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Zehn Profiboxkämpfe in Remscheid

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Am Samstag, dem 17.11.2018, war die Sporthalle West in Remscheid Austragungsort von zehn Profiboxkämpfen, einem Kick-Box- und einen K1-Kampf. Die Sporthalle mit Empore, sechs VIP Tischen und Bestuhlung war wohl ausverkauft. Abgerundet wurde der Abend durch Rapper und mehrere Tanzgruppen.

Den Anfang machten im Mittelgewicht Ibrahim Yildirim (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) und Kemal Faik (11 Kämpfe, 11 Niederlagen, 10 durch KO). Faik begann schön und boxte lang. Aber schon bald übernahm Ibrahim Yildirim das Kommando. Er stellte seinen Gegner an den Seilen und ließ ihn nicht mehr weg. Nach ein paar Dutzend unbeantworteten Schlägen nahm der GBA-Ringrichter Kazim Kurnaz Faik aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 1:58 Minuten: Ibrahim Yildirim,

Im Schwergewicht maßen sodann Daniel Balabula (2 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO) und Nikola Spasojeviv ihre Kräfte. Balabula machte von der ersten Sekunde an Druck. Er suchte den KO. Er trieb seinen Gegner vor sich her und versuchte ihn an den Seilen zu stellen, wo er ihn eindeckte. In der zweiten Runde ging dann Spasojevic nach einer solchen Aktion zu Boden. Zwar kam er noch rechtzeitig wieder hoch, doch sein Trainer nahm ihn aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 2:13:  Daniel Balabua,

Ebenfalls im Schwergewicht traf anschließend Huenkar Polat (3 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 2 Niederlagen, 2 durch KO) auf den Debütanten Samir Begic. Polat beherrschte die Ringmitte und trieb seinen Gegner vor sich her. Schön waren seinen Rechten zum Körper. Mitte der zweiten Runde legte Begic einen Zwischensprint ein: er verteilte viele Schläge auf die Deckung von Polat. Der dritte Durchgang war munter, beide machten mehr und standen häufig Fuß an Fuß und schlugen aufeinander ein, wobei Begic mehr Hände ins Ziel brachte. Zur vierten Runde trat er nicht mehr an, weil er sich seine rechte Schlaghand verletzt hatte. Sieger durch TKO, in Runde 4: Hunkar Polat.

Der erste Höhepunk des Abends war der Sechsrunder im Super Weltergewicht mit Malik Yasir (4 Kämpfe, 4 Siege, 4 durch KO) und Robin Schoengart (2 Kämpfe, 2 Niederlagen, 2 durch KO). Schoengart versuchte, seinen Reichweitenvorteil zu nutzen. Yasir versuchte dementsprechend, seinen Reichweitennachteil auszugleichen und an den Mann heranzukommen, wobei er mit seinem Vorhaben erfolgreicher war als Schoengart. Die Begegnung war ausgesprochen munter. Mehrfach kam Yasir schön mit seinem rechten Cross durch. In der zweiten Runde ging Schoengart nach mehreren Körpertreffern in der Ecke von Yasir runter. Anfang der dritten Runde stellte Yasir seinen Gegner erneut in seiner Ecke und ließ ihn nicht mehr raus. Schoengart nahm Körpertreffer auf Körpertreffer, bevor er vom Ringrichter aus dem Kampf genommen wurde. Sieger durch TKO in Runde 3, nach 54 Sekunden: Malik Yasir.

Im Mittelgewicht gaben danach Yan Sumbu Nsasi und Hasa Kurdia ihr Profidebüt. Nsasi boxte bemerkenswert abgeklärt. Er schaute sich in der ersten Runde seinen Gegner genau an, um dann in der zweiten die Jagd aufzunehmen. Er trieb ihn vor sich her, verteilte schön zu Körper und Kopf. In der dritten Runde stellte er ihn in seiner eigenen Ecke und holte ihn mit Körpertreffern von den Beinen. Kurdia wurde von Ringrichter Izzet Kurnaz am Boden kniend ausgezählt. Sieger durch KO in Runde 3, nach 53 Sekunden: Yan Sumbu Nsasi.

Armin Malekzadeh (3 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO) und Baskim Jakupi (12 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 11 Niederlagen, 9 durch KO) boxten einen Vierrunder im Super Weltergewicht gegeneinander. Malekzadeh dominierte den Kampf durch seine Schnelligkeit: schnelle Beine und schnelle Fäuste. Er trieb seinen chancenlosen Gegner vor sich her und streckte ihn mit einem Leberhaken zu Boden. Sieger durch KO in Runde 1, nach 2:23 Minuten: Armin Malekzadeh.

Im Mittelgewicht traten dann Sergej Wotschel (14 Kämpfe, 11 Siege, 5 durch KO, 3 Niederlagen, 1 Unentschieden) und Zoran Sekularac (24 Kämpfe, 17 Siege, 13 durch KO, 7 Niederlagen, 6 durch KO) zu einem Sechsrunder gegeneinander an. Sekularac kam, gekleidet mit einem Wolfsfell als Umgang, in den Ring. Wölfe sind Rudeltiere und Boxen ist ein Individualsport. Das ging dann auch nicht gut. Wotchel machte sich sehr unaufgeregt daran, den Wolf zu erlegen. In der ersten Runde kam er mehrfach schön mit Körperhaken durch, in der zweiten ging er mehr zum Kopf. Immer wieder kam er durch die Deckung, durch die Mitte zum Kopf durch. Ende der dritten Runde holte sich Sekularac einen tiefen Cut über dem linken Auge und konnte zur nächsten Runde nicht mehr antreten. Sieger durch TKO in Runde 4: Sergej Wotschel.

Als nächstes stiegen Kai Hildebrandt (3 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO) und Amir Suljovic (10 Kämpfe, 10 Niederlagen, 8 durch KO) für einen Vierrunder im Cruisergewicht in den Ring. Der Kampf war schon zu Ende, bevor er noch richtig angefangen hatte. Sehr schnell verletzte Amir Suljovic seinen rechten Ellenbogen. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 45 Sekunden: Kai Hildebrandt.

Hiernach boxten Adem Fetahovic (2 Kämpfe, 2 Siege, 1 durch KO) und Sabri Ulas Göcmen (39 Kämpfe, 11 Siege, 1 durch KO, 28 Niederlagen, 27 durch KO) einen Vierrunder im Mittelgewicht. Fetahovic wollte den vorzeitigen KO. Jeder Schlag war mit größtmöglicher Härte geschlagen. Dem hatte Göcmen nicht viel entgegenzusetzen. Zur zweiten Runde trat er dann auch nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 2: Adem Fetahovic.

Hauptkampf des Abends war ein Sechsrunder im Halbschwergewicht mit Martin Houben (3 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO) und Armin Kukic (5 Kämpfe, 5 Niederlagen, 3 durch KO). Der Kampf der beiden war gut, aber kurz. Houben kam mit seiner Rechten gut zu Kopf und Körper durch. Eine brutale Rechte zum Körper schickte Kukic auf die Bretter, wo er ausgezählt wurde. Sieger durch KO in Runde 1, nach 2:06 Minuten: Martin Houben.

Die erste Remscheider Profi-Boxnacht war ein Erfolg. Von einigen, die dort geboxt haben wird man in den nächsten Jahren noch hören. Es wäre schön, wenn der ersten nun auch eine zweite, eine dritte, eine vierte usw. Profi-Boxnacht in Remscheid folgen würde.

© Uwe Betker

Boxen in Fernsehstudio 1

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Profiboxen in einem Fernsehstudio ist eigentlich die Ideallösung für diesen Sport, wenn das Ganze dann auch noch von einem TV-Sender übertragen wird. Für den TV-Sender wie für den Veranstalter sind die Bedingungen ideal. Auch für die Zuschauer ist es gut, denn die Konzentration ist auf den Ring fokussiert, bzw. auf das Geschehen darin. Die nobeo Studios in Hürth waren am 12.05.2018 Austragungsort einer Veranstaltung von Ahmet Öner, die von Sky Sport übertragen wurde. Insgesamt gab es dreizehn Kämpfe zu sehen.
Den Anfang machte ein Sechsrunder im Schwergewicht zwischen Gogita Gorgiladze (63 Kämpfe, 38 Siege, 32 durch KO, 25 Niederlagen, 10 durch KO) und Ali Kiydin (6 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO). Kiydin schlug viele Haken, wobei besonders sein rechter Körperhaken gut aussah. Er dominierte den Kampf. In der dritten Runde kam er mehrfach mit schönen Aufwärtshaken durch. Die vierte Runde war munter und es gab viele Schlagabtäusche. Gorgiladze schien Konditionsprobleme zu bekommen, erreichte aber das Kampfende. Sieger nach Punkten, durch Mehrheitsentscheidung: Ali Kiydin.
Anschließend stiegen Lars Jaarsma und Azad Dogru (19 Kämpfe, 19 Niederlagen, 19 durch KO) für einen Vierrunder im Super Weltergewicht in den Ring. Jaarsma, ein Debütant, boxte gut und Dogru ging mehrfach zu Boden. Beim dritten Mal hatte BDB Ringrichter Maurizio Rinaudo genug gesehen und nahm Dogru aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 1:57 Minuten: Lars Jaarsma.
Ebenfalls einen Vierrunder bestritten im Halbschwergewicht Miroslaw Dzembic und Onur Kanat. Beide Debütanten zeigten technisch gutes Boxen. Kanat boxte ruhig und abgeklärt. Er machte Druck und bestimmte den Kampf. Am Ende der zweiten Runde kam er mit einem schönen rechten Haken zum Kopf durch und Dzembic schien zu wackeln. Zur dritten Runde trat er dann verletzungsbedingt nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 3: Onur Kanat.
Danach stiegen Davit Gorgiladze (28 Kämpfe, 16 Siege, 14 durch KO, 12 Niederlagen, 12 durch KO) und Mohamed Soltby (15 Kämpfe, 14 Siege, 9 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) für einen Achtrunder im Schwergewicht in den Ring. Soltby boxte schön mit der Linken an und zog gut mit der Rechten nach. Er verteilte gut. Plötzlich ging Gorgiladze auf die Knie. Er hatte sich seine linke Schulter ausgekugelt. Der Ringrichter Uwe Lorch brach den Kampf ab. Sieger durch TKO in Runde 1 nach 1:58 Minuten: Mohamed Soltby.
Auf sechs Runden war die Kampf von Francisco Cordero (49 Kämpfe, 38 Siege, 29 durch KO, 11 Niederlagen, 9 durch KO) und Mohammed Bekdash (13, Kämpfe, 13 Siege, 10 durch KO) im Halbschwergewicht angesetzt. Bekdash boxte überlegt und ruhig. Er trieb mit seiner rechten Führhand seinen Gegner vor sich her, ohne zu überhasten. Bekdash boxte schön durch die Mitte und Cordero versuchte es mit Haken. Allerdings hatte Cordero Schwierigkeiten, den Reichweitennachteil auszugleichen. Die vierte Runde war besonders munter, als Cordero zwei Mal mit einem Kopfhaken durchkam. Am Anfang der fünften Runde platzierte Bekdash eine schöne Rechte zum Kopf. Am Ende der Runde deckte er sein Gegenüber mit einem regelrechten Schlaghagel ein, aber der Gong rettete Cordero noch mal. Er trat allerdings zur sechsten Runde nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 6: Mohammed Bekdash.
Im Mittelgewicht boxten Sokol Arsic (4 Kämpfe, 1 Sieg, 2 Niederlagen, 2 durch KO, 1 Unentschieden) und Taycan Yildirim (4 Kämpfe, 4 Siege, 2 durch KO). Die Begegnung war auf vier Runden angesetzt. Sie begann mit einem Führhandduell, bis Yildirim den Druck erhöhte. Am Ende der Runde schlug Yildirim seinen Gegner buchstäblich aus dem Ring. Arsic war, sich hinter einer Doppeldeckung verschanzend, durch die Ringseile gerutscht. In der zweiten Runde erhöhte Yildirim den Druck. Er stellte seinen Gegner in einer neutralen Ecke und ließ ihn nicht mehr raus. Arsic ging langsam zu Boden. Er machte keine Anstalten, sich noch mal dem Kampf zu stellen und der Ringrichter nahm ihn aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 39 Sekunden: Taycan Yildirim.
Im Mittelgewicht boxten Dino Sabanovic (19 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 17 Niederlagen, 11 durch KO) und Onur Aykac (3 Kämpfe, 3 Siege, 2 durch KO), ebenfalls in einem Vierrunder. Der Kampf war munter. Ende der zweiten Runde holte Aykac seinen Gegner mit einem schönen Leberhaken von den Beinen. In dieser Runde war Sabanovic von Ringrichter Rinaudo bereits zwei Mal angezählt worden, jeweils nach kleineren Kombinationen. Dann kam ein Handtuch geflogen und der Kampf war zu Ende. Sieger durch TKO in Runde 3, nach 1:00 Minute: Onur Aykac.
Auch Jovica Jovanovic (14 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 13 Niederlagen, 4 durch KO) und Mohamed Khaloua (5 Kämpfe, 5 Siege, 1 durch KO) traten für einen Vierrunder an, u.z. im Superweltergewicht. Khaloua zeigte schnelle Hände und schnelle Beine. Er tanzte seinen Gegner aus und deckte ihn mit variablen Kombinationen ein. In der dritten Runde hatte er ihn mehrfach am wackeln. Im vierten Durchgang gab es harte Schlagabtäusche, wobei beide Treffer nahmen. Sieger nach Punkten: Mohamed Khaloua.
Anschließend boxten Dionisio Miranda (41 Kämpfe, 22 Siege, 19 durch KO, 17 Niederlagen, 14 durch KO, 1 Unentschieden) und Yusuf Kangül (19 Kämpfe, 16 Siege, 10 durch KO, 2 Niederlagen, 1 Unentschieden) einen Achtrunder im Super Mittelgewicht. Kangül besetzte die Ringmitte und trieb Miranda relativ verhalten vor sich her. Immer wieder explodierte er und schlug harte Kombinationen. In der zweiten Runde arbeitete Miranda, der einen Reichweitenvorteil hatte, mehr mit seiner Führhand. In der dritten Runde kam Kangül wieder besser mit den langen Armen von Miranda zurecht. Er tauchte unter den Schlägen weg und kam an seinen Gegner heran. Dabei trafen sich die Köpfe der beiden Boxer. In der folgenden Runde stellte Kangül Miranda, erst in seiner und dann in dessen Ecke, und deckte ihn mit harten Schlägen ein. Die fünfte Runde war hart umkämpft und Miranda nahm einige harte Treffer. Zur sechsten Runde trat Miranda verletzungsbedingt nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 6: Yusuf Kangül.
Ladislav Nemeth (69 Kämpfe, 9 Siege, 4 durch KO, 51 Niederlagen, 16 durch KO, 8 Unentschieden) und Nick Morsink (5 Kämpfe, 4 Siege, 3 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) maßen im Halbschwergewicht ihre Kräfte in einem Sechsrunder. Beide gingen ein sehr hohes Tempo. Morsink beeindruckte. Mit dem Gong zur Pause kam er mit einem rechten Haken zur Schläfe durch, die Nemeth einknicken ließ. Nach ca. zwei Minuten in der zweiten Runde fand sich Morsink auf dem Boden wieder. Ein Schlag hatte ihn aus der Balance und zu Boden gebracht. Ringrichter Uwe Lorch zählte ihn nicht an. Die folgende Runde war hektisch. Nemeth suchte den KO zu erzwingen. Er nahm viel, aber er fiel nicht. Lediglich eine kleine Catcheinlage von Morsink brachte ihn zu Boden. Diese Einlage gab es dann in der fünften Runde noch einmal. Nemeth wollte einfach nicht durch Schläge fallen. Er nahm. Er nahm sehr viele harte Schläge, aber er erreichte den Schlussgong. Sieger nach Punkten: Nick Morsink.
Einen Vierrunder im Cruisergewicht bestritten Fadil Pasalic (18 Kämpfe, 1 Sieg, 17 Niederlagen, 10 durch KO) und Hami Sedef, der sein Profidebüt gab. Sedef besetzte zwar die Ringmitte, agierte aber etwas unsicher und kam nur selten an seinen Gegner heran. Pasalic hielt ihn sich meist mit seiner Führhand vom Hals. In der zweiten Runde verletzte sich Pasalic den linken Ellebogen und glitt zu Boden, während Sedef weiter auf ihn einprügelte. Ringrichter Lorch zählte Pasalic an. Kurze Zeit später prügelte Sedef Pasalic erneut zu Boden. Pasalic, der sich offensichtlich verletzt hatte, gab auf. Sieger durch TKO in Runde 2 nach 1:59: ami Sedef.
Im Halbschergewicht trafen Attila Tibor Nagy (44 Kämpfe, 11 Siege, 7 durch KO, 33 Niederlagen, 11 durch KO) und Serge Michel (6 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO) für einen Achtrunder aufeinander. Nagy ging mit einer schon brutal zu nennenden Systematik ans Werk. Er boxte, ohne zu überhasten. Immer wieder traf seine präzise Führhand und sobald sich die Lücke ergab, zog er mit der Rechten nach. Gleichzeitig erhöhte er kontinuierlich den Druck, ohne dabei aber zu überhasten. So brachte er seinen Gegner drei Mal in der dritten Runde zu Boden. Dieser versuchte zwischen den Niederschlägen, Michel in Keilereien zu verwickeln, was ihm aber nichts nützte; Michel sezierte ihn ruhig weiter. Nach dem dritten Niederschlag war dann Schluss: Sieger durch TKO in Runde 3 nach 2:02 Minuten: Serge Michel.
Den Hauptkampf des Abends bestritten Ryan Ford (17 Kämpfe, 14 Siege, 9 durch KO, 3 Niederlagen) und Avni Yildirim (20 Kämpfe, 19 Siege, 11 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) im Super Mittelgewicht. Dabei ging es um die WBC International Meisterschaft. Beide Boxer standen Fuß an Fuß und suchten die Lücke in der guten und kompakten Deckung des Anderen. Beide gingen ein sehr hohes Tempo. Es gab in den ersten beiden Runden nur sehr wenige einzelne Treffer. In der dritten Runde wurde der Kampf härter. Beide trafen häufiger, was sich in der vierten Runde fortsetzte. In der letzten Minute der vierten Runde gab es mehrere harte Schlagabtäusche. Man konnte sich kaum vorstellen, dass der Kampf über die Runden gehen würde. In der fünften und sechsten Runde wurden beide etwas langsamer, was aber nur dazu führte, dass es häufiger zum Schlagabtausch kam. In der siebten Runde wirkte Ford dann frischer und kam auch mehrfach hart durch. Im folgenden Durchgang ruhte er sich etwas aus und unterband viele Aktionen, indem er ganz nah an Yilderim heranging. Ringrichter Celestino Ruiz hatte nur sehr wenig zu tun. Nur hin und wieder musste er die Kontrahenten trennen. In der neunten Runde kam Yildirim auf. Am Ende sah es so aus, als ob Ford wackeln würde. Die zehnte und die erste Hälfte der elften Runde dominierte Yildirim, dann kam Ford wieder. Die zwölfte und letzte Runde gestaltete sich dann noch einmal brutal. Beide suchten den KO. Es war eine epische Ringschlacht. Einstimmiger Sieger nach Punkten (116:112, 115:113 und 117:112): Avni Yildirim.
Wir dürfen gespannt sein, ob der deutsche Weltmeister im Super Mittelgewicht nach Version WBA, Tyron Zeuge (23 Kämpfe, 22 Siege, 12 durch KO, I1 Unentschieden), auf die Herausforderung von Avni Yildirim und seinem Manager Ahmet Oener reagieren wird.
Das Studio 1 von nobeo Studios in Hürth ist ein idealer Austragungsort für Profiboxen. Solange ein Boxer keine Stadien oder Riesenhallen füllen kann, ist ein TV-Studio eine eindeutig gute Alternative.
© Uwe Betker

Written by betker

13. Mai 2018 at 23:59

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Cologne Beatdown Nummer 4

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Das Cologne Beat Down ging am 05.05.2018 bereits in die vierte Runde. Es war eine der Kampfsportveranstaltungen im Rheinland, auf denen man gewesen sein musste. Diesmal gab es in der schönen E.S.V. Olympiahalle in Köln 19 Kämpfe zu sehen, 10 nach K1, 2 nach Amateurboxregeln und 7 Profiboxkämpfe.
Den Anfang bei den Profis machte Sunday John und Oualid Almajdoub (3 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO, 1 Niederlage, 1 durch KO) im Mittelgewicht mit einem Vierrunder. Almajdoub boxte und John, der Debütant, versuchte zu keilen. Immer wieder versuchte er mit überfallartigen Attacken zum Ziel zu gelangen. Meist aber lief er ins Leer oder wurde abgekontert. Almajdoub kreiste um seinen Gegner herum und setzte unaufgeregt seine Treffer. Ende der ersten Runde versuchte John ihn durch in die Seile zu schubsen. In der zweiten Runde wurde die Dominanz von Almajdoub größer. Bei John öffnete sich, nach einem rechten Cross, ein Cut über dem linken Auge. Am Ende der Runde wackelte er stark und nur der Gong verhinderte, dass er zu Boden ging. Der GBA Ringrichter Mustafa Erenay nahm ihn aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 3: Oualid Almajdoub.
Der Achtrunder im Super Weltergewicht zwischen Ziya Gökalp (18 Kämpfe, 1 Sieg, 1 durch KO, 17 Niederlagen, 12 durch KO) und Salahadin Simmou (5 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch KO) war kurz und heftig. Simmou trieb seinen Gegner vor sich her und stellte ihn immer wieder an den Seilen. Gökalp nahm die Schläge, bis er nicht mehr konnte, und ging auch nach harten Körpertreffern zu Boden. Zwei Mal wurde er angezählt, dann kam ein Handtuch geflogen. Sieger durch TKO in Runde 1, nach 2:21 Minuten: Salahadin Simmou.
Im Anschluss stiegen Christian Kraszczynski (5 Kämpfe, 5 Niederlagen, 5 durch KO) und Yasir Malik (2 Kämpfe, 2 Siege, 2 durch KO) für eine Kräftemessen im Super Weltergewicht in den Ring. Der auf vier Runden angesetzte Kampf war noch schneller beendet als der vorangegangene. Kraszczynski versteckte sich hinter seiner Doppeldeckung und Malik bearbeite seinen Körper, was dieser nicht mochte. Zweimal ging er zu Boden, dann hatte sein Ecke Erbarmen und nahm ihn aus dem Kampf. Sieger durch TKO in Runde 1 nach 50 Sekunden: Yasir Malik
Den vierten Profikampf bestritten Dogan Kurnaz (17 Kämpfe, 3 Siege, 3 durch KO, 14 Niederlagen, 13 durch KO) und Boris Deidenbach. In der Begegnung im Mittegewicht bestritt Deidenbach sein Profidebüt. Deidenbach boxte sehr abgeklärt. Er boxte schön eng durch die Mitte an und verteilte gut. Er trieb Kurnaz vor sich her. Dieser versteckte sich hinter seiner Doppeldeckung und versuchte wegzukommen. In der zweiten Runde erhöhte Deidenbach immer mehr den Druck und Kurnaz bekam entsprechend immer mehr Schwierigkeiten. Mitte der Runde signalisierte Kurnaz, er habe sich die Schulter verletzt. Zur dritten trat er dann nicht mehr an. Sieger durch TKO in Runde 3: Boris Deidenbach.
Danach stiegen Mikheil Mosulishvili (18 Kämpfe, 6 Siege, 2 durch KO, 8 Niederlagen, 6 durch KO, 4 Unentschieden) und Ercan Tuncel (6 Kämpfe, 6 Siege, 5 durch KO) für einen Sechsrunder im Mittelgewicht in den Ring. Tuncel besetzte die Ringmitte und trieb seinen Gegner mit seiner schönen Linken vor sich her. Mosulishvili lief weg und versuchte zwei oder drei Mal seinen Reichweitennachteil auszugleichen, indem er in den Gegner hinein sprang. Sonderlich von Erfolg gekrönt war das allerdings nicht. Ende der ersten Runde schien er nach einer harten Rechten zum Kopf einzuknicken. In der zweiten und dritten Runde erhöhte Tuncel der Druck, konnte aber Mosulishvili nicht lange genug stellen. Dabei hatte der gegen Ende der dritten Runde aber schon seine liebe Not, das Rundenende zu erreichen. Ende des vierten Durchgangs stellte Tuncel Mosulishvili in seiner Ecke und brachte ihn mit einer langen Kombination auf den Boden. In der fünften Runde nahm Tuncel das Tempo ein wenig raus. Mosulishvili lief weiter weg und versuchte zu überleben. Dennoch wurde er immer wieder gestellt. Bei einer der Kombinationen, die Mosulishvili nehmen musste, brach er sich die Nase, weshalb Ringrichter Erenay ihn aus dem Kampf nahm. Sieger durch TKO: Ercan Tuncel.

(C) Andreas Bornewaser

Den vorletzten Kampf bestritten Endrit Morina (4 Kämpfe, 4 Niederlagen, 4 durch KO) und René Oeffner (13 Kämpfe, 12 Siege, 8 durch KO, 1 Niederlage) im Super Mittelgewicht. Oeffner begann verhalten. Zwar trieb er Morina vor sich her, aber es gab nur wenige Aktionen. Die zweite Runde begann Morina furios, sein Schlaghagel verpuffte aber an der Deckung von Oeffner. Dann drehte dieser auf und jagte Morina vor sich her. Immer wieder wurde der gestellt und es schien nur noch eine Frage von Sekunden, bis Morina auf den Boden gehen würde. Es kam dann aber ein Handtuch geflogen, das Morina rettete. Sieger durch TKO in Runde 2, nach 1:39 Minuten: René Oeffner.

(C) Andreas Bornewasser

Den Hauptkampf des Abends bestritt der Veranstalter Bihes Barakat (29 Kämpfe, 25 Siege, 21 durch KO, 2 Niederlagen, 1 Unentschieden) selber im Leichtgewicht. Er traf auf Giorgi Bliadze (13 Kämpfe, 7 Siege, 2 durch KO, 6 Niederlagen, 3 durch KO). Der Achtrunder begann schnell. Beide zeigten technisch gutes Boxen, Barakat machte den Kampf, aber Bliadze hielt dagegen. In der zweiten Runde wurde der Kampf zwar etwas langsamer, aber Barakat wurde dominanter. Anfang der dritten Runde machte Bliadze Faxen, die keinen amüsierten oder irritierten. Später gab es schöne Abtäusche, bei denen Bliadze eine Links-Rechts-Kombination zum Körper schlug und Barakat mit einem Kopftreffer durchkam. In der vierten Runde kam wie aus dem Nichts das plötzliche Ende. Barakat schlug einen harten und präzisen Leberhaken, der durchkam und Bliadze auf die Bretter schickte. Der kam dann auch nicht mehr hoch. Sieger durch KO in Runde 4, nach 34 Sekunden: Bihes Barkat.
(C) Uwe Betker

Jack Culcay vs. Demetrius Andrade – ein Vorbericht

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Wenn Jack Robert Culcay-Keth (23 Kämpfe, 22 Siege, 11 durch KO, 1 Niederlage) am 11. März 2017 in der Friedrich-Ebert-Halle in Ludwigshafen in den Ring steigt, dann wird der Ausgang dieses Kampfes, wie wohl kein Kampf vorher, den Rest seiner Karriere bestimmen.
Jack Culcay wurde, nachdem er Weltmeister der Amateure im Weltergewicht in Mailand geworden war, 2009 Profi. Er galt als eines der größten deutschen Boxtalente. Er wurde im Super Weltergewicht WBA Inter Continental Champion, Europameister der EBU, Interimsweltmeister der WBA und kampflos „richtiger“ Weltmeister der WBA. Er ist seit sechseinhalb Jahren Profi und nunmehr 31 Jahre alt. Culcay muss nun langsam die Erwartungen, die in ihn gesteckt wurden, erfüllen. Eben dies wird aber gegen den Herausforderer Demetrius Andrade (23 Kämpfe, 23 Siege, 16 durch KO) nicht einfach werden.
Andrade ist mit 185 cm Größe ganze 13 cm größer als Culcay. Culcay muss  einen erheblichen Reichweitennachteil ausgleichen. Bei der Amateurweltmeisterschaft 2007 in Chicago konnte er das nicht. Dort unterlag er im Viertelfinale dem späteren Tourniersieger Demetrius Andrade.
Der Kampf zwischen Andrade und Culcay verspricht ein Superkampf zu werden. Austragungsort ist gleichwohl die relativ kleine Friedrich-Ebert-Halle in Ludwigshafen, die ohne Innenraumbestuhlung nur 2.250 Sitzplätze haben soll. Wir dürfen auch auf die Einschaltquoten gespannt sein. In einer Pressemeldung war zu lesen, dass der Kampf auf ProSieben MAXX zu sehen sein wird.
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Team Sauerland tut alles dafür, dass Culcay gewinnt. Er bekommt sogar maßangefertigte Boxhandschuhe. Allerdings irritiert mich das ein wenig, denn, soweit ich recht informiert bin, müssen die Handschuhe identisch sein.
Das Team um Culcay gibt sich optimistisch. Trainer Ulli Wegner: „Ohne übertreiben zu wollen: Ich kann Unmögliches möglich machen.“ Und weiter: „Die Experten unterschätzen Jack Culcays Leistungsfähigkeit. Das wird nicht nur Jacks schwerster Kampf, sondern auch Andrades – wahrscheinlich so schwer, dass der Amerikaner den Ring nicht als Sieger verlassen wird!“ Auch Culcay ist siegessicher: „Ich habe Power für die vollen zwölf Runden und werde der Welt beweisen, dass ich gegen die stärksten Boxer der Welt bestehen kann. Und dann geht es auf nach Amerika!“
Auch Moritz Klatten, der Manager von Culcay, spricht von Amerika: „Mit einem Sieg über Andrade kann sich Jack über Nacht einen Namen in den USA und damit weltweit machen. Fights gegen die absoluten Topstars der Branche sind dann keine Utopie mehr, sondern werden Realität.“
Die Äußerungen Amerika betreffend sind interessant. Damit wird doch wohl ankündigt, dass Culcay nach einem Sieg und damit dem Gewinn seines ersten „richtigen“ Weltmeisterschaftskampfes nicht mehr nahezu ausschließlich in Deutschland boxen will und soll, sondern in den USA. Man muss kein Hellseher oder Gedankenleser sein, um zu erkennen, dass das wohl finanzielle Gründe hat.
Amerika ist aber noch Zukunftsmusik, denn vorher muss Culcay wie gesagt erst noch den Titelverteidiger Andrade bezwingen. Und das wird nicht ganz einfach werden, ganz im Gegenteil. Und was macht Jack Robert Culcay-Keth, wenn er nicht gewinnt?
© Uwe Betker