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Die ultimativ subjektive Liste 2017

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Boxer des Jahres
Wladimir Klitschko (69 Kämpfe, 64 Siege, 53 durch KO, 5 Niederlagen, 4 durch KO) stieg am 29.04.2017 im Wembley Stadion in London zum letzten Mal in den Ring. Er verlor gegen Anthony Joshua. Es hätte vermutlich keiner vorher ernsthaft erwartet, dass Klitschko im Herbst seiner Karriere noch einmal zu einer solchen Leistung fähig wäre.

Boxer des Jahres (ehrenhalber)
Alexander Mengis und Eduard Gutknecht zahlen einen hohen Preis für ihre Liebe zum Boxen.

Boxerin des Jahres
2017 sah ich in Deutschland keine Boxerin, die diesen Titel verdient hätte.

KO des Jahres
Im Viertelfinale der World Boxing Super Series, im Turnier im Cruisergewicht, knockte der Kubaner Yunier Dorticos (22 Kämpfe, 22 Siege, 21 durch KO) den Russen Dmitry Kudryashov (23 Kämpfe, 21 Siege, 21 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO) in der zweiten Runde durch eine perfekte Rechte zur Schläfe aus.

Schlechteste Veranstaltung des Jahres
Alle Veranstaltungen von großen Promotern, die das Geld nicht wert waren, das die Fernsehsender und die Zuschauer an den Kassen bezahlt haben und bei denen Boxer um den Sieg betrogen wurden.

Rookie des Jahres
Sherif Morina (6 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO) ist seit eineinhalb Jahren Profi. Er boxt im Weltergewicht und boxt mit hohem Risiko, sowohl was seinen Kampfstil als auch was die Auswahl seiner Gegner anbelangt.

Überschätzter Boxer des Jahres
Christian Hammer (27 Kämpfe, 22 Siege, 12 durch KO, 5 Niederlagen, 2 durch KO) alias Cristian Ciocan boxte am 15. Dezember 2017 um den WBO International Titel im Schwergewicht gegen Alexander Povetkin (34 Kämpfe, 33 Siege, 23 durch KO, 1 Niederlage). Auf meinem Punktzettel gewann er keine Runde.

Überschätzte Boxerin des Jahres
Es gibt sie, aber ich will sie hier nicht mit einer Nennung ehren.

Punktrichter des Jahres
Urs Schneider (BDB), ein Punktrichter der in seiner ganzen Karriere noch kein einziges Fehlurteil gefällt hat: Hinzu kommt ein vorbildlicher Auftritt als Supervisor.

Ringrichter des Jahres
Jens-Uwe Baum (GBA) agiert unauffällig und unaufgeregt, auch wenn es im Ring hektisch wird.

Absteiger des Jahres (männlich)
Der am 22.12.2014 verstorbene Erfolgstrainer Fritz Sdunek war so etwas wie der Säulenheilige des deutschen Boxens. Eine Reportage im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zeigte, dass er wohl doch so heilig nicht war.

Absteiger des Jahres (weiblich)
Gab es sie?

Aussteiger des Jahres
Der Wuppertaler Schwergewichtler und Kultboxer Werner Kreiskott (46 Kämpfe, 25 Siege, 17 durch KO, 19 Niederlagen, 8 durch KO, 2 Unentschieden) machte im Oktober seinen letzten Kampf. Er war ein Boxer, der seine Kämpfe gewann, der aber auch verlor und beides machte er mit Würde. Viele werden ihn im Ring vermissen. Alle aber sind, wie ich, froh, dass er den richtigen Zeitpunkt für seinen Rücktritt gewählt hat.

Veranstalter des Jahres
Die 15-jährige Ranee Schröder dürfte wahrscheinlich immer noch die jüngste Promoterin der Welt sein. Sie war Veranstalterin des WBF WM-Kampfes im Cruisergewicht zwischen Serdar Sahin und Javier Sanabria auf der Messe „Mode, Heim und Handwerk“ am 18. November 2017 in der Messe Essen.

Veranstaltung des Jahres
Die GBA ging am 18. November 2017 neue Wege, um Werbung für das Profiboxen in Deutschland zu machen: Sie veranstaltete selber eine Profiboxveranstaltung, und zwar in der Messehalle Halle 7 der Messe Essen. Auf der Messe „Mode, Heim und Handwerk“, einer Verbrauchermesse, gab es Profiboxen zu sehen und die Zuschauer waren die Messebesucher, die vorbei kamen.

Boxevent des Jahres
Da findet eine Schwergewichtsweltmeisterschaft in Deutschland statt und die Halle ist nicht ausverkauft. Da wird jemand, der seit ewiger Zeit in Deutschland lebt, Weltmeister im Schwergewicht und ein Teil der Presse fragt nach seinem Pass. In der Arena Oberhausen fand am 15.11.2017 eines der seltsamsten Boxevents aller Zeiten statt: Manuel Charr vs. Alexander Ustinov.

Fehlentscheidung des Jahres
Am 04. März 2017 gab Araik Marutjan sein Profidebüt gegen Serhii Ksendzov. Sauerlands neuer Mittelgewichtler Marutjan dominierte den Kampf. Dann erlitt er einen Achillessehnen-Abriss und konnte nicht weiter boxen. Im Ring wurde offenbar ein “No Contest“ verkündet. Später wandelte der BDB das Urteil in einen Sieg für Marutjan um.

Trainer des Jahres
Habe ich nicht gesehen.

Entgleisung des Jahres
Malte Müller-Michaelis und Gerhard Pfeil schrieben in „Der Spiegel“: „Die Promoter witterten das schnelle Geld. Statt Talente ordentlich auszubilden, schickten sie unfertige Athleten ins Feuer. Durchschnittsboxer wie Sven Ottke oder Markus Beyer wurden zu Weltmeistern hochgejazzt.“

Boxkampf des Jahres (männlich)
Im Wembley Stadion in London versuchte Wladimir Klitschko (69 Kämpfe, 64 Siege, 53 durch KO, 5 Niederlagen, 4 durch KO) am 29.04.2017 gegen Anthony Joshua noch mal Weltmeister im Schwergewicht zu werden. Vorher hatte kaum jemand geglaubt, dass der einundvierzigjährige Herausforderer Klitschko zu einer solchen Leistung, wie er sie dann zeigte, nochmal fähig sein würde. Womöglich hätte er den Kampf sogar gewinnen können, hätte er in den Kunstpausen von Joshua nur konsequent angegriffen. Seine Ecke aber, allen voran sein Bruder Vitali, verhinderten dies.

Boxkampf des Jahres (weiblich)
Özlem Sahin (25 Kämpfe, 23 Siege, 7 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) besiegte am 05.08.2017 in Essen auf sehr beeindruckende Weise Sandy Coget (16 Kämpfe, 8 Siege, 7 Niederlagen, 1 Unentschieden). Durch einen technisch sehr gut und hart geführten Kampf verteidigte Sahin ihren UBO Weltmeister- und ihren WBF Interconti-Titel.

Comeback des Jahres (männlich)
Habe ich übersehen.

Comeback des Jahres (weiblich)
Habe ich übersehen.

Bester Show Act des Jahres
Der Ringsprecher Dave Kaufmann sang bei der Freiluftveranstaltung in Gelsenkirchen am 08. Juli 2017 „New York, New York“ – großartig.

Ringsprecher des Jahres
Thomas Bielefeld ist die Stimme des Profiboxens in Deutschland.

Boxer, der einen WM-Kampf verdient (männlich)
Der Leichtgewichtler Gabor Veto (31 Kämpfe, 31 Siege, 23 durch KO) hat 2017 nicht geboxt. Dennoch verdient er einen WM Kampf. Er sitzt in einer Falle: Er lebt in der Schweiz, ist Ungar und ist zu stark, um ohne Not eine Chance auf einen Titelkampf zu bekommem.

Boxer, der einen WM-Kampf verdient (weiblich)
Die Leichtgewichtlerin Beke Bas (10 Kämpfe, 10 Siege, 5 durch KO) dürfte reif für eine WM sein. Sie eine Kriegerin, die nach vorne geht und den Sieg erkämpfen will.

Boxer, der zu Unrecht übersehen wird (männlich)
Der in Kanada lebende Kolumbianer Oscar Rivas (22 Kämpfe, 22 Siege, 16 durch KO) wird nie genannt, wenn es um einen WM Kampf geht. Der 22-jährige ist einer denen, die im Schwergewicht ganz weit oben mitmischen könnten.

Boxer, der zu Unrecht übersehen wird (weiblich)
Verena Kaiser (10 Kämpfe, 10 Siege, 5 durch KO) ist Weltmeisterin der WIBF und GBU im Weltergewicht.

Boxkampf, den wir 2018 nicht sehen wollen (männlich)
Irgendwelche Come-Back-Kämpfe von Boxern, die durch sind und nur noch einmal Kasse machen wollen, obwohl sie schon genug Geld verdient haben.

Boxkampf, den wir 2018 nicht sehen wollen (weiblich)
Alle schlechten.

Boxkampf, den wir 2018 sehen wollen (männlich)
Einen Kampf von Agit Kabayel (17 Kämpfe, 17 Siege, 12 durch KO) gegen einen Top-Ten Mann im Schwergewicht.

Boxkampf, den wir 2018 sehen wollen (weiblich)
Ein Aufeinandertreffer der beiden deutschen Minimumgewichtlerinnen Tina Rupprecht (7 Kämpfe, 7 Siege, 3 durch KO) und Özlem Sahin (25 Kämpfe, 23 Siege, 7 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) wäre einer der besten Frauenboxkämpfe, die 2018 weltweit möglich wären.
© Uwe Betker

Written by betker

31. Dezember 2017 at 23:59

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Vorweihnachtliches Boxen in Düren

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Kurz vor Weihnachten, am 16.12.2017, war es die Rurtalhalle in Lendersdorf/Düren, wo man als Freund des gepflegten Kampfsports gewesen sein sollte. Baktash Saidi hatte eine schöne Veranstaltung auf die Beine gestellt. Es gab insgesamt 21 Kämpfe zu sehen, 8 K1-Kämpfe, 10 Amateurboxkämpfe und 3 Profiboxkämpfe. Den Anfang machten zwei K1-Kämpfer, die beide nur knapp die Höhe des zweiten Seils erreichten. Einer von diesen beiden war der Sohn des Veranstalters. Nach drei mal einer Minute gab es ein gerechtes Unentschieden.

Den Anfang bei den Boxprofis machten im Super Mittelgewicht Alpay Yaman und Mesud Guenay (6 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 5 Niederlagen, 1 durch KO) mit einem Vierrunder. Yaman schob sich, hinter einer Doppeldeckung verschanzt, heran und versuchte zu explodieren. Guenay, ein Schützling von Yusuf Kanguel
versuchte, dagegen seinen Reichweitenvorteil auszuspielen und sich seinen Gegner durch lange Hände und schnelle Beine vom Hals zu halten. Das machte er auch ziemlich gut. Yaman kam nur ganz selten mit seinem Jab durch. In der zweiten Runde erhöhte er dann den Druck. Es kam so auch zu mehr Schlagabtäuschen und Yaman kam nun auch mehrfach schön zum Kopf durch. In der dritten Runde ließ der Druck von Yaman wieder etwas nach, wodurch Guenay wieder besser mit seinen langen Händen punkten konnte. In der vierten Runde suchte Guenay den KO, den er allerdings nicht erreichte. Für meinen Geschmack ging er viel zu wenig zum Körper. Der GBA Ring- und Punktrichter Kazim Kurnaz wertete 40:37. „Einstimmiger“ Punktsieger: Alpay Yaman. – Ich haber den Kampf eher als Unentschieden gesehen.
Anschließend stiegen ebenfalls im Super Mittelgewicht Timo Rost (2 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO) und Mohamed Boulahya (8 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 6 Niederlagen, 3 durch KO, 1 Unentschieden) für einen Sechsrunder in den Ring. Die erste Runde, wie auch alle folgenden Runden, wurde extrem schnell und hart geführt. Boulahya machte Druck und versuchte Wirkungstreffer ins Ziel zu bringen. Rost war schnell auf den Beinen und ließ ihn oft in Leere laufen. Es gab nur wenige Treffer. In der zweiten Runde übernahm Rost das Kommando im Ring. Er bestimmte das Kampfgeschehen. Am Ende der Runde stellte er Boulahya in dessen Ecke und kam mit drei harten rechten Kopfhaken durch. In der dritten Runde gab es mehr harte Schlagabtäusche. In der folgenden vierten Runde nahm Rost, der Mann von Trainer Rüdiger May, die Jagd auf. Nach ca. einer Minute sah es so aus, als würde Boulahya nach einer Kombination zum Kopf einknicken und am Ende der Runde wurde ihm ein Punkt wegen Haltens abgezogen. In der fünften Runde tanzte Timo um Boulahya und punktete immer wieder mit Kontern. In der sechsten Runde wurde der Kampf etwas ruppig. Beide suchten den KO. Die Punktwertung: 57:56. Sieger nach Punkten Timo Rost.
Den letzten Kampf des Abends bestritt der Veranstalter Baktash Saidi (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) selbst. Er boxte im Super Weltergewicht gegen Suleyman Dag (99 Kämpfe, 10 Siege, 5 durch KO, 89 Niederlagen, 61 durch KO), der ganz kurzfristig für den erkrankten Ersatzgegner eingesprungen war. Dag versuchte zu kreisen und zum Körper zu gehen. Baktash wartete zunächst ab, um dann zum Körper zu gehen. Er spielte mit Dag. In der zweiten Runde machte Saidi mehr Druck. Er ging mehr zum Körper und bewegte sich schneller. In der dritten Runde kam dann das erwartete Ende. Dag musste erst nach einer Linken zum Körper und dann nach einer rechten Graden zum Solarplexus zu Boden. Das Handtuch beendete dann den Kampf. Sieger durch TKO in Runde 3, nach 1:57 Minuten: Baktash Saidi.
Die Rurtalhalle in Lendersdorf/Düren war Austragungsort für eine kleine und schöne vorweihnachtliche Kampfsportveranstaltung. Es gab keine Geschenke, dafür aber Schläge. Dem Publikum gefiel es und am Ende wurden auch keine Weihnachtslieder gesungen.
(C) Uwe Betker

Die erste Zaza Fightnight

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Innerhalb von wenigen Wochen war die Baslar Eventlocation in Krefeld zum zweiten Mal Austragungsort einer Boxveranstaltung. Yusuf „Zaza“ Kangül veranstaltete am Sonntagabend, dem 26.11.2017, die erste Zaza Fightnight. Insgesamt gab es 17 Boxkämpfe zu sehen, drei mit Kindern, zwei mit Jugendlichen, sieben mit erwachsenen Amateuren und fünf Profiboxkämpfe.

Den Anfang bei den Profis machten im Mittelgewicht Nazmi Kurteshi (6 Kämpfe, 6 Siege, 3 durch KO) und Slobodan Vukic (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 4 durch KO) mit einem Vierrunder. Kurteshi wollte von der ersten Sekunde an den KO. Wie ein Holzfäller schlug er auf seinen Gegner ein. Der nun versuchte, den Schlägen zu entkommen oder sie zu blocken. Anfang der zweiten Runde griff Vukic an. Aber dann zeigte er an, er habe sich seinen rechten Arm verletzt, was zur Aufgabe führte. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 47 Sekunden: Nazmi Kurteshi.

Im Halbschwergewicht boxten sodann in einem Sechsrunder Sascha Arsumanyan (6 Kämpfe, 5 Siege, 3 durch KO, 1 Unentschieden) und Marek Prochazka (9 Kämpfe, 7 Siege, 4 durch KO, 1 Niederlage, 1 Unentschieden) gegeneinander. Arsumanyan begann verhalten, so dass sich Prochazka aufgefordert fühlte, seinerseits viel zu machen. Er traf aber vor allem die Deckung von Arsumanyan. In der zweiten Runde macht der dann mehr, wodurch der Kampf munterer wurde. Dabei demonstrierte Arsumanyan seine Beweglichkeit und zeigte auch ein paar Tricks; z.B. stellte er sich freiwillig in die Ecke, um sich dank Auspendeln und Deckung nicht treffen zu lassen. In den Runden drei und vier spielte Arsumanyan geradezu mit seinem Gegner. Im fünften Durchgang kam Arsumanyan mit einer Linken zur Schläfe durch und es sah so aus, als würde Prochazka einknicken. Auch in der sechsten Runde spielte Arsumanyan sein Spiel weiter und demonstrierte seine technische Überlegenheit. Es war aber Prochazka, der unermüdlich nach vorne ging, Arsumanyan den Kampf antrug und ihn mit Schlägen eindeckte. Am Ende stand folgerichtig ein Unentschieden, eine sehr gute Entscheidung von dem sehr umsichtig agierenden BDB Ringrichter Maurizio Rinaudo.

Ebenfalls einen Sechsrunder, aber im Mittelgewicht, absolvierten Sahan Aybay (6 Kämpfe, 6 Siege, 3 durch KO) und Marko Pavlovic  (2 Kämpfe, 1 Siege, 1 Niederlagen, 1 durch KO). Der Rechtsausleger Aybay schickte seinen Gegner schon nach wenigen Sekunden mit einer Linken zur Schläfe auf die Bretter. Danach begann Aybays Jagd. Am Ende der Runde wackelte Pavlovic kurz nach mehreren Rechten zur Schläfe. In der zweiten Runde machte Aybay da weiter, wo er in der vorangegangenen aufgehört hatte. Mehrfach stellte er Pavlovic , der Schläge nahm, die ihn erschütterten. Im dritten Durchgang wurde Janjanin ein Punkt für Kopfstoßen angezogen. In der vierten Runde zerfiel Pavlovic geradezu. In der Mitte der Runde fand er sich auf dem Boden wieder – eine nicht besonders harte und präzise Kombination hatte ihn zu Boden gezwungen. Zur fünften Runde trat er dann nicht mehr an. Sieger durch TKO 5: Sahan Aybay.
Den vorletzten Kampf, einen Sechsrunder im Mittelgewicht, bestritten Ercan Tuncel (4 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO) und Sinisa Gambelic (6 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO, 3 Niederlagen, 3 durch KO). Tuncels Kampf war kurz und kurzweilig. Er trieb seinen Gegner vor sich her, stellte ihn an den Seilen und kam mit einer Rechten zur Schläfe durch. Dieser Treffer ließ Gambelic langsam in den Seilen zusammensacken. Tuncel deckte ihn noch weiter mit Schlägen ein, bis der Ringrichter Rinaudo dazwischenging und den Kampf, völlig zu Recht, abbrach.
Sieger durch KO, nach 1:20 Minuten: Ercan Tuncel.

Den Hauptkampf des Abends bestritt natürlich Yusuf Kangül (17 Kämpfe, 14 Siege, 8 durch KO, 2 Niederlagen, 1 Unentschieden). In einen Zehnrunder im Super Mittelgewicht traf er auf Mirko Zdralo (6 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO, 3 Niederlagen, 1 durch KO). Dabei ging es um den vakanten Euro-Asia-Titel der WBF. Kangül startete stark. Mehrere Male kam er gut durch, sowohl mit seinem Jab, als auch mit seinen Haken zu Körper und Kopf. In der zweiten Runde erhöhte er das Tempo, wodurch der Kampf härter wurde. Kangül stellte Zdralo an den Seilen und brachte ihn mit Körperhaken zu Boden. Zdralo stand zwar wieder auf, er wurde aber direkt wieder an den Seilen gestellt und durch harte Körperhaken endgültig gefällt. Ringrichter Mufadel Elghazaoui zählte ihn aus.
Sieger durch KO in Runde 2, nach 2:45 Minuten: Yusuf Kangül.
Die erste Zaza Fightnight war ein voller Erfolg. Hoffentlich werden ihr noch viele weitere folgen.
© Uwe Betker

Eine sehr ungewöhnliche Boxveranstaltung

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Profiboxveranstaltungen finden an den verschiedensten Orten statt: Hallen jeglicher Größe, Auto- und Möbelhäuser, Fußballstadien und Aschenplätze, Marktplätze und Säle von Kneipen. Auch Messehallen waren schon häufig Austragungsort. Aber eine Messehalle während einer laufenden Publikumsmesse, das ist mir noch nicht unter gekommen. Die Zuschauer der Boxkämpfe waren m.a.W. die Messebesucher.
Halle 7 der Messe Essen war der Ort, wo am 18. November 2017, also am Samstag, mittags die Fäuste flogen. Die Messe „Mode, Heim und Handwerk“ selber ist eine Verbrauchermesse, auf der man wohl so ziemlich alles, was es auf er Welt gibt, kaufen kann: japanische Automobile, Handtaschen, Rolltore, heilende Steine, Rückenmassagen, Hosen und Mäntel, Schmuck und Dinge, die ich noch nie gesehen habe. Hinzu kommen die verschiedensten Selbsthilfegruppen, Imbisse, Hilfsorganisationen, Feldjäger, Handwerksorganisationen und Vereine. In besagter Halle 7 stellten sich hauptsächlich die verschiedensten lokalen Vereine vor, vor allem Sportvereine. Und hier nun wurde geboxt.
Bereits beim Wiegen am Vortag zeichnete sich ab, dass die Veranstaltung sehr ungewöhnlich werden würde. Im Vorprogramm zum Wiegen wurde schon mal Bauchtanz und Rockabilly Tanz und Gesang geboten. Letztgenanntes wurde von Mitgliedern der „Wirtschaftswunder-Revue“ grandios aufgeführt. Und zum Bauchtanz wäre zu sagen: Gab es je vorher Bauchtanz im Rahmen einer Boxveranstaltung? Am Kampftag selbst traten auch alle wieder auf, verstärkt durch eine Sängerin. Für mich sollte es ruhig mehr Bauchtänzerinnen und mehr Tänzer- und Sängerinnen von der „Erdbeerbrause“ Revue geben. Ringsprecher und Conférencier war Thomas Bielefeld, die Stimme des Boxens in Deutschland.
So ungewöhnlich wie der Veranstaltungsort war auch der Veranstalter. Denn dieser war die German Boxing Association. Vermutlich war es das erste Mal, dass ein deutscher Boxverband selber als Veranstalter fungierte. Das liegt wohl daran, dass die GBA hier zum einen Werbung für den Boxsport machen und zum anderen das karitative Projekt GIBEI (https://gibei.jimdo.com/) unterstützen wollte. Veranstalterin des WBF WM-Kampfes war die 15-jährige Ranee Schröder, die wohl immer noch die jüngste Promoterin der Welt sein dürfte.
Leider gab es insgesamt nur zwei Kämpfe zu sehen. Allein am Kampftag wurden drei Kämpfe krankheitsbedingt abgesagt. Mustafa Isa und Issac Maganga gaben ihr Profidebüt im Cruisergewicht. Isa, ein syrischer Flüchtling, dessen Lebensgeschichte schon durch die Medien gegangen ist, boxte abgeklärt und ruhig. Er machte von Anfang an Druck und trieb Maganga vor sich her. Mehrfach stellte er ihn an den Seilen und deckte ihn ein. Magangas etwas unorthodoxe Doppeldeckung blockte jedoch viele Schläge ab. Mit seinen Schlägen auf der Außenbahn war Maganga auch nicht ungefährlich. Die erste Runde war munter. Die zweite Runde wurde dann härter geführt. Das lag zum einen daran, dass Isa den Druck erhöhte, zum anderen daran, dass Maganga nun auch durch die Mitte schlug. In der dritten Runde erhöhte Isa erneut den Druck. Die Ecke von Maganga kam mit dem Wurf des Handtuchs einem Niederschlag zuvor.
Sieger durch TKO in Runde 3 nach 1:35 Minuten: Mustafa Isa.
Der Hauptkampf des Tages war die Weltmeisterschaft nach Version WBF im Cruisergewicht zwischen Serdar Sahin (29 Kämpfe, 27 Siege, 18 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) und Diego Javier Sanabria (82 Kämpfe, 60 Siege, 46 durch KO, 9 Niederlagen, 6 durch KO, 3 Unentschieden). Sahin, der über ein Jahr nicht geboxt hatte, zeigte schön systematisches und ruhiges Boxen. Besonders gefiel mir seine steife linke Führhand, mit der er den Kampf bestimmte. Nur wenige Male setzte Sahin, der Sven Ottke in der Ecke hatte, seine Rechte ein. Sanabria versuchte nur selten Aktionen, und wenn er es tat, dann kamen sie über die Außenbahn und waren für Sahin nur mäßig gefährlich. Die erste Runde war von Abtasten geprägt. Anfang der zweiten Runde stellte Sahin seinen Gegner an den Seilen. Eine Rechte zum Kopf über die Deckung, gefolgt von drei weiteren Schlägen – und Sanabria knickte ein, ging aber nicht zu Boden. Die gleiche Aktion, an gleicher Stelle, nur mit ein paar Schlägen mehr, ließ Sanabria am Ende der Runde erneut einknicken. Damit hatte Sahin den Schlüssel gefunden, mit dem Sanabria zu knacken war. In der dritten Runde nahm Sahin sich die Zeit, die Lücke zu suchen, die er dann auch fand. Ein harter Leberhaken, gefolgt von einer Rechten zum Kopf fällte Sanabria. Der kam zwar noch mal hoch, aber Ringrichter Mike Wissenbach zählte den noch schwankenden Mann aus.
Sieger durch KO in Runde 2, nach 1:55 Minuten: Serdar Sahin.
Es war eine sehr ungewöhnliche Boxveranstaltung, eine, die Werbung für den Boxsport machte. Es ist jetzt auch Zeit, Werbung fürs Boxen zu machen und das Publikum zurück an den Ring zu locken. Ich persönlich würde mir wünschen, dass jedes Jahr im Rahmen der „Mode, Heim und Handwerk“ so eine Veranstaltung stattfindet, mit hoffentlich dann mehr Kämpfen.
© Uwe Betker

Das ganz große Finale von Werner Kreiskott

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Kurz nach Mitternacht war der Kultboxer endgültig Geschichte geworden. Er stand nach seinem letzten Kampf als Sieger im Ring umgeben von Familie, Weggefährten, Freunden und vielen, die ihm geholfen hatten. Es war ein bewegender Moment. Über elf Jahre war Kreiskott Teil des Boxens in Deutschland gewesen und nun gehört dieser Teil der Geschichte und den Erinnerungen an.
Die Veranstaltung von Kreiskott war genauso wie seine Veranstaltungen immer sind, nur besser. Auch sein Kampf war so wie seine Kämpfe immer sind, nur schwerer. Die Veranstaltung war wie immer voll gepackt mit Kämpfen – und es waren dieses Mal richtige Knallerkämpfe dazwischen. Sein eigener Kampf war eine an die Substanz gehende Schlacht, in der der Mann, der den stärkeren Willen hatte, gewann.
Insgesamt waren 14 Kämpfe zu sehen, fünf nach K1 Regeln und neun Profikämpfe. Den Anfang beim Profiboxen machten im Super Mittelgewicht Phillip Kolodziej (16 Kämpfe, 10 Siege, 7 durch KO, 6 Niederlagen, 6 durch KO) und Ahmed Akit Beide (5 Kämpfe, 5 Niederlagen, 5 durch KO). Akit Beide boxte sehr defensiv, verschanzte sich hinter seiner Doppeldeckung und wirkte nachgerade pazifistisch. Kolodziej punkte mit seiner Führhand. In der zweiten Runde erhöhte er den Druck und versuchte, durch Körpertreffer die Deckung von Akit Beide runterzuziehen; das funktionierte auch. Eine schöne Linke zum Kopf brachte Akit Beide zu Boden. Der stellte sich wieder und erreichte die Rundenpause. Am Anfang der dritten Runde musste er erneut nach einer Kombination zu Boden. Danach wurde Akit Beide dann buchstäblich durch den Ring geprügelt. Er kassierte viel. Immer wieder drehte er ab. Irgendwann hatte der GBA Ringrichter Roman Morawiec genug gesehen und brach den sehr ungleichen Kampf ab. Eine sehr gute Entscheidung.
Als nächstes stiegen für einen Sechsrunder im Schwergewicht Timur Stark (11 Kämpfe, 9 Siege, 8 durch KO, 2 Niederlagen) und Emre Altintas (25 Kämpfe, 10 Siege, 6 durch KO, 14 Niederlagen, 13 durch KO, 1 Unentschieden) in den Ring. Der von Artur Grigorian trainierte Stahl boxte souverän und schön grade. Altintas hielt dagegen, zog aber bei den Schlagabtäuschen regelmäßig den Kürzeren. Am Ende der Runde brachte eine schöne Links-Rechts-Kombination zum Kopf Altintas zu Boden. In der zweiten Runde machte Stahl da weiter, wo er in der vorangegangen aufgehört hatte. Altintas ging direkt zu Anfang der Runde erneut nach einer Kombination zum Kopf zu Boden. Zwar stellte sich Altintas noch mal zum Kampf, aber kurze Zeit später fällte ihn ein brutaler rechter Kopfhaken zur Schläfe erneut. Der Ringrichter Jens-Uwe Baum winkte den Kampf direkt ab. Sieger durch KO in Runde 2, nach 40 Sekunden: Timur Stark.
Marco Martini (16 Kämpfe, 13 Siege, 6 durch KO, 3 Niederlagen) und David Tlashadze (37 Kämpfe, 17 Siege, 5 durch KO, 18 Niederlagen, 7 durch KO, 2 Unentschieden) bestritten einen Sechsrunder im Super Weltergewicht. Tlashadze versuchte sich seinen Gegner mit seiner langen Führhand vom Hals zu halten. Wie Klitschko ließ er sie ausgestreckt stehen. Martini versuchte seinerseits an den Mann heran zu kommen. Ende der Runde konnte Tlashadze die Führhand nicht mehr ausgestreckt halten, wodurch Martini besser an ihn herankam und die ersten Treffer setzen konnte. In der zweiten Runde wurde die Begegnung munter. Martini erhöhte den Druck, versuchte Tlashadze zu stellen und mit Kombinationen einzudecken. Tlashadze verlegte sich aufs Kontern. Wobei er vor allem rechte Graden und linke Körperhaken schlug Die dritte Runde verlief nach dem gleichen Muster, nur mit dem Unterschied, dass Martini immer dominanter wurde. In der vierten, fünften und sechsten Runde nahm Tlashadze viel. Mehrfach sah es so aus, als ob Kopfhaken, die er nehmen musste, ihn einknicken ließen.
Einstimmiger Punktsieger (60:54): Marco Martini.
Es folgte der Kampf um die vakante Deutsche Meisterschaft im Schwergewicht nach Version GBA, um die Patrick Korte (12 Kämpfe, 12 Siege, 10 durch KO) und Hasan Kurnaz (8 Kämpfe, 4 Siege, 4 durch KO, 4 Niederlagen, 4 durch KO) stritten. Korte machte von der erste Sekunde an Druck. Dabei agierte er aber ruhig und überlegt. Er boxte gut oben an und versuchte dann, die Doppeldeckung von Kurnaz durch Körpertreffer nach unten zu ziehen. Der wiederum versuchte, von seinem Gegner wegzukommen und gelegentlich zu kontern. Offensichtlich wollte Kurnaz Korte ermüden. Damit war das Kampfmuster etabliert. In der dritten Runde wurde Kurnaz zum ersten Mal angezählt. Korte hatte ihn an den Seilen gestellt und ließ ihn nicht mehr weg. Ein Schlaghagel ließ Kurnaz dann auch zusammensacken. Der Kampf wurde nun hektisch, wobei der sehr souveräne Ringrichter Jens-Uwe Baum zu jeder Zeit angemessen und ruhig agierte. Korte suchte ungestüm den KO und schlug dabei auch auf den Hinterkopf. Baum unterband das sofort und verwarnte ihn dafür. Nach einem weiteren Schlaghagel musste Kurnaz erneut zu Boden. Da Korte nicht die neutrale Ecke fand unterbrach Baum das Zählen und schickte Korte in die entsprechende Ecke. Damit hatte Korte seinem Gegner zusätzliche Erholungszeit gegönnt. Die konnte Kurnaz aber nicht mehr wirklich nutzen. Kurze Zeit später wurde er in einer neutralen Ecke gestellt. Nach einem brutalen rechten Haken auf die Schläfe ging er wieder zu Boden. Baum brach an dieser Stelle den Kampf ab.
Sieger durch KO in Runde 3, nach 2:28. Patrick Korte.
Im Super Mittelgewicht trafen Slim Ben Khalifa (10 Kämpfe, 7 Siege, 2 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO) und René Oeffner (11 Kämpfe, 10 Siege, 7 durch KO, 1 Niederlage) für einen Achtrunder aufeinander. Es war das typische Aufeinandertreffen von einem Fighter auf einen Boxer. Ben suchte den Schlagabtausch und machte Druck. Oeffner wollte boxen und beschränkte sich weitestgehend darauf, seine Führhand rauszustechen und die Schläge zu blocken. Es gab nur wenige Treffer. In der zweiten Runde machte Oeffner mehr. In der dann folgenden Runde versuchte Ben immer wieder mit Gewalt den Schlagabtausch, wurde aber ein ums andere Mal abgekontert. In der vierten Runde schien Khalifa leichte Konditionsprobleme zu bekommen. Er versuchte weiter mit Gewalt ans Ziel zu kommen, aber viele Schläge trafen nur die Deckung. Oeffner konterte und punktete, aber er machte zu wenig. In der siebten Runde zog sich Oeffner einen Cut auf der Nasenwurzel zu. Kurz sah es so aus, als müsste der Kampf abgebrochen werden. Der Kampf wurde aber fortgesetzt und wurde dann härter. Khalifa versuchte, den Cut weiter zu öffnen und Oeffner versuchte, den Kampf noch zu drehen.
Einstimmiger Punktsieger (Thomas Hackenberg 77:76, Jens-Uwe Baum 77:74 und Goran 78:74): Slim Ben Khalifa.

Ebenfalls im Super Mittelgewicht gab Timo Rost sein Profidebüt in einem Sechsrunder gegen Dominik Tietz (14 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO, 8 Niederlagen, 6 durch KO). Rost dominierte den Kampf von Beginn an. Er übernahm die Ringmitte und trieb mit seiner steifen Führhand seinen Gegner vor sich her; seine Rechte zog als Haken zum Kopf oder Körper hinterher. Zu Beginn der dritten Runde forderte er seine zahlreich mitgereisten Fans auf, ihn zu unterstützen, was die dann auch taten. Als Gegenleistung deckte er Tietz sofort mit einem Schlaghagel ein. Rost, ein Schützling von Rüdiger May, stellte seinen Gegner immer wieder und deckte ihn mit Kombinationen ein. Am Ende der vierten Runde schickte Rost seinen Gegner dann auch mit einer Rechten zum Körper auf die Bretter. Bevor der Kampf weitergehen konnte, ertönte der Pausengong. Schon nach einer Minute in der folgenden Runde musste Tietz erneut nach einem rechten Körpertreffer zu Boden und nahm danach noch viele weitere harte Treffer. Zu Beginn der sechsten Runde schickte Rost Tietz wieder zu Boden, wieder durch einen rechten Körpertreffer. Der Ringrichter winkte dann schließlich den Kampf ab, weil ein Handtuch im Ring lag.
Sieger durch TKO in Runde 6, nach 23 Sekunden: Timo Rost.

Es folgten drei Titelkämpfe in Folge. Nawid Haksamdieh (9 Kämpfe, 9 Siege, 8 durch KO) und Sandro Luetke Bordewick (14 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO, 8 Niederlagen, 7 durch KO) machten mit ihrer Internationalen Deutschen Meisterschaft im Halbweltergewicht den Anfang. Haksamdieh, zeigte schnelle Beine und schnelle Hände. Er kreiste um seinen Gegner und verteilte seine Schläge. Anfang der zweiten Runde brachte eine grade Führhand zum Kopf Luetke Bordewick zu Boden. Es folgte ein weiterer Niederschlag durch eine Rechte zur Schläfe. Der endgültige KO kam durch einen knallharten Kinnhaken durch die Mitte. Ringrichter Baum winkte den Kampf zu Recht sofort ab und nahm dem schwer Getroffen den Mundschutz raus.
Sieger durch KO in Runde 2, nach 1:29 Minuten: Nawid Haksamdieh.
Sherif Morina und Said Mundi kämpften im Weltergewicht um die Internationale Meisterschaft der WBF. Beide Boxer zeigten ein technisch sehr gutes Boxen. Der größere Mundi versuchte, seinen Reichweitenvorteil zu nutzen und mit seiner Linken zu punkten. Morina überbrückte immer wieder schnell die Distanz und kam ein ums andere Mal mit einer Links-Rechts-Kombination zum Kopf durch. Beide boten Boxen aus dem Lehrbuch. Es war der technisch beste Kampf des Abends. In der fünften Runde erhöhte Morina den Druck. Es sah alles danach aus, als ob er auf einen KO-Sieg ausgehen wollte. Mundi schien auch einmal erschüttert gewesen zu sein. Ende der siebten Runde holte Morina seinen Gegner dann auch mit einer Linken zum Körper von den Beinen. Er hatte jedoch keine Möglichkeit, ihn zu finischen, da der Gong ertönte. Gleich am Anfang der nächsten Runde fand sich Mundi wieder auf dem Boden. Eine lange Kombination ließ ihn einknicken. Kurze Zeit später stellte Morina Mundi in seiner Ecke und ließ ihn nicht mehr raus. Schlag um Schlag fand sein Ziel. Mundi sank schließlich unter diesem Schlaghagel zu Boden. Der WBF Ringrichter Christophe Hembert zählte bis acht und brach den Kampf ab.
Sieger durch TKO in Runde 8, nach 2:27 Minuten; Sherif Morina.

Den Schlusspunkt bildete dann der Abschiedskampf von Werner Kreiskott (46 Kämpfe, 25 Siege, 17 durch KO, 19 Niederlagen, 8 durch KO). Es ging um den Weltmeistertitel der UBO und die Internationale Meisterschaft der WBF im Schwergewicht. Sein Gegner war Gogita Gorgiladze (56 Kämpfe, 36 Siege, 30 durch KO, 20 Niederlagen, 9 durch KO). Beide begannen verhalten. Sie tasteten einander ab und studierten einander. Aktionen gab es nur wenige. Die zweite Runde war dann schon etwas munterer, in der beide Boxer versuchten, einander zu provozieren. Kreiskott zeigte dabei die besseren Aktionen. So ging es dann auch in der dritten Runde weiter. Am Ende der vierten Runde stellte Kreiskott seinen Gegner in einer neutralen Ecke und deckte ihn mit Schlägen ein. Gorgiladze schien nur mit Mühe das Rundenende zu erreichen. Es folgte eine kreiskottypische Materialschlacht mit vielen harten Aktionen, bei denen beide Boxer viel austeilten, aber auch viel nahmen. In der fünften und sechsten Runde ging es so weiter. In der folgenden Runde erhöhte Kreiskott, der von Garip Ilbay betreut wurde, den Druck. Immer wieder kam er durch, aber Gorgiladze schien durch Treffer nicht beeindruckt werden zu können. In der achten Runde hatte er dann sogar seine Momente; zweimal kam er hart durch. Am Ende der neunten Runde sah es dann wieder danach aus, als könnte Kreiskott vorzeitig gewinnen. Aber Gorgiladze blieb stehen. Der Kampf wogte hin und her. Für Freunde des technischen Boxens das allerdings nichts. In der zwölften und letzten Runde versuchte jeder der beiden Kotrahenten, den anderen KO zu schlagen, wobei Kreiskott dies vielleicht noch etwas mehr wollte. Am Ende hob Ringrichter Thomas Hackenberg den Arm von Werner Kreiskott.
Sieger nach Punkten: Werner Kreiskott.

Kreiskott hat seinen letzten Kampf als Profiboxer wieder aufgrund einer unglaublichen Konditions- und Willensleistung gewonnen. In der vierten Runde hatte er sich den Kiefer gebrochen. Darüber sprach er in der Halle aber nicht. Es ist ein großer Fighter, der hier seine lange Karriere beendete. Wir werden ihn als Boxer vermissen. Als Veranstalter wird er aber weitermachen. Bei aller Wehmut über das Ende der Profikarriere muss man aber auch froh darüber sein, dass hier ein Mann den richtigen Zeitpunkt für seinen Schlusspunkt gewählt hat. Werner Kreiskott – Respekt!
© Uwe Betker

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15. Oktober 2017 at 23:59

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Wladimir Klitschko – ein Rückblick

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Vor einem Monat erklärte Wladimir Klitschko seinen Rücktritt. Knapp 21 Jahre lang war er Profiboxer. Die Aufregung hat sich inzwischen gelegt und daher soll hier versucht werden, ihn zu würdigen.
Die nackten Zahlen sind sehr beeindruckend: 69 Kämpfe, 64 Siege, 53 durch KO, 5 Niederlagen, 4 durch KO, Europameister im Schwergewichtler 1999, Weltmeister der WBO von 2000 bis 2003, Weltmeister der IBF von 2006 bis 2015, Weltmeister der WBO von 2008 bis 2015 und Weltmeister der WBA von 2011 bis 2015. Gleichwohl war in den sozialen Medien nach dem Rücktritt von Klitschko eine gewisse Erleichterung spürbar. Lange Jahre flogen sowohl ihm als auch seinem Bruder die Herzen der Fans nur so zu. Zuletzt aber hatten sich viele Fans des Profiboxens von dem in Kasachstan geborenen Ukrainer Wolodymyr Wolodymyrowytsch Klytschko, der sein meistes Geld in der Bundesrepublik verdient hatte, abgewendet.
Klitschkos Problem könnte man das Herold-Johnson-Problem nennen. Herold Johnson (89 Kämpfe, 78 Siege, 33 durch KO, 11 Niederlagen, 2 durch KO) war von 1962 bis 1963 Weltmeister im Halbschwergewicht. Für seine erste Titelverteidigung kam er nach Berlin, wo er am 23. Juni 1962 im Olympiastadion Bubi Scholz nach Punkten besiegte. Johnson war ein großartiger Boxer. Er boxte technisch nahezu perfekt. Perfektion aber ist langweilig. Und daher blieb Johnson die große Zuneigung der Fans verwehrt.
Meiner Auffassung nach hat Wladimir Klitschko in seiner Boxkarriere alles richtig gemacht. Als er Profi wurde, schlug er Angebote aus den USA aus, um in Deutschland, bei Universum Box-Promotion seine Karriere zu starten. Ihm war wohl bewusst, dass er hier umsichtiger aufgebaut würde. Dann kam er aber auch zu einem Trainer, nämlich Fritz Sdunek, der nicht nur selber aus der osteuropäischen Boxschule kam, sondern gleichzeitig auch erfahren war in der Transformation von Amateurboxern zu Profiboxern. – Und so ging es mit seinen Entscheidungen, die stets richtig waren, immer weiter. Er wurde Weltmeister, trennte sich von Klaus-Peter Kohl und vermarktete sich selber.
Je mehr er sich und sein Handeln perfektionierte, desto mehr Hardcoreboxfans verlor er aber. Von sonderlicher Bedeutung war das eigentlich nicht, denn an Stelle der Boxfans kam nun ein Publikum zu ihm, das sich für Boxen nicht interessierte. Damit kamen dann auch Werbeauftritte und diverse erfolgreiche Geschäfte.
Die meisten Hardcoreboxfans wünschen sich Ringschlachten, große Rivalitäten …, sie möchten sehen wie schon verloren geglaubte Kämpfe auf den Kopf gestellt werden u.ä. Sie lieben schlicht Emotionen und Herzblut. Genau das wollte Klitschko aber nicht liefern. Abzulesen ist das an seinem Umgang mit Niederlagen. Am 05. Dezember 1998 verlor er gegen Ross Puritty seinen ersten Profikampf. Wollte er nun einen Rückkampf? Wir wissen es nicht. Jedenfalls fand er nicht statt, sein Bruder boxte am 08. Dezember 2001 gegen Puritty und schlug ihn in der elften Runde KO. Am 08 März 2003 verlor er gegen Corrie Sanders. Am 24. April 2004 wetzte der große Bruder auch diese Scharte wieder aus. – Das ist nicht unbedingt das, was richtige Boxfans sehen wollen. Aber sehr clever war das schon. Einerseits nahm es den psychischen Druck von Wladimir Klitschko. Andererseits zeigte diese Strategie den anderen Boxer auf, dass sie es immer mit zwei starken Brüdern gleichzeitig zu tun haben. Das dürfte nun eine Situation sein, die mancher noch aus seiner Kindheit kennt.
Klitschko wird schon mal vorgeworfen, er hätte sich ja nur deshalb so lange an der Weltspitze halten können, weil seine Gegner so schwach waren – ein Vorwurf, den sich vor ihm auch schon Joe Louis (69 Kämpfe, 66 Siege, 3 Niederlagen, 2 durch KO, Weltmeister von 1937 bis 1950) und Larry Holmes (75 Kämpfe, 69 Siege, 44 durch KO, 6 Niederlagen, 1 durch KO, Weltmeister von 1978 bis 1985) gefallen lassen mussten. Boxer, die über einen langen Zeitraum eine Gewichtsklasse dominieren, bekommen diesen Vorwurf wohl immer zu hören.
Wenn man Klitschkos Kampfrekord aber durchsieht, dann findet man schon auch genug Namen, die beweisen, dass er sehr wohl gegen starke Gegner geboxt hat. Die meisten von ihnen hat er aber auf eine Art und Weise besiegt, die es so aussehen ließ, als seien diese Gegner keine sehr ernst zu nehmenden Herausforderer.
Natürlich gibt es Dinge, die man Klitschko vorwerfen könnte. Ich meine mich beispielsweise zu erinnern, dass er mal angekündigt hat, einen Boxstall und Boxer aufbauen zu wollen. Das geschah aber, zu meinem großen Bedauern, nie.
Das Vorprogramm von Klitschko-Veranstaltungen war oft läppisch. Nur selten gab es mal einen guten Kampf oder einen guten Mann zu sehen. Dem Vorprogramm konnte man im Gegenteil oft genug ansehen, dass es so wenig Geld wie möglich kosten sollte. Aber wer guckt sich schon das Vorprogramm an? Und wieso sollte man Geld aus der eigenen Tasche für Boxkämpfe ausgeben, die von kaum jemandem gesehen werden und sowieso nicht im Fernsehen gezeigt werden? Damit hat Klitschko also, auch wenn es einem nicht gefallen mag, wohl doch wieder mal alles richtig gemacht.
Am Ende seiner Karriere zeigte er aber auch mehrfach Größe. Sein letzter Kampf gegen Anthony Joshua entschädigte für einige doch eher langweilige Kämpfe. Und er zeigte auch damit Größe, dass er auf einen Rückkampf verzichtete. Wer verzichtet schon mal eben auf 30 bis 50 Millionen Dollar?
Wie immer man auch zu Wladimir Klitschko stehen mag. Für sich hat er jedenfalls alles richtig gemacht. Er hat Ruhm, ein sauberes Image, berufliche Zukunftsperspektiven und einen riesen Haufen Geld. Das ist sehr viel mehr als meisten Boxweltmeister haben. Er wird irgendwann unter den Top-Ten aller Zeiten des Schwergewichts geführt werden. Also: alles richtig gemacht.
(C) Uwe Betker

Die dritte Assassin Fighting Championship

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Die Eissporthalle in Dorsten ist wieder einmal zu einem Ort geworden, an dem man gewesen sein musste, um man harte Profiboxkämpfe zu sehen. Es begann mit zwei 8-jährigen Jungen, die einen K1 Kampf zeigten. Anschließend gab es zwei Amateurboxkämpfe und dann folgten noch zwölf Profiboxkämpfe, von denen einige richtig klasse waren.
Den ersten dieser Profikämpfe bestritten im Super Weltergewicht Azad Dogru (15 Kämpfe, 15 Niederlagen, 15 durch KO) und Marcus Jakobs, der sein Debüt gab. Der Kampf war geprägt von Hektik. Jakobs ging etwas ungestüm nach vorne und Dogru lief um sein Leben. Dogru ging erst in der Ecke von Jakobs zu Boden, dann in seiner eigenen und schließlich in einer neutralen Ecke. Die Niederschläge waren mehr das Ergebnis von Dogrus Überforderung, als der Schlagwirkung von Jakobs geschuldet. Der GBA-Ringrichter Kornelius Bernds winkte beim dritten Niederschlag den Kampf ab. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:31 Minuten: Marcus Jakobs.

Danach stiegen Eduino Dos Santos und Ahmet Akil, beides Debütanten, für eine Schwergewichtsbegegnung in den Ring. Dos Santo machte den Kampf. Er trieb seinen Gegner vor sich her. Akil verschanzte sich hinter seiner Doppeldeckung und versuchte, den Schlägen auszuweichen. Immer wenn er nah an Dos Santos stand, deckte er ihn mit Schlägen zum Körper ein. Zur zweiten Runde trat er nicht mehr an: Sieger durch TKO in Runde 2: Eduino Dos Santos.

Ebenfalls im Schwergewicht boxten sodann David Gegeshideze (40 Kämpfe, 20 Siege, 6 durch KO, 19 Niederlagen, 15 durch KO, 1 Unentschieden) und Sascha Prinz (3 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO) gegeneinander. Gegeshideze, ein sehr zäher Handlungsreisender in Sachen Boxen, machte es Prinz schwer. Der kam auch in der ersten Runde nur einmal mit einem schönen rechten Cross durch, der Gegeshideze beeindruckte. Es sah ganz danach aus, als hätte Prinz vier Runden harte Arbeit vor sich. Dann kam Prinz aber, zu Anfang der zweiten Runde, mit einem brutalen rechten Körperhaken durch, der Gegeshideze zu Boden sinken ließ. Während der Ringrichter Kazim Kurnaz noch zählte, kam das Handtuch geflogen. Sieger durch TKO in Runde 2, Nach 29 Sekunden: Sascha Prinz.

Im Super Weltergewicht maßen anschließend Devor Matic (2 Kämpfe, 2 Niederlagen, 2 durch KO) und Yaser Yüksel (4 Kämpfe, 4 Siege, 4 durch KO) ihre Kräfte. Ich möchte aber lieber sagen, die Beiden verglichen ihre boxerischen Fähigkeiten. Yüksel spielte tatsächlich ein grausames Spiel mit seinem Gegner. Wie eine Katze mit einer gefangenen Maus spielt, so spielte Yüksel mit Matic. Ohne Deckung, nur auf seine Reflexe und schnellen Beine vertrauend, machte er gerade eben genug, um Matic seine Dominanz spüren zu lassen. Ende der ersten Runde schlug er ihn durch einen Kopftreffer zu Boden. Den Kampf sodann zu beenden, dazu machte er aber dann keine Anstalten. Immer weiter ging das Spiel. Die dritte Runde endete genauso wie die erste – nur dass es diesmal ein Körpertreffer war. In der vierten Runde kam Matic zweimal mit einer Rechten durch, was Yüksel gar nicht gefiel. Er erhöhte daraufhin den Druck und machte Ernst. Er stellte Matic in einer neutralen Ecken und ließ ihn nicht mehr raus. Matic ging zu Boden. Diesmal setzte Yüksel nach und stellte Matic erneut. In dessen eigener Ecke deckte er ihn ein. Wieder musste Matic zu Boden. Hier nun beendete Kornelius Bernds das grausame aber kurzweilige Spiel. Sieger durch TKO in Runde 4, nach 1:11 Minuten: Yaser Yüksel.

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Es folgte eine Begegnung im Super Mittelgewicht zwischen Muharem Özkul und Jerome Kock (4 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO, 2 Niederlagen, 1 durch KO). Kock begann gut. Er beherrschte die Ringmitte und trieb Özkul vor sich her. Der Kampf war munter, auch weil Özkul entschlossen schien, in seinem Profidebüt nicht zu verlieren. Immer wieder versuchte er, Kock mit Körpertreffern langsamer zu machen. Aber zur dritten Runde trat er dann doch nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 3: Jerome Kock.

Dann boxten Drazjan Janjanin (30 Kämpfe, 15 Siege, 14 durch KO, 15 Niederlagen, 7 durch KO) und Kristijan Krstacic (15 Kämpfe, 14 Siege, 11 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) im Cruisergewicht gegeneinander. Krstacic begann verhalten, kreiste um seinen Gegner herum. Kontinuierlich erhöhte er den Druck. Immer wieder ging er mit der Linken zur Leber – das mochte Janjanin augenscheinlich gar nicht. Zur zweiten Runde trat Janjanin dann auch nicht mehr an. Er gab vor, sich den Ellenbogen seiner Linken verletzt zu haben. Sieger durch TKO in Runde 2: Kristijan Krstacic.

Es folgte eine richtig harte Ringschlacht. Nikoloz Berkatsahvili (48 Kämpfe, 29 Siege, 12 durch KO, 19 Niederlagen, 17 durch KO) traf im Leichtgewicht auf Atilla Koyabasi (9 Kämpfe, 9 Siege, 5 durch KO). Koyabasi wollte so schnell wie möglich in den Schlagabtausch. Er wollte ganz offensichtlich den KO-Sieg. Dementsprechend schnell führten die Beiden die Begegnung, die wirklich sehr schnell, sehr hart und sehr intensiv war. Zuerst schickte ein harter rechter Kopfhaken Berkatsahvili zu Boden. Ringrichter Izzet Kurnaz bekam danach aber erst recht viel zu tun. Der Kampf wurde noch härter und nun auch unsauber von beiden Seiten geführt. Es gab viele wilde Schlagabtäusche. Berkatsahvili fand sich noch mehrfach auf dem Ringboden wieder, allerdings wurde er nicht angezählt, denn es waren Ausrutscher und Schupser. Irgendwann hatten dann sowohl Berkatsahvili als auch Koyabasi je einen Cut an einem Auge. Anfang der zweiten Runde kam Koyabasi erneut mit einer harten Rechten zum Kopf durch, die Berkatsahvili zu Boden zwang. Kurze Zeit später war er wieder auf dem Boden, Erschöpfung und ein paar Schläge waren Schuld daran. Hier nun beendete der Ringrichter den Kampf: Sieger durch TKO in Runde 2, nach 54 Sekunden: Atilla Koyabasi.

Im Schwergewicht maßen danach Asad Adrovic (4 Kämpfe, 1 Sieg, 3 Niederlagen, 3 durch KO) und Eugen Buchmüller (8 Kämpfe, 8 Siege, 5 durch KO) ihre Kräfte. Der bereits 36 Jahre alte Buchmüller beeindruckte. Er zeigte sehr-sehr schnelle Hände. Er trieb Adrovic vor sich her. Dieser hielt aber tapfer dagegen. Buchmüller boxte sehr souverän. Zum Ende der ersten Runde sickerte Blut aus dem linken Ohr von Adrovic. Zur zweiten Runde konnte er deshalb nicht mehr antreten: Sieger durch TKO in Runde 2. Eugen Buchmüller.

Im Anschluss kämpften Giorgi Khulelidze (16 Kämpfe, 9 Siege, 2 durch KO, 7 Niederlagen, 6 durch KO) und Yusuf Kangül (15 Kämpfe, 12 Siege, 6 durch KO, 3 Niederlagen, 1 Unentschieden) im Super Mittelgewicht gegeneinander. Beide trafen sich im Ring und suchten den Schlagabtausch. Beide boxten nur an, um sodann in den Abtausch zu gehen. Es gab viele intensive Schlagabtäusche, bei denen der starke Kangül die Oberhand behielt. Anfang der zweiten Runde kam er mit einer schönen Rechten zum Kopf durch, die Khulelidze auf die Bretter schickte. Der zerfiel dann zusehens. Kurze Zeit später fand er sich in einer neutralen Ecke erneut auf dem Boden wieder. Ein Leberhaken hatte ihn gefällt. Seine Ecke hatte nun endlich Erbarmen mit ihm und warf das Handtuch. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 42 Sekunden: Yusuf Kangül.

Die Veranstalterin Edda Essaoudi (2 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO) bestritt den einzigen Frauenboxkampf des Abends. Sie boxte im Federgewicht gegen Nikolina Vokie. Der Kampf war kurz und hart. Essaoudi trieb ihre Gegnerin vor sich her und deckte sie mit Schlägen ein, kaum dass sie sie gestellt hatte. Schon bald war klar, dass sie Vokie keine Chance lassen würde. Essaoudi stellte sie an den Seilen und ließ sie nicht mehr weg. Unter dem Schlaghagel brach Vokie zusammen und die Ecke warf das Handtuch. Siegerin durch TKO in Runde 1, nach 57 Sekunde: Edda Essaoudi.

Im vorletzten Kampf des Abend trafen Ramazi Gogichashvili (48 Kämpfe, 28 Siege, 15 durch KO, 18 Niederlagen, 12 durch KO, 2 Unentschieden) und Tahir Kahrovic (6 Kämpfe, 6 Siege, 4 durch KO), genannt Tommy Punch, aufeinander. Es handelte sich um eine Junioren Weltmeisterschaft im Cruisergewicht, nach Version WBU. Beide Boxer agierten hinter einer kompakten Doppeldeckung. Gogichashvili besetzte die Ringmitte und Punch kreiste um ihn herum. In der zweiten Runde machte Punch mehr Druck, wodurch es zu mehr Aktionen kam. Ringrichter Sergej Kovalenko hatte am Ende der Runde seine liebe Mühe, Punch und Gogichashvili zu trennen. In der vierten Runde wurde der Kampf härter. Punch wurde für Schlagen mit dem Ellenbogen ermahnt. Ende der Runde ging Gogichashvili zu Boden, nach einer Rechten zum Körper. Später ging er in der neutrale Ecke, nach vielen Treffern, die er nehmen musste, erneut zu Boden. Das wiederholte sich nach kurzer Zeit am gleichen Ort dann noch mal. Gogichashvili hatte offensichtlich den Ehrgeiz, das Ende der Runde zu erreichen, was ihm auch gelang. Zur nächsten Runde trat er allerdings nicht mehr an, Sieger durch TKO in Runde 5: Tahir Kahrovic.

Den Hauptkampf des Abends bestritt der Veranstalter Ilias Essoaudi (10 Kämpfe, 10 Siege, 8 durch KO). Er boxte gegen Chris Hermann (37 Kämpfe, 22 Siege, 13 durch KO, 14 Niederlagen, 12 durch KO, 1 Unentschieden). Dabei ging es um die WBU-Weltmeisterschaft im Super Weltergewicht. Der Kampf war kurz, weil Essoaudi nicht lange fackelte. Ein linker Körperhaken ließ Hermann zum ersten Mal auf die Bretter gehen. Etwas später schickte eine Rechte zum Kopf Herrmann beinahe durch die Seile. Kurz vor Ende der ersten Runde war er wieder am Boden. Diesmal war es allerdings ein Ausrutscher. Aber es war allen in der Halle klar, dass Herrmann kurz vor dem Ende war. In der zweiten Runde vollendete Essoaudi sein Werk. Zu Beginn der Runde zwang eine schöne Kombination sein Gegenüber erneut zu Boden. Dann fällte ein schöner brutaler Leberhaken Herrmann ein weiteres Mal. Es kam nun schließlich ein Handtuch geflogen. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 1:22 Minuten: Ilias Essoaudi.

Abschließend muss gesagt werden: Die Veranstaltungen des Ehepaars Essaoudi werden immer besser. – Wann ist die nächste Profiboxveranstaltung in der Eissporthalle in Dorsten?
(C) Uwe Betker

Written by betker

14. Mai 2017 at 23:59

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