor kurzem in London bei Waterstones Piccadilly, nicht mein Lieblingsbuchladen in London, gekauft. Es war auf fünf Pfund heruntergesetzt, dafür aber von Ricky Hatton signiert.
© Uwe Betker

Foto: Özlem Sahin vs.Natalya Bermas

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(C) Claudius Schell

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31. Oktober 2015 at 23:59

Foto: Rudolf Murko

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Maudodi vs. Murko
(C) Marianne Müller

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31. Oktober 2015 at 23:59

Foto: Dilar Kisikyol vs. Cagla Acar

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(C) Uwe Betker

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31. Oktober 2015 at 23:59

Foto: Werner Kreiskott vs. Andre Bunga

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(c) Uwe Betker

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31. Oktober 2015 at 23:59

Foto: Derya Saki und Manni Faber

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(C) Uwe Betker

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31. Oktober 2015 at 23:59

Eine gute Kampfansetzung: Derya Saki vs. Alicia Melina Kummer

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Am 31. Oktober 2015 wird es in Hamburg, im Universum Gym, einen viel versprechenden Frauenboxkampf zu sehen gegen. Die beiden ungeschlagenen Leichtgewichtlerinnen Derya Saki (7 Kämpfe, 7 Siege, 4 durch KO) und Alicia Melina Kummer (8 Kämpfe, 8 Siege, 7 durch KO) werden gegeneinander antreten. Dabei geht es um den vakanten Weltmeistertitel der GBC. Man kann natürlich hinter diesen WM-Titel des Global Boxing Council ein Fragezeichen machen. Aber die Kampfansetzung ist gut.
Das Leichtgewicht ist in Deutschland gut besetzt. Nicole Wesner (11 Kämpfe, 11 Siege, 5 durch KO), Beke Bas (4 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO) und Alicia Melina Kummer sind die besten drei. Kummer rangiert auf Position 32 der unabhängigen Weltrangliste. Saki wird im Augenblick nicht in den Ranglisten geführt, weil sie mehr als ein Jahr nicht geboxt hatte. In ihrem letzten Kampf, am 03.05.2014, wurde sie aber immerhin auch schon mal Titelträgerin der GBC.
Bemerkenswert ist schon mal, dass hier zwei der ungeschlagenen Talente in Deutschland gegeneinander antreten, was selten ist. Allein das verspricht Spannung. Auch im Kampfstil passen die beiden zueinander. Die Lokalmatadorin Kummer hat sich zu einer respektierten Kämpferin, bzw. KO-Schlägerin entwickelt. Dabei sah es am Anfang ihrer Karriere eher danach aus, als wäre das Profiboxen nur ein PR-Gag. Sie stieg in den Ring als “Miss Schleswig Holstein” und ihr Profidebüt bei FFM Box Promotion in Kaarst, begeisterte mich nicht gerade, trotz KO. Aber die 27-jährige Kummer, die im Niedersächsischen Buchholz geboren wurde und nun in Hamburg lebt, betreibt das Profiboxen wohl doch ernsthaft. Sie hat einen richtig guten Punch, den sie schon mehrfach durch spektakuläre KOs unter Beweis stellte. Technisch ist sie, wie mir scheint, noch nicht ganz ausgereift. Das konnte man auch an ihrem letzten Kampf sehen, dem einzigen, der über die angesetzte Zeit ging.
Derya Saki ist eher eine Technikerin. Sie boxt ihre Gegnerinnen aus. Die 25-jährige Krefelderin Saki steigt nach einer fast eineinhalbjährigen Pause in den Ring. Sie bekam schlicht keine Kämpfe. Ihr Trainer Mannie Faber vermutet, dass die meisten Veranstalter Angst um ihre Boxerinnen haben, weshalb Saki so schwer Kämpfe bekommt. Saki ist eine gut ausgebildete Boxerin mit einem starken Jab. Sie hat auch Schlagkraft, ließ jedoch den Killerinstinkt manchmal vermissen. Faber plant schon für die Zukunft. Er will mit Saki, nicht zuletzt weil es in Deutschland so schwierig ist, für Kämpfe in die USA oder nach Südamerika gehen. Er geht davon aus, dass seine Boxerin sich dort durchsetzen wird. Dafür sollte sie aber den Kampf gegen Kummer gewinnen.
Wie schon gesagt, die Kampfansetzung Saki vs. Kummer ist wirklich gut. So was braucht das Frauenboxen in Deutschland, um attraktiver zu werden. Leider sind aber hiesige TV-Stationen zurzeit wohl nicht bereit, Frauenboxen zu zeigen.
© Uwe Betker